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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Die erste Industrie im Südsudan: Brauerei von SAB-Miller

Donnerstag 20. Januar 2011 von htm

Am südlichen Stadtrand von Juba steht der einzige Industriebetrieb des neuen Staates. SAB-Miller sei darauf spezialisiert, in aufstrebenden Märkten zu investieren. Aus dem Norden droht keine Konkurrenz, die Scharia verbietet den Konsum von Alkohol. Der Betrieb beschäftigt 280 einheimische und 11 ausländische Mitarbeiter. Die ausländischen seien vor allem mit der Ausbildung der einheimischen beschäftigt. An einem normalen Tag werden 150 000 Halbliterflaschen produziert, im Jahr maximal 180 000 hl. Eine Erweiterung soll die Kapazität um 50% erhöhen. Hopfen und Malz werden aus der EU importiert. Die Zusammenarbeit mit den Behörden wird gelobt. Die Brauerei sei während der zweijährigen Anlaufzeit von Steuern befreit gewesen, zahle aber eine Alkoholsteuer, die sie selber angeregt hätte. (Quelle: Neue Zürcher Zeitung, 20.1.11) (nicht online) Kommentar: Wir haben am 30.11.10 eine Meldung über diese weltweit zweitgrösste Brauerei gebracht, die aufzeigte, wie sie es versteht, mit geringsten Steuern die Gewinne nach Europa zu schleusen. Nun hat sie ein neues Gebiet gefunden, wo sie die Ärmsten in den Teufelskreis des Alkohols hineinziehen kann. Ein soziales Auffangnetz oder eine Alkoholpolitik kennen die ja nicht. Unsere Entwicklungshilfe entsorgt als Bierdividenden.

Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 20. Januar 2011 um 17:12 und abgelegt unter Alkoholindustrie, Alkoholsteuern, Allgemein, Arbeitsplatz, Armut, Entwicklungs- und Schwellenländer, Internationales, Politik, Verbraucherschutz, Wirtschaft. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Die Kommentare sind derzeit geschlossen, aber sie können einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

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