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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Leserbriefe'

Leserbrief zum Service Public des Schweizer Fernsehens

Dienstag 8. Juni 2010 von htm

Redaktion
Winterthurer Zeitung

Per e-mail
Leserbrief zu: Was ist „Service Public“? vom 26.5.10
Nationalrätin Natalie Rickli ist Vizepräsidentin der Aktion Medienfreiheit und zieht recht forsch über die SRG her. Bei einigen Punkten zum Programm kann ich ihre Kritik auch unterstützen, aber mich stört, dass sie nur von freiem Wettbewerb träumt, aber nicht daran denkt, was damit für negative Folgen produziert werden können. Sie will „grösstmögliche Freiheiten (z.B. keine Werbeverbote)“. Dank ihr und ihrer Partei hat das Parlament erstmals in der Geschichte des Schweizer Fernsehens Alkoholwerbung eingeführt. In der heutigen Zeit des Komasaufens eine Dummheit sondergleichen.
Der Medienspezialist Prof. Roger Blum hat am gleichen Tag im Tages-Anzeiger die Medien als vierte Macht im Staat bezeichnet, die massgeblich unsere Politik bestimmt. Eine SRG mit „grösstmöglichen Freiheiten“ würde diese Macht noch mehr missbrauchen, als sie es heute schon tut. Sie ist genau wie die grossen Pressehäuser auch schon unter der Fuchtel der Wirtschaftsverbände, welche gegen ihre eigenen Interessen die Alkoholindustrie unterstützen. Natalie Rickli, ihre SVP und die Aktion Medienfreiheit sind im gleichen Lager. Sie sprechen von Medienfreiheit und helfen mit, die Freiheit der Medien zu unterdrücken, damit das Volk nicht merkt, wie es manipuliert wird, und sich nicht wehren kann. Die Medienfreiheit, die sie meint, raubt der Bevölkerung die Freiheit, sich objektiv orientieren zu können und entsprechend informiert, politisch zu handeln.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor einer Woche an ihrer Generalversammlung in Genf eine historische Resolution für eine globale Alkoholstrategie einstimmig verabschiedet. Darin wird die Bedeutung des Alkoholproblems für uns aufgezeigt und den Mitgliedstaaten die effektiven Massnahmen empfohlen, die sie zur Verbesserung der Situation übernehmen sollten. Die Schweizer Medien haben, offenbar unter dem Druck dieser Alkohollobby, die Bevölkerung darüber nicht informiert. Die Gewalt, welche diese vierte Macht dem Volk antut, ergibt für alle eine verminderte Lebensqualität und die ungefragte Bezahlung an die enormen alkoholbedingten Sozialkosten, ein Leben lang. Auf diesen Service Public würde ich gerne verzichten. Die andern wahrscheinlich auch, wenn sie informiert wären. Unabhängige Informationen dazu findet man bei www.alkoholpolitik.ch.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
(nicht veröffentlicht)

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Artikel betr. Bundesrat vertagt das Alkoholgesetz

Dienstag 8. Juni 2010 von htm

20.5.2010

Tages-Anzeiger
Redaktion der Seite „Analyse“
8021 Zürich

Per E-Mail

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich bitte Sie, den folgenden Text auf Ihrer Seite „Analyse“ zu veröffentlichen. Meine Webseite und meine während vieler Jahre vom Tages-Anzeiger veröffentlichten Leserbriefe weisen mich als Kenner dieser Materie aus. Besten Dank und freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer
www.alkoholpolitik.ch

—————————————————————–

Der Bundesrat vertagte gestern  die Behandlung des Alkoholgesetzes. Als Grund wird die starke Lobbyarbeit der Wirtschaft vermutet, deren Vertreter ihre Anstrengungen im Interview bei „10 vor 10“ auch bestätigt. Diese Vertagung ist nicht unbedingt ein Nachteil. So können die Bundesräte die Resolution der WHO für eine Alkoholstrategie in ihre Überlegungen einbeziehen, die dieser Tage in Genf an der WHO-GV verabschiedet werden sollte. Vielleicht sind auch die departementsübergreifenden Verhandlungen Finanzdepartement (EAV) /Departement des Innern (BAG) / Verkehrs-Departement. noch nicht abgeschlossen. Man sollte doch erwarten können, dass nun endlich einmal eine ausgewogene Alkoholpolitik Einzug hält.

