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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Alkoholindustrie'

Zu Studien über den vermeintlichen Nutzen von Nahrung

Mittwoch 27. April 2011 von htm

Erdbeeren gegen Krebs und Nüsse als Cholesterinsenker: Es gibt unzählige Studien über den vermeintlichen Nutzen von Nahrung. Doch werden Lebensmittel als Heilmittel angepriesen, ist das meist Humbug. …
Dünne Untersuchungen zur heilsamen Wirkung von Nahrungsmitteln sind keine Seltenheit. Immer wieder publizieren Forscher Studien zum vermeintlichen Nutzen von Ess- oder Trinkbarem. Italienische Kardiologen forschen sich Pizza schön, die angeblich vor dem Infarkt schützt. Forscher aus dem Bordelais loben die gefässschmeichelnden Eigenschaften des Rotweins. Norwegische Internisten erkennen günstige Auswirkungen von Lachs auf den Fettstoffwechsel.

«Menschlich ist es verständlich, fachlich unbegreiflich, derartige Studien zu unterstützen», sagt Gerd Antes vom Deutschen Cochrane-Zentrum in Freiburg, das die Qualität wissenschaftlicher Untersuchungen bewertet. «Man kann ja niemanden dazu zwingen, zwei Monate lang nur Pizza oder gar keine Pizza zu essen.» Experimentell lässt sich die Fragestellung sowieso nicht untersuchen. Es bleiben daher nur die methodisch unzuverlässigen Beobachtungsstudien, in denen die Teilnehmer berichten, was sie getan und gelassen haben. Hinterher kann niemand mit Gewissheit sagen, ob sich ein paar Blutwerte wegen der Ernährungsumstellung verändert haben oder weil die Teilnehmer mehr schliefen und weniger Streit hatten. (Quelle: Tages-Anzeiger, 27.4.11) Kommentar: Ein neuer Hinweis auf weitere mögliche Fehlerquellen bei den Studien über gesundheitspositive alkoholische Getränke.

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CH: Vermisster tot im See beim Rütli gefunden

Mittwoch 27. April 2011 von htm

BAUEN UR – Karfreitagnacht feiert der junge Maurer aus Bauen UR auf dem Rütli mit Freunden. Jetzt ist klar: Er stürzte in den See. «Kollegen von ihm haben ihn im Wasser entdeckt und die Seepolizei alarmiert», sagt Polizeisprecher Karl Egli von der Kantonspolizei Uri zu Blick.ch. Mit Hilfe von Tauchern sei er geborgen worden. Die Unglücksstelle liegt etwa 500 Meter südlich der Schiffsstation Rütli. Reto stürzte offenbar über eine rund fünf Meter hohe Felswand in den See. … Das Drama begann an einer Saison-Eröffnungsfeier beim Rütli-Wirt. (Quelle: blick.ch, 26.4.11) unser Online-Kommentar: Der erste Kommentar spricht von „realistisch bleiben“. Das Hauptproblem war wohl der Alkohol. In der Innerschweiz so selbstverständlich, dass man gar nicht darauf kommt. Der Wirt wäscht seine Hände in Unschuld, stellvertretend für die vielen Alkohollieferanten, die nie wegen Mitverantwortung bei Unfällen und Todesfällen zur Verantwortung gezogen werden, obwohl gesetzliche Grundlagen vorhanden wären. Hauptsache die Kasse stimmt am Karfreitag-Eröffnungstag.

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D: Alkohol-Testkäufe: Zu wenige verlangten Ausweise

Mittwoch 27. April 2011 von htm

Melle. In den vergangenen Tagen führten Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes gemeinsam mit Polizeibeamten zahlreiche Alkohol-Testkäufe durch, bei denen zwei minderjährige Testpersonen die Hauptrollen spielten.
Die Kontrollen erfolgten an insgesamt 21 Stellen im Einzelhandel, an Kiosken sowie Tankstellen, insbesondere um gerade hier im Vorfeld der 1.Mai-Feiern die Problematik zu verdeutlichen. Die Verstoßquote sank dabei von zuletzt 55 Prozent im Jahr 2010 auf nun 38 Prozent. Als Testkäufer wurden zwei Jugendliche eingesetzt. Sie wurden durch Polizei und Stadtverwaltung so eng begleitet, dass sie selbst nicht gefährdet waren. (Quelle: Google Alkohol News, 27.4.11) noz.de, 26.4.11

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Litauen: Simpsons-Aus wegen illegaler Alkohol-Werbung?

