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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Dokumente'

Alkoholkonzept der Stadt St.Gallen

Freitag 4. Dezember 2009 von htm

Die Stadt St. Gallen hat ein 40-seitiges Alkoholkonzept herausgebracht. (datiert im September 2009) Zitat: „Alkoholmissbrauch ist selten nur Folge individuellen «Versagens», sondern auch Ausdruck ungünstiger Rahmenbedingungen. Deshalb muss eine erfolgreiche Alkoholpolitik die individualisierte Verhaltensprävention durch eine starke Verhältnisprävention ergänzen.“ Wie weit es mit der Umsetzung steht, ist uns nicht bekannt. Die vorgesehenen Massnahmen sind sinnvoll, von Preisregulierung ist allerdings wenig die Rede, ausser bei Flatrate-Parties. (Steuern sind Bundessache) Verschiedene Einschränkungen der Erhältlichkeit sind vorgesehen. Kritik: Es wird behauptet, die Konsumenten würden etwa einen Drittel der alkoholbedingten Sozialkosten durch Steuern hereinbringen. Bier- und Spirituosensteuer bringen gut gerechnet rund 400 Mio. Franken jährlich. Gegenüber den Sozialkosten von gut 6 Mia. Franken sind das 6.7%! Nimmt man den offiziell erhobenen Betrag, reale Kosten 3.5 Mia., reale und irreale Kosten 6.5 Mia., ergeben sich 13.3% und 6.2%. Sollte da die Mehrwertsteuer miteinberechnet worden sein, würde ich dies als Fehlkalkulation und Schönfärberei bezeichnen, denn diese wäre auch bei anderem statt Alkoholkonsum angefallen. Wir sind alle Passivtrinker und sollten uns nicht durch solche Rechnungen über unsere ungefragten Zahlungen an die alkoholbedingten Sozialkosten beschummeln lassen.

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EU arbeitet an Alkoholstrategie, Übersicht

Dienstag 22. September 2009 von htm

Der Alkoholkonsum ist einer der Hauptgesundheitsfaktoren in Europa, bei denen angesetzt werden muss. Europa ist der Kontinent mit dem höchsten Pro-Kopf-Alkoholkonsum der Welt. In etablierten Marktwirtschaften wie den EU-Mitgliedstaaten wird die volkswirtschaftliche Belastung durch alkoholbedingte Krankheiten und Unfälle auf 8-10 % geschätzt.
Daher stellt die Bekämpfung alkoholbedingter Schäden in vielen Mitgliedstaaten und auf EU-Ebene eine Priorität des Gesundheitswesens dar. Besorgniserregend sind nicht nur die gesundheitlichen Folgen im engeren Sinne. Auch die soziale Dimension ist zu berücksichtigen: Gewalttaten, Rowdytum, Kriminalität, Familienprobleme, soziale Ausgrenzung, Probleme am Arbeitsplatz und Trunkenheit am Steuer. Dies sind alles Bereiche, in denen politischer Handlungsbedarf besteht. Die Mitgliedstaaten sind sich darüber einig, dass neben einzelstaatlichen Bemühungen eine gemeinsame Strategie auf Gemeinschaftsebene vonnöten ist. EU-Mitteilung 22.9.09

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Intervention betr. Alkoholwerbung am Fernsehen

Mittwoch 16. September 2009 von htm

E-mail an Nationalrat Max Binder, Effretikon
3.9.2009

Sehr geehrter Herr Nationalrat Binder,

Sie haben in der Sommersession Ihren Kollegen, Nationalrat Aeschbacher, ziemlich herablassend (gemäss amtlichem Wortprotokoll) des Populismus bezichtigt, weil er sich erlaubt hatte, die Interessen der Jugend vor die Interessen der Alkohol- und Werbeindustrie zu stellen. Als Fachmann der Alkoholpolitik und als Einwohner von Illnau-Effretikon, der von Ihnen als dem Gesundheitsvorstand dieser Stadt in gesundheitlichen Belangen betreut werden sollte, erlaube ich mir, Ihnen Gelegenheit zu einer Neuorientierung zu geben.

Als Alternative zum diskutierten Verbot der Alkoholwerbung am Fernsehen sprachen Sie sich für eine In-die-Pflichtnahme der Eltern aus. Die sollten dafür sorgen, dass ihre Kinder keine Alkoholprobleme bekämen. Sie seien dafür verantwortlich.

