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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Andere Drogen'

Warum wird Alkohol toleriert und nur der Tabakkonsum angegriffen?

Donnerstag 25. November 2010 von htm

Unsere Antwort auf www.gutefrage.net
Als nach der industriellen Revolution die Massenproduktion von Alkohol (Kartoffelschnaps) die Armen noch ärmer machte, wurden erste Antialkoholgesetze erlassen. In Amerika und England waren es die Frauen, (Suffragetten) die auf der Strasse damit ihre politischen Rechte erkämpften. In der Schweiz waren es die Liberalen, die das Alkoholgesetz durchbrachten.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Alkohol das grosse Geschäft von globalen Konzernen, die mit immer raffinierteren Marketingmethoden zuerst die Frauen, dann auch die Jugendlichen und Kinder zum Alkoholkonsum verführten. Die Politik hat sich darauf beschränkt, je nach Land bescheidene Alkoholsteuern vor allem auf Spirituosen zu erheben, um das Budget zu entlasten, nicht um damit die alkoholbedingten Schäden zu verringern. (Ausnahme: Schweizer Alkoholzehntel in bescheidenem Umfang)

Die Politik hat sich bisher sehr widerstandsfähig gegenüber der wissenschaftlichen Forschung erwiesen, die sie einfach nicht zur Kenntnis nimmt und immer wieder sogenannt politische Entscheide trifft, d.h. die Interessen der Alkoholindustrie stärker gewichtet als die der Volksgesundheit. Seit Mai dieses Jahres ist auch allen klar, was getan werden müsste: Die WHO hat einstimmig eine globale Alkohol-Strategie verabschiedet, in der sie die alkoholbedingten Schäden aufzeigt und wie sie wirksam reduziert werden könnten. Die Regierungen haben unterschrieben und sie in den Schubladen versenkt. Die WHO hat in diesem Zusammenhang erwähnt, wir seien alle Passivtrinker, weil wir ungefragt ein Leben lang horrende Sozialkosten bezahlen und unter verminderter Lebensqualität leiden.

Und kürzlich haben englische Wissenschafter den Alkohol zur gefährlichsten Droge erklärt, wenn die Wirkung auf die Gesellschaft mitberücksichtigt wird. Dass die Politik nicht aktiv wird, hängt damit zusammen, dass die Bevölkerung sich nicht wehren kann, weil sie nicht informiert ist. Die Massenmedien berichten nur über Schäden, aber nicht über die Notwendigkeit, die möglichen Massnahmen dagegen zu ergreifen. So entsteht ein Gefühl des „man kann ja doch nichts machen!“

Die Politik wird gegenwärtig vor allem von bürgerlichen Parteien dominiert, deren Ideologie von der Selbstverantwortung geprägt ist. Darin enthalten ist das Recht auf den Suff, die Suchtkrankheit, die Selbstzerstörung. Sie glauben an diese Freiheit, merken aber nicht, dass wir alle von der Alkoholindustrie und ihren Vasallen in Geiselhaft genommen worden sind und wie oben erwähnt als Passivtrinker unsere Freiheit verloren haben. Dass die Freiheit des Einzelnen aufhört, wo die des Nächsten beschnitten wird, lassen sie höchstens als verbales Eingeständnis pro Forma gelten.

Auf meiner Webseite https://www.alkoholpolitik.ch habe ich einleitend geschrieben: „Alkoholpolitik ist in der Schweiz wie auch in andern Ländern ein eher unbeliebtes Thema, weil sehr oft die eigene Konsumhaltung, wirtschaftliche Eigeninteressen oder einfach die gesellschaftliche Wirklichkeit einer objektiven Betrachtungs- und Handlungsweise im Wege stehen.“ Zur Konsumhaltung wäre noch zu vermerken, dass jeder, der einmal ein Bier getrunken hat, glaubt, er sei jetzt ein Fachmann der Alkohologie. Die Web-Foren sind voll von Beiträgen dieser „Fachleute“. Es ist sehr schwierig, mit solchen Leuten eine Mehrheit für eine wirksame Alkoholprävention zu erreichen.

