Interview mit Chef von Philip Morris Schweiz
Donnerstag 26. Februar 2009 von htm
Hermann Striebel in grossem Interview im Tages-Anzeiger vom 26.2.09:
Zu Präventionsbemühungen der Regierung und Antitabak-Lobbies: „Wir versuchen, einen offenen Dialog zu führen, um unsere Position darzustellen. Wir haben keine andere Möglichkeit, als uns mit den Anliegen dieser Gruppen auseinanderzusetzen. Sie repräsentieren Reflexionen der Gesellschaft. Und wir können nicht gegen diese Gesellschaft bestehen.“
Das Ergebnis sind oft Regulierungen:Wir unterstützen regulierende Massnahmen, solange sie alle Wettbewerber und Produkte gleichermassen teffen…“
Wo ist die Schmerzgrenze für Steuererhöhungen?Durch die letzten Steuererhöhungen sind die Zigarettenpreise in der Schweiz im europäischen Durchschnitt…“
„Es ist eine legitime gesundheitspolitische Massnahme, über den Preis das Volumen zu steuern….2007 gab es auch eine Steuererhöhung um 30 Rappen pro Päckchen. Trotzdem erreichten die Steuereinnahmen für 2007 nur gerade das Niveau des Vorjahres, weil das Volumen zurückging.“
Wollen Sie gegen das Werbeverbot kämpfen?„Nein, sicher nicht.“
Sie nehmen einen Anlauf, um mehr Glaubwürdigkeit zu erwerben. Warum soll das gelingen?„…So setzen wir uns für das Mindestalter 18 fürs Rauchen ein. Wir wollen nicht, dass Minderjährige unsere Produkte nutzen.“
Zum freiwilligen Marketingcode der Branche:„Nein, und es halten sich auch nicht alle daran. Im Interesse eines fairen Wettbewerbs wären Gesetze und Verordnungen eben besser. Deshalb sind wir unter anderem für Regulierungen….“
Kommentar: Herrlich, wie zahm er sich gibt. Hoffentlich lesen die Politiker diese Stellen gut. Sie wären auch auf das Alkoholproblem anwendbar, man müsste nur wollen. Philip Morris kann der Zukunft getrost ins Auge sehen, die wachsenden Märkte in den Entwicklungs- und Schwellenländern entschädigen grosszügig für Einbussen in den alten Märkten, denn Widerstand ist dort kaum zu erwarten: Die alte koloniale Ausbeutung, parallel zur Alkoholindustrie.
Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 26. Februar 2009 um 14:12 und abgelegt unter Alkoholindustrie, Allgemein, Andere Drogen, Jugend, Politik, Werbung, Zitate. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Die Kommentare sind derzeit geschlossen, aber sie können einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.