Archiv für die Kategorie 'Schweiz'
Dienstag 15. Juni 2010 von htm
Bund, Kantone und Gemeinden wollen gemeinsam gegen Jugendgewalt vorgehen. Jugendliche sollen zudem im Umgang mit neuen Medien geschult werden. Das sind die Ziele zweier nationaler Programme, die das Bundesamt für Sozialversicherungen bis 2015 umsetzen will.
Beide Programme laufen ab 2011 für fünf Jahre. Der Bund leistet in diesem Zeitraum Beiträge von insgesamt 8,65 Millionen Franken. Am Montag wurden die vom Bundesrat genehmigten Programme in Bern den Medien vorgestellt.
Kantone und Gemeinden täten bereits einiges gegen Jugendgewalt, sagte Bundesrat Didier Burkhalter. «Es geht nun darum, die Massnahmen wo nötig zu verbessern und sie besser zu koordinieren.» Der Bund werde diese Rolle übernehmen, aber auch wissenschaftliche Arbeit beisteuern und als Antriebsmotor wirken. (Quelle: NZZ, 14.6.10)
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Dienstag 15. Juni 2010 von htm
Am Kantonalturnfest in Aesch, BL, kam es in der Nacht auf Sonntag phasenweise zu «grösseren Problemen im zwischenmenschlichen Bereich» und zu Sachbeschädigungen, wie die Polizei mitteilt.
Zunächst galt es eine tätliche Auseinandersetzung zwischen verschiedenen jungen Männern zu schlichten, so die Polizei Baselland. In deren Verlauf erlitt ein 16-jähriger Schweizer mit 2,34 Promille eine Fingerverletzung und musste ins Spital eingeliefert werden. Um 03.00 kam es zu Sachbeschädigungen, Raufereien und Provokationen – auch gegenüber den Polizeikräften. Grund war offenbar, dass wegen fehlendem Nachschub kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden konnte. (Quelle: Google Alkohol News, 14.6.10) bazonline, 14.6.10 mit unserem Online-Kommentar
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Freitag 11. Juni 2010 von htm
Für 20 Prozent der Menschen in der Schweiz ist der Alkoholkonsum ein Problem. Damit belasten sie sich selbst, ihre Familien und die Gesellschaft. Die Regierung es Kantons St. Gallen handelt und hat bis 2014 einen Aktionsplan mit konkreten Vorschlägen zur Reduktion des Alkoholkonsums verabschiedet. (Quelle: Google Alkohol News, 11.6.10) suedostschweiz.ch, 10.6.10 //Der Aktionsplan 1010 – 2014 wurde am 26.5.2010 von der St. Galler Regierung verabschiedet. Kommentar: Ausser bei der Absicht, die Aussenwerbung auf öffentlichem Grund und auf privatem Grund, der öffentlich einsehbar ist, zu reglementieren, was andere Kantone schon lange machen, scheint der Aktionsplan stark auf den Jugendschutz ausgerichtet zu sein. Ausser mit Aufklärung werden die Erwachsenen kaum behelligt. Und ob dies die bisherige ziemlich nutzlose Information ist, oder ob sie das Ziel hat, Verhältnisprävention möglich zu machen, steht nicht geschrieben.
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Donnerstag 10. Juni 2010 von htm
Der Verkauf von Alkohol an Jugendliche ist verboten, doch verhängen die Behörden Bussen, blitzen sie vor Gericht häufig ab – wie jüngst in Uri. Ein neues Gesetz auf Bundesebene könnte bald Klarheit schaffen.
