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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Jugend'

CH: Kanton Bern: Bis zehn Uhr darf man weiterhin Alkohol kaufen

Donnerstag 9. Juni 2011 von htm

Das nächtliche Alkohol-Verkaufsverbot im Kanton Bern wird nicht ausgedehnt. Mit 75 zu 67 Stimmen hat der Grosse Rat am Mittwoch einen entsprechenden Vorstoss von Andreas Blaser auch als Postulat abgelehnt.
Blaser (SP/ Steffisburg) forderte ein Alkohol-Verkaufsverbot zwischen 21 Uhr abends und 7 Uhr morgens. Er verwies auf das Beispiel des Kantons Genf: Dort habe sich das seit 2005 geltende nächtliche Verkaufsverbot als wirksame Präventionsmassnahme erwiesen.
Sprecher von SVP, FDP und BDP hielten entgegen, das Verkaufsverbot löse das Problem nicht, schade aber dem Gewerbe. «Jugendschutz ja, aber nicht auf Kosten der KMU», mahnte etwa Moritz Müller (SVP/Bowil). Wichtiger seien regelmässige Kontrollen und Präventionsmassnahmen. …(Quelle: Google Alkohol News, 9.6.11) derbund.ch, 08.06.11 unser Online-Kommentar: Es gibt keine wirksame Alkoholprävention, die nicht der Alkoholindustrie schadet. Schadenrückgang heisst auch Konsumrückgang. Darum plädiert die Weltgesundheitsorganisation immer wieder, dass Alkoholprävention ohne die Industrie geplant werden müsse. Diese ist nur an ihrem Umsatz interessiert.
Gerade die bürgerlichen Parteien lehnen erfahrungsgemäss alle wirksamen Massnahmen ab.

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CH: Alkohol teurer – Damit Junge weniger saufen

Sonntag 5. Juni 2011 von htm

Widmer-Schlumpfs Schnaps-Idee.
Der Liter Bier einen Franken teurer, die Flasche Wein mehr als zwei. Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf brütet über einer neuen «Lenkungsabgabe». Sie soll die Gesundheit schützen. Und unser Portemonnaie leerer machen.
Seit Monaten bastelt man in diversen Berner Amtsstuben an der Einführung einer neuen Lenkungsabgabe. Sie soll Teil des neuen Alkoholgesetzes sein, das zurzeit total revidiert wird. Die Abgabe könnte mehr als eine Milliarde Franken in die Bundeskasse spülen. Lenkungsabgaben sind Zuschläge auf den Verkaufspreis – wie etwa die CO2-Abgabe auf Brennstoffe. Sie sollen das Verhalten der Konsumenten via Portemonnaie «lenken». Und natürlich die öffentlichen Kassen füllen. (Quelle: blick.ch, 5.6.11)auch 20min.ch, 5.6.11, unser Online-Kommentar: Eine Lenkungsabgabe auf allen Alkoholika ist sehr sinnvoll. Wissenschaftlich erwiesen und auch bei uns eine Erfahrungstatsache: Alcopopsteuer 2005 brachte einen Konsumrückgang auf diesen Getränken von ca 75%. Weil es keine generelle Steuererhöhung auf allen alkoholischen Getränken gab, wurde leider stark auf andere, auch selbst gemischte harte Sachen, ausgewichen. Auf der andern Seite führte die starke Reduktion der Schnapssteuer zu einem Konsumanstieg. Um einer generellen Alkoholsteuer politische Akzeptanz zu verschaffen, sollte sie als Lenkungsabgabe geplant werden. D.h. der Ertrag müsste der Prävention dienen, auch kulturelle und sportliche Breitenförderung sind Prävention. Auf www.alkoholpolitik.ch ist eine Projekt-Idee beschrieben, die einen vielleicht gangbaren Weg aufzeigt. Dann müssten Staat, Präventionsfachleute und Medien der Bevölkerung klarmachen, dass es mit einer Alkoholsteuer nur gewinnen kann. (Siehe auch unsern pendenten Leserbrief)

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D: OV: Kaum Gewalt, viel Alkohol

Sonntag 5. Juni 2011 von htm

Jugendliche im Emsland – und generell in den norddeutschen Landkreisen – sind weniger gewalttätig als in der übrigen Republik. Das besagt eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen. Eine gute Nachricht. Das Leben in den Vereinen, die kirchliche Prägung der Region – all dies wirkt sich positiv aus.
Diese Erkenntnis ist nicht neu, eigentlich das Normale. Nur nicht mehr in der scheinbar immer schneller tickenden Zeit. In dieser ist es eine Top-Meldung. Eigentlich schon wieder pervers.
Auch die zweite Meldung überrascht nicht. Jugendliche aus der Region trinken häufiger Alkohol als ihre Gleichaltrigen in Hamburg oder München. Nur die Begründung der Kriminologen erschreckt: Weil es dort Geselligkeit gebe, würde sich die Jugend volllaufen lassen. … (Quelle: Google Alkohol News, 5.6.11) presseportal.de, 4.6.11

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D: Hessischer Wirtschaftsminister plant Verbot von Alkohol-Partys in Gaststätten

Samstag 4. Juni 2011 von htm

Mit einem Verbot von Alkohol-Partys in Gaststätten will Hessen den Jugendschutz verbessern und gegen die vor allem bei jungen Leuten beliebten Saufgelage vorgehen. Den Wirten soll mit einem Bußgeld von 10 000 Euro und sogar mit dem Entzug ihrer Betriebserlaubnis gedroht werden, wenn sie sogenannte Flatrate-Partys oder ähnliche Billig-Angebote machen und ihre Gäste damit zu übermäßigem Alkoholkonsum animieren. … (Quelle: Google Alkohol News, 4.6.11) bild.de, 3.6.11

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CH: Dialogwoche Alkohol – unsere Beteiligung

Donnerstag 2. Juni 2011 von htm

Aktionswoche vom 21. bis 29. Mai 2011

Logo Dialogwoche Mai 2011

Aktions-Logo

Links zu nützlichen Adressen:

Dialogwoche-Webseite
Diskussions-Möglichkeiten
Unsere Projekt-Idee
Aufruf für eine wirksame Schweizer Alkoholpolitik
Unterschriften-Liste zum Sammeln
– Plakat mit unserer Homepage: 31 Bx61cm H, 61 Bx34cm H, 61 Bx74cm H,
WHO-Resolution für eine Globale Alkohol-Strategie
Unsere Leserbriefe und Kommentare (Online-Alias „Kontrabass“)

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Während und nach der Aktionswoche

Kommentare zu Radio- und Fernsehsendungen, sowie Zeitungsartikeln und Internetforen

Tages-Anzeiger: „Ein Hoch des Stdtrats auf den Rausch“, am 3.6.11

Winterthurs Sozialvorsteher Nicolas Galladé (SP) stösst mit seinem Lob auf den Rauschzustand auf Kritik.
Die Aussage erstaunt und polarisiert: «Selbst der Rausch hat positive Seiten», sagte Winterthurs Stadtrat Nicolas Galladé (SP) in einem Interview im «Landboten» vom Mittwoch. Der Sozialvorsteher, der auch für Prävention und Suchthilfe in der Stadt zuständig ist, sprach freimütig über «Sonnenseiten und Schattenseiten des Alkoholkonsums» und darüber, dass die Menschheit schon immer den Rausch gesucht habe.
So hätte das Galladés Vorgängerin im Stadtrat, Nationalrätin Maja Ingold (EVP), niemals gesagt. «Das kann als Steilpass zum Rauschtrinken verstanden werden», sagt sie und verweist auf das Jugendschutzkonzept Winterthurs, das einen «risikoarmen Alkoholkonsum» postuliert. «Ein Rausch ist auf jeden Fall riskant. Der Betroffene gefährdet sich selbst und eventuell Dritte.» … (Quelle: Tages-Anzeiger, 3.6.11) Kommentar: Mehrere kritische Stimmen kommen zu Wort, dann kann sich der Stadtrat ausführlich verteidigen. Er merkt leider nicht, dass seine Haltung jedwelchen Alkoholkonsum fördert. Den Ist-Zustand zu verteidigen ist keine Prävention. Dabei wäre sein Vorbild als Sozialvorsteher und das seiner Stadtratskollegen in die andere Richtung gefragt.

Tages-Anzeiger, Seite Zürcher Oberland: „Ein lebenslanger Kampf gegen den Rausch“; (Interview in eigener Sache) am 3.6.11
Interview mit Foto, das ich einem jungen Journalisten gab. In einer Art Kurzbiographie bringt er einige Stationen meines Lebens, schreibt über meine Motivation für diese Arbeit, die Entstehung und das bevorstehende Ende der regelmässigen Aktivitäten dieser Webseite nach vollen 10 Jahren Freiwilligenarbeit. Bemerkenswert, dass das Interview überhaupt erschien, dass es nur auf der Regionalseite erschien, dass es im Internet (bis jetzt) nur über die Suchmaschine zu finden ist, dass gleichzeitig in der Vollausgabe ein ebenso grosser Artikel über einen Winterthurer Stadtrat veröffentlicht wurde, der in der Regionalzeitung „Der Landbote“ den Rausch als auch positiv dargesstellt hatte. Es kommen darin kritische Stimmen zu Wort und der Stadtrat verteidigt seine Position. (Siehe unsern Artikel und Leserbrief dazu.)

Der Landbote, Winterthur: „Die Stadt schenkt weiterhin Alkohol aus“, am 1.6.11
Stadtrat Nicolas Galladé (SP) zieht nach der Dialogwoche „Alkohol“ Bilanz. Er erklärt, warum die Stadt an ihren Apéros weiterhin Wein ausschenken wird und wie er es selbst mit dem Alkohol hält.
Siehe unsern Leserbrief dazu.

Tages-Anzeiger vom 28.5.11 „Wer gerne trinkt, muss auch den Kater lieben“.
Der Kunsthistoriker Peter Richter feiert in seinem neuen Buch die Freude am Trinken. Er sieht sie ernsthaft in Gefahr.
Der 37-jährige Schriftsteller und Kulturjournalist («Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung») schreibt an gegen den Druck der Präventionspolitiker. Sein Buch «Über das Trinken» (Goldmann, München) durchsetzt eine amüsante Kulturgeschichte des Alkohols mit Kapiteln zur Politik und Literatur, zum Saufen und Trinken. Dazwischen berichtet Richter von eigenen Erfahrungen – leidvollen und anderen. Er verklärt und verdammt nicht, schreibt geistreich und gescheit. Wenn auch, dies der einzige Einwand, allzu süffig. (jmb) Kommentar: Nun hat auch der Tages-Anzeiger wie die NZZ (abgesprochen?) am Ende der nationalen Dialogwoch „Alkohol“ die Diskussion mit einem wie Richter schreibt „amüsanten“ Beitrag „bereichert“, der dem schwersten sozialmedizinischen Problem der Schweiz in keiner Weise gerecht wird und falsche Informationen verbreitet. Offenbar ist dies die einzige journalistische Spielart, die unter dem Druck der Alkohollobby noch möglich ist. So weit ist unsere Pressefreiheit verkommen! Wo ist die sogenannte Presse-Kritik? Und der Schweizer Presserat mit seinen schönen Rechten und Pflichten des Journalisten? (siehe unsern am 4.6.11 veröffentlichten Leserbrief)

Der Landbote (Winterthur): Vier Experten, zehn Zuhörer am 25.5.11 (Artikel nicht online)

Informationsabend über Jugend und Alkohol. Die auch enttäuschten Veranstalter werden sich Fragen stellen: Wurde für den Anlass lokal genügend geworben? Versprachen die Referenten neue Erkenntnisse oder kritische Voten, die eine lebhafte Diskussion erwarten liessen? Meiner Einschätzung nach ist das magere Interesse auch darauf zurückzuführen, dass in Winterthur seit jeher eine alkoholfreundliche Politik betrieben wird. Die Verbundenheit mit der Haldengut-Bier-Geschichte sitzt noch tief. Die Alkohol-Testkauf-Ergebnisse sind immer noch katastrophal, weil die Behörden zu wenig einschreiten. Das Albanifest, das Oktoberfest, die Saufkultur von Studenten, das prägt die allgemeine Ansicht, man kann ja doch nichts machen, es gehört halt dazu. Also wozu einen solchen Anlass besuchen?
In den Referaten wurde die aktuelle Situation beleuchtet aber nach dem Lesen des Berichts, besteht der Eindruck, dass keiner der Fachleute auf die gesellschaftliche Relevanz des Alkoholproblems aufmerksam gemacht hat. Es ging eigentlich nur um die Feuerwehreinsätze bei aufkommenden Problemen, aber nicht darum, die Probleme und Schäden nicht entstehen zu lassen. Ganz dem Motto der Dialogwoche entsprechend: Die Alkoholindustrie darf nicht geschädigt werden. Also ja keine Alkoholpolitik! Der Bundesrat könnte ja genötigt werden, Nägel mit Köpfen beim neuen Alkoholgesetz zu machen. Wozu nun diese Dialogwoche?

NZZ: Platzverbot für König Alkohol am 25.5.11

Der Deutschland-Korrespondent der NZZ lässt seinen Frust los, indem er auf einer Achterbahn der Gefühle Argumente und Informationen durcheinanderwirbelt, um am Schluss noch auf das Recht auf Rausch zu plädieren. Ein wirklich “hilfreicher” Beitrag zur nationalen Dialogwoche “Alkohol”. Der NZZ fehlt es offenbar an schweizerischen Fachjournalisten auf diesem Gebiet oder sie will bewusst keinen konstruktiven Beitrag leisten. Die Wirtschaft könnte es übel nehmen. (Siehe auch pendenten Leserbrief)

DRS1, Espresso, am 24.5.11

Das Interview mit dem Direktor der Eidg. Alkoholverwaltung zeigte, dass er sich nur als Verwalter der Spirituosen versteht, obwohl sein Amt offenbar die Zuständigkeit in der Alkoholfrage beansprucht. Die Frage nach höheren Steuern beantwortete er ziemlich ausweichend und erwähnte nicht, dass der Schnaps nur etwa 20% des Alkoholkonsums ausmacht. Wenn eine Alkoholabgabe etwas bewirken soll, muss sie auf die gesamte Alkoholpalette ausgeweitet werden, sonst gibt es nur wieder Verlagerungen auf andere Getränke. Und die Alkoholprobleme werden ja auch durch den Konsum aller Alkoholika verursacht.
Der Widerstand der Alkohollobby ist natürlich vorprogrammiert.
Immerhin ist es bemerkenswert, dass das Schweizer Radio im Rahmen der nationalen Dialogwoche „Alkohol“ nun einmal dieses Thema ansatzweise berücksichtigt hat.

Coop-Zeitung vom 24.5.11, Seite 98 und Online-Forum

Das Heraufsetzen des Mindestalters ist eine von mehreren sinnvollen Massnahmen, wenn eine Gesellschaft ihr Alkoholproblem entschärfen will. Die Widerstände gegen ein Mindestalter sind immer die gleichen, egal bei welchem Alter. Auch wenn einige das Gesetz umgehen, ist der Effekt per Saldo eben doch vorhanden und wertvoll.
Wer von seinen Alkoholerfahrungen auf die Gesamtheit der Bevölkerung schliesst, unterliegt einer Selbsttäuschung.
So gesehen ist die Massnahme von Coop sinnvoll. Dass Coop damit Imagepflege betreibt, um ihre Rolle als grösster Alkoholhändler in der Schweiz zu bemänteln, ist ein anderes Kapitel. Mit ihrer aggressiven Tiefpreispolitik auf dem Alkoholsektor hat sie einen grossen Anteil am Leid und and den gesellschaftlichen Kosten, die das Alkoholproblem uns verursacht.


SF1, Tagesschau am 23.5.11

Es ist positiv zu vermerken, dass der Trend der an Minderjährige verkauften alkoholischen Getränke nach unten zeigt. Aber nach 10 Jahren immer noch rund ein Viertel ungesetzliche Verkäufe sind immer noch viel zu viele. Hinter diesen Zahlen stehen Tausende von Jugendlichen, die sich an den Alkoholkonsum gewöhnen und viele von ihnen werden später Alkoholprobleme haben mit Folgen für die ganze Gesellschaft.
Es ist nun dringend nötig, dass die eidg. Räte die gesetzlichen Grundlagen schaffen, damit die Kantone häufiger kontrollieren und härter strafen. Sonst wird es immer noch viele Wirte und Händler geben, die lieber an den Jugendlichen verdienen als den Jugendschutz einzuhalten.

SF1, 10 vor 10 am 23.5.11

Erfreulich, dass das staatliche Fernsehen im Rahmen der nationalen Dialogwoche „Alkohol“ auf die Problematik der vielen alkoholbehinderten Kinder und Jugendliche aufmerksam macht.
Mir fehlten zwei wichtige Hinweise:
Hinweise auf weitere Stellen, die solchen Kindern Hilfe anbieten. Auch gibt es spezielle Internetangebote.

Die Frage, was unternommen werden müsste, damit diesen Kindern eine solche Jugend erspart bleibt, d.h. dass es weniger Alkoholabhängige gibt, scheint mir zentral zu sein. Sie wurde nicht gestellt. Das ist die Frage nach der wirksamen Prävention, die der Bundesrat und das Parlament nächstens beantworten müssen. Bisher haben sie sich unter dem Druck der Alkoholwirtschaft immer darum herum gedrückt und riesige Kosten und grosses Leid verursacht.

SF1, „PULS“: Wie gefährlich ist Alkohol? am 23.5.11

Die Auswahl der Teilgebiete der Alkoholfrage und ihre Präsentation waren in diesem beschränkten Rahmen sinnvoll und gut dargestellt. Es wäre zu wünschen, dass das Schweizer Fernsehen einzelne Themen vertiefen wird. Nicht zur Sparache kamen vor allem das Ausmass der Schäden und die Notwendigkeit, diese zu reduzieren. Dabei müsste die Einsicht zunehmen, dass trotz über 100 Jahren Alkoholprävention es nicht gelungen ist, die Eigenverantwortung derart zu stärken, dass der krankmachende und der risikohafte Konsum massiv zurückgeht. Dies kann nur durch Verhältnisprävention des Staates erreicht werden. (Auf der Webseite „PULS“ gibt es detailliertere Angaben. Zur Sendung gehörte auch ein Beratertelefon und Internet-Chat.)

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Ich spreche über Alkohol, weil

– ich in einer alkoholbelasteten Familie aufwachsen musste und die Not der über 100’000 Kinder in der Schweiz, die ähnliches erleben, selber erfahren habe;

– ich erleben durfte, dass mein Vater mit Hilfe einer Abstinenten-Gruppe den Weg aus der Abhängigkeit fand und ich aus Solidarität mitging und die Alkoholproblematik von Grund auf kennenlernte;

– seither die Alkoholindustrie auch die Frauen und die Jugend mit ihrem Marketing zu Betroffenen machte;

– die Alkoholindustrie immer mehr auch die Medien und die Politik zu willfährigen Werkzeugen ihrer Marktmacht zu     instrumentalisieren vermochte;

– die Alkoholindustrie sogar Teile der Wissenschaft für ihre Zwecke einspannt und uns suggeriert, Alkohol sei gesund;

– die Bevölkerung unter den alkoholbedingten Schäden direkt oder indirekt leidet und ein Leben lang ungefragt die immensen alkoholbedingten Sozialkosten bezahlen muss;

– für mich Gerechtigkeit und Menschenwürde noch eine Bedeutung haben;

– der Jugendalkoholismus eine ernsthafte Bedrohung für die kommenden Generationen und unser Land darstellt;

– ich, seit ich vor 10 Jahren mit meiner Webseite begonnen habe, immer wieder von Fachleuten zu dieser Arbeit angespornt worden bin, die oft nicht selber direkte Wahrheiten aussprechen dürfen, weil sie politische Rücksichten nehmen müssen.

– ich mich in meinem Anliegen vermehrt bestärkt fühle, seit auch die Weltgesundheitsorganisation und die EU mit grossem Einsatz für Verbesserungen kämpfen und ich die mit mir zum Teil befreundeten dortigen Fachleute unterstützen möchte;

– ich hoffe, dass die Wirtschaftsverbände endlich einsehen, dass ihre Verhinderung einer wirksamen Alkoholpolitik dem Land und ihnen selber schadet;

– ich hoffe, mit meinen Informationen dazu beizutragen, dass die Bevölkerung lernt,  ihre eigenen Interessen wahrzunehmen und die Politik dazu drängt, endlich ihre Verantwortung zu übernehmen und für eine wirksame Alkoholpolitik zu sorgen;

– ich hoffe, dass viele Bewohner unseres schönen Landes den Aufruf für eine wirksame Alkoholpolitik mitunterzeichnen, damit Bundesrat und Parlament die neue Alkoholgesetzgebung so gestalten, dass der Alkoholkonsum generell deutlich zurückgeht und damit auch die vielfältigen alkoholbedingten Schäden.

UND SIE?
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14.04.2011:
Heute ist die Einladung zum Kickoff-Event der Aktion am 20.5.11 eingetroffen.
Zwei Details sind bemerkenswert:
a) Es sollen keine politischen Themen diskutiert werden
b) Es werden auch alkoholische Getränke verkauft.
Das Bundesamt für Gesundheit hält nichts von Vorbildwirkung und unterstützt das Alkoholgewerbe. Dies im Gegensatz zur WHO, die schon vor Jahren festhielt, Alkoholprävention könne nicht mit der Alkoholindustrie geplant werden. Interpretiert man den heutigen Tages-Anzeiger Artikel über die kürzliche EU-Krebsforschung, muss man schliessen: Das BAG fördert zusätzliche Krebserkrankungen.

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D: Wangerland: Nur ein Geschäft verweigert 15-Jähriger Alkohol

Donnerstag 2. Juni 2011 von htm

Zehn von elf getesteten Geschäften im Wangerland haben einer 15-Jährigen alkoholische Getränke verkauft. Das ist das erschreckende Ergebnis von Testkäufen.
Das Jugendamt des Landkreises, das Ordnungsamt der Gemeinde Wangerland sowie die Polizei hatten in den Abendstunden gemeinsam mit der Testkäuferin elf Geschäfte besucht, darunter Supermärkte, Drogerien, Kioske und Tankstellen. Die überwiegende Zahl der Verkäufer verzichteten ganz auf die Vorlage des Ausweises, anderen war die Altersangabe auf dem vorgezeigten Ausweis offenbar egal: Sie verkauften dennoch Alkohol – Sechserträger Bier oder bierhaltige Getränke – an die 15-jährige Schülerin. Zehn von elf Läden sind auf diese Weise aufgefallen. … (Quelle: Google Alkohol News, 2.6.11) nwzonline.de, 1.6.11 Kommentar: 91% sind auch für erstmalige Kontrollen ein „Spitzenergebnis“. Leben die Verkäufer auf dem Mond? Da helfen nur massive „Quittungen“ und weitere Testkäufe.