Dass die Wirtschaft sich immer noch gegen wirksame Präventivmassnahmen in die Bresche wirft, ist nicht nachvollziehbar. Sie schädigt sich selber, nur um eine einzelne Branche und den Handel vor der Notwendigkeit neuer Innovationen und Strukturanpassungen zu schützen, wie sie in der Wirtschaft allenthalben vorkommen. Auch die Wirtschaft gehört zu den „Passivtrinkern“, wie die WHO all jene bezeichnet, welche unter den alkoholbedingten Schäden leiden, d.h. uns alle. Sie hat auch nicht begriffen, dass Gelder, die nicht in den Alkoholkonsum fliessen, im Wirtschaftskreislauf verbleiben und diesen anzukurbeln helfen, sei es durch Konsum oder als Sparkapital zur Investition durch die Banken. Auf www.alkoholpolitik.ch, der weltweit wahrscheinlich besten Informationsquelle zum Thema, wurde eine Projekt-Idee entwickelt, die der Alkohol- und der Werbebranche ermöglichen würde, ohne Schaden den erhofften Umsatzrückgang auf Alkoholika zu bewältigen.

Mit „Passivtrinker“ meint die WHO natürlich in erster Linie die breite Bevölkerung, die auch noch nicht gemerkt hat, dass sie nicht nur unter den alkoholbedingten Schäden leidet und ein Leben lang ungefragt die horrenden alkoholbedingten Sozialkosten mitbezahlt, sondern selber massgeblich dafür verantwortlich ist, weil sie politisch nicht eingreift und den Politikern nicht den Rücken stärkt. Gerade die mässigen und die Nicht-Konsumenten, welche die Mehrheit bilden, hätten es in der Hand, das Land von dieser schweren sozialen Hypothek zu entlasten. Sie sind es auch, die am meisten von einem Schadenrückgang profitieren würden, denn sie hätten die geringste Belastung durch zusätzliche Steuern zu tragen. Die Behauptung der Gegner, sie würden bestraft, ist völlig falsch. Das Gegenteil trifft zu.

Die im „10 vor 10“-Beitrag erwähnten Mindestpreise für Alkoholika sollten übrigens nicht ein Hauptthema bei den Massnahmen sein, sondern in Verbindung mit generellen Alkoholsteuern, damit diese nicht unterlaufen werden können. Die Steuern wären in erster Linie zur Deckung der alkoholbedingten Schäden und für die Prävention einzusetzen. Das Alkoholgesetz betrifft nur die gebrannten Wasser. Steuerliche Massnahmen auf diesem Gebiet sollten bald von einer allgemeinen Alkoholsteuer mit Mindestpreisen ergänzt werden, damit nicht wieder ein Ausweichen auf andere Alkoholika provoziert wird. Wichtig wäre auch, dass die ganze Gesellschaft betroffen wird und nicht nur die Jugendlichen. Sie prägt ja das Bild einer alkoholfreudigen Erwachsenenwelt, die von einem Teil der Jugend als Vorbild für ihr Trinkverhalten wahrgenommen wird.

Gleichentags wurde in den Medien wieder über die steigenden Gesundheitskosten geklagt, und es sei kein Ende des Anstiegs abzusehen. Alkoholbedingte Gesundheitskosten fallen stark ins Gewicht. Sie zu senken, würde unser Gesundheitssystem merklich entlasten und die Lebensqualität steigern. Wer hat den Mut, das Tabu zu brechen und der Bevölkerung endlich klaren Wein einzuschenken?

Anstiegs abzusehen. Alkoholbedingte Gesundheitskosten fallen stark ins Gewicht. Sie zu senken, würde unser Gesundheitssystem merklich entlasten und die Lebensqualität steigern. Wer hat den Mut, das Tabu zu brechen und der Bevölkerung endlich klaren Wein einzuschenken?
(Quelle: Schweizer Fernsehen, „10 vor 10“, 19.5.10)
(Bis heute nicht veröffentlicht.)

