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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Passivtrinker'

Viele Deutsche trinken zu viel, aber alle sind Passivtrinker

Freitag 9. April 2010 von htm

Viele Bundesbürger trinken zu viel Alkohol, immer öfter landen sie im Vollrausch im Krankenhaus. Umgerechnet nimmt jeder Deutsche im Durchschnitt fast zehn Liter reinen Alkohol pro Jahr zu sich, wie das Jahrbuch Sucht 2010 zeigt. Experten zeigen sich auch über die Zahl der Alkoholabhängigen besorgt. (Quelle: webnews.de, 8.4.10) Mit unserem Online-Kommentar: Der WHO geht es mit der kommenden Resolution für eine Alkohol-Strategie darum, den Menschen die Belastungen aufzuzeigen, unter denen alle zu leiden haben. Deshalb der Ausdruck „Passivtrinker“. Egal ob oder wieviel man trinkt, alle leiden darunter, auch wenn es nicht bewusst wird: Einmal die eingeschränkte Lebensqualität durch alkoholbedingte Todesfälle, Verletzungen, Gewalt, sexuelle Gewalt, mehr als eine Million Kinder in Deutschland allein, die in alkoholbelasteten Familien aufwachsen müssen und eingeschränkte Zukunftsperspektiven haben. Dazu kommt noch die finanzielle Seite. Wir zahlen alle ein Leben lang ungefragt an die immensen alkoholbedingten Sozialkosten.
Die WHO gibt nun die Antwort auf die Frage, was dagegen getan werden kann. Und zwar auf Grund jahrelanger wissenschaftlicher Arbeiten und weltweiter Diskussion der Ergebnisse. Das Alkoholproblem ist das grösste sozialmedizinische Problem. D.h. es betrifft die ganze Gesellschaft, nicht nur die betroffenen Alkoholkranken. Deshalb muss die Verbesserung auch von der Gesellschaft aus kommen und sie muss Mitverantwortung übernehmen, denn sie verursacht mit ihrem Trinkverhalten, der ungehemmten Werbung, der Billigpreispolitik, der Liberalisierung der Verkaufsbetriebzahlen und Öffnungszeiten, usw. diesen hohen Konsum und die entsprechend hohen Schäden. Bisher galt: Die Profite dem Alkoholkapital, die Sozialkosten dem Volk. Die Alkohol-Lobby in diesem Forum sieht dies natürlich anders und versucht, die WHO zu diskreditieren und dem Leser Sand in die Augen zu streuen, damit er weiterhin nicht aufwacht.

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D: Aus Jahrbuch Sucht 2010 der DHS

Donnerstag 8. April 2010 von htm

Besonders Senioren und Jugendliche landen immer häufiger mit akutem Rausch im Krankenhaus. 2008 kamen circa 109.300 Menschen mit akutem Rausch ins Krankenhaus. Weltweit liegt Deutschland beim Alkoholkonsum auf Platz fünf. Die Deutschen saufen sich öfter ins Koma als in der Vergangenheit – auch wenn der Alkoholkonsum in den vergangen Jahren im Durchschnitt nicht gestiegen ist. Das geht aus dem Jahrbuch Sucht 2010 der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) hervor. (Quelle: Google Alkohol Alert, 8.4.10) sueddeutsche.de, 7.4.10 Unser Online-Kommentar: Die neuen Zahlen bestätigen die alte Tatsache, das Alkoholproblem ist ein sozial-medizinisches, gesellschaftliches Problem. Es betrifft die ganze Bevölkerung, vom Ungeborenen bis zum Greis. Massnahmen werden aber praktisch nur gegen komasaufende Jugendliche, d.h. als Symptombekämpfung und Alibiübung ergriffen. Die Bevölkerung hat den Durchblick nicht, sie erhält den Eindruck vermittelt, man könne ja doch nichts machen. Die kommende Generalversammlung der WHO im Mai wird eine Alkoholstrategie vorlegen, die von den Mitgliedsländern umgesetzt werden kann, wenn sie wollen. Die Gefahr ist gross, dass die Bundesregierung nicht will, weil ihr die Interessen der Alkoholindustrie näher stehen als das Wohl ihrer Bevölkerung. Und das Volk der Passivtrinker wird weiterhin die eingeschränkte Lebensqualität erdulden und die immensen jährlichen Sozialkosten ein Leben lang ungefragt bezahlen.

