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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Schweiz'

Vor dem Zürcher Geschworenengericht: Amokfahrt am 1. Mai

Dienstag 1. Juni 2010 von htm

Die Bilder vom 1. Mai 2008 in Zürich schockieren: Ein weisser BMW beschleunigt plötzlich, rast in die Menge – ohne zu bremsen. Ein Demonstrant wird über die Kühlerhaube geschleudert. Drei junge Männer geraten unter die Räder. Eines der Opfer wird über hundert Meter mitgeschleift, es erleidet lebensgefährliche Schürfungen und Verbrennungen. Der Mann am Steuer: Dominik B., 32-jähriger Handwerker. Er steht seit heute Morgen vor dem Zürcher Geschworenengericht. Ihm wird mehrfache versuchte vorsätzliche Tötung vorgeworfen. Der 32-Jährige ist kein unbeschriebenes Blatt, wie sich in der persönlichen Befragung herausstellte. Er blickt auf mehrere Vorstrafen zurück. Jedes Mal ging es um Verkehrsdelikte, und jedes Mal war Alkohol im Spiel. Der letzte Zwischenfall datiert vom Februar 2010. Er behauptet, kein Alkoholproblem zu haben. (Quelle: Google Alkohol News, 01.05.10) blick.ch, 31.5.10

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Testkäufe im Kanton Zug: Super Ergebnis

Samstag 29. Mai 2010 von htm

In den vier Enntesee-Gemeinden Cham, Hünenberg, Risch Rotkreuz und Steinhausen wurden am Mittwoch, 26. Mai 2010 zwischen 17.00 und 18.00 Uhr Alkohol-Testkäufe durchgeführt.
Es wurden 20 Verkaufslokale und Restaurantbetriebe überprüft. In zwei Betrieben (10%) wurden alkoholische Getränke verkauft, was eine Anzeige zur Folge hat. Anlässlich der Kontrollen wurde gleichzeitig überprüft, ob Tabakwaren verkauft werden, was erfreulicherweise nicht der Fall war. Tabakwaren dürfen im Kanton Zug seit 1. März 2010 nicht mehr an Personen unter 18 Jahren verkauft werden. (Quelle: Google Alkohol News, 29.5.10) zio.ch, 28.5.10

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CH: Caritas-Ausstellung zum Thema Armut

Donnerstag 27. Mai 2010 von htm

100 000 Menschen leben allein im Kanton Zürich in Armut. Auch in Effretikon gibt es Arme. Mit einer Kampagne macht Caritas auf das Problem aufmerksam. Ziel von Caritas Zürich ist es, nicht nur in der Stadt Zürich, sondern auch flächendeckend in der Agglomeration und in den ländlichen Regionen aktiv zu sein. Wir haben anhand von Sozialhilfe- und Arbeitslosenquoten versucht, herauszufinden, wo wir möglichst viele Menschen mit unserer Arbeit ansprechen können. (Quelle: Tages-Anzeiger, 26.5.10) Kommetar: Die Ausstellung zeigt Sätze aus Gesprächen mit Betroffenen. Das Alkoholproblem wird auf keiner der Texttafeln angesprochen, dabei wird er in vielen Fällen eine Rolle spielen. In der Armutsdiskussion wird Alkohol weiter tabuisiert. Der Leiter der Caritas ZH will darüber nachdenken.

