Sonntag 29. Mai 2011 von htm
25.5.2011
Redaktion
Neue Zürcher Zeitung
8001 Zürich
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Leserbrief zu „Platzverbot für König Alkohol“ vom 25.5.11
Der Deutschland-Korrespondent der NZZ lässt seinen Frust los, indem er auf einer Achterbahn der Gefühle Argumente und Informationen durcheinanderwirbelt, um am Schluss noch in bewährt liberaler Manier auf das Recht auf Rausch zu plädieren, ohne Rücksicht auf Familie und Gesellschaft.
In der ersten Hälfte des Artikels, der bezeichnenderweise als Feuilleton erschien, liefert der Autor lauter Tatsachen, wobei er sich auf die gleichzeitig in Deutschland laufende Aktionswoche bezieht. Das ist auch gut so, denn in der Schweiz findet man solche Angaben höchst selten in der Presse. Die Rolle von König Alkohol, sprich der Alkoholindustrie, wird hierzulande gerne tabuisiert: Dass Alkohol bei Gewalt eine Rolle spielt, wurde lange verschwiegen. Dass Alkohol das Krebsrisiko steigert, d.h. die neueste, bahnbrechende, internationale Studie, wurde in Deutschland in den Medien breit diskutiert, in der Schweiz noch kaum von einem Medium aufgenommen. Das Volk könnte ja auf dumme Gedanken kommen.
Der Rest des Artikels bewegt sich auf dem Niveau eines Stammtisch-Schwadroneurs. Ein wirklich “hilfreicher” Beitrag zur nationalen Dialogwoche “Alkohol”. Ist das die vielgepriesene journalistische Qualität? Der NZZ fehlt es offenbar an schweizerischen Fachjournalisten auf diesem Gebiet oder sie will bewusst keinen konstruktiven Beitrag leisten. Die Wirtschaft könnte es übel nehmen.
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer, Effretikon
(nicht veröffentlicht)
Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Gewalt/Kriminalität, Jugend, Leserbriefe, Medien, Politik, Schweiz, Veröffentlichungen |
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Donnerstag 26. Mai 2011 von htm
Forschung und Wissenschaft geniessen hohes Ansehen. Doch scheinbar gesicherte Erkenntnisse basieren oft auf weit verbreiteten Mythen und lieb gewordenen Irrtümern. … Buchbesprechung: Ernst Peter Fischer: Warum Spinat nur Popeye stark Macht. Mythen und Legenden in der modernen Wissenschaft. (Quelle: Tages-Anzeiger, 26.5.11, nicht online) Kommentar: Ohne das Buch zu kennen, möchte ich doch den Schlusssatz des Artikels zitieren: „Das alles macht den neuen Band des Wissenschaftlers und Buchautors zur erfreulichen Lektüre und einmal mehr zu Aufforderung, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen.“ – Das gilt sicher auch für viele Alkohol-Studien. Eigenartig ist nur, dass unsere Presse hauptsächlich jene Studien verbreitet, die alkoholfreundliche Resultate liefern. Z.B. ist die neue, bahnbrechende Krebsstudie, im Gegensatz zu Deutschland, hierzulande praktisch nirgends erwähnt worden. Der gesunde Menschenverstand genügt offensichtlich nicht.
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Mittwoch 25. Mai 2011 von htm
Nach dem Rauchen gerät auch das Trinken gesellschaftlich unter Druck – das war absehbar.
Jugendliche «Koma-Trinker» geben ein schlechtes Beispiel. Verdanken wir ihren Exzessen eine zunehmend restriktive Alkoholpolitik? Wenig fehlt, und der Gesundheitswahn wird nach dem Rauchen nun auch das Trinken stigmatisieren.