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Online-Kommentar zum Alkohol-Tod einer 14-Jährigen

Mittwoch 26. Mai 2010 von htm

Online-Kommentar zum Artikel im Tagesspiegel vom 25.5.10 tagesspiegel.de, 25.5.10
Es ist wirklich tragisch. Da werden laufend neue Präventionskampagnen ausgeheckt, der Konsum geht leicht zurück und das Komasaufen nimmt zu, immer wieder auch mit tödlichen Folgen. Der Politik seien die Hände gebunden. Das stimmt natürlich. Die Alkoholindustrie hat die Politik im Griff. Die Politiker wagen nicht, die bekannten, erfolgversprechenden Massnahmen zu ergreifen, weil sie befürchten, das Volk würde sie nächstens abwählen. Das Stimmvolk kann aber gar nicht anders, weil es von den Behörden, den Medien und der Werbung nicht oder falsch informiert wird und deshalb glaubt, man könne gar nichts dagegen tun. Alkohol gehöre nun mal zur Kultur, sei keine Droge, sei flüssiges Brot, gehöre unbedingt zum Lifestyle, sei sogar gesund und was der Sprüche noch mehr sind.
Die WHO, Weltgesundheitsorganisation, hat letzten Donnerstag die Resolution für eine globale Alkohol-Strategie einstimmig verabschiedet. D.h. die europäischen Länder waren auch dabei. Leider ist die Umsetzung der empfohlenen Massnahmen freiwillig. Und die Medien und die Behörden hüllen sich wie oben beschrieben in Schweigen. Nicht einmal das Deutsche Ärzteblatt hat bisher in seinem täglichen Newsletter darauf reagiert. Das ruft nach einer kleinen Revolution von unten! Das schon immer auf diesem Gebiet für dumm verkaufte Volk sollte sich informieren und dann eine objektive, evidenzbasierte Alkoholpolitik im Sinn der WHO verlangen und nur Politiker wählen, die versprechen, dies zu tun. Unabhängige Informationen gibt es z.B. auf www.alkoholpolitik.ch.

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Kommentar zu „Menschen bei Maischberger“ vom 4.5.10

Freitag 7. Mai 2010 von htm

SENDUNG VOM DIENSTAG, 4. MAI 2010, 22.45 UHR in das Erste (ARD)
„Alkohol – Bester Freund oder schlimmster Feind?“

Sehr geehrte Damen und Herren,
Statt in der gestrigen Sendung das übliche Procedere ablaufen zu lassen, d.h. die beiden Seiten gegeneinander antreten zu lassen, hätten Sie die historische Chance ergreifen können, die Wahrheit zum Alkoholproblem zu verbreiten, wie sie in der WHO-Resolution diesen Monat an der WHO-GV in Genf hoffentlich verabschiedet werden wird. Stattdessen verschafften sie den Alkoholbefürwortern eine Plattform für ihre Alkoholwerbung, mit der sie alle Alkoholkonsumenten in ihrem Konsum bestärkten. Leider war auch die Gegenseite nicht genügend vorbereitet. Der junge Modedesigner war zum Glück in der Lage, mit seinem Mundwerk dem Vielschwätzer der Bierlobby Paroli zu bieten.
Falls Sie überhaupt ernsthaft an dem Thema interessiert sind, empfehle ich Ihnen die Webseite www.alkoholpolitik.ch. Sie soll international die beste Informationsquelle zu dem Thema sein.
Damit Sie sehen, wohin die Alkoholstrategie der WHO zielt, hier eine kurze Erläuterung:
Die WHO bringt den neuen Begriff des Passivtrinkers in die Diskussion. Wir alle sind Passivtrinker, denn wir leiden unter den Folgen des Alkoholkonsums: Gewalt, sexuelle Gewalt, Vandalismus, zerrüttete Familien, Kinder, die in alkoholbelasteten Familien lange leiden (psychisch, armutsbedingt, Gewalt, schlechte Lebensaussichten; in Deutschland mehr als 1 Million), Unfälle mit Tot und Invalidität in Beruf, im Verkehr: oft sind unschuldige Opfer zu beklagen, Krankheiten und Tod: Die WHO spricht von ca 6O Krankheiten, bei denen Alkohol eine Haupt- oder Nebenrolle spielt. Armut. Passivtrinker sind wir auch, weil wir die finanziellen Schäden ein Leben lang ungefragt mit Steuern und Versicherungsprämien mitbezahlen. Würden nun diese mässigen- und Nichtkonsumenten ihre Verantwortung wahnehmen, könnten sie das Problem deutlich reduzieren. Sie sollen ja die Mehrheit bilden. Würden Alkoholsteuern erhoben, die den Namen auch
verdienen, hätten sie die geringste zusätzliche Last zu tragen und wären an den positiven Auswirkungen voll beteiligt. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen übrigens, dass alle Konsumgruppen auf die
Preiserhöhung mit Minderkonsum reagieren. Natürlich müsste, auch gemäss WHO, ein ganzes Massnahmepaket beschlossen werden.
Wenn Sie diese Botschaft ins Volk bringen, leisten Sie der Öffentlichkeit einen grossen Dienst. Und sich selber auch.
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
www.alkoholpolitik.ch