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D: Forschungsförderung Suchtmittelkonsum während Schwangerschaft

Mittwoch 17. November 2010 von htm

Zur weiteren Verhinderung pränataler Schädigungen hat das Bundesministerium für Gesundheit eine Förderung unter dem Titel „Neue Präventionsansätze zur Vermeidung und Reduzierung von Suchtmittelkonsum in Schwangerschaft und Stillzeit“ ausgeschrieben. Nähere Informationen finden Sie hier.
Gegenstand der Förderung sind Modellprojekte, die neue und zielgruppenspezifische Ansätze zur Prävention, vor allem von Tabak- und/oder Alkoholkonsum, im Einzelfall auch von Drogenkonsum in der Schwangerschaft und Stillzeit, entwerfen und umsetzen. (Quelle: DHS Newsletter 9-10)

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D: Suchtmediziner fordert radikale Entmystifizierung der Drogen

Montag 15. November 2010 von htm

Der Suchtmediziner und Schriftsteller Jakob Hein hat scharfe Kritik an dem Umgang unserer Gesellschaft mit Alkohol und Drogen geübt. Es sei äußerst problematisch, Kindern und Jugendlichen klarzumachen, sie sollten keine Drogen nehmen, wenn die Erwachsenen um sie herum selbst ihrer jeweiligen Sucht nachgehen, sagte der an der Berliner Charité arbeitende Psychiater dem Nachrichtenmagazin “Focus”. … (Quelle: Google Alkohol News, 14.11.10) news-adhoc.com, 14.11.10

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D: Das Phänomen Komasaufen bleibt ein Problem

Sonntag 14. November 2010 von htm

Der Junge konnte nicht mehr laufen. Mitten in der Woche, nachmittags um fünf. 2,14 Promille hatte der Schüler im Blut, als Polizisten ihn Anfang Oktober in Fürstenwalde (Oder-Spree) aufgriffen. Der 14-Jährige kam in ein Krankenhaus, anschließend wurde das Jugendamt informiert.
In Berlin wäre der Junge ein Fall für die „Soko Suff“. Seit zwei Jahren sind 24 Mitarbeiter des Bezirksamtes Berlin-Neukölln jedes Wochenende auf der Straße und in Kneipen unterwegs, um betrunkene Minderjährige aufzulesen. Insgesamt 303 alkoholisierte Jugendliche hat die Berliner Sonderkommission bereits aufgegriffen. Allein in diesem Jahr wurden zudem 59 Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz in Gaststätten und Verkaufsstellen geahndet. …(Quelle: Google Alkohol News, 13.11.10) maerkischeallgemeine.de, 13.11.10

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CH: Günstige Zigaretten und Alkohol auch für Einreisende

Sonntag 14. November 2010 von htm

National- und die Wirtschaftskommission des Ständerates befürworten zollfreies Einkaufen in Duty-Free-Läden auch bei Reiseankunft. Die Gegner sehen in der Massnahme einen Widerspruch zur Drogenprävention. (Quelle: Google Alkohol News, 12.11.10) Tages-Anzeiger, 12.11.10 unser Online-Kommentar: Prävention heisst vorbeugen. Diese neue Regelung fördert das Gegenteil, den Alkohol- und Tabakkonsum. Dies widerspricht den Interessen der gesamten Bevölkerung, denn sie bezahlt ein Leben lang an die horrenden alkohol- und tabakbedingten Sozialkosten und leidet unter der verminderten Lebensqualität. Die WHO nennt uns deshalb Passivtrinker. So sieht unsere Freiheit aus.

