Donnerstag 12. August 2010 von htm
Happy Hours, Fünfliber-Abende, Ladies Nights oder Zwei für eins. Die Lockvogelangebote in der Gastronomie animieren die Gäste, für weniger Geld mehr zu trinken. Preissensibel reagieren gerade jüngere Konsumierende. Sucht Info Schweiz fordert daher ein striktes Verbot sämtlicher Vergünstigungen für alle alkoholischen Getränke.
Sucht Info Schweiz rügt, dass das total revidierte Alkoholgesetz Lockvogelangebote wie Happy Hours zulässt. Zugaben und Vergünstigungen für Bier und Wein sind ausser freitags und samstags von 21 Uhr bis 9 Uhr des Folgetages zulässig. Diese Einschränkung ist ein Alibi: Happy Hours abends und nachts bleiben während der Woche weitgehend möglich. Zudem erlaubt der Gesetzesentwurf, vergünstigte Apéros am frühen Freitag- und Samstagabend anzubieten. Diese Angebote animieren dazu, zum gleichen Preis mehr Alkohol zu trinken. Sucht Info Schweiz fordert, dass auch Bier und Wein, gleich wie Spirituosen, nicht vergünstigt abgegeben werden dürfen. „Das Verbot für Happy Hours, Zwei für eins, Fünfliber-Abende oder All-inclusive-Anlässe sollte jederzeit für alle alkoholischen Getränke gelten“, betont Michel Graf, Direktor von Sucht Info Schweiz.
Junge Konsumierende stark betroffen
Vor allem jüngere Konsumentinnen und Konsumenten und jene, die sich an Wochenenden einen Rausch antrinken, bevorzugen billigen Alkohol. Studien belegen, dass Aktionen und Promotionen den Alkoholkonsum insbesondere bei einem jungen Publikum steigern und das Rauschtrinken fördern. „Jegliche vergünstigte Abgabe von Alkohol läuft einer wirksamen Prävention zuwider“, moniert Michel Graf. In diesem Sinne sind Lockvogelangebote wie Happy Hours und Flatrate-Angebote etc. für alle alkoholischen Getränke sowohl im Gastgewerbe als auch im Handel zu verbieten, fordert Sucht Info Schweiz.
Die Totalrevision des Alkoholgesetzes ist bis Ende Oktober 2010 in der Vernehmlassung. Ein erster Positionsbezug von Sucht Info Schweiz zu dem vom Bundesrat am 30. Juni 2010 in die Vernehmlassung geschickten Gesetzestext finden Sie hier. Kommentar: Insbesondere die Aktionspreise in den Verkaufsläden ermöglichen den Jugendlichen, Alkohol billig einzukaufen.
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Dienstag 10. August 2010 von htm
Am kommenden 14. August findet die Zürcher Street Parade mit mehreren Hunderttausend Besucherinnen und Besuchern statt. Nebst Schweiss wird Alkohol in Strömen fliessen. Einige Partygäste greifen auch zu bunten Pillen. Für sie hält Sucht Info Schweiz Informationen über die Risiken des Alkohol- und Drogenkonsums bereit. Besonders riskant ist der gleichzeitige Konsum von Alkohol mit anderen Drogen. (Quelle: Pressemitteilung Sucht Info Schweiz, 10.8.10)
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Freitag 6. August 2010 von htm
Zitat: „…Die Prävention geht für den Arzt weit über Aufklärung und Jugendschutz hinaus. Sie lasse sich nur dann mit Autorität vertreten, wenn auch die Gesellschaft glaubwürdig auf ihre eigenen Suchtprobleme reagiere. Das sei aber nicht der Fall, solange die einen Drogen verboten und die anderen beworben würden – unabhängig davon, welche grösseren Schaden anrichteten….“ (Quelle: Tages-Anzeiger, 3.8.10) Kommentar: Mindestens hier trifft er den Nagel auf den Kopf. Dass Drogensucht nichts mit Moral zu tun habe, ist in Bezug auf die Dealer sehr zu bezweifeln. Man denke nur an die Alkoholverkäufer, welche noch immer an Jugendliche Alkohol abgeben. Wenn van der Linde doch so gerne lärmt, um seine Botschaft zu verkünden, warum macht er sich nicht für unsere Projekt-Idee stark, die geeignet wäre, die Lenkungsabgaben für alle Drogen zu verwalten und der Bevölkerung vor Augen führen könnte, wie gross ihr Gewinn dabei wäre?
