Samstag 13. November 2010 von htm
Schweizer Haushalte haben im zweiten Weltkrieg über 35 Prozent ihres Budgets für Lebensmittel ausgegeben, heute sind es noch rund 7, mit Alkohol und auswärtiger Verpflegung 13 Prozent. Jede achte beschäftigte Person in der Schweiz hat beruflich mit Nahrungsmitteln zu tun. … Dies geht aus der Publikation „Vom Feld bis auf den Teller. Übersicht über die Lebensmittelkette“ hervor, die das Bundesamt für Statistik veröffentlicht hat. …Für die auswärtige Verpflegung kamen weitere 460 Franken und für alkoholische Getränke 70 Franken monatlich dazu. In der Gastronomie wuchs die Zahl der Beschäftigten um 3,4 Prozent. Das ist eine Folge des Trends zur vermehrten Ausser-Haus-Verpflegung. Die Zahlen betreffen das Jahr 2008. (Quelle: Google Alkohol News, 12.11.10) bielertagblatt.ch, 11.11.10 Kommentar: Interessant wird der Vergleich nach der Rauchereinschränkung. Die laufende Verbilligung der alkoholischen Getränke durch die Inflation ist ein ärgerlicher Faktor, der den Konsum vor allem auch der Jugendlichen steigert. Preiserhöhungen gibt es praktisch nur zu Gunsten der Industrie, statt dass sie über Steuern an den von ihr verursachten Sozialkosten beteiligt wird. Der Entwurf zum neuen Alkoholgesetz ist auch in dieser Hinsicht enttäuschend.
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Mittwoch 10. November 2010 von htm
Der Staat verdient am Alkoholgenuss der Verbraucher gut mit: 3,3 Milliarden Euro hat der Staat im vergangenen Jahr durch Steuern auf alkoholische Getränke eingenommen. Im Vergleich zum Vorjahr gingen die Gewinne allerdings deutlich zurück. (Quelle: Google Alkohol News, 9.11.10) spiegel.de, 9.11.10 presseportal.de, 9.11.10 Kommentar: Die Steuereinnahmen stehen in keinem Verhältnis zu den horrenden alkoholbedingten Sozialkosten. Sie nehmen auch inflationsbedingt ständig ab. Von einem Gewinn für den Staat zu sprechen ist Betrug am Volk. Der Aufwand muss bekanntlich vom Ertrag abgerechnet werden, bevor man von Gewinn sprechen kann. Dass die Alkopopsteuern weniger bringen, ist auch verständlich. Die Jugendlichen sind zum grossen Teil dazu übergegangen, Mixgetränke mit Wodka und Fruchtsäften selber billiger herzustellen. Eine massive generelle Steuererhöhung hätte den Vorteil, dass der Konsum und damit die Schäden zurückgingen. Alle profitierten davon, ausser die Alkoholindustrie. Und das verhindert die alkoholhörige Regierung weiterhin.
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Freitag 29. Oktober 2010 von htm
Schwarzbrenner freuen sich – Türken trinken immer mehr – Staatshaushalt soll profitieren. – Die islamisch geprägte Regierung der Türkei hebt die Alkoholsteuern kräftig an – um bis zu 30 Prozent. Kritiker sehen darin einen weiteren Beweis für religiöse Motive der Erdogan-Regierung, die von ihren Gegnern als Islamistentruppe gesehen wird. Doch die Wirklichkeit sieht etwas anders aus: Ankara ist auf der Jagd nach Steuereinnahmen. (Quelle: Google Alkohol News, 29.10.10) nordbayern.de, 28.10.10
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Mittwoch 27. Oktober 2010 von htm
Nach dem Aufschlag auf die Tabaksteuer erwägt die FDP nun auch, Alkohol steuerlich stärker zu belasten. So soll ein Ersatz für die Luftverkehrsabgabe geschaffen werden. Die Steuerbelastung soll dann am Alkoholgehalt gemessen werden. Vor allem Schnäpse würden in diesem Fall deutlich teurer werden.