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Ö: Drogenkonsum als „Lebensabschnittsproblem“

Freitag 29. Oktober 2010 von htm

Viele Österreicher haben Erfahrungen mit illegalen Suchtgiften gemacht, dann aber damit aufgehört. Ganz anders schaut es bei Tabak und Alkohol aus. Todesfälle mit Drogen-Bezug gibt es noch öfter: Allein in Wien hat die Polizei im Vorjahr 230 bearbeitet.
Der Konsum von illegalen Suchtgiften ist in Österreich zum überwiegenden Teil ein „Lebensabschnittsproblem“. Konsumenten von Cannabis und Co. lassen zu einem weithöheren Maße wieder von den Drogen ab als Konsumenten von Alkohol oder Nikotin von diesen Substanzen (siehe Grafik) . Das ist eine der Hauptaussage des „Berichts zur Drogensituation 2010“. (Quelle: Google Alkohol News, 29.10.10) kurier.at, 28.10.10

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Darmkrebs: Fünf Lebensstil-Tipps für ein geringeres Risiko

Donnerstag 28. Oktober 2010 von htm

Fast ein Viertel aller Darmkrebserkrankungen ließen sich vermeiden, wenn die Menschen die Ratschläge für einen gesunden Lebensstil befolgen würden – und zwar hinsichtlich Bewegung, Bauchumfang, Nikotin- und Alkoholkonsum sowie Ernährung. Dieses Fazit ziehen dänische Forscher aus der Auswertung der Daten von mehr als 55.000 Erwachsenen. Sogar kleine Änderungen in der Lebensweise hätten einen entscheidenden Einfluss auf das Risiko für Darmkrebs (Kolorektales Karzinom), schreiben die Forscher im Fachmagazin „British Medical Journal“ (doi: 10.1136/bmj.c5504). (Quelle: netdoktor.de, 27.10.10)

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Süchte der Jugendlichen Niederösterreichs: Ein Drittel raucht

Sonntag 3. Oktober 2010 von htm

Ein Drittel von Niederösterreichs Jugendlichen beziehungsweise die Hälfte der 17- bis 18-Jährigen raucht regelmäßig, Alkohol konsumieren zwei Drittel „gemäßigt“. Das ergab eine aktuelle Studie der NÖ Landesakademie.
Das Rauschtrinken („Binge drinking“) ist der Studie zufolge bei Burschen deutlich weiter verbreitet als bei Mädchen. Bei der Getränkepräferenz liegen Alcopops mit rund drei Viertel an der Spitze, bei Burschen gefolgt von Bier. (Quelle: orf.at, 3.10.10)

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Rumänen geben 3 Mia.€ für Alkohol und Tabakwaren aus

Montag 20. September 2010 von htm

Rund 10% ihrer Lebenshaltungsausgaben blättern die Rumänen jährlich für alkoholische Getränke und Tabakwaren hin, bezeigt eine Studie des europäischen Statistikamts Eurostat. Seit 2008 rückt Rumänien immer mehr im europäischen Alkoholkonsum-Ranking auf − laut Eurostat konsumiert zurzeit hierzulande jeder Erwachsene durchschnittlich 11,6 Liter reinen Alkohol im Jahr. (Quelle: Google Alkohol News, 20.9.10) punkto.ro, 19.9.10

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Was kosten uns die Süchte?

Samstag 18. September 2010 von htm

Der Tages-Anzeiger bringt einige Zahlen zu verschiedenen Süchten. Z.B. koste ein Alkoholiker der Allgemeinheit 6800 Franken. Dann heisst es, die Alkoholiker kosten das Land 7 Milliarden Franken. (Quelle: Tages-Anzeiger, 18.9.10) Kommentar: Mit 7 Milliarden sind wohl die gesamten alkoholbedingten Sozialkosten gemeint, die vor Jahren in einer Untersuchung auf 6,5 Milliarden beziffert wurden. Wenn man diese 7 Milliarden mit den rund 300’000 Alkoholikern vergleicht, ergibt das einen Anteil von 23’333 Franken pro Alkoholiker. Die 7 Milliarden werden zu einem kleinen Teil von den Alkoholikern verursacht. Beteiligt sind in stärkerem Mass (doppelt) risikoreicher und mässiger Konsum, d.h. der Gesamtkonsum. Deshalb muss Prävention den Gesamtkonsum erreichen. Das heisst auch, dass wir pro Kopf der Bevölkerung im Durchschnitt rund 900 Franken (oder 450 Fr. reale Kosten) jährlich ungefragt ein Leben lang an diese Sozialkosten als Steuern sowie Kranken- und Versicherungsprämien zahlen. Die Gewinne bleiben beim Alkoholkapital.

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