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Leserbrief zu Drogentests in Schulen

Donnerstag 6. Mai 2010 von htm

19.4.2010
Redaktion der
Neuen Zürcher Zeitung
Briefe an die NZZ
8021 Zürich
Per e-mail redaktion@nzz.ch

Leserbrief zu „Wenn Pädagogen auch Polizisten sind“ am 19.4.10

Meine über dreissig Jahre als Oberstufenlehrer, der sich intensiv um Suchtprävention bemüht hat, haben mir gezeigt, dass die inzwischen wissenschaftlich erhärteten Erkenntnisse zutreffen: Schulprävention vermag den Wissensstand zu verbessern, aber kaum das Verhalten zu steuern. Ein wesentlicher Grund wird im Artikel am Schluss angedeutet: Solange das Umfeld von Alkoholfreudigkeit geprägt ist, wirkt die Prävention unglaubwürdig und ist unwirksam. Da spielt das nahe Umfeld der Lehrerschaft schon eine Rolle. Aber die ganze Erwachsenengesellschaft ist ja geprägt von Alkohol in jeder Situation, von der Wiege bis zur Bahre. Die Medien überbieten sich mit Lifestyle-Berichten zu Alkohol-Themen. Und die Politik gibt laufend neue Highlights (z.B. TV-Alkoholwerbung, Verwässerung des Präventionsgesetzes, usw.) als Dreingabe, damit ja klar ist, wie die Interessen verteilt sind.
Dass nun noch die Repression in der Schule mit Drogentests Einzug halten muss, ist eine weitere Bankrotterklärung der Politik, die nicht gewillt ist, das nötige Massnahmenpaket zu schnüren und ihrer Verantwortung gerecht zu werden.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
(nicht erschienen)

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Warum ist Alkohol gesellschaftsfähig und das Rauchen nicht?