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Deutsche gaben 2008 rund 263 Mrd.€ für Gesundheit aus

Mittwoch 7. April 2010 von htm

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland sind weiter angestiegen. 2008 lagen sie insgesamt bei rund 263 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Auf jeden Einwohner entfielen rund 3.210 Euro. Die Ausgaben stiegen demnach gegenüber dem Jahr zuvor um 9,9 Milliarden Euro oder 3,9 Prozent. (Quelle: ¨ärzteblatt.de, 6.4.10) Unser Online-Kommentar: Davon vermeidbare Kosten: Mit einer wirksamen Alkoholprävention könnten einige dieser Kosten vermieden werden. Die WHO in ihrer kommenden Resolution im Mai weist darauf hin und zeigt auf, welche Massnahmen geeignet sind. Da wir alle Passivtrinker sind und unter den Alkoholschäden leiden und sie bezahlen, hätten wir allen Grund, die Regierung aufzufordern, der WHO zu folgen. Auch die Ärzteschaft sollte politisch aktiv werden wie in England.

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Leserbrief zu „exzessives Trinken“

Donnerstag 1. April 2010 von htm

15.3.2010

Redaktion der
Neuen Zürcher Zeitung
Briefe an die NZZS
8021 Zürich
Per e-mail redaktion@nzz.ch

Leserbrief zu „Die kontrollierte Kindheit“ und „Auch Ältere trinken exzessiv“ vom 15.3.2010

Allan Guggenbühl plädiert dafür, dass sich Jugendliche mit der wirklichen Welt auseinandersetzen können, damit sie so lernen, mit den Tücken des Lebens umzugehen.

Als Beispiel einer Fehlentwicklung führt er die Einführung eines Mindestalters von 16 Jahren für Alkoholverkäufe an Jugendliche an. Dies habe zu heimlichen Saufgelagen mit Wodka geführt. Die Auseinandersetzung mit der wirklichen Welt könne z.B. bei einem Gratis-Glas Wein in den Tempeln der Trunksucht stattfinden, wie der Vater einer kinderreichen Familie vorschlage.

Diese Diagnose greift eindeutig zu kurz. Man kann Massnahmen der Verhältnisprävention, wie Mindestalter, Verkaufsverbote in Stadien oder Konsumverbote auf gewissen Plätzen und Strassen, wie sie im Ausland erlassen werden, als Symptombekämpfung taxieren, aber solange die Politiker nicht gewillt sind, die Verantwortung der Gesellschaft zu akzeptieren und entsprechende Massnahmen zu beschliessen, ist die bisherige Symptombekämpfung besser als nichts. Allerdings ist auch zu bemerken, dass die Seuche des jugendlichen Wodkatrinkens eine Folge kurzsichtiger Politik ist: Als es darum ging, die katastrophale Alcopopwelle zu brechen, wurde nur eine Sondersteuer beschlossen, ohne an flankierende Massnahmen zu denken. Diese hätten eben auch die Erwachsenengesellschaft getroffen. Und dies geht der bürgerlichen Parlamentsmehrheit zu weit. So bleibt es bei Alibiübungen gegen die jugendlichen Konsumenten, die sich nicht wehren können. Dass auch erwachsene Männer zum exzessiven Trinken neigen, belegt die heute publizierte Studie aus dem Berner Inselspital.