Die Union reagierte allerdings skeptisch. Wenn es überhaupt Erhöhungen gebe, sollten die Einnahmen dem Gesundheitswesen zugute kommen, erklärte CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn. (Quelle: Google Alkohol News, 27.10.10) wissens-quiz.de, 26.10.10/Handelsblatt.com, 26.10.10 unser Online-Kommentar: Dass Alkoholsteuern eingeführt oder erhöht werden sollten, ist seit langem klar. Sie sollten aber in erster Linie zur Deckung der horrenden Sozialkosten dienen. Wenn die Gastronomie einen Absatzrückgang fürchtet, sollte sie meine Projekt-Idee auf www.alkoholpolitik.ch studieren. Die nimmt Rücksicht auf das Alkoholgewerbe. Es ist aber auch klar, dass die Gastronomie als Mitverschulder und Profiteur der Alkoholprobleme ihre Mitverantwortung auch übernehmen müsste.
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Samstag 16. Oktober 2010 von htm
Die Lebenshaltungskosten in den 16 Euro-Ländern sind im September etwas schneller gestiegen als im August. Die Verbraucherpreise lagen um 1,8 Prozent höher als vor Jahresfrist.
Alkohol und Tabak gehörten zu den größten Preistreibern im vergangenen Monat im Euro-Raum.
Die größten Preisaufschläge auf Jahressicht wiesen in der Eurozone die Hauptkomponenten Verkehr (plus 4,1 Prozent), Alkohol und Tabak (plus 3,2 Prozent) sowie Wohnung (plus 2,9 Prozent) auf. (Quelle: Google Alkohol News, 16.10.10) handelsblatt.com, 15.10.10 unser Online-Kommentar: Preisaufschläge bei Alkohol und Tabak können sich auf den Konsum auswirken, d.h. ihn senken. Aber nur, wenn sie deutlich sind. Leider verpasst der Staat diese Gelegenheit vor allem beim Alkohol. Statt Lenkungsabgaben zu erheben, die für die Deckung der horrenden alkoholbedingten Sozialkosten verwendet werden könnten, und diese erst noch durch den Konsumrückgang vermindern würden, überlässt er der Industrie die Preiserhöhungen. Die Bevölkerung darf weiterhin die Sozialkosten tragen. Verglichen mit den Löhnen sind die Alkoholika seit Jahrzehnten viel zu billig, was vor allem den Jugendalkoholismus fördert.
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Samstag 16. Oktober 2010 von htm
Wellington — Alkohol ist in Neuseeland mittlerweile billiger zu haben als Wasser. Laut einer in der Zeitschrift „New Zealand Medical Journal“ veröffentlichten Studie der Otago University kostet ein Glas Wein mittlerweile nur 0,62 neuseeländische Dollar (0,35 Euro), 250 Milliliter Wasser aus der Flasche hingegen 0,67 Dollar. Ungeachtet der steigenden Löhne sei der Alkoholpreis im vergangenen Jahrzehnt gefallen, so dass sich Alkohol zur „wahrscheinlich billigsten Entspannungsdroge in Neuseeland“ entwickelt habe, erklärte einer der Autoren der Studie, Nick Wilson.
Dies sei besonders besorgniserregend, weil nach internationalen wissenschaftlichen Erkenntnissen billiger Alkohol Trinkgelage bei Jugendlichen fördere, sagte Wilson weiter. Der niedrige Alkoholpreis schade der Gesundheit der Neuseeländer und dem sozialen Gefüge im Land, warnten die Autoren der Studie. Außerdem belasteten die Folgen des vermehrten Alkoholkonsums das staatlich geförderte Gesundheitssystem mit hohen Zusatzkosten. (Quelle: Google Alkohol News/AFP, 16.10.10) Kommentar: In Europa ist es nicht viel besser. Verglichen mit dem Einkommen sinken die Alkoholpreise seit Jahrzehnten.