Sonntag 24. April 2011 von htm

Wird die Biermarke „Duff“ dem Erfolg der Simpsons etwa zum Verhängnis? Die gelbe Familie erfreut sich ja auf der ganzen Welt großer Beliebtheit – in Litauen könnte ihre Bekanntheit jedoch bald der Vergangenheit angehören.
Laut krone.at hat ein dort ansässiger Verlag den Druck der beliebten Comics einstellen müssen. Der Grund dafür ist das Duff-Bier, welches Homer gern trinkt. In Litauen ist es verboten für Alkohol zu werben und da das Duff-Bier nicht nur im Comic, sondern in einigen Ländern auch real existiert und zum Verkauf geboten wird, hat man dem Media Incognito Verlag eine Geldstrafe aufgebrummt. (Quelle: Google Alkohol News, 24.4.11) promiflash.de, 23.4.11 unser Online-Kommentar:
Da wird massenhaft Unsinn hin und her diskutiert. Das eigentliche Problem interessiert niemand: Kinder und Jugendliche werden durch Fernsehsendungen zum Alkoholkonsum angeregt, man kann auch sagen verführt. Das bestätigen immer wieder neue Studien. Litauen hat offenbar einen gesetzliche Riegel geschoben, der nun einmal Folgen hat. Die meisten Länder in Europa, mit Ausnahme Frankreichs, Schwedens und mindestens Norwegens haben die Alkoholwerbung kaum eingeschränkt. Die Alkoholindustrie ist ihnen wichtiger als ihre Jugend. Nur interessiert das die wenigsten. Sie haben sofort Angst, es gehe um ihren Alkoholkonsum und sehen rot. Von gesellschaftlicher Mitverantwortung keine Spur. Dabei zahlen sie ein Leben lang ungefragt an die horrenden alkoholbedingten Sozialkosten, die ihnen ihr tägliches Bier mehr als doppelt so viel kosten lässt. Aber um Hintergründe zu hinterfragen, braucht es eben einen klaren Kopf. Freunde sagen, dieses binging responsible sei die schönste Veräppelung von Heinekens Responsibility-Kampagne.

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D: Alkohol sorgt für die meisten Führerscheinentzüge

Donnerstag 21. April 2011 von htm

Etwa zwei Drittel aller Führerscheinentzüge gehen auf das Konto von Alkoholsündern. Das teilte das Kraftfahrtbundesamt der MZ (Donnerstag-Ausgabe) mit. 2009 wurde 120375 Autofahrern der Führerschein entzogen, 86789 von ihnen hatten zuvor Alkohol oder Drogen zu sich genommen. … (Quelle: Google Alkohol News, 21.4.11) mz-web.de, 20.4.11 unser Online-Kommentar: Die Zahl der Führerscheinentzüge ist rückläufig. Darüber sind sicher alle froh. Aber so lange viele tausend Entzüge pro Jahr zu verzeichnen sind, kann man nicht zufrieden die Hände in den Schoss legen, sondern muss weiter jede mögliche Massnahme ergreifen, den Alkohol aus dem Verkehr zu ziehen. Gegenwärtig sind die Promillegrenze und Alkolocks im Gespräch. Untersuchungen haben grosse Bevölkerungsmehrheiten für politisches Handeln ergeben. Wann handelt die Politik? Und bitte ohne Rücksichtnahme auf die Alkoholindustrie! Es geht um das Leben Tausender.

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CH: Testkäufe in Winterthur: Unglaublich!