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Das Elend der Medienkritik

Mittwoch 26. Mai 2010 von htm

Fünfte Gewalt. Ein Wirrwarr. Von Prof. Roger Blum, Medienwissenschafter, Präsident der UBI (Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen) Im Tages-Anzeiger, 26.5.10. (nicht online)
„Die Medien kontrollieren und kritisieren die Akteure in Politik und Wirtschaft. Sie stellen eine Art „vierte Gewalt“ dar, einen Wachhund der Demokratie. Wer aber kontrolliert die Medien? Es ist offensichtlich, dass es Instanzen braucht, die auch die Medien kritisieren und kontrollieren, gewissermassen eine „fünfte Gewalt“. Denn die Medien verfügen über beträchtliche Macht. Grosse Medienunternehmen wie Google, SRG, Tamedia (…) entscheiden weitgehend darüber, wie die Bevölkerung informiert wird. Kommentar: Er zählt die verschiedenen Gremien auf, die Medienkritik betreiben, allesamt ziemlich ineffektiv. Auch seine eigene UBI kritisiert er. Hat er dort so viel Gegenwind, dass er selber die nötigen Verbesserungen nicht durchbringt? Zum Schluss sagt er: „Es gäbe Wege aus dem Elend. Man muss sie nur gehen.“ Der Satz passt genau auch aufs Alkoholproblem. Aber alle verstecken sich und sagen, der Druck der Alkohollobby sei zu gross. Die UBI hat damals, unter dem Vorgänger von Roger Blum, meine Beschwerden wegen Schleichwerbung für Alkohol abgewiesen. Ebenso der Schweizer Presserat meine Beschwerde, die Presse halte sich nicht an ihre eigenen Regeln über Rechte und Pflichten der Journalisten und würden das Alkoholproblem nicht seiner Bedeutung entsprechend recherchieren und behandeln. Heute wieder besonders aktuell, wo sie die WHO-Resolution zur globalen Alkohol-Strategie totschweigt. (siehe auch www.persoenlich.com, 3.6.10) mit unserem Online-Kommentar

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Nach dem tödlichen Bootsklau auf dem Pfäffikersee

Mittwoch 26. Mai 2010 von htm

Der Sicherheitsvorstand von Pfäffikon ZH, Martin Hirschi, hält wenig von einem Alkoholverbot, wie zum Beispiel rund um den Eiffelturm in Paris. Auch das nächtliche Baden im See möchten sie nicht verbieten. Vielmehr wolle man nun in Pfäffikon über Prävention und Aufklärung reden. (Quelle: Tages-Anzeiger, 26.5.10) Der Konsum von Alkohol erhöhe das Risiko für Wasserunfälle enorm, sagt Soziologe Fischer, und nimmt das Autofahren zum Vergleich. Risikoverhalten: Gefahren werden ausgeblendet, Selbstüberschätzung. Selbstrettungskompetenz werde eingeschränkt: Betrunken ist man schneller erschöpft. (Quelle: Der Landbote, 26.5.10, online nur gegen Bezahlung) Kommentar: Pfäffikon will Aufklärung betreiben. Schönes Alibi und Beruhigungspflaster. Beruhigung vor allem für Pfäffikons Laden- und Lokalbesitzer. Was getan werden müsste, sagt uns die WHO mit ihrer Resolution vom letzten Donnerstag zu einer globalen Alkohol-Strategie.

Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Feste und Feiern, Gesundheit, Jugend, Politik, Schweiz, Sport, Verhaltens-Präv., Weltgesundheits-Org. | Keine Kommentare »

CH: Zwei betrunkene Frauen fallen aus dem Auto

Mittwoch 26. Mai 2010 von htm

In Schaffhausen fielen sie nach dem Anfahren, als sie in eine Kurve einbogen aus dem Wagen. Sie hatten 1,7 und 2 Promille. Sie verletzten sich leicht. (Quelle: Tages-Anzeiger, 26.5.10) Kommentar: Darüber wird berichtet. Über die WHO-Generalvesammlung mit der Resolution für eine globale Alkohol-Strategie seit einer Woche kein Wort. Aber ein grosser Artikel von Prof. R. Blum über „Das Elend der Medienkritik“.

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Unterrichtsmittel-Video: Restalkohol

Dienstag 25. Mai 2010 von htm

Restalkohol: Kein Problem! Dieser Meinung sind auch die vier jungen Leute, die sich für den Beitrag des WDR-Magazins Servicezeit Mobil als Probandinnen und Probanden zur Verfügung gestellt haben. Nach einem feucht-fröhlichen Abend und der Erprobung der Fahrtüchtigkeit am nächsten Morgen ist das Ergebnis im wahrsten Sinn des Wortes: ernüchternd. (Quelle: www.medienladen.ch/, 25.5.10)

Kategorie: Allgemein, Jugend, Medien, Schweiz, Unterricht, Verhaltens-Präv., Verkehr | Keine Kommentare »