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Mittwoch 6. Oktober 2010 von htm
So ist das also!! Ich hatte ja erst kürzlich hier einen Beitrag betreffs Abhängigkeitserkrankungen verfasst! Und nun dieses hier! Das Folgende kann man lesen: FRAUEN, viele FRAUEN, ja, zunehmend FRAUEN haben ein Problem mit dem Teufel “ALKOHOL”! (Das ist wohl auch so eine Art “Gleichberechtigung”!? Mit Sicherheit jedoch eine vollkommen falsch-verstandene “Gleichberechtigung”!!)
Bisher galt die Abhängigkeit vom ALKOHOL eher als ein reines “Männerproblem”! DAS jedoch widerlegen die neuesten Studien, Erkenntnisse und Untersuchungen.
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, erklärte anlässlich der Jahrestagung in Berlin zum Thema “Alkohol – für Frauen (k)ein Problem?” unter anderem:
“…Daher ist mein wesentliches Ziel, den Alkoholkonsum bei Frauen mehr zu thematisieren und ihm in der Präventionsarbeit eine stärkere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.” Und: 370.000 Frauen in Deutschland sind alkoholabhängig! (Quelle: Google Alkohol News, 6.10.10) heinkasnews.de, 5.10.10 unser Online-Kommentar: Es ist nicht verwunderlich, dass die Frauen im Zuge ihrer Emanzipation nach dem 2. Weltkrieg auf den Alkoholkonsum gekommen sind. Die Alkoholwerbung hat sich ja auch mächtig ins Zeug gelegt. Mit den Alcopops hat die Alkoholindustrie nun auch noch die Mädchen erwischt. Auch wenn ein Teil dieses Konsums mit Hilfe der Sondersteuer ausgebremst werden konnte, wird nun das Getränkegemisch billiger selber hergestellt. Darauf reagiert der Staat nicht, weil eine Preiserhöhung auf Spirituosen alle Schnaps-Konsumenten treffen würde und diese halten aus Unkenntnis der Fakten nichts von Solidarität.
Die Jugendlichen mit Ermahnungen vom Komasaufen abhalten zu wollen, wird auch nicht gelingen, denn die Erwachsenen geben ja ein tolles Vorbild ab. Und die Regierung ist unfähig, die bekannten nötigen Präventivmassnahmen zu ergreifen, weil sie dem Druck der Alkoholindustrie nicht widerstehen kann oder will. Die Drogenbeauftragte ist nur ihr Alibi-Feigenblatt.
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Mittwoch 29. September 2010 von htm
Ist Alkohol teurer, profitiert davon die Gesellschaft. Denn laut einer US-Studie sinken dann die alkoholbezogenen Krankheitsfälle. Von hohen Kosten für Alkohol profitiert laut US-amerikanischen Experten die gesamte Gesellschaft. Kosten die Getränke beispielsweise aufgrund höherer Steuern mehr, sinken die mit Alkoholmissbrauch verbundenen Krankheits- und Todesfälle. Darüber hinaus wird die Zahl der Verbrechen geringer, denn oft geschehen Straftaten unter Alkoholeinfluss. … (Quelle: Google Alkohol News, 29.9.10) business-panorama.de, 28.9.10 Kommentar: Das ist nichts Neues, aber bemerkenswert ist, dass die Meldng auf einer Business-Webseite erscheint. Sollte die Wirtschaft doch langsam hellhörig werden?
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Mittwoch 22. September 2010 von htm
Eine ganze Seite widmet der Tages-Anzeiger der Wirtschaftskrise Irlands. U.a. wird berichtet, in den letzten 12 Monaten hätten 1300 Pubs schliessen müssen. Als Gründe werden aufgezählt: Den Gästen fehlt das Geld; die auf dem Land Wohnenden blieben nach der Einführung der 0,5 Promillegrenze zu Hause; das Bier koste dank Preiskrieg unter den Supermarktketten dort oftmals weniger als Wasser. (Quelle: Tages-Anzeiger, 22.9.10) Kommentar: Nicht erwähnt wurde, dass in Irland seit dem 29.3.2004 ein generelles Rauchverbot in geschlossenen öffentlichen Räumen gilt. Mit einer effektiveren Alkoholpolitik hätten die Pubs gegenüber den Läden wahrscheinlich mehr Überlebenschancen gehabt.