Dienstag 19. April 2011 von htm

Gemäss Kurzmeldungen in NZZ und Tages-Anzeiger waren Alkohol-Testkäufe der Stadtpolizei am Freitag in 7 von 10 Läden und Restaurants „erfolgreich“. Die Verantwortlichen wurden verzeigt. Kommentar: Nachdem gerade im Kantonsrat über Test-Käufe debattiert wurde und in Winterthur schon verschiedentlich Testkäufe durchgeführt worden waren, ist dieses Ergebnis schlicht unverzeihlich. Wann werden die Behörden endlich aufwachen und so einschreiten, dass wenigstens Ergebnisse im Landesdurchschnitt erzielt werden?

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D: Brauerei Riegele stiftet Bayerischen Bierorden

Dienstag 19. April 2011 von htm

Zum 28. Mal nun schon haben Augsburger Brauerei Riegele und Königstreue Augsburg ihren Bierorden gestiftet. Der Bierorden wird jährlich an denjenigen verliehen, der sich um das bayerische Bier und Brauchtum besonders verdient macht. Diesmal wurde Wies’n Wirt Sepp Krätz bedacht. … Auch eine weibliche Ehemalige Bierorden-Trägerin wird erwartet. Es ist die Franziskanerin und Braumeisterin Schwester Doris aus Mallersdorf.
Den Bierorden wird der letztjährige Preisträger Wilhelm Imkamp seinem Nachfolger übergeben. Imkamp ist Theologe und der Wallfahrts-Direktor von Maria Vesperbild. Seine Titel sind der Anzahl viele. Er ist Prälat und darf sich „Monsignore“ nennen. (Quelle: Google Alkohol News, 19.4.11) b4bschwaben.de, 19.4.11 Kommentar: Wurde jemals untersucht, wie oft Alkohol bei den sexuellen Übergriffen in der katholischen Kirche eine Rolle spielte? Ich habe nie etwas darüber gelesen.

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CH: Nationalrat: Liberale Ladenöffnungszeiten

Freitag 15. April 2011 von htm

Nationalrat – Sondersession 2011 – Sechste Sitzung – 14.04.11-08h00
09.3938: Motion Hutter Markus. Ladenöffnungszeiten. Symmetrie zwischen Kantonsrecht und Bundesrecht
Mit 104 zu 62 Stimmen stimmte der Nationalrat in namentlicher Abstimmung zu. Die Kantone sollen zukünftig nach eigenem Ermessen ohne Rücksicht auf das Arbeitsrecht die Ladenöffnungszeiten auch nachts und sonntags frei bestimmen können. Das Geschäft geht an den Ständerat. (Quelle: Amtliches Bulletin) Kommentar: Hier müsste nun das neue Präventionsgesetz mit der Gesundheitsfolgenabschätzung (GFA) einschreiten. Eine Haupttriebfeder für die neuen Ladenöffnungszeiten ist der lockende Alkoholverkauf. Wenn die Kantone nicht vernünftig sind (hoffentlich lehnt der Ständerat noch ab) werden die Wirte sofort nachziehen wollen, denn die Läden mit ihrem billigen Alkoholangebot sind ja ihre Hauptkonkurrenten. Dann hätten wir das gleiche Desaster wie in England. Warum laufen die Wirte nicht Sturm gegen dieses Ladenöffnungsgesetz? Glauben sie wirklich, sie könnten nachziehen?

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Leserbrief zu Testkäufen im Zürcher Kantonsrat, 1. Lesung

Freitag 15. April 2011 von htm

12.4.2011

Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich

Per e-mail

Au „Zürich legalisiert Alkohol-Testkäufe durch Minderjährige – vorläufig“, am 12.4.11

Testkäufe sind praktisch die einzige Möglichkeit, das Jugendschutzgesetz durchzusetzen. Sie nützen aber nur maximal, wenn Strafen möglich sind. Dass nur die oft gestressten VerkäuferInnen bestraft werden, ist allerdings stossend. Den Profit machen ja die skrupellosen Inhaber. Ob die Grünen dann zustimmen, wenn in dieser Richtung verbessert wird? Oder die FDP wieder abwinkt, die erstaunlicherweise einmal positiv überrascht?