Kategorie: Alkohol-Testkäufe, Allgemein, Internationales, Jugend, Kinder, Statistik, Verhältnis-Präv. | Keine Kommentare »

CH: Schwarzer Fussball-Frühling

Mittwoch 1. Juni 2011 von htm

Der Fussballverband sträubt sich gegen härtere Massnahmen gegen Hooligans
Die Gewalt bei Fussballspielen hat in diesem Frühling überdurchschnittlich zugenommen. Die Massnahmen gegen Hooligans greifen zu wenig.
Sie haben Scheiben eingeschlagen, Verkleidungen von Beleuchtungskörpern heruntergerissen und Handfeuerlöscher geleert. Während der Aufenthalte in Bahnhöfen schmissen sie Flaschen aus dem Zug und verletzten einen Passanten: die Fans des FC Sion, als sie am Sonntag zum Cup-Final nach Basel fuhren. Der Schaden, den die Hooligans im Extrazug angerichtet haben und den die SBB bezahlen müssen, geht in die Zehntausende von Franken. … (Quelle: NZZ, 31.5.11) Kommentar:Grosser Artikel aber kein Wort über Alkohol. Letztes Jahr drei Millionen Franken ungedeckte Schäden, massiv verbilligte Billette, alles zahlt der SBB-Kunde.

Kategorie: Allgemein, Gewalt/Kriminalität, Jugend, Schweiz, Sozialkosten, Sport, Statistik, Verbraucherschutz, Verhältnis-Präv., Verkehr | Keine Kommentare »

Zürich: Testkäufer sind stolz auf ihren Erfolg

Mittwoch 1. Juni 2011 von htm

Gegner von Alkohol-Testkäufen argumentieren gern mit dem gefährdeten Wohl der jungen Testpersonen. Diese zeigen dafür kein Verständnis: Sie sind vom Nutzen ihrer Einsätze überzeugt. (Quelle: Tages-Anzeiger, 1.6.11, nicht online) Kommentar: Ein grosser Artikel nimmt meine Argumente auf, die ich in meinem Leserbrief vom 12./15.4.11 angeführt hatte. Im Gespräch erzählen 4 Jugendliche von ihren positiven Erfahrungen, die vom Leiter der Prävention beim Blauen Kreuz Zürich, Daniel Isenring, bestätigt werden. Es sei auch für die Testkäufer schwieriger geworden, an Alkohol zu kommen. Das erfülle sie mit Stolz. – Über die rechtliche Situation wird in einem separaten Kasten berichtet.

Kategorie: Alkohol-Testkäufe, Allgemein, Jugend, Neues Alkoholgesetz (CH), Politik, Schweiz, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen | Keine Kommentare »

Bern: Polizei setzt Zeichen gegen Alkohol- und Gewaltexzesse

Mittwoch 1. Juni 2011 von htm

Mit einer Präventionswoche will die Kantonspolizei Bern ein Zeichen gegen Alkohol- und Gewaltexzesse bei Jugendlichen setzen. Vom 6. bis 11. Juni soll die Bevölkerung im ganzen Kanton für diese Themen sensibilisiert werden.
Praktisch jeden Tag stünden Polizisten wegen Gewalt von Jugendlichen und übermässigem Alkoholkonsum im Einsatz, heisst es in einem Communiqué vom Dienstag. … (Quelle: Google Alkohol News, 1.6.11) bernerzeitung.ch, 31.5.11

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Köln: Grüne wollen Alkohol-Werbung an Karneval verbieten

Mittwoch 1. Juni 2011 von htm

Bekommt Köln eine Plakat-Prohibition? Die Grünen machen jetzt den ersten Anlauf. In der Bezirksvertretung Innenstadt beantragen sie, dass die Kölner Außenwerbung während der Karnevalstage auf Werbung für alkoholischen Produkte verzichten soll.
„An diesen Tagen sind Jugendliche durch Alkohol besonders gefährdet“, so Fraktionschefin Roswitha Berscheid. Und all die Bemühungen der Stadt gegen den Missbrauch würden durch Alkohol-Werbung „konterkariert“. So plakatiert Köln etwa für die Aktion „Keine Kurzen für die Kurzen“. (Quelle: Google Alkohol News, 1.6.11) express.de, 31.5.11 Kommentar: Die grössere Alkoholwerbung bietet da wohl die Erwachsenen-Gesellschaft.

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