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Freitag 6. August 2010 von htm
Die Stadt Langenthal hat genug: Sie will die Alkohol- und Drogenszene eindämmen. Konkrete Massnahmen gebe es noch nicht, aber eine Arbeitsgruppe befasse sich nun mit dem Problem. Telebärn hat bei Betroffenen nachgefragt. (Quelle: Google Alkohol News, 5.8.10) bernerzeitung.ch, 4.8.10 (mit Video)
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Montag 2. August 2010 von htm
Eine Expertengruppe unter Führung des Bundes will in der Suchtpolitik neue Wege einschlagen. Sie propagiert Straffreiheit auch für harte Drogen. Damit löst sie harsche Kritik aus. (Quelle: Tages-Anzeiger, 2.8.10) mit unserem Online-Kommentar: Mir scheint dies ein riesiges Ablenkungsmanöver zu sein. Diese Diskussion wird die Behandlung der Alkoholfrage für Jahre zudecken. Genau zu dem Zeitpunkt als die WHO-Generalversammlung die Resolution zur globalen Alkohol-Strategie einstimmig verabschiedete und die Mitgliedstaaten, auch die Schweiz, auffordert, diese umzusetzen.
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Montag 2. August 2010 von htm
Wenn umgangssprachlich von Sucht die Rede ist, denkt man üblicherweise an harte, illegale Drogen. Fachverbände in Deutschland, der Schweiz und Österreich weisen aber darauf hin, dass Alkohol nach wie vor die Droge Nummer Eins ist. Kein anderes Rauschmittel sei so akzeptiert und werde so häufig konsumiert.
In Deutschland seien 1,3 Millionen Menschen alkoholabhängig und bei zusätzlichen zwei Millionen liege Alkoholmissbrauch vor. Ferner passierten in Deutschland rund 275.000 schwere Straftaten und 20.000 Verkehrsunfälle im Jahr unter Alkoholeinfluss.
Vier Prozent der Schweizer Bevölkerung haben ein Alkohol-Abhängigkeitsproblem. Das sind 300.000 Menschen. Doppelt so viele sind alkoholgefährdet. Laut “Sucht Info Schweiz” wachsen ungefähr 100.000 Kinder meinem alkoholabhängigen Elternteil auf. (Quelle: Google Alkohol News, 2.8.10) apd.info, 1.8.10
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Freitag 30. Juli 2010 von htm
Die Bevölkerung in der Schweiz hat im 2009 erneut weniger Schnaps, Wein und Bier getrunken als im Vorjahr. Insgesamt belief sich der Pro-Kopf-Konsum auf noch 8,6 Liter reinen Alkohol – ein Deziliter weniger als im Vorjahr und ganze 2,2 Liter weniger als 1990. Ein Deziliter reinen Alkohols entspricht etwa 2,5 Deziliter Spirituosen, einer Flasche Wein oder zwei Liter Bier. (Quelle: 20min.ch, 29.7.10) news.admin.ch, 29.7.10 Kommentar: Der Rückgang ist minim und mit dem allgemeinen Trend zu gesünderem Leben zu erklären. Die seit den 90er-Jahren vom Staat betriebene Gesundheitsförderung hat praktisch nichts gebracht. Die im neuen Alkoholgesetz nun vorgesehenen Massnahmen sind völlig ungenügend. Sie zielen auf die Jugend ab und vermeiden, die Erwachsenenwelt mit ihrem schlechten Vorbild in die Verantwortung zu nehmen. In Deutschland, wo eben auch die aktuellen Zahlen veröffentlicht wurden, werden 3 Liter reinen Alkohol pro Erwachsenen als Zielvorstellung genannt. Für uns würde dies heissen, dass wir immer noch mehr als das Dreifache davon konsumieren. (Bei uns sind die Zahlen pro Kopf berechnet.)
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Mittwoch 28. Juli 2010 von htm
14.7.2010
Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich
Per e-mail
Leserbrief zu „Der HB ist das grösste Jugendhaus der Schweiz“ vom 13.7.2010
Eine wirklich gelungene Wortschöpfung oder Neudefinierung: Die Alkoholindustrie wird zum Freizeitgewerbe hochstilisiert. Was England mit seinem 24-Stundenbetrieb eingeführt und die entsprechenden voraussehbaren Folgen erlebt hat, wird nun hier mit Erstaunen und Betroffenheit auch festgestellt. Wir haben auf Drängen des Wirteverbandes und seiner Lobbyisten im Kantonsrat das Gastgewerbegesetz vor 15 Jahren liberalisiert und damit die Mitverantwortung der Gesellschaft aufgegeben. Als „Passivtrinker“ (gemäss WHO) tragen wir nur noch die Folgen.
Natürlich kommen aus allen Ecken wohlgemeinte Ratschläge, was zu tun wäre, aber auf die Fachleute hört niemand. Auch einem Prof. Martin Killias wird Weltfremdheit vorgeworfen, wenn er eine Rückkehr zur Polizeistunde andenkt. Dabei hat er das gemacht, was jeder Politiker tun müsste: Eine negative Entwicklung nüchtern analysieren und nach geeigneten Gegenstrategien suchen.
