Freitag 9. Oktober 2009 von htm
2.10.2009
Redaktion der
Neuen Zürcher Zeitung
Briefe an die NZZ
8021 Zürich
Per e-mail redaktion@nzz.ch
Leserbrief zu „Gesund leben ohne Paragrafen“ am 1.10.09
In der Kritik am neu vorgeschlagenen Präventionsgesetz wird behauptet, es gehe „um Interventionen in die Wirtschaftsfreiheit und das legitime Recht von erwachsenen Menschen, das zu kaufen und zu konsumieren, was sie für richtig halten“. Dieses Recht wird auch im neuen Gesetz nicht aufgegeben. Andernfalls hätte es ja zum vornherein keine Chance. Das Problem liegt doch auf einer andern Ebene: Unsere erwachsenen Menschen haben keine Möglichkeit, ihre Käufe wirklich frei und unabhängig zu planen und zu entscheiden, weil sie von den Medien und der Alkohollobby falsch oder ungenügend informiert werden. Die immer wieder hochgelobte bürgerliche Selbstverantwortung existiert in vielen Fällen nur in der Fantasie von Interessenvertretern der Wirtschaft, die damit ihre eigenen Interessen schädigen. Wenn sich die vielen Alkoholschäden nur auf Individuen beziehen würden, könnte man noch sagen, diese seien selber schuld. Leider sind bereits die Nächsten in der Familie mit Hauptleidtragende dieser „Selbstbestimmung“, von den vielen Schäden in der Gesellschaft durch Gewalt, sexuelle Gewalt, im Verkehr usw. gar nicht zu reden, die wir alle mitbezahlen. Am Tag des grossen Lamentos über den Krankenkassen-Prämien-Schock wäre es angezeigt, diese sozialen Kosten zu überdenken und zu handeln. Dann könnten die Prämien wieder sinken.
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
(veröffentlicht mit Kürzungen am 9.10.09)
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Mittwoch 7. Oktober 2009 von htm
Die Appellation einer Frau gegen die Todesstrafe, sie hatte einen pensionierten Pfarrer in Louisiana, USA, ermordet, wurde vom US Supreme Court kommentarlos zurückgewiesen. Brandy Holmes hatte ins Feld geführt, dass ihre Debilität, verursacht durch das fötale Alkoholsyndrom (FAS), hätte während der Rechtsprechung berücksichtigt werden müssen. (Quelle: Join Together, 6.10.09) Kommentar: Unglaubliche, mittelalterliche Justiz
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Mittwoch 7. Oktober 2009 von htm
Eine Party der Sozialistischen Jugend in St. Pölten endete mit einem Eklat. Zukünftig will man bei Veranstaltungen stärker kontrollieren.
Beim gelungenen Event floss Schweiß: Samstag versammelten sich mehr als 15.000 Teilnehmer beim Skate Contest der Sozialistischen Jugend in St. Pölten. Bei der After Show Party aber floss der Alkohol in Strömen – und auf das Resultat waren die Veranstalter dann nicht mehr so stolz. (Quelle: Google Alkohol Alert, 7.10.09) oe24.at, 6.10.09 Kommentar: Aus der Parteijugend sollte normalierweise die zukünftige Parteielite hervorgehen. Tolle Aussichten!
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Dienstag 6. Oktober 2009 von htm
Erschreckende Bilanz nach dem Oktoberfest in München. Drei Besucher starben, deren Tod im Zusammenhang mit der Wiesn stehen soll. Alle drei waren betrunken. Von zweien haben wir berichtet, ein Dritter – 51-Jähriger starb – vermutlich an seinem Erbrochenen.
Insgesamt schenkten die Wirte 6,5 Millionen Maß Bier aus – an rund 5,7 Millionen Besucher. 759 Gäste übernahmen sich mit dem Alkoholkonsum – die meisten von ihnen waren jünger als 30 Jahre alt. Von Raubüberfällen, Vergewaltigungen und Auswirkungen im Verkehr ist noch nichts zu lesen. (Quelle: Google Alkohol Alert, 6.10.09) shortnews.de, 5.10.09
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Montag 5. Oktober 2009 von htm
Alkohol und Lolls – das gehört für viele Leute und auch für viele Jugendliche untrennbar zusammen. Doch die fröhlichen Zecher werden immer jünger und es geht längst nicht immer fröhlich zu, wenn am Fierche getrunken wird. Gegen Alkohol- und Gewaltexzesse, die im vergangenen Jahr viele Bad Hersfelder und Besucher beunruhigt haben, wurde ein Runder Tisch ins Leben gerufen. In diesem Jahr soll die Aktion „Lolls ohne Prolls“ (wir berichteten) präventiv wirken. Wir sprachen mit Horst Gerlich, dem persönlichen Referenten des Bürgermeisters und Mit-Organisatoren der Aktion: (Quelle: Google Alkohol Alert, 5.10.09) hersfelder-zeitung.de, 5.10.09
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Montag 5. Oktober 2009 von htm
Die Schweizer Städte möchten verbindliche Rechtsgrundlagen, um den Verkauf von Alkohol an Jugendliche und bei Sportveranstaltungen besser in den Griff zu bekommen. Das hat der Schweizerische Städteverband im Rahmen einer Umfrage festgestellt. Sie sprechen sich auch für Massnahmen gegen Billigpreisangebote aus. (Quelle: Google Alkohol Alert, 5.10.09) Bieler Tagblatt, 4.10.09 mit unserem Online-Kommentar Kommentar: Eigenartig die schlechte Beteiligung an der Umfrage. Haben die nichtreagierenden Städte keine Probleme, steckt man den Kopf in den Sand oder ist die Wahrnehmung durch Parteiideologie getrübt? – Mindestpreise sind nur sinnvoll, wenn die Differenz an den Staat für Rehabilitation und Prävention abgeführt wird.
