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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für Mai 2011

CH: Nationalratskommission zum Kinder- und Jugend-Förderungsgesetz

Montag 23. Mai 2011 von htm

Als Kommission des Zweitrates widmete sich die WBK-N dem Kinder- und Jugend-förderungsgesetz (KJFG; 10.087 s). Mit dieser Vorlage wird das Bundesgesetz vom 6. Oktober 1989 über die Förderung der ausserschulischen Jugendarbeit (Jugendförderungsgesetz, JFG) totalrevidiert. Den Bedürfnissen der sich wandelnden Gesellschaft soll Rechnung getragen und das Engagement des Bundes in der Kinder- und Jugendpolitik innerhalb der bestehenden verfassungsmässigen Zuständigkeiten (Art. 67 Abs. 2 BV) soll mit der Vorlage verstärkt werden (s. Medienmitteilung der WBK-S vom 21. Januar 2011).
Vor der Eintretensdebatte hörte die WBK-N eine Vertretung der grossen Jugendverbände (Pfadi, Jubla, Cevi) an. Die Kommission lehnte einen Antrag auf Nichteintreten ab und trat mit 17 zu 6 Stimmen bei 3 Enthaltungen auf die Vorlage ein. Anlass zu Diskussionen gab die Festlegung der Zielgruppen. Der bundesrätliche Entwurf setzt die obere Altersgrenze auf 25 Jahre fest, da der Abschluss der beruflichen Ausbildung bzw. die Beendigung der Studienzeit und die gesellschaftliche berufliche Eingliederung in der Regel vor dem 30. Altersjahr stattfindet. Eine Minderheit verlangt eine Erhöhung der Altersgrenze auf 30 Jahre. … (Quelle: Medienmitteilung WBK-N, 23.5.11) Kommentar: Förderung der Jugendverbände ist auch Alkoholprävention. Eine grosszügige Ausgestaltung wäre wünschbar. Hat dies die Kommissionsmehrheit begriffen?

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Die Weltgesundheitsorganisation unter Druck

Sonntag 22. Mai 2011 von htm

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht sich gezwungen, etwa 300 Mitarbeiter zu entlassen. Das geht aus dem Bericht hervor, den WHO-Generaldirektorin Margaret Chan diese Woche in Genf auf der Jahresversammlung der Organisation unterbreitet hat.
Aus den Dokumenten geht hervor, dass auf Antrag der massgeblichen Regierungen das Budget bis 2013 um mindestens eine halbe Milliarde Dollar gekürzt werden muss. Chan macht dafür die Wirtschaftskrise in zahlreichen Ländern und den Wertverlust des Dollars verantwortlich. »Wir erhalten unsere Mittel in Dollar und bezahlen unsere Angestellten in Schweizer Franken«, erklärte sie.
Am Freitag verabschiedete die bis zum 24. Mai dauernde Weltgesundheitskonferenz das Budget für 2012 und 2013. Danach stehen der Organisation in den nächsten zwei Jahren nur mehr 3,958.979.000 Dollar zur Verfügung. … (Quelle: Journal21.ch, 21.5.11)

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CH: Alkohol und Tabak an Jugendliche verkauft

Sonntag 22. Mai 2011 von htm

Die Zürcher Stadtpolizei führte am letzten Mittwoch mit 13 – 15-jährigen Schülerinnen und Schülern in 17 Läden, Kiosken und Tankstellenshops Testkäufe durch. In 7 (41%) erhielten sie problemlos Alkohol und/oder Tabakwaren. Die fehlbaren Verkäufer wurden verzeigt. (Quelle: Tages-Anzeiger, 21.5.11) Kommentar: Nicht einmal bei 13-Jährigen werden Verkäufer aufmerksam. Und das nach einem Jahrzehnt mit Testkäufen!

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WHO-Guide: Developing effective alcohol legislation

Sonntag 22. Mai 2011 von htm

Many governments realize the need for effective legislation to reduce the harm from alcohol use. This is also recommended by the World Health Organization (WHO) Global strategy to reduce the harmful use of alcohol. But how to do it? WHO Western Pacific Regional Office has offered a guide.
The purpose of the legislation guide is to assist government agencies and ministries in developing country-level legislation to implement, monitor and enforce effective alcohol policies.
The guide provides advice on approaches to alcohol regulation to support development of effective legislation appropriate to each country. It provides practical advice based on international experience about the implications of legislative options, steps to be taken to implement legislation and best practice on how to enforce legislation and support compliance. …
Order or download the guide from the WHO WPRO web site: Addressing the harmful use of alcohol – a guide to developing effective alcohol regulation (Source: add-resources.org, 5/19/11)

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CH: Heisse Diskussion um Alkohol-Testkäufe

Sonntag 22. Mai 2011 von htm

«Testkäufe: Weiterführen und die Sünder härter bestrafen», Ausgabe vom 19. Mai.
Lukas Nussbaumer selber stellt im Schlussabsatz fest: Offen bleibt, ob hohe Bussen den Alkoholmissbrauch von Jugendlichen eindämmen können. Der ganze Artikel aber stellt Wