Donnerstag 12. Januar 2012 von htm
Endorphine benebeln das Gehirn
Vermutung bestätigt: Nach dem Konsum von Alkohol schüttet das Gehirn Endorphine aus – Hormone, die glücklich machen. Bei Alkoholikern führt Alkohol zudem gleichzeitig zu einem starken Gefühl der Trunkenheit; ihr Gehirn hat offenbar gelernt, das Glücksgefühl mit den ethanolhaltigen Getränken zu verbinden. Wissenschaftler von der University of California in San Francisco konnten diesen Prozess nun erstmals direkt im menschlichen Gehirn nachweisen.
„30 Jahre lang haben wir darüber spekuliert, wie Alkohol auf das menschliche Gehirn wirkt, aber wir konnten es nicht belegen – bis jetzt“, freut sich Jennifer Mitchell, eine der beteiligten Wissenschaftlerinnen, über die Ergebnisse. Die Medizinerin und ihr Team haben untersucht, wie das Gehirn von Alkoholikern und Nicht-Alkoholikern auf den Konsum des Genussmittels reagiert. Dazu verglichen sie die Wirkung einer Einheit Alkohol auf die Ausschüttung von Endorphinen im Gehirn von 13 starken Trinkern, die mehr als 10 Einheiten Alkohol pro Woche zu sich nahmen, und 12 Probanden mit maximal 7 Einheiten Alkohol pro Woche, die als Kontrollgruppe dienten. Eine Einheit Alkohol entsprach dabei beispielsweise 200 Millilitern Bier, 100 Millilitern Wein oder 20 Millilitern Schnaps beziehungsweise 0,1 Promille. …
(Quelle: Google Alkohol News, 11.01.12) wissenschaft.de, 11.01.12
Kategorie: Abhängigkeit, Allgemein, Internationales, Medizin |
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Samstag 7. Januar 2012 von htm
In Serbien hat die Parlamentsverwaltung den Abgeordneten verboten, Alkohol mit zum Dienst zu bringen. Jeder sechste Volksvertreter soll Alkoholiker sein.
Serbiens Abgeordnete sitzen künftig auf dem Trockenen: Das Parlament hat den Ausschank und Konsum von Alkohol in seinen Gebäuden verboten. „Das Verbot gilt für jeden, ohne Ausnahme“, sagte der Generalsekretär des Parlaments, Veljko Odalovic, am Freitag Berichten der Nachrichtenagentur Tanjug zufolge. … (Quelle: welt.de, 6.01.12)
Kommentar: Wie viele Beschlüsse kommen wohl in Parlamenten unter dem Einfluss von Alkohol zustande?
Kategorie: Alkoholkrankheit, Allgemein, Arbeitsplatz, Erhältlichkeit, Internationales, Politik, Verhältnis-Präv., Verschiedene |
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Donnerstag 22. Dezember 2011 von htm
Die Tabakindustrie hat die unvermeidliche Regulierung von Aroma- und Zusatzstoffen durch die US-Arzneibehörde FDA vorhergesehen. Der Hersteller Philipp Morris hat rechtzeitig klinische Prüfungen durchführen lassen, bei deren Publikation die Risiken laut einer Studie in PLoS Medicine (2011; 8: e1001145) jedoch bewusst verharmlost worden seien.
Heutige Zigaretten enthalten neben dem Tabak noch eine Reihe von Zusatzstoffen, mit denen sich der Geschmack und die Abgabe von Nikotin steuern lassen. Beides hat vermutlich Auswirkungen auf die Initiation und das spätere Suchtverhalten der Raucher. Der Hersteller musste durch die bevorstehende Regulierung der Zusatzstoffe deshalb wirtschaftliche Nachteile befürchten.
Philip Morris hat hierauf frühzeitig reagiert, wie das Team um Stanton Glantz vom Center for Tobacco Control Research and Education an der Universität von Kalifornien in San Francisco recherchiert hat, zu dem auch Thomas Kyriss von der Klinik Schillerhöhe in Gerlingen gehört.
