Kommentar: Alkoholwerbung und Jugendschutz
Freitag 16. Januar 2009 von htm
Zum Artikel und den Kommentaren bei: Kontraste, ARD, Berlin, 15.1.09: „Alkoholwerbung – Beim Geld hört der Jugendschutz auf.“
Hermann T. Meyer:
Es gibt genügend Studien, die zeigen, welche Wirkungen die Alkoholwerbung bei Kindern und Erwachsenen erzeugt. Im Grunde genügt der gesunde Menschenverstand, um nachzuvollziehen, was da passiert. Etwas vom Grundlegendsten dazu steht in einer WHO-Publikation für Europa: Alkohol und Massenmedien: (Seiten 4/5) „Alkoholaufklärung hat u.a. nur deshalb begrenzten Erfolg, weil sie gegen einen Schwall von Botschaften ankämpfen muss, die den Alkoholkonsum fördern. Die primäre Quelle alkoholpositiver Botschaften ist die gesellschaftliche Wirklichkeit, sind die verbreitete und sichtbare Verfügbarkeit alkoholischer Getränke sowie die Allgegenwärtigkeit und die Akzeptanz des Alkohols in unterschiedlichsten Alltagssituationen und Zusammenhängen. Wie sich die Menschen zu gesundheitsbezogenen Themen stellen, wird tendenziell stärker durch Erfahrungen als durch Information bestimmt. Oft machen persönliche Erfahrungen der gesellschaftlichen Normen und Verhaltensweisen die weisen Ratschläge der Alkoholaufklärung unglaubwürdig.“
Wenn wir unserer Jugend eine lebenswerte Zukunft öffnen wollen, müssen wir endlich vernünftig handeln und Rücksichten auf Wirtschaftskreise, die nur ihren eigenen finanziellen Nutzen sehen und die schädlichen Folgen der Gesellschaft überlassen, fallenlassen. Dass die oft kolportierte Idee des eigenverantwortlichen Handelns nichts als eine faule Ausrede ist, beweisen uns die letzten 2000 Jahre abendländischer Geschichte.
Dieser Beitrag wurde erstellt am Freitag 16. Januar 2009 um 14:11 und abgelegt unter Allgemein, Internationales, Jugend, Leserbriefe, Verhaltens-Präv., Verhältnis-Präv., Werbung. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Die Kommentare sind derzeit geschlossen, aber sie können einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.