Samstag 10. April 2010 von htm

Unser Online-Kommentar auf gutefrage.net, am 10.4.10
Dafür gibt es mehrere Gründe. Z.B. rauchen nur noch etwa 25-30%. Alkoholkonsumenten sind um die 75%. Dann ist die Alkoholindustrie in den industrialisierten Ländern meistens stark vertreten und mit ihrer Werbung und dem Sponsoring hat sie viele Menschen und Institutionen an sich gebunden (Werbung, Medien, Politiker, Regierungen. Viele Menschen sind selber an ein Trinkverhalten gewöhnt, das ihnen unbewusst nicht erlaubt, dagegen vorzugehen. Die wahrscheinlich mässig konsumierende Mehrheit denkt, sie habe ja kein Alkoholproblem, also geht es sie nichts an. Sie wollen auch keine kleinen Opfer bringen, z.B. höhere Alkoholsteuern, weil sie ihre Mitverantwortung leider nicht sehen. Der neue Begriff des „Passivtrinkers“ will gerade dies thematisieren. Jeder, ob Konsument oder nicht, leidet passiv an den Folgen des Alkoholkonsums der Gesellschaft. Durch verminderte Lebensqualität (Gewalt, sexuelle Gewalt, Armut, Unfälle, ungewollte Schwangerschaften, Kinder in alkoholbelasteten Familien (Deutschland hat mehr als 1 Million), überbelastetes Gesundheitswesen) Dazu kommen die immensen Sozialkosten, die wir alle ungefragt ein Leben lang bezahlen. Würde der Gesamtkonsum und damit die Schäden gesenkt, hätten gerade die Nicht- oder Mässigkonsumenten den grössten Nutzen bei kleinstem Einsatz. Ein weiterer Grund ist der, dass die Bevölkerung schlecht informiert wird. Die Medien und die meisten Regierungen sind so stark an die Alkoholindustrie gebunden, dass sie ihr Volk nicht genügend informieren und dieses deshalb auf die Regierungen keinen Druck ausübt, dass die Verhältnisse geändert werden. Was auch heisst, die Gesellschaftsfähigkeit des Alkohols zu mindern. Dann würde automatisch auch der grassierende Jugendalkoholismus zurückgehen. Denn die Jugend spiegelt bekanntlich die Gesellschaft. Der Tabakkonsum und sein Prestige ging zurück, nachdem seine Gefährlichkeit für die Gesundheit bewiesen wurde und den Produzenten gerichtlich nachgewiesen wurde, dass sie trotz besseres Wissen, den giftigen Stoff weiter als harmlos vermarkteten. Die Alkoholindustrie hat dies erfasst und gibt laufend neue Studien heraus, wie harmlos ja sogar gesundheitsfördernd alkoholische Getränke seien. In Deutschland betreibt sie seit gestern eine pervertierte Art von Social Marketing, indem sie bei Schwangeren Prävention betreiben und damit für ihren Namen werben und hoffen, damit bei den andern Konsumenten mehr zu verkaufen. Diese Thematik wird seit Jahren auf https://www.alkoholpolitik.ch kritisch und unabhängig abgehandelt.

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Online-Kommentar zu Deutsche trinken zu viel …

Freitag 9. April 2010 von htm

Online-Kommentar zu „Deutsche trinken zu viel – Millionen sind süchtig“ auf webnews.de, am 8.4.10
Der WHO geht es mit der kommenden Resolution für eine Alkohol-Strategie darum, den Menschen die Belastungen aufzuzeigen, unter denen alle zu leiden haben. Deshalb der Ausdruck “Passivtrinker”. Egal ob oder wieviel man trinkt, alle leiden darunter, auch wenn es nicht bewusst wird: Einmal die eingeschränkte Lebensqualität durch alkoholbedingte Todesfälle, Verletzungen, Gewalt, sexuelle Gewalt, mehr als eine Million Kinder in Deutschland allein, die in alkoholbelasteten Familien aufwachsen müssen und eingeschränkte Zukunftsperspektiven haben. Dazu kommt noch die finanzielle Seite. Wir zahlen alle ein Leben lang ungefragt an die immensen alkoholbedingten Sozialkosten.
Die WHO gibt nun die Antwort auf die Frage, was dagegen getan werden kann. Und zwar auf Grund jahrelanger wissenschaftlicher Arbeiten und weltweiter Diskussion der Ergebnisse. Das Alkoholproblem ist das grösste sozialmedizinische Problem. D.h. es betrifft die ganze Gesellschaft, nicht nur die betroffenen Alkoholkranken. Deshalb muss die Verbesserung auch von der Gesellschaft aus kommen und sie muss Mitverantwortung übernehmen, denn sie verursacht mit ihrem Trinkverhalten, der ungehemmten Werbung, der Billigpreispolitik, der Liberalisierung der Verkaufsbetriebzahlen und Öffnungszeiten, usw. diesen hohen Konsum und die entsprechend hohen Schäden. Bisher galt: Die Profite dem Alkoholkapital, die Sozialkosten dem Volk. Die Alkohol-Lobby in diesem Forum sieht dies natürlich anders und versucht, die WHO zu diskreditieren und dem Leser Sand in die Augen zu streuen, damit er weiterhin nicht aufwacht.

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Leserbrief zu Moral und Recht und misshandelte Kinder

Donnerstag 1. April 2010 von htm

20.3.2010

Tages-Anzeiger
Redaktion Leserforum
8021 Zürich

Per E-Mail

Leserbrief zu „Ein Problem der Moral, nicht des Rechts“ vom 20.3.10

Seit Tagen, ja Wochen hacken die Medien auf der katholischen Kirche herum, damit diese endlich die vielen Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern, begangen durch ihr Personal, aufarbeitet. Sogar der Papst fühlt sich genötigt, deshalb heute einen Brief an seine Schäfchen zu versenden.

Keine Frage, diese Verbrechen an Kindern sind verabscheuungswürdig und gehören geahndet, deren Vertuschung ist nicht tolerierbar, den Opfern gebührt Schutz, Hilfe und Genugtuung.

Besteht aber nicht auf einem andern Gebiet ein eklatantes Wahrnehmungsdefizit bei den Medien, nämlich bei den weltweit Millionen von Kindern, die ihre Kindheit und Jugend in einer alkoholbelasteten Familie verbringen müssen? In der Schweiz allein schätzt man deren Zahl auf 100’000 bis 150’000. Dazu sind die beträchtliche Zahl von Vergewaltigungen mit Hilfe von Alkohol, von alkoholbedingt unerwünschten Kindern zu zählen. Demgegenüber erscheint das Problem der sexuell missbrauchten Kinder in der Kirche zahlenmässig direkt ein Randproblem.

Aber die Medien und die bürgerlichen Parteien weigern sich standhaft, das Alkoholproblem aufzuarbeiten. Und die SVP, die mit ihrem Namen angibt, dem Volk zu dienen, wurde wahrscheinlich durch meine Newsletter mit Hinweisen auf die von der WHO vorbereitete Resolution im Hinblick auf eine Alkohol-Strategie derart aufgeschreckt, dass sie gleich mehrfach dem Bundesrat ängstliche Fragen stellte, dieser wolle doch nicht etwa den Empfehlungen der WHO folgen und das Alkoholproblem entschärfen.

Erstaunlicherweise hat der neue Innenminister ihre Bedenken nicht vollständig ausräumen wollen. Was etwas Hoffnung in einem über hundert Jahre währenden Kampf aufkommen lässt, aber die SVP sicher zu noch grösseren Anstrengungen anspornen wird. Sollte man daraus das Fazit ziehen, dass die katholische Kirche bei den Medien und der SVP weniger Freunde hat als die Alkoholindustrie? Oder handelt es sich wieder einmal um den Balken in den eigenen Augen?

Gerechterweise muss ich beifügen, dass die katholische Kirche beim Alkoholproblem die gleiche Zurückhaltung übt, obwohl sie in letzter Zeit bei einigen sozialpolitischen Themen Flagge gezeigt hat. Auch hier besteht ein Problem der Moral und oft eines des eigenen Trinkverhaltens.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
(bis heute nicht veröffentlicht)

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Leserbrief zu „exzessives Trinken“

Donnerstag 1. April 2010 von htm

15.3.2010

Redaktion der
Neuen Zürcher Zeitung
Briefe an die NZZS
8021 Zürich
Per e-mail redaktion@nzz.ch

Leserbrief zu „Die kontrollierte Kindheit“ und „Auch Ältere trinken exzessiv“ vom 15.3.2010

Allan Guggenbühl plädiert dafür, dass sich Jugendliche mit der wirklichen Welt auseinandersetzen können, damit sie so lernen, mit den Tücken des Lebens umzugehen.

Als Beispiel einer Fehlentwicklung führt er die Einführung eines Mindestalters von 16 Jahren für Alkoholverkäufe an Jugendliche an. Dies habe zu heimlichen Saufgelagen mit Wodka geführt. Die Auseinandersetzung mit der wirklichen Welt könne z.B. bei einem Gratis-Glas Wein in den Tempeln der Trunksucht stattfinden, wie der Vater einer kinderreichen Familie vorschlage.