Bei Kindern und Jugendlichen kann kaum ein verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol erwartet werden. Testkäufe sind ein probates Mittel, um die Einhaltung der Jugendschutz-Bestimmungen zu fördern. Die Eidgenössische Alkoholverwaltung (EAV) publiziert denn auch in den nächsten Monaten einen neuen Leitfaden für Organisatoren von Testkäufen (Behörden, Verbände oder Unternehmen) mit Tipps zum praktischen Ablauf und zur rechtlichen Lage. Ziel ist, die Durchführung zu vereinfachen und die Zahl von derzeit rund 2000 im Jahr zu erhöhen. Heute werden die Tests meist vom Blauen Kreuz durchgeführt, das seinerseits mit den Behörden zusammenarbeitet… (Quelle: NZZ, 10.6.10) Kommentar: Die NZZ hat eine Nische gefunden, wie politisch korrekt und ungefährlich das Alkoholproblem thematisiert werden kann.
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Donnerstag 10. Juni 2010 von htm
49 Gemeineräte aus vier Parteien wollen mit einem Postulat erreichen, dass der Stadtrat die Open-Air-Bars nicht wie angekündigt verbietet. Es habe nichts gegen Alkoholexzesse ausgerichtet. Der Stadtrat dagegen sagte, das Verbot hätte sich positiv ausgewirkt. Die Street Parade findet am 14. August statt. (Quelle: Tages-Anzeiger, 10.6.10) Kommentar: Die Polizei sagt zur gleichen Zeit: „Jetzt reicht’s!“
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Donnerstag 10. Juni 2010 von htm
Roger Blum antwortet auf Gottlieb F. Höpli – Debatte fortgesetzt.
Dass über Medienkritik diskutiert wird, ist erfreulich. Insofern begrüsse ich Gottlieb Höplis Replik auf meine Analyse. Nur hat er sie leider nicht genau gelesen. Was war die Grundthese? Medien üben in der Gesellschaft eine Kritik- und Kontrollfunktion aus, und deshalb stellt sich die Frage, wer diese Kontrolleure kontrolliert. Da die Hauptaufgabe der Medien die Herstellung von Öffentlichkeit ist, muss auch die Medienkritik öffentlich sein.
(Quelle: persoenlich.com, 8.6.10; Das Online-Portal der Schweizer Kommunikationswirtschaft) mit unserem Online-Kommentar: Wenn die Medien direkt kritisiert werden, weil sie aus finanzpolitischen Gründen das Volk ungenügend informieren, nehmen sie die Kritik nicht zur Kenntnis. Und die Medienkritik will auch nicht Nestbeschmutzer spielen. Die ganze Medienkritik ist Heuchelei. Zu diesem Ergebnis komme ich nach vielen Bemühungen, die Medien zu überzeugen, dass sie die Alkoholfrage der Bevölkerung umfassender erklären müsste, so dass diese in der Lage ist, ihre eigenen Interessen der Politik gegenüber zu vertreten. Aber Politik und Medien stecken mehrheitlich unter der gleichen Decke, sind korrumpiert von der Alkoholindustrie. Das Volk zahlt die Schäden. Seit der Finanzkrise ja nichts Neues.
Kategorie: Allgemein, Medien, Politik, Schweiz |
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Mittwoch 9. Juni 2010 von htm
Die reformierte Fabrikkirche hat mit der Kleinbrauerei „Euelbräu“ in Winterthur ein „Seelsorgebier“ entwickelt, das die Fans der Fussball-WM beglücken soll. (Quelle: Winterthurer Zeitung, 9.6.10) Kommentar: Auch wenn die katholische Kirche einige alte Traditionen in der Alkoholherstellung aufweist, sollte dies für die reformierte Kirche kein Alibi darstellen, die Volksdroge Alkohol noch um eine Marke zu erweitern. Das ist nun billigster Populismus, ein bedauernswerter Sündenfall.
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Mittwoch 9. Juni 2010 von htm
Die Stadt hält auch dieses Jahr an ihrer Regelung fest, an der Street-Parade kine Bewilligungen für Bars im Freien zu erteilen. Die Massnahme habe für eine deutliche Entspannung während des Festes geführt. So seien die Gewaltdelikte stark zurückgegangen. (Quelle: NZZ, 9.6.10) Kommentar: Diese naheliegende Erfahrung könnte doch auch bei den teuren Sportveranstaltungen Anwendung finden.