Nächtlicher Ruderplausch in Partylaune endet tödlich

Montag 24. Mai 2010 von htm

Vier betrunkene Männer klauen in der Nacht auf Pfingstmontag ein Boot, rudern auf den Pfäffikersee. Das Boot kentert. Drei Männer werden gerettet. Ein 22-Jähriger wird immer noch vermisst.
Ein Helikopter kreist über dem Pfäffikersee im Zürcher Oberland. Sein Scheinwerfer malt einen gespenstischen Lichtkegel aufs Wasser. Unten sind Angehörige des Seerettungsdienstes in ihrem Boot. Sie suchen einen jungen Mann (22). Nach ersten Erkenntnissen ist das Boot gekentert. Brisant: Offenbar hat das Quartett ein viel zu kleines Boot benutzt. Dieses war maximal für zwei Personen gebaut. (Quelle: blick.ch, 24.5.10)
mit unserem Online-Kommentar: In Nantes gab es auf 10’000 Teilnehmer am Apéro-Géant einen Toten. Eine Woche später hier einen in „bester Partylaune“ ertrunkenen jungen Schweizer aus der Gegend. Bei wahrscheinlich viel weniger Partygästen. Ist das auch nicht so schlimm? Nach den ersten Sensationsberichten geht man wieder zur Tagesordnung über. Man kann ja doch nichts machen! Doch, man könnte, wenn man wollte!

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Selbstunfall mit Alkohol und Drogen, aber ohne Ausweis

Montag 24. Mai 2010 von htm

St. Gallen: Warum darf die Öffentlichkeit nicht erfahren, wer solche Straftaten begeht? Am Samstag, 22.05.2010, um 0147 Uhr, verursachte ein Fahrzeuglenker auf der Zürcher Straße einen Selbstunfall. Das Auto wurde stadteinwärts gelenkt. Auf Höhe der Zürcher Straße Nr. 82 prallte der Wagen ungebremst gegen ein parkiertes Auto. Dabei wurden zwei weitere parkierte Fahrzeuge beschädigt. Beim Fahrzeuglenker stellte sich heraus, daß er den Personenwagen trotz Alkohol- und Drogenkonsum gelenkt hatte. Es wurde eine Blut- und Urinprobe angeordnet. Da er keinen Führerausweis besaß, konnte dieser auch nicht eingezogen werden. Es entstand beträchtlicher Sachschaden, verletzt wurde niemand. (Quelle: Google Alkohol News, 24.5.10) polizeibericht.ch, 23.5.10 Kommentar: Die Redaktion stösst sich daran, dass die Öffentlichkeit offenbar kein Recht habe, zu erfahren, wer auf diese Weise die Strassen unsicher mache. Dabei ist die St. Galler Justizdirektorin als „scharfer Hund“ bekannt. Offenbar kommt Datenschutz vor Prävention. Immerhin wurde eine Blutprobe entnommen. Der Verdacht bleibt natürlich bestehen, dass hier jemand von Bedeutung geschützt wird. Vielleicht waren auch nur die kompetenten Beamten im wohlverdienten Pfingsturlaub.

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WHO-Generalversammlung in Genf

Samstag 22. Mai 2010 von htm

Debatte über den Umgang mit Generika. Die WHO erkennt den Handel mit unzuverlässigen Medikamenten als wachsendes Problem. Die WHO-Generalversammlung hat neue Strategien zur Bekämpfung von Alkoholmissbrauch und ungesunder Nahrung erarbeitet. Eine Entschliessung gegen illegal produzierte Medikamente führte zu einem Streit um die Berechtigung von Generika. Die Weltgesundheitskonferenz WHA, die Generalversammlung der Weltgesundheitsorganisation WHO, hat am Freitagabend in Genf nach einwöchiger Arbeit die letzten Entschliessungen verabschiedet. Sie legen Strategien und Empfehlungen für die WHO fest und setzen den Budgetrahmen für die Arbeit der Organisation. …Die WHO sieht als grossen Erfolg die Verabschiedung ihrer ersten Richtlinien zur Eindämmung des Alkohol-Missbrauchs. … (Quelle: NZZ, 22.5.10) Kommentar: Nun hat die NZZ wenigstens im letzten Abschnitt auf die Alkohol-Strategie kurz hingewiesen. Unter dem Untertitel „Empfehlung gegen Fast Food“. Die Alkohollobby muss einen gewaltigen Druck auf die Medien ausüben, dass diese sich kaum getrauen, das Thema aufzugreifen.

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