Trinker, zieht euch warm an! Oder vielleicht auch besser nicht, denn ihr könntet dadurch nur noch durstiger werden. Was ungelegen käme, denn die Gegner des fröhlichen Zechens rüsten auf. Gerade jetzt führen Liechtenstein, Deutschland und die Schweiz eine Aktions- bzw. Dialogwoche gegen den Alkohol durch. Noch fehlt zwar solchen Initiativen die ganz grosse Resonanz. Doch es scheint, als habe das Trinken seine freizügigsten Zeiten hinter sich. Überall wird über Lenkungsabgaben und Platzverbote nachgedacht. Alkoholika sollen verteuert, Alterslimiten für die Kunden heraufgesetzt, nächtliche Ladenverkäufe begrenzt und Gelage aus dem öffentlichen Raum verdrängt werden. … (Quelle: NZZ, 25.5.11) Kommentar: Der Deutschland-Korrespondent der NZZ lässt seinen Frust los, indem er auf einer Achterbahn der Gefühle Argumente und Informationen durcheinanderwirbelt, um am Schluss noch auf das Recht auf Rausch zu plädieren. Ein wirklich „hilfreicher“ Beitrag zur nationalen Dialogwoche „Alkohol“. Der NZZ fehlt es offenbar an schweizerischen Fachjournalisten auf diesem Gebiet oder sie will bewusst keinen konstruktiven Beitrag leisten. Die Wirtschaft könnte es übel nehmen.
Kategorie: Allgemein, Medien, Schweiz, Veröffentlichungen, Wirtschaft |
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Dienstag 24. Mai 2011 von htm
Alkoholabhängigen Autofahrern, die ihre Sucht trotz einer Therapie nicht überwunden haben, darf der Führerschein entzogen werden. Das hat das Verwaltungsgericht Trier am 12. Mai laut einem am Montag veröffentlichten Urteil entschieden und damit einen entsprechenden Antrag eines Autofahrers abgewiesen (Aktenzeichen: 1 L 557/11.TR). (Quelle: netdoktor, 23.5.11)
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Sonntag 22. Mai 2011 von htm
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht sich gezwungen, etwa 300 Mitarbeiter zu entlassen. Das geht aus dem Bericht hervor, den WHO-Generaldirektorin Margaret Chan diese Woche in Genf auf der Jahresversammlung der Organisation unterbreitet hat.
Aus den Dokumenten geht hervor, dass auf Antrag der massgeblichen Regierungen das Budget bis 2013 um mindestens eine halbe Milliarde Dollar gekürzt werden muss. Chan macht dafür die Wirtschaftskrise in zahlreichen Ländern und den Wertverlust des Dollars verantwortlich. »Wir erhalten unsere Mittel in Dollar und bezahlen unsere Angestellten in Schweizer Franken«, erklärte sie.
Am Freitag verabschiedete die bis zum 24. Mai dauernde Weltgesundheitskonferenz das Budget für 2012 und 2013. Danach stehen der Organisation in den nächsten zwei Jahren nur mehr 3,958.979.000 Dollar zur Verfügung. … (Quelle: Journal21.ch, 21.5.11)
Kategorie: Allgemein, Internationales, Politik, Schweiz, Veröffentlichungen, Weltgesundheits-Org. |
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Sonntag 22. Mai 2011 von htm
«Testkäufe: Weiterführen und die Sünder härter bestrafen», Ausgabe vom 19. Mai.
Lukas Nussbaumer selber stellt im Schlussabsatz fest: Offen bleibt, ob hohe Bussen den Alkoholmissbrauch von Jugendlichen eindämmen können. Der ganze Artikel aber stellt Wirtsleute und Verkaufspersonal als Sünder dar, die nichts lieber tun, als nachlässig und geldgierig den Jugendlichen Alkohol zu verkaufen.
Alkoholtestkäufe sind ein unterhaltsames Katz-und-Maus-Spiel der Beamten der Alkoholverwaltung, aber sie senken definitiv den Alkoholkonsum der Jugendlichen nicht. Wenn die Gesellschaft krankt, die Familie nicht funktioniert und der Einzelne nie Selbstverantwortung übernehmen muss, dann braucht es Sündenböcke. … (Quelle: Google Alkohol News, 21.5.11) obwaldnerzeitung.ch, /Luzerner Zeitung, 21.5.11 Kommentar: Sünder sind die Besitzer, die ihr Personal nicht gründlich schulen, weil sie das Problem entweder nicht ernst nehmen oder so lange wie möglich daran verdienen wollen. Schuld ist aber auch die Politik, die seit einem Jahrzehnt es nicht fertig bringt, wirksame Massnahmen zu ergreifen. Auch bei ihnen sind u.a. wirtschaftliche Interessen im Spiel.