Dass das kontrollierte Trinken im Elternhaus oder im Restaurant präventive Wirkung haben könnte, ist zweifelhaft. Gemäss einer kürzlichen Studie konsumieren Jugendliche, die zu Hause zum Alkoholkonsum geführt wurden, ausserhalb der Familie ebenso. Die abschreckende Wirkung in der Beiz wird wahrscheinlich nüchtern eher besser erlebt. Auch ist fraglich, ob wirklich eine Abschreckung stattfindet oder nicht einfach die alkoholfreudige Gesellschaft ihre prägende Wirkung entfaltet, die auch Prävention bei der Jugend unglaubwürdig und damit unwirksam macht. Auch ist bekannt, dass früher jugendlicher Alkoholkonsum in späteren Jahren zu mehr Suchtproblemen führen.

Wer unsere Alkoholprobleme nachhaltig reduzieren will, kommt nicht darum herum, für eine Politik der evidenzbasierten Verhältnisprävention und für eine Verhaltensprävention einzustehen, welche Akzeptanz in der Bevölkerung für die verhaltensändernde Verhältnisprävention schafft. Vor allem zwei bürgerliche Parteien sollten sich dazu durchringen. Sie haben die jährlichen Milliardenschäden, das Leid und die verminderte Lebensqualität seit Jahrzehnten zu verantworten, die wir alle als Passivtrinker (wie die WHO sagt) zu zahlen und zu erdulden haben. Wie können diese Politiker noch in den Spiegel schauen? Übrigens: Auch Psychologen sollten sich auf diesem Spezialgebiet weiterbilden, z.B. bei www.alkoholpolitik.ch.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
(nicht veröffentlicht)

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D: Alkoholische Abi-Party im Jubi-Park

Sonntag 28. März 2010 von htm

Schüler feiern das Ende der schriftlichen Prüfung – doch manche trinken so viel, dass sie in die Klinik gebracht werden müssen. So macht Feiern Spaß! Doch manche der Schüler trank so lange Alkohol, bis – im wahrsten Sinne des Wortes – der Arzt kam. Die Zahl der Patienten ist erschreckend. (Quelle: Google Alkohol Alert, 27.3.10) fnp.de, 27.3.10 unser Online-Kommentar: Alkohol-Hysterie. Der Artikel wirft verschiedene Fragen auf: Z.B. Warum nimmt das Komasaufen zu? Warum lässt ein Gymnasium diese Sauferei zu? Gründe für die Zunahme sehe ich im Zustand der alkoholfreudigen Gesellschaft, die den Jungen die Saufkultur vorlebt, die ihre Verantwortung der Jugend gegenüber nicht wahrnimmt, weil sie auf ihr eigenes Trinkverhalten nicht verzichten will, weil sie schlecht informiert ist und die Mässigen sich nicht darum kümmern, weil sie ja kein Problem haben. Sie haben noch nicht gemerkt, dass sie als Passivtrinker (WHO-Aussage) selber auch darunter leiden und aus purem Eigeninteresse sich für Verbesserungen einsetzen sollten.
Dass sich Schulen nicht vor solchen Auswüchsen schützen, ist mit der üblichen Ausrede zu verstehen, man kann ja doch nichts machen. Früher hat man auch gesoffen. Die Rettungsdienste können dann den Kopf herhalten, das Volk bezahlt. Dass es auch anders geht, hat offenbar Königstein bewiesen. Es braucht ein wenig Fantasie und die richtige Einstellung, um ein tolles alkoholfreies Fest zu organisieren. Das Abitur soll ja etwas mit Reife zu tun haben. Ist ein solches Fest Ausdruck von Reife? Ich würde Schüler, die sich als unreif erweisen, mit entsprechenden Notenabzügen bedienen. Das würde sich bald herumsprechen.