Kategorie: Allgemein, Feste und Feiern, Gewalt/Kriminalität, Jugend, Politik, Schweiz, Veranstaltungen, Verhältnis-Präv. |
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Mittwoch 9. Juni 2010 von htm
Bei einer Ausweiskontrolle in der Nacht auf Dienstag in Regensdorf fuhr ein 38-jähriger Schweizer eine Polizistin an und flüchtete. Sie erlitt einen Unterarmbruch. Er wurde kurz darauf auf einem Rastplatz festgenommen. Der Führerschein war ihm schon früher wegen Alkohol am Steuer entzogen worden. (Quelle: Tages-Anzeiger, 9.6.10)
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Dienstag 8. Juni 2010 von htm
Leserbrief zu: Erfolglose Suche nach 22-jährigem Mechaniker im Pfäffikersee, vom 25.5.10 im Tages-Anzeiger.
Vor einer Woche kam die Meldung vom tödlichen Sturz eines betrunkenen Teilnehmers am Apéro Géant in Nantes, Frankreich. Der Tenor der Kommentare war etwa so: Ein Toter bei 10’000 Teilnehmern ist nicht so tragisch. Damit muss man rechnen. Früher wurde auch gesoffen.
Heute nun die Nachricht vom ebenso tragischen Ertrinkungstod eines betrunkenen 22-jährigen Schweizers aus der Gegend des Pfäffikersees. Einer von vielleicht hundert Jugendlichen in bester Partylaune. Im Zürcher Oberland wird sicher zuerst Betroffenheit und Mitgefühl herrschen. Aber bald wird man wieder zur Tagesordnung übergehen. Man soll ja auch die Trauerarbeit der betroffenen Familie nicht stören. Und machen kann man ja doch nichts! – Doch, könnte man, wenn man nur wollte! Aber wie schon bei den drei toten Jugendlichen während der Euro08 zwischen Effretikon und Fehraltorf wird auch dieser Todesfall kaum Auswirkungen auf die Auseinandersetzung der Öffentlichkeit mit dem Alkoholproblem haben.
Die Medien werden wie bisher diese „man kann ja doch nichts machen“-Haltung noch fördern, indem sie nicht recherchieren und nicht über die möglichen Alternativen informieren. Seit letztem Donnerstag hätten sie eine einmalige Chance, dieser Pflicht nachzukommen: Die WHO hat eine historische Resolution verabschiedet, in der sie ihren Mitgliedsländern eine wissenschaftlich begründete Alkohol-Strategie und die dazu passenden Massnahmen empfiehlt. Aber der Druck der Alkoholindustrie ist offenbar derart gewaltig, dass sie sich bis jetzt nicht dazu geäussert haben. (Ausnahme: wenige versteckte Zeilen der NZZ) Und dann lamentieren die Alkoholfreunde wieder lauthals, ihre Freiheit werde beschnitten, wenn irgend eine Gemeinde ein beschränktes Alkoholverbot einführen will. Auf www.alkoholpolitik.ch finden Sie die Informationen, die Ihnen von den Medien vorenthalten werden. Nur informierte Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sind in der Lage, die Situation zu ändern. Befreien Sie sich vom Joch der Alkohollobby! Wir alle sind Passivtrinker, wie die Weltgesundheitsorganisation sagt. Wir alle leiden unter den alkoholbedingten Schäden, der verminderten Lebensqualität und bezahlen ein Leben lang ungefragt an die horrenden alkoholbedingten Sozialkosten. Würden diese Schäden reduziert, hätten gerade die mässigen und die Nicht-Konsumenten den grössten Profit, weil sie wenig Alkoholsteuern bezahlen aber voll profitieren würden.
(nicht erschienen)
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