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Sonntag 4. Oktober 2009 von htm
Mittlerweile haben über 100 Filmschaffende (darunter die Regisseure Woody Allen, Pedro Almodóvar und Martin Scorsese) aus Roman Polanskis Umfeld eine Petition unterschrieben, in der um Freilassung des 76-jährigen Schauspielers und Regisseurs gebeten wird. Ihm wird vorgeworfen, vor über 30 Jahren eine 13-Jährige unter Drogen und Alkohol gesetzt und sexuell missbraucht zu haben (Viply berichtete). Aber die Person, die Polanski tatsächlich den Kragen retten könnte, denkt gar nicht daran: Arnold Schwarzenegger. Als kalifornischer Gouverneur könnte er Polanski nach Landesrecht begnadigen. Doch Arnie forderte nun gleiches (Straf-)Recht für alle! (Quelle: Google Alkohol Alert, 4.10.09) viply.de, 3.10.09
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Freitag 2. Oktober 2009 von htm
Fürth, D, will künftig mit hohen Geldbußen die Weitergabe von alkoholischen Getränken an Jugendliche stoppen. Die erste Lektion habe das Rechtsamt zwei Heranwachsenden während der Michaelis-Kirchweih erteilt: 400€ Bussen. (Quelle: Google Alkohol Alert, 2.10.09) donaukurier.de, 1.10.09
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Freitag 2. Oktober 2009 von htm
Vor dem Zweitliga-Auswärtsspiel des FC Hansa Rostock in Ahlen am Sonntag (13.30 Uhr) hat die Bundespolizei den bahnreisenden Fans verboten, Glasflaschen mitzunehmen und Alkohol zu trinken.(Quelle: Google Alkohol Alert, 2.10.09) Hamburger Abendblatt, 1.10.09
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Donnerstag 1. Oktober 2009 von htm
17.9.2009
TELE
Leserbriefe
8021 Zürich
e-mail: leserbriefe@tele.ch
Leserbrief zu “Prosit“ in Nr. 38/09M
Sehr geehrte Damen und Herren
Es würde mich freuen, wenn Sie den nachfolgenden Leserbrief veröffentlichen würden. Mit bestem Dank und freundlichen Grüssen
Hermann T. Meyer
Sie nehmen das bald wieder stattfindende Oktoberfest in München als Aufhänger, dem bezahlenden Leser altbekannte Werbesprüche für Bier zuzumuten. Natürlich wird noch kurz ermahnt, massvoll zu trinken. Dabei ist gerade das Oktoberfest der Inbegriff einer Sauforgie, z.B. gehören dort sexuelle Übergriffe zum Alltag. Rund zehn Vergewaltigungen pro Oktoberfest gehen in die Statistik ein – die Dunkelziffer wird auf 200 geschätzt. Die Spitzenkandidatin der bayerischen Grünen nannte es kürzlich in einem Zeitungsinterview „die grösste offene Drogenszene der Welt“. Diese rituelle Massenenthemmung wird mit ein Grund für die zunehmende Gewalt in München sein, an der bekanntlich auch Zürcher Schüler beteiligt sind. Solche Feste, die es auch in der Schweiz in kleinerem Massstab massenhaft gibt, bilden die Vorbilder für die jugendlichen Massenbesäufnisse, die dann von den Medien wieder genussvoll dargestellt werden.
Die angeblich gesundheitlichen Vorteile von Wein und Bier werden von ernsthaften und nicht von der Alkoholindustrie finanzierten Wissenschaftern immer mehr angezweifelt, umso mehr, als die überwiegenden negativen Eigenschaften schon geringer Mengen alkoholischer Getränke meistens unterschlagen werden.
(veröffentlicht am 1.10.09, Nr. 40/09, über die Hälfte gestrichen)
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