Sein Beispiel zur Verantwortung der Eltern ist besonders interessant. Die Veränderung der Strukturen im viel grösseren Angebot an Ausgehmöglichkeiten verunmöglichen den Eltern, ihre Rolle zu spielen. Also müsste der Staat diese Strukturen wieder so zurechtbiegen, dass die Verhältnisse normalisiert werden können.
In der Alkoholprävention sprach man deshalb früher von strukturellen Massnahmen, heute ist das die Verhältnisprävention. Die WHO hat im Mai eine riesige Untersuchung mit einer Resolution für eine globale Alkohol-Strategie abgeschlossen, die auch von der Schweizer Regierung mitunterzeichnet wurde. Darin sind die wirksamen Massnahmen detailliert und evidenz-basiert aufgezeigt, welche zu einer sinnvollen Alkoholprävention gehören. Es müsste ein ganzes Paket geschnürt werden. Bisher hiess es immer bei einer vorgeschlagenen Massnahme, dies geht nicht, man sollte jenes tun. Wichtig wäre aber einmal, dass man sich über das Ziel einig ist.
Bei den illegalen Drogen gab es vor Jahren einen parteiübergreifenden Konsens, was zu tun ist. Beim Alkohol, der bei uns viel schädlicher wirkt, besteht die Einigkeit unter den bürgerlichen Mehrheits-Parteien vor allem darin, nichts zu tun oder nur etwas, das die Jugend betrifft, die Erwachsenen aber, in ihrem ebenso risikohaften Trinkverhalten, wenn möglich noch bestärkt. Auf keinen Fall darf das Alkoholgewerbe darunter leiden, und wir alle bleiben die Dummen – auch die Jugendlichen, die ihre Gesundheit, ihre Berufsaussichten und die Chancen ihrer zukünftigen Kinder riskieren. Auch unsere Gesellschaft und die Wirtschaft hätte Bedarf an weniger alkoholbelasteten zukünftigen Stimmbürgerinnen, Stimmbürgern und Arbeitskräften.
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer, Effretikon
(nicht veröffentlicht)
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Dienstag 27. Juli 2010 von htm
Die Enthüllungswegseite Wikileaks hat in der Nacht zum Montag über 90’000 brisante und hochgeheime US-Militärdokumente veröffentlicht. Es sind hauptsächlich Meldungen von Truppen aus dem Feld. Die amerikanische New York Times, der britische Guardian und der deutsche Spiegel hatten die Daten früher erhalten und nachgeprüft. (Quelle: Tages-Anzeiger, 27.7.10) Kommentar: Wie würde die Presse reagieren, wenn Enthüllungsjournalisten das Alkoholproblem aufgriffen und dokumentierten, wie die Politik mit der Alkoholindustrie paktiert und die Verbesserung der Situation systematisch hintertreibt? Wahrscheinlich sehr zürückhaltend, weil sie ja selber am gleichen Strick zieht, indem sie die relevanten Informationen unterschlägt.
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Dienstag 27. Juli 2010 von htm
Das Bundesgericht hat die nächtliche Schliessung von sieben Zürcher Tankstellenshops besiegelt. Künftig dürfen die Shops zwischen 1 und 5 Uhr nur noch Benzin und Bistro-Kleinigkeiten verkaufen. BP reagiert scharf.
Zwischen 1 und 5 Uhr morgens gibt es keine Pizza mehr: Bundesgericht entscheidet über Sortiment der Tankstellenshops.
Nach Ansicht der Richter in Lausanne kann die Mehrheit der Bevölkerung auf Einkäufe nachts zwischen ein und fünf Uhr verzichten, ohne dies als grossen Mangel zu empfinden.
Mit seinem Entscheid hat das Bundesgericht die Beschwerde von drei BP-Tankstellen abgewiesen. Insgesamt führen sieben Tankstellen von BP, Shell und Esso im Raum Zürich, Winterthur und beim Flughafen seit über zehn Jahren ihre Shops im 24-Stunden-Betrieb, was von den Behörden lange toleriert wurde. (Quelle: Tages-Anzeiger, 23.7.10 – NZZ, 22.7.10) Kommentar: Wenn eine klare schweizerische Lösung bestehen würde, die den Alkoholverkauf über die Gasse ab z.B. 2O.00 bis 08.00 Uhr generell verbieten würde, würde Rechtsgleichheit bestehen und der Volksgesundheit gedient. Jetzt wird nur das arbeitsrechtliche Problem gesehen, dabei ist der aktuelle Jugendalkoholismus zu einem bedeutenden Teil wegen der alkoholführenden Tankstellenshops entstanden. Die damalige Kantonsregierung trägt daran Mitschuld. Sie hat die Bewilligungen für die ersten Tankstellen gegen den Widerstand der Abstinentenverbände erteilt.
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