Diese Diagnose greift eindeutig zu kurz. Man kann Massnahmen der Verhältnisprävention, wie Mindestalter, Verkaufsverbote in Stadien oder Konsumverbote auf gewissen Plätzen und Strassen, wie sie im Ausland erlassen werden, als Symptombekämpfung taxieren, aber solange die Politiker nicht gewillt sind, die Verantwortung der Gesellschaft zu akzeptieren und entsprechende Massnahmen zu beschliessen, ist die bisherige Symptombekämpfung besser als nichts. Allerdings ist auch zu bemerken, dass die Seuche des jugendlichen Wodkatrinkens eine Folge kurzsichtiger Politik ist: Als es darum ging, die katastrophale Alcopopwelle zu brechen, wurde nur eine Sondersteuer beschlossen, ohne an flankierende Massnahmen zu denken. Diese hätten eben auch die Erwachsenengesellschaft getroffen. Und dies geht der bürgerlichen Parlamentsmehrheit zu weit. So bleibt es bei Alibiübungen gegen die jugendlichen Konsumenten, die sich nicht wehren können. Dass auch erwachsene Männer zum exzessiven Trinken neigen, belegt die heute publizierte Studie aus dem Berner Inselspital.

Dass das kontrollierte Trinken im Elternhaus oder im Restaurant präventive Wirkung haben könnte, ist zweifelhaft. Gemäss einer kürzlichen Studie konsumieren Jugendliche, die zu Hause zum Alkoholkonsum geführt wurden, ausserhalb der Familie ebenso. Die abschreckende Wirkung in der Beiz wird wahrscheinlich nüchtern eher besser erlebt. Auch ist fraglich, ob wirklich eine Abschreckung stattfindet oder nicht einfach die alkoholfreudige Gesellschaft ihre prägende Wirkung entfaltet, die auch Prävention bei der Jugend unglaubwürdig und damit unwirksam macht. Auch ist bekannt, dass früher jugendlicher Alkoholkonsum in späteren Jahren zu mehr Suchtproblemen führen.

Wer unsere Alkoholprobleme nachhaltig reduzieren will, kommt nicht darum herum, für eine Politik der evidenzbasierten Verhältnisprävention und für eine Verhaltensprävention einzustehen, welche Akzeptanz in der Bevölkerung für die verhaltensändernde Verhältnisprävention schafft. Vor allem zwei bürgerliche Parteien sollten sich dazu durchringen. Sie haben die jährlichen Milliardenschäden, das Leid und die verminderte Lebensqualität seit Jahrzehnten zu verantworten, die wir alle als Passivtrinker (wie die WHO sagt) zu zahlen und zu erdulden haben. Wie können diese Politiker noch in den Spiegel schauen? Übrigens: Auch Psychologen sollten sich auf diesem Spezialgebiet weiterbilden, z.B. bei www.alkoholpolitik.ch.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
(nicht veröffentlicht)

Kategorie: Alkoholsteuern, Allgemein, Eltern, Jugend, Konsumhaltung, Leserbriefe, Passivtrinker, Politik, Schweiz, Verhaltens-Präv., Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen, Verschiedene | Keine Kommentare »

Leserbrief zu Werbeverboten für Alkoholika

Mittwoch 24. März 2010 von htm

24.03.2010

Redaktion der
Neuen Zürcher Zeitung
Briefe an die NZZ
8021 Zürich
Per e-mail redaktion@nzz.ch

Leserbrief zu „Trinkverhalten von Jugendlichen“ am 24.3.10

Der Kampf um das neue Präventionsgesetz sei in vollem Gange, wird einleitend geschrieben. Und die NZZ mischt kräftig mit, indem sie die Artikel wohl dosiert und einseitig manipuliert. Gestern durfte der neue zuständige Bundesrat, allgemein gehalten, ziemlich nichtssagend, für eine zeitgemässe Prävention werben, heute wird im Untertitel zu „Trinkverhalten von Jugendlichen“ behauptet, Werbeverbote hätten keine präventive Wirkung. Und dies obwohl am Ende des Artikels erwähnt wird, die Fachleute seien, gestützt auf eine grosse Meta-Anlalyse, gegenteiliger Ansicht.