Kategorie: Allgemein, Feste und Feiern, Internationales, Jugend, Konsumhaltung, Passivtrinker, Verhältnis-Präv., Weltgesundheits-Org. | Keine Kommentare »

Leserbrief zu Werbeverboten für Alkoholika

Mittwoch 24. März 2010 von htm

24.03.2010

Redaktion der
Neuen Zürcher Zeitung
Briefe an die NZZ
8021 Zürich
Per e-mail redaktion@nzz.ch

Leserbrief zu „Trinkverhalten von Jugendlichen“ am 24.3.10

Der Kampf um das neue Präventionsgesetz sei in vollem Gange, wird einleitend geschrieben. Und die NZZ mischt kräftig mit, indem sie die Artikel wohl dosiert und einseitig manipuliert. Gestern durfte der neue zuständige Bundesrat, allgemein gehalten, ziemlich nichtssagend, für eine zeitgemässe Prävention werben, heute wird im Untertitel zu „Trinkverhalten von Jugendlichen“ behauptet, Werbeverbote hätten keine präventive Wirkung. Und dies obwohl am Ende des Artikels erwähnt wird, die Fachleute seien, gestützt auf eine grosse Meta-Anlalyse, gegenteiliger Ansicht.

Wahrscheinlich ist der Grund für die Besorgnis des Schweizerischen Gewerbeverbandes weniger das Präventionsgesetz, sondern die im Mai zu erwartende WHO-Resolution für eine globale Alkoholstrategie. Das Präventionsgesetz kann von der bürgerlichen Parlamentsmehrheit ja immer noch zum zahnlosen Alibipapier reduziert werden. Die WHO-Resolution hingegen, mit ihrem grossen wissenschaftlichen Fundament und ihren weltweit diskutierten Massnahme-Vorschlägen, ist nicht so schnell totzukriegen. Auch wenn sie bei uns stillschweigend beerdigt würde, anderswo wird sie weiterleben und uns auf Umwegen wieder erreichen.

Dass das Alkoholgewerbe noch immer Stellen gefunden hat, die ihm die erwünschten Studien-Resultate geliefert hat, ist kein Geheimnis. Notfalls wurden die Ergebnisse einfach zu eigenen Zwecken uminterpretiert, wie es bei der geschilderten Untersuchung den Anschein hat. Jedenfalls sind im letzten Jahrzehnt genügend namhafte, unabhängige Studien herausgekommen, die beweisen, dass Werbung wirkt. Wer seinen gesunden Menschenverstand nicht ausschaltet und nicht von wirtschaftlichen Eigeninteressen blockiert ist, weiss das seit jeher – schon zu Zeiten der beiden vom Volk auf Druck der Wirtschaft (mit dem üblichen Arbeitsplatzargument) im letzten Jahrhundert abgelehnten Volksinitiativen über Werbeeinschränkungen (Guttempler-Initiative, Zwillings-Initiativen). Hätten wir damals zugestimmt, wäre uns der heutige Jugendalkoholismus möglicherweise erspart geblieben.

Die Behauptung, der Entwurf des Präventionsgesetzes beruhe nicht auf wissenschaftlichen Tatsachen, ist eine glatte Frechheit, wenn man weiss, wie die Alkoholindustrie mit der Wahrheit umgeht und die Völker manipuliert. Alkoholprävention muss nicht, wie behauptet, teuer sein. Man kann ja nach dem Verursacherprinzip die Konsumenten dafür bezahlen lassen. Der Gewinn wäre für alle viel höher als die Kosten.

Wirksame Prävention muss flächendeckend sein und nicht nur einzelne Konsumgruppen erfassen, die sich politisch nicht wehren können. Das Alkoholproblem ist ein sozial-medizinisches Problem. Die ganze Gesellschaft krankt daran, und ihr Vorbild prägt die Jugend. Niemand wird durch Verhältnisprävention bestraft, denn alle ziehen grossen Nutzen daraus. Gerade die mässig Konsumierenden wären mit den Abstinenten die grössten Gewinner, weil sie verhältnismässig wenig Alkoholsteuern zahlen würden, aber von den verminderten Schäden, d.h. von einer verbesserten Lebensqualität und reduzierten Sozialkosten voll profitieren würden. Die WHO nennt uns “Passivtrinker“, weil wir alle unter dem Alkoholkonsum aller ungewollt leiden. Wir hätten es in der Hand, die Politik unter Druck zu setzen, dem ein Ende zu machen. Auf www.alkoholpolitik.ch existiert seit Jahren ein Modell, wie das praktisch und ohne grosse Lateralschäden geschehen könnte. Sogar die Werbung und damit die Medien würden profitieren, obwohl sie dies mit ihrem bisherigen unmoralischen Wirken nicht verdient hätten.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
(siehe auch portal.gmx.net/de/themen/schweiz) (nicht erschienen)