Kategorie: Alkohol-Testkäufe, Allgemein, Arbeitsplatz, Eltern, Erhältlichkeit, Jugend, Schweiz, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen |
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Samstag 21. Mai 2011 von htm
In einer Medienmitteilung informiert die Deutsche Drogenbeauftragte über die Situation bei der Alkoholpolitik von EU und WHO:
Situation in Europa
EU-Alkoholstrategie
Projekte der Alkoholprävention im Rahmen des EU-Gesundheitsprogramms
Globale Strategie zur Reduzierung des Alkoholmissbrauchs Kommentar: Ein volles Jahr benötigte die Drogenbeauftragte, bis sie sich überwand, die Empfehlungen der WHO für eine globale Alkoholstrategie zu veröffentlichen. Die schweizerische Regierung ist noch immer nicht soweit.
Kategorie: Allgemein, Europaparlament / EU-Kommission, Internationales, Politik, Prominenz, Schweiz, Verhaltens-Präv., Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen, Verschiedene, Weltgesundheits-Org. |
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Samstag 21. Mai 2011 von htm
Jugendliche greifen in Deutschland immer seltener zu Flasche, Zigarette oder Joint. Insgesamt aber haben Millionen Bundesbürger Suchtprobleme. „Es ist der Alkohol, der uns im Moment die größten Schwierigkeiten macht“, sagte die Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans bei der Vorstellung des Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung 2011 in Berlin. So sei Deutschland mit im Schnitt zehn Liter reinen Alkohols pro Kopf und Jahr „an vorderster Stelle im Ländervergleich“. Allein zehn Prozent der Menschen tränken davon etwa die Hälfte.
Dem knapp 150-seitigen Bericht zufolge sind 1,3 Millionen Deutsche abhängig von Alkohol. Insgesamt gefährden sich 9,5 Millionen Menschen durch übermäßiges Trinken. Mindestens 73.000 sterben jedes Jahr an den Folgen von Alkoholmissbrauch. … (Quelle: Google Alkohol News, 18.5.11) tagesschau.de, 17.5.11 Kommentar: Die Zahl der Rauschtrinkr hat sich seit 2000 fast verdreifacht.
Kategorie: Allgemein, Jugend, Statistik, Veröffentlichungen |
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Donnerstag 19. Mai 2011 von htm
Aktuelle Informationen und Links zu Neuigkeiten in der Präventionslandschaft für das Zürcher Oberland. (Diesmal wird sogar eine unserer Meldungen erwähnt.)
Kategorie: Allgemein, Schweiz, Veröffentlichungen |
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Donnerstag 5. Mai 2011 von htm
Nachhaltige Wirkung zu gleichen Kosten: Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen sind heute die häufigsten Todesursachen und die Hauptgründe für vorzeitig verlorene Lebensjahre. Die Förderung von gesundheitsbewusster Selbstverantwortung und gesundheitsförderlichen Verhältnissen vermindert dieses Gesundheitsrisiko. Prävention und Gesundheitsförderung sind der Schlüssel zum Erfolg. Beides zusammen ist nachhaltig wirksam und volkswirtschaftlich sinnvoll und es führt zu einer spürbaren Entlastung der stetig steigenden Gesundheitskosten. Das zur Diskussion stehende Präventionsgesetz unterstützt diese Politik, ganz der alten Weisheit folgend: Das Factsheet (pdf, 2S., 156Kb) der Allianz „Gesunde Schweiz“ ist online erhältlich. (Quelle: Infoset Newsletter Mai 2011) Kommentar: Gesundheitsförderung wird hochgejubelt, obwohl sie bei uns seit 20 Jahren betrieben wird und auf dem Alkoholsektor ausser der 0,5 ‰-Grenze nichts vorzuweisen hat. Die leichte Senkung des Pro-Kopf-Konsums ist womöglich auf die Einwanderung der Moslems zurückzuführen. Ziel ist, die Alkoholindustrie zu schonen, die uns ein Leben lang horrende Sozialkosten aufbürdet. Die Empfehlungen der WHO werden ignoriert.
Kategorie: Allgemein, Neues Alkoholgesetz (CH), Politik, Schweiz, Sozialkosten, Verhaltens-Präv., Veröffentlichungen |
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