Wahrscheinlich ist der Grund für die Besorgnis des Schweizerischen Gewerbeverbandes weniger das Präventionsgesetz, sondern die im Mai zu erwartende WHO-Resolution für eine globale Alkoholstrategie. Das Präventionsgesetz kann von der bürgerlichen Parlamentsmehrheit ja immer noch zum zahnlosen Alibipapier reduziert werden. Die WHO-Resolution hingegen, mit ihrem grossen wissenschaftlichen Fundament und ihren weltweit diskutierten Massnahme-Vorschlägen, ist nicht so schnell totzukriegen. Auch wenn sie bei uns stillschweigend beerdigt würde, anderswo wird sie weiterleben und uns auf Umwegen wieder erreichen.

Dass das Alkoholgewerbe noch immer Stellen gefunden hat, die ihm die erwünschten Studien-Resultate geliefert hat, ist kein Geheimnis. Notfalls wurden die Ergebnisse einfach zu eigenen Zwecken uminterpretiert, wie es bei der geschilderten Untersuchung den Anschein hat. Jedenfalls sind im letzten Jahrzehnt genügend namhafte, unabhängige Studien herausgekommen, die beweisen, dass Werbung wirkt. Wer seinen gesunden Menschenverstand nicht ausschaltet und nicht von wirtschaftlichen Eigeninteressen blockiert ist, weiss das seit jeher – schon zu Zeiten der beiden vom Volk auf Druck der Wirtschaft (mit dem üblichen Arbeitsplatzargument) im letzten Jahrhundert abgelehnten Volksinitiativen über Werbeeinschränkungen (Guttempler-Initiative, Zwillings-Initiativen). Hätten wir damals zugestimmt, wäre uns der heutige Jugendalkoholismus möglicherweise erspart geblieben.

Die Behauptung, der Entwurf des Präventionsgesetzes beruhe nicht auf wissenschaftlichen Tatsachen, ist eine glatte Frechheit, wenn man weiss, wie die Alkoholindustrie mit der Wahrheit umgeht und die Völker manipuliert. Alkoholprävention muss nicht, wie behauptet, teuer sein. Man kann ja nach dem Verursacherprinzip die Konsumenten dafür bezahlen lassen. Der Gewinn wäre für alle viel höher als die Kosten.

Wirksame Prävention muss flächendeckend sein und nicht nur einzelne Konsumgruppen erfassen, die sich politisch nicht wehren können. Das Alkoholproblem ist ein sozial-medizinisches Problem. Die ganze Gesellschaft krankt daran, und ihr Vorbild prägt die Jugend. Niemand wird durch Verhältnisprävention bestraft, denn alle ziehen grossen Nutzen daraus. Gerade die mässig Konsumierenden wären mit den Abstinenten die grössten Gewinner, weil sie verhältnismässig wenig Alkoholsteuern zahlen würden, aber von den verminderten Schäden, d.h. von einer verbesserten Lebensqualität und reduzierten Sozialkosten voll profitieren würden. Die WHO nennt uns “Passivtrinker“, weil wir alle unter dem Alkoholkonsum aller ungewollt leiden. Wir hätten es in der Hand, die Politik unter Druck zu setzen, dem ein Ende zu machen. Auf www.alkoholpolitik.ch existiert seit Jahren ein Modell, wie das praktisch und ohne grosse Lateralschäden geschehen könnte. Sogar die Werbung und damit die Medien würden profitieren, obwohl sie dies mit ihrem bisherigen unmoralischen Wirken nicht verdient hätten.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
(siehe auch portal.gmx.net/de/themen/schweiz) (nicht erschienen)

Kategorie: Alkoholindustrie, Alkoholsteuern, Allgemein, Jugend, Leserbriefe, Medien, Passivtrinker, Politik, Schweiz, Verhältnis-Präv., Weltgesundheits-Org., Werbung | Keine Kommentare »

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