Das Team hat interne Unterlagen des Herstellers ausgewertet, die in den USA im Rahmen von Schadenersatzklagen öffentlich gemacht wurden. Die Legacy Tobacco Documents Library an der Universität von San Francisco hat 11 Millionen Dokumente im Internet veröffentlicht. Mit einer speziellen Suchstrategie gelang es den Mitarbeitern von Glantz einige Dokumente zu finden, die auf das Projekt MIX verwiesen. Es hatte die Auswirkungen von 333 Inhaltsstoffen untersucht. …
(Quelle: aerzteblatt.de, 21.12.11)
Kommentar: Schade, dass nicht auch auf Dokumente der Alkoholindustrie zugegriffen werden kann. Was käme wohl da alles ans Tageslicht?
Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Andere Drogen, Diverse, Dokumente, Gesundheit, Internationales, Medizin, Nichtübertragbare Krankheiten, Statistik, Verbraucherschutz, Wirtschaft |
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Freitag 16. Dezember 2011 von htm
Die katalanische Mittelmeermetropole will nicht zum urbanen Ballermann werden. Jetzt sollen drastische Geldstrafen den Alkoholexzessen entgegenwirken.
Barcelona wird immer mehr das Opfer seines eigenen touristischen Erfolges. Mit Billigfliegern kommen die Besucher aus ganz Europa und USA, mieten sich in einem der zentral gelegenen günstigen Hostals, kleinen Pensionen oder neuen Low-Budget-Hotels ein. In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist die Zahl der der Besucher (1990: 1,73 Mio. / 2010: 7,13 Mio.) und der Übernachtungen rasant gestiegen (1990: 3,79 Mio. / 2010: 14 Mio.).
Das typische Programm für Spaniens zweitgrößte Stadt: Ein bisschen Kultur, katalanische Küche, Shopping – und Amüsieren. Vor allem unter den jungen Besuchern gilt das Motto: Noch schnell ein paar Flaschen aus dem Supermarkt holen und die Party kann beginnen. Am besten gleich an den Rambles, Barcelonas berühmter Flaniermeile. Oder auf einem der lauschigen Plätze des Gotischen Viertels in der Altstadt. Da finden sich garantiert genügend andere zum Mitfeiern.
Und warum in eine Bar gehen, wenn die Stimmung auch draußen so gut ist? So denken viele. Nicht nur Fußballfans, alle möglichen feierfreudigen Jugendlichen (und auch solche fortgeschrittenen Alters) machen den öffentlichen Raum zum Open-Air-Club, trinken, entleeren zwischendurch ihre volle Blase an irgendeiner Hauswand – und hinterlassen Straßen und Plätze wie ein Schlachtfeld. …
Inzwischen ist die Stadtverwaltung tätig geworden. Wer sich in den Tourismus-Informationsstellen, Hotels oder größeren Geschäften von Barcelona umsieht, dem fallen seit einigen Monaten eigentümliche rote Faltblätter in mehreren Sprachen in die Hand: „Stop anstößige Verhaltensweisen – für eine gute Nutzung des öffentlichen Raums“ steht darauf.
Und hinter dem etwas umständlichen Titel verbirgt sich etwas, das man als Bußgeldkatalog bezeichnen könnte. Denn alle unerwünschten Verhaltensweisen sind mit einer entsprechenden Geldstrafe versehen. Zum Beispiel „Stop dem öffentlichen Genuss von Alkohol – 1500 Euro“, „Stop dem illegalen ambulanten Handel – 500 Euro“, „Stop dem Urinieren – 1500“ oder „Stop den Skates und Fahrrädern auf den nicht dafür bereitgestellten Orten – 1500 Euro“. … (Quelle: Google Alkohol News, 15.12.11) welt.de, 15.12.11
Kategorie: Allgemein, Feste und Feiern, Gewalt/Kriminalität, Internationales, Jugend, Konsumhaltung, Statistik, Verhältnis-Präv., Wirtschaft |
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Montag 5. Dezember 2011 von htm
Die brasilianische Fußball-Legende Socrates starb mit 57 – am Alkohol. Socrates galt als einer der brilliantesten Spieler der brasilianischen Seleção.