Sie haben damit natürlich völlig recht. Der kleine Unterschied besteht nur darin, dass es deren Pflicht und Verantwortung wäre, sie diese aber nur in beschränktem Umfange erfüllen und wahrnehmen können. Diese elterliche Aufgabe kennt man ja nicht erst seit heute, aber noch nie ist es gelungen, die Eltern, auf die es ankam, zu ihrem Glück zu zwingen. An entsprechende Elternkurse gehen bekanntlich meist nur jene Eltern, die soviel Verstand und Pflichtgefühl haben, auch von sich aus das Richtige zu tun. Jene, die es nötig hätten, erreicht man nicht. Sie können nun einen Eltern-Führerschein propagieren, der vor der Heirat erworben werden, oder dem Vermieter vorgewiesen werden müsste. Eine Variante wäre ein Elternkurs in der Rekrutenschule und im WK. Nachdem aber immer weniger Männer diensttauglich sind, würden auch so zu wenige erreicht.

Ich vermute, dass Ihr grosser Auftritt für Elternpflichten genau das war, was Sie Ihrem Kontrahenten vorwarfen, Populismus in Reinkultur.

Nun aber zu den Tatsachen:
Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass das Verhalten der Eltern einen Einfluss auf den Alkoholkonsum ihrer Kinder hat, aber wie gesagt, diese Erkenntnis nützt nicht viel. Andere Einflüsse wirken ebenfalls. Z.B. die Peer Groups oder die Alkoholwerbung. Diesen letzteren negativen Einfluss können wir eliminieren, wenn wir nur wollen. Sie und die meisten Ihrer Parteikolleginnen und –Kollegen haben sich bisher geweigert, das Alkoholproblem ernst zu nehmen und die nötigen Schritte zu einer Entschärfung zu unterstützen. Sie erwarten von vielen Eltern, sich zu ändern und Verantwortung zu übernehmen. Sie und Ihre Partei waren bisher aber selber unfähig, alte Vorurteile abzulegen, die Erkenntnisse der Wissenschaft zu akzeptieren und unserem Land und Volk eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Beweisen Sie das Gegenteil und verhelfen Sie als ersten Schritt dem Alkoholwerbeverbot im Nationalrat zur Mehrheit. Dann verdienen Sie die Hochachtung Ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger und sind auch legitimiert, das Amt eines Gesundheitsvorstands auszuüben. Bisher haben Sie mich nur immer an das geflügelte Wort vom Bock und dem Gärtner erinnert.

Es würde mich freuen, wenn mein Brief die erhoffte Wirkung erzielen würde.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
PS Leider hat dieser Brief nichts gebracht, Herr Binder stimmte wieder für Alkoholwerbung.

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WHO Entwurf einer globalen Alkoholstrategie

Donnerstag 27. August 2009 von htm

In Erfüllung der Resolution 61.4 der letzten WHO-Generalversammlung hat diese einen Entwurf einer globalen Strategie zur Verminderung der Alkoholschäden den Mitgliedstaaten zugestellt. Er ist im Internet öffentlich einsehbar. Dieses Dokument basiert auf den Ergebnissen der regionalen Konsultationen mit Mitgliedsländern und andern Interessenvertretern. Es enthält die entsprechende Hintergrundinformation, Lösungsvorschläge und Aktionsfelder für die Mitgliedsstaaten. Es ist nicht auf Deutsch erhältlich aber in: :: English [pdf 181kb] :: French [pdf 205kb] :: Arabic [pdf 231kb] :: Chinese [pdf 781kb] :: Russian [pdf 349kb] :: Spanish [pdf 194kb] Quelle: WHO mit allen Links Kommentar: Die WHO hat ganze Arbeit geleistet. Man kann nur hoffen, dass die Länder mit starker Alkoholindustrie die Texte nicht verwässern können, die Strategie an der nächsten Generalversammlung angenommen wird und die Länder sie auch umsetzen.