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Mittwoch 8. September 2010 von htm
3.9.2010
Redaktion
Neue Zürcher Zeitung
8001 Zürich
Per e-mail
Leserbrief zu „Sich betrinken verboten!“, vom 3.9.2010
„Mit immer neuen Verboten wächst die Unfreiheit“, schreibt Markus Spillmann. Er bezieht sich auf die vom Städteverband gewünschte gesetzliche Grundlage für lokale, begrenzte Alkoholverbote, wie sie mehrere Städte in der Schweiz und im Ausland mit gutem Erfolg eingeführt haben.
Er greift damit indirekt in die Diskussion um ein neues Alkoholgesetz ein, wie es einer Zeitung vom Format der NZZ wohl ansteht. Sie hat sich dafür immerhin fast drei Monate Zeit gelassen. Es wäre schön, wenn die Diskussion weitergehen und die NZZ auch andere als die eigene Meinung veröffentlichen würde. Zum Beispiel diese: Es ist nicht verwunderlich, dass die Städte, die am meisten von den Auswüchsen des Alkoholkonsums betroffen sind, sich nicht mehr anders als mit Verboten zu helfen wissen, weil die nationale Politik auf diesem Gebiet völlig versagt, und weil, wenn man den Entwurf des neuen Alkoholgesetzes kritisch anschaut, sich wahrscheinlich nicht viel ändern wird. Obwohl die richtigen Rezepte vorliegen.
Der Grund für das Verdrängen dieses grössten sozialmedizinischen Problems liegt weitgehend bei der bürgerlichen Mehrheit in Parlament und Bundesrat, die immer wieder dem permanenten Druck der Alkohollobby und dem der mit ihr verlinkten Wirtschaftsverbände nachgibt. Auch die Medien unterliegen diesem Druck, sonst hätten sie schon lange dem Volk die tatsächlichen Zusammenhänge klarlegen und eine Politikänderung herbeiführen können.
Es ist leichtfertig, wenn Herr Spillmann ein Bier zu nächtlicher Stunde in Chur als Banalität im Vergleich zu schwerwiegenden Grenzverletzungen abtut und damit die ganze Alkohol-Problematik als erledigt betrachtet. Es ist auch scheinheilig zu schreiben, die Erziehungsberechtigten könnten sich quasi per Steuerzettel ihrer Erziehungsverantwortung entledigen. Dabei unterlässt er es tunlichst zu erwähnen, dass wir alle ein Leben lang ungefragt die enormen alkoholbedingten Sozialkosten per Steuerzettel und Versicherungsprämien tragen und die Einbussen an Lebensqualität ertragen. Das ist die Freiheit, die abhanden gekommen ist, seit die Alkoholindustrie und ihre Lobby die Allgemeinheit als Geisel genommen hat. Die WHO nennt uns deshalb Passivtrinker.
Ich bin immer wieder erstaunt, dass eine liberale Zeitung, die der Wirtschaft nahesteht, dieser nicht zeigt, wie sie sich selber mit ihrer alkoholfreundlichen Politik schadet. Man geht von 5% alkoholbedingten Personalkosten aus, die gespart werden könnten. Bei Abgaben an die Sozialwerke wird sogar um Promille gestritten. – Ganz abgesehen von der Möglichkeit alkoholbedingter Fehlentscheide in den Chefetagen.
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
(pendent)
Nachtrag: Am 7.9.10 brachte die NZZ dazu einen Leserbrief, der voll die Thesen von Herrn Spillmann unterstützt. Unser Leserbrief wurde nicht veröffentlicht. So versteht die NZZ offenbar den öffentlichen Diskurs. Nur die eigene Meinung zählt. Ihre Leserschaft ist wahrscheinlich nicht reif genug, auch andere Meinungen gewichten zu können.
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