Er sah nicht gut aus, schon lange nicht mehr. Gezeichnet vom Alkohol und vom höchst ungesunden Leben nach seiner Zeit als einer der besten Fußballer des Planeten. Viele Jahre ist das her, und nun ist auch die Zeit des todkranken Sampaio de Souza Vieira de Oliveira, genannt Socrates, endgültig abgelaufen. Der brasilianische Ex-Star Sócrates ist am Sonntag im Alter von 57 Jahren an den Folgen eines septischen Schocks nach einer Darminfektion gestorben. Brasilien trägt Trauer. … (Quelle: Google Alkohol News, 4.12.11) abendzeitung-muenchen.de, 4.12.11
Kategorie: Allgemein, Geschichten, Internationales, Prominenz, Sport |
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Montag 5. Dezember 2011 von htm
Frankreichs Regierung sagt Alkoholsündern im Straßenverkehr den Kampf an. Ab 2012 müssen französische Autos mit einem Alkohol-Testgerät ausgestattet sein. So will Präsident Nikolas Sarkozy die jährlich steigende Zahl der Verkehrstoten senken. Mit dem Gerät können Autofahrer nach dem Genuss alkoholischer Getränke selbst testen, ob sie noch fahren dürfen. … (Quelle: Google Alkohol News, 2.12.11) rp-online.de, 2.12.11 Kommentar: Ein Tester ist wahrscheinlich kein Schloss. Der Fahrentscheid liegt beim Fahrer.
Kategorie: Allgemein, Internationales, Verhaltens-Präv., Verkehr |
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Montag 5. Dezember 2011 von htm
Holland hat Gnade mit seinen Promillesündern. Wer betrunken erwischt wurde, darf weiter fahren – dann aber erst mal nur mit einem sogenannten Alkoholschloss.
Betroffene stehen künftig vor der Wahl: entweder fahren mit Atemtester – oder fünf Jahre gar kein Auto fahren. Eine einfache Entscheidung? Nur auf den ersten Blick…
So funktioniert’s: Vor jeder Fahrt muss der Fahrer mit klarem Atem in das „Alcoholslot“ pusten. Ähnlich wie bei einer Polizeikontrolle. Misst das Gerät weniger als 0,2 Promille, kann die Fahrt losgehen. Ansonsten sperrt das Schloss den Motor.
Das Gerät wird Fahrern ins Auto eingebaut, die mit 1,3 Promille oder mehr am Steuer erwischt wurden – allerdings auch nur als Teil einer saftigen Strafe. Hinzu kommt eine dicke Geldbuße oder gar Haft. Dann hat sich das Autofahren erst mal ohnehin erübrigt.
Nach erfolgreichen Tests wurde das Gerät von der niederländischen Straßenverkehrsbehörde RDW zugelassen. … (Quelle: Google Alkohol News, 2.12.11) bild.de, 2.12.11
Kategorie: Allgemein, Internationales, Politik, Verhältnis-Präv., Verkehr |
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Freitag 2. Dezember 2011 von htm
Der Rostocker Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) wird eines der fünf Werbegesichter der neuen Kampagne der Hanseatische Brauerei Rostock. „Roland Methling war als Werbegesicht unsere erste Wahl. Wer sonst, wenn nicht der gewählte OB, hat Rostock wirklich im Herzen?“ verteidigt Brauerei-Chef Peter Christian Gliem die Entscheidung. Mit neuen Etiketten und einer neuen Werbekampagne will die angeschlagene Brauerei wieder zur Biermarke Nummer eins in der Stadt aufsteigen. … (Quelle: Google Alkohol News, 1.12.11) ostsee-zeitung.de, 1.12.11
unser Online-Kommentar: Korruption wird sichtbar
Bisher war nur den Fachleuten und den denkenden Mitbürgern klar, was jetzt per Werbe-Plakat offensichtlich wird: Die Vernetzung von Alkoholwirtschaft und Politik. Während die Kommunen unter ihrer grossen Schuldenlast leiden, die nicht zuletzt von hohen alkoholbedingten Sozialkosten herrühren, wird hier die Werbetrommel für eben diesen Alkohol gerührt. Die gleichen Politiker sind auf Grund ihrer engen Verbindungen zur Alkoholwirtschaft auch nicht in der Lage, wirksame Massnahmen zu ergreifen, um die Alkoholprobleme zu vermindern. Wie die Massnahmen aussehen müssten, ist von der Weltgesundheits-Organisation WHO deutlich genug aufgezeigt worden.
Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Internationales, Politik, Sozialkosten, Werbung |
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Freitag 2. Dezember 2011 von htm
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit Urteil vom 11.10.2011 (Az.: VI ZR 46/10) über einen Fall entschieden, bei dem erheblich alkoholisierter Autofahrer mit einem Mietwagen einen Totalschaden verursachte und den gesamten Schaden tragen sollte. In dem Mietvertrag war eine undifferenzierte Haftungsvereinbarung bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit geregelt, wonach der Fahrer den gesamten Schaden tragen sollte. Der BGH hat entschieden, dass diese Klausel unwirksam sei, weil es auf den Grad des Verschuldens ankomme. In dem zugrunde liegenden Fall fuhr der Autofahrer nach einem Streit mit seiner Ehefrau und einem Kneipenbesuch mit einem Mietwagen stark alkoholisiert und mit überhöhter Geschwindigkeit gegen einen Baum. … (Quelle: Google Alkohol News, 1.12.11) schadenfixblog.de, 28.11.11
Kategorie: Allgemein, Gerichtsfälle, Internationales, Verhältnis-Präv., Verkehr |
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Dienstag 29. November 2011 von htm
Angeblich für rund 300 Millionen Euro wird in der Fußballbundesliga jährlich Alkoholwerbung geschaltet. Dies entspräche etwa einem Drittel des gesamten Alkoholwerbeetats in Deutschland. Kaum verwunderlich, dass bislang viele Funktionäre und Vereine durch ihr großes Engagement für Alkohol unangenehm auffallen. Die einschlägigen Verlautbarungen erwecken meist den Eindruck, als könne in Deutschland ohne Bier kein Fußball gespielt werden.
Unlängst nun hat DFB-Präsident Theo Zwanziger, wofür ihm auf keinen Fall auch nur annähernd genug gedankt werden kann, die Vertragsverlängerung des DFB mit dem Werbepartner Bitburger rundheraus in Frage gestellt. Die Bemühungen des DFB in der Alkoholprävention („Alkoholfrei Sport genießen“) auf der einen Seite sowie sein Engagement in der Bierwerbung andererseits stehen in eklatantem Widerspruch. Als Ausweg sieht Zwanziger allerdings die Möglichkeit, dass sich die Bierwerbung im DFB ausschließlich auf alkoholfreies Bier bezieht. Dazu Mechthild Dyckmans, Drogenbeauftragte der Bundesregierung: „Kinder und Jugendliche können in der Werbung nicht zwischen alkoholfreiem und alkoholhaltigem Bier unterscheiden. Sport darf gerade für sie nicht mit Alkohol und damit auch nicht mit Bier verknüpft werden.“
Noch einmal: Großer Dank an Dr. Zwanziger dafür, dass er diesen Stein ins Rollen brachte und an Mechthild Dyckmans für ihr eindeutiges fachliches Statement! (Quelle: Newsletter der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen DHS, 29.11.11)
Kommentar: Wann kommen die andern Verbandsgrössen auf diese Idee?
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