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TOP NEWS: Leserbrief zu „Komatrinker sind immer älter“

Montag 22. März 2010 von htm

13.3.2010

Tages-Anzeiger
Redaktion Leserforum
8021 Zürich

Per E-Mail

Leserbrief zu „Koma-Trinker sind immer älter“ am 13.3.10 im Tages-Anzeiger
Link zum Leserbrief beim Tages-Anzeiger vom 22.3.10

Mit dem Leitartikel und der Seite 5 widmet der Tagi rund eine Seite einer Studie des Inselspitals in Bern, die aufzeigt, dass immer mehr Koma-Trinker auf der Notfallstation eingeliefert werden, dass diese aber auch immer älter werden. Die meisten seien zwischen 30 und 40-jährige Männer, oft arbeitslos und verwahrlost.

Aber wie fast immer, die Frage nach dem “Warum?” und „wie weiter?“ wird nicht gestellt. Der Durchschnittsleser wird die Tatsachen zur Kenntnis nehmen, vielleicht denken – “schon schlimm” – und zur Tagesordnung übergehen. Er kann ja doch nichts dagegen tun, ausser vielleicht auf sich selber aufzupassen. Dass er als Passivtrinker* direkt betroffen ist, kommt ihm nicht in den Sinn. Und die Zeitung, die den Auftrag hat, den öffentlichen Diskurs zu ermöglichen, lässt ihn im Stich: Tabu!
*Passivtrinker ist eine kürzliche Wortschöpfung in einem Arbeitspapier der WHO während der Vorbereitung der Resolution für die WHO-Generalversammlung im Mai zur neuen Alkoholstrategie, in Anlehnung an die frühere Tabak-Konvention. Gemeint ist, dass wir alle, egal ob Abstinent oder Alkohol-Konsument, unter den Schäden des Alkoholkonsums leiden und die diesbezüglichen Sozialkosten ungefragt auch bezahlen.

Diese WHO-Resolution wird die Antwort auf die im Artikel nicht gestellten Fragen geben. Ob unsere Regierung diese klammheimlich in den Schubladen verschwinden lassen wird und die Medien weiterhin tabuisieren, werden wir dann sehen. Wenn man die gestrige Meldung über die Duty-free-Shops in den Ankunftshallen der Flughäfen in Betracht zieht, bleibt die Hoffnung auf positive Reaktionen allerdings klein.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer

(Gekürzt und leicht umformuliert am 22.3.10 veröffentlicht. Aber der wichtigste Satz ist 5 mm hoch, fett, separat wiedergegeben. Dies ist ein Meilenstein in der Berichterstattung zur schweizerischen Alkoholpolitik!)

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Ein Alkohollobbyist zur WHO-Resolution/Alkohol-Strategie

Samstag 13. März 2010 von htm

Jetzt kommt der »Passivtrinkerschutz« … diesmal nicht zulasten der Genußraucher sondern der Genußtrinker.
Fallen wir wieder darauf rein? Oder haben wir aus dem »Nichtraucherschutz«-Debakel gelernt? (Quelle: Google Alkohol Alert, 13.3.10) sackstark.de, 13.3.10 Unser Online Kommentar: Vielen Dank für Ihre fleissige Übersetzerleistung. Sie haben leider immer noch ein Brett vor dem Kopf, sonst würden Sie auch erkennen, dass das Alkoholproblem ein sozial-medizinisches Problem ist und deshalb das schwerwiegendste Drogenproblem. Es gibt kaum ein Problemfeld in unserer Gesellschaft, in dem der Alkohol keine negative Rolle spielt. Sie haben richtig bemerkt, dass die Quantifizierung nicht immer leicht ist, deshalb auch die unbestimmten Formulierungen. Ihr Zitat von Kurt Tucholsky finde ich sehr passend. Es nimmt Partei für jene wachen Erdenbürger, die sich endlich gegen das Diktat der Alkoholindustrie auflehnen, einer Industrie, welche die Gesellschaft in Geiselhaft genommen und deren Glieder zu Passivtrinkern degradiert hat. D.h. sie zahlen die Sozialkosten und leiden unter der verminderten Lebensqualität.