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Sammlung von Dokumenten zur Alkoholpolitik

Montag 29. Juni 2009 von htm

Das Anton Proksch Institut in Oesterreich hat eine Zusammenstellung wichtiger Dokumente zur Alkohol-Prävention aufgeschaltet. (Darunter allerdings auch vom ICAP, dem Institut der Alkoholindustrie) (Quelle: Google alcohol policies, 28.6.09)

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Eurocare Bericht zu neuen Markt Trends

Freitag 5. Juni 2009 von htm

Asien geht voran. Da einige Firmen weiterhin Stagnation und zurückgehende Verkäufe in Westeuropa sehen, hat sich ihr Hauptaugenmerk auf die aufstrebenden Märkte verschoben – vor allem auf Asien und Russland, aber auch Osteuropa. Interessant ist, dass trotz der Probleme in der globalen Wirtschaft, Marktanalysten ein solides globales Wachstum beim Einkommen der Alkoholindustrie der nächsten drei Jahre voraussagen. Es wird geschätzt, dass die Finanzkrise wahrscheinlich zu einem Volumenwachstum verhilft, aber das Wertwachstum verlangsamt, da die Konsumenten eher billigere alkoholische Getränke kaufen und sie zu Hause konsumieren. (Quelle: Eurocare, Newsletter April/May 09)

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Europäische Landkarte mit Daten zu Alkohol

Freitag 5. Juni 2009 von htm

Als ihre Verpflichtung zum Europ. Forum Alkohol und Gesundheit hat IAS (Institute of Alcohol Studies, London) eine Daten-Karte in englischer Sprache geschaffen, eine Uebersicht, die Fragen über den Alkoholkonsum und damit zusammenhängende Angelegenheiten enthält. Wie die vorangegangene Karte für England ist die europäische Daten-Karte als Quelle für Forscher gedacht, die an Alkoholfragen auf dem Gebiet der EU interessiert sind. Diese „Daten-Karte“ ist ein erster Versuch, alle öffentlich zugänglichen Daten zu Alkohol in der EU aufzuarbeiten. (Quelle: Eurocare Newsletter April/May 09) EU Data Map

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TOP NEWS: Aus geheimen Akten der Alkoholindustrie

Freitag 5. Juni 2009 von htm

Forscher der Curtin University of Technology in Australien haben einige der geheimen Arbeiten und Befürchtungen der internationalen Alkoholindustrie aufgedeckt. Die Informationen wurden vom Curtin’s WA Tobacco Document Searching Program gefunden. Dieses sucht nach vertraulichen Dokumenten der Tabakindustrie, die seit dem 1998 Master Settlement Agreement (MSA) zugänglich wurden, das bestimmte, dass Millionen von vormals internen Dokumente der Tabakindustrie öffentlich zugänglich gemacht wurden. „Wir realisierten, dass einige internationale Tabakfirmen Alkoholfirmen besassen, so konnten wir auch über diese Industrie Informationen erhalten,“ sagte Mike Daube, Curtin’s Professor of Health Policy. Diese einst vertraulichen internen Dokumente erbringen neue Beweise über die Befürchtungen der Alkoholindustrie über mögliche Alkohol-Kontroll-Massnahmen einerseits und anderseits über die Argumente und Strategien, die sie benützen, um jeder Aktion vorzubeugen, die ihre Verkäufe beeinträchtigen könnten. Top 10 Befürchtungen der Alkoholindustrie: … (Quelle: Eurocare Newsletter April/May 09) Kommentar: Leider konnte man diese Informationen schon lange erahnen. Strafbares wie bei der Tabakindustrie wird man schwerlich finden. Von der Alkoholindustrie abhängige Politiker werden sich kaum von diesen Enthüllungen beeinflussen lassen. Auch Enthüllungen über die Verfilzung mit gewissen Forschern oder Instituten werden kaum viel Staub aufwirbeln. Die Presse wird sie einfach verschweigen.

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Die 62. WHO Generalversammlung

Mittwoch 3. Juni 2009 von htm

Am 22.5.09 hat die 62. WHO-GV die Resolution 62.14 verabschiedet, Reduktion der Gesundheits-Ungleichheiten durch Aktion bei den sozialen Gesundheitsfaktoren. Die Resolution ist die Grundlage für den Bericht der Kommission für soziale Gesundheitsfaktoren, Die Lücke in einer Generation schliessen. Die Resolution kann mit diesem Link erreicht werden: http://apps.who.int/gb/e/e_wha62.html#Resolutions Nach dem Ende der 62. WHO-GV bleibt ein Jahr bis zur 63. WHO-GV, die eine Globale Strategie, um den schädlichen Gebrauch von Alkohol zu reduzieren, berücksichtigen wird. (Quelle: NGO Alliance for a Global Strategy on Alcohol, 2.6.09)

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EU: Gesundheitsfaktoren: Alkohol

Mittwoch 20. Mai 2009 von htm

2. Offenes Forum zu Alkohol und Gesundheit, Brüssel, 30.4.09. Zusammenfassender Bericht, Präsentationen; pdf, nur englisch. EU, 20.5.09

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