Es ist natürlich zu hoffen, dass der Bund ebenfalls die im Entwurf des Alkoholgesetzes angekündigte Gesetzesregelung bringt. Leider ist das noch gar nicht sicher, obwohl dies der einzige wirklich positive Mehrwert wäre. Bis jetzt wehrt der Bundesrat sich immer noch stur gegen wirksame Massnahmen, die das Alkoholproblem entschärfen würden. Und die Medien unterstützten ihn bisher dabei, indem sie ihre Macht der Nicht-Information ausübten. Dass der Tages-Anzeiger sogar einen intelligenten Kommentar auf Seite 2 brachte, lässt wieder einmal hoffen.

Dass die Grünen in der Alkoholfrage mit der SVP zusammengehen, erstaunt mich immer wieder. Wie kann man sich für eine naturnahe, gesunde Umwelt einsetzen und dabei die Gesundheit des Menschen ausser acht lasssen, der doch im Zentrum unserer Umwelt steht? Ihr Argument, die Jugendlichen würden zu Gesetzesbrechern und missbraucht, ist nicht stichhaltig. Diese jungen Menschen gehören zum Umfeld des Blauen Kreuzes, sind geschult und durch die Vertrautheit mit dem Problem motiviert. Eine wertvolle Lektion in praktischer Staatsbürgerkunde, die kaum dazu führt, dass die Gegner der Vorlage aus ihren Reihen, sind sie einmal stimmberechtigt, zusätzliche Wählerstimmen erhalten werden. Ob dies auch ein Grund für die Gegnerschaft ist?

Warum wehrt sich der Wirte-Vertreter gegen ein solches Gesetz, wenn doch nur die Läden, d.h. seine Konkurrenz, betroffen sind? Weil die SVP-Ideologie sein Denken überflüssig macht, oder ihn seine Lieferanten unter Druck setzen? Also auch er, wie wir alle Passivtrinker, ein Unfreier trotz mehr Freiheit und weniger Staat?
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer, Effretikon
(ungekürzt, mit kleinen redaktionellen Änderungen, veröffentlicht, am 15.4.11)

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D: Alkohol verursacht bei Männern 18 000 Krebsfälle jährlich

Mittwoch 13. April 2011 von htm

Krebs ist ein grausames Schicksal, doch ist die Krankheit wirklich nur Schicksal? Eine neue Studie zeigt, dass in Deutschland jährlich rund 18 000 Krebserkrankungen bei Männern durch Alkoholkonsum ausgelöst werden. Das ist in Europa ein trauriger Rekord. „Nach unseren Ergebnissen wären bereits sehr viele Krebsfälle vermeidbar, wenn die Empfehlungen der Gesundheitsorganisationen berücksichtigt würden, das heißt, wenn man als Mann nicht mehr als zwei Gläser beziehungsweise als Frau nicht mehr als ein Glas eines alkoholischen Getränks pro Tag konsumiert“, sagt Madlen Schütze, Erstautorin der Studie und Epidemiologin am DIfE. „Noch mehr Krebserkrankungen ließen sich vermeiden, wenn jeder ganz auf Alkohol verzichten würde.“ (Quelle: Google Alkohol News, 13.4.11) bild.de, 12.4.11 unser Online-Kommentar: An diesem Krebs-Bericht ist vor allem interessant, dass bei völligem Verzicht auf Alkohol viele Krebserkrankungen vermieden werden könnten. Bisher wollte uns ein Teil der Wissenschaft einreden, ein bis zwei Gläser pro Tag seien gesund.
Was die Möglichkeiten angeht, wie der Alkoholkonsum zum Wohl der ganzen Bevölkerung reduziert werden könnte, sind die Regierungen voll im Bild. Sie haben im Mai 2010 in Genf an der Generalversammlung der WHO eine Resolution für eine globale Alkohol-Strategie einstimmig beschlossen, die sie jetzt auf freiwilliger Basis in den Ländern umsetzen sollten. Leider sind viele Regierungen alkoholabhängig und nicht willens, dies zu tun. Statt dessen gibt es unnütze Alibiübungen und vor allem an die Jugend gerichtete Aktionen, die Erwachsenen werden geschont. Weiter wie bisher: Die Profite der Alkoholindustrie, die Schäden dem Volk.

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