Kategorie: Alkoholindustrie, Alkoholkrankheit, Alkoholsteuern, Allgemein, Arbeitsplatz, Armut, Gesundheit, Gewalt/Kriminalität, Internationales, Jugend, Medien, Passivtrinker, Politik, Statistik, Verhältnis-Präv., Verkehr, Weltgesundheits-Org. | Keine Kommentare »

TOP NEWS CH: Immer mehr und ältere Komatrinker

Samstag 13. März 2010 von htm

Eine noch unveröffentlichte Studie des Berner Inselspitals zeigt: Koma-Trinken greift nicht nur bei jungen Menschen um sich. Die Zahl der Alkoholvergiftungen steigt auch bei Erwachsenen stark an. Von 2000 bis 2007 ist der Anteil an alkoholvergifteten Patienten auf der medizinischen Notfallstation des Inselspitals von 1,4 auf 3,3 Prozent gestiegen. Absolut hat sich die Fallzahl im fraglichen Zeitraum von 134 (2000) auf 373 (2007) nahezu verdreifacht. Der durchschnittliche Blutalkoholwert betrug 2,25 Promille. (Quelle: Tages-Anzeiger, 13.3.10) Kommentar: Mit einer 3/4-Seite auf Seite 5 und dem Leitartikel auf der Frontseite kommt dieser Bericht sehr breit angelegt daher. Aber wie meistens, die Frage nach dem „Warum?“ wird nicht gestellt. Der Durchschnittsleser wird die Tatsachen zur Kenntnis nehmen, vielleicht denken – „schon schlimm“ – und zur Tagesordnung übergehen. Er kann ja doch nichts dagegen tun, ausser vielleicht auf sich selber aufzupassen. Dass er als Passivtrinker direkt betroffen ist, kommt ihm nicht in den Sinn. Und die Zeitung, die den Auftrag hat, den öffentlichen Diskurs zu ermöglichen, lässt ihn im Stich: Tabu! (Siehe auch unsern Leserbrief dazu.)

Kategorie: Alkoholkrankheit, Allgemein, Gesundheit, Jugend, Jugendliche, Medizin, Passivtrinker, Schweiz, Statistik, TOP NEWS | Keine Kommentare »

Zürich: Luxus-Ausnüchterungszelle für 950 Franken

Mittwoch 10. März 2010 von htm

Ab Freitag könnte das Besäufnis in der Stadt Zürich teurer werden: Dann landen Betrunkene nicht mehr im Notfall, sondern in einer der zwölf Zellen der Zentralen Ausnüchterungsstelle ZAS. Wer nach 3 Stunden abgeholt wird, zahlt nur 600 Franken. Es wird mit einem jährlichen Defizit von 350’000 Franken gerechnet. (Quelle: Tages-Anzeiger, 9.3.10) Kommentar: Bisher zahlten die Krankenkassenprämienzahler, jetzt der Steuerzahler auch dieses Defizit und die nichtbezahlten Bussen. Wirte, die Betrunkene gesetzwidrig weiter bedienen, kommen kaum zu Kasse. Der Gewinn gehört weiterhin der Alkoholindustrie, weil das Volk der Passivtrinker sich nicht wehrt.

Kategorie: Aktionen, Alkoholindustrie, Alkoholkrankheit, Allgemein, Gewalt/Kriminalität, Passivtrinker, Politik, Schweiz, Verhältnis-Präv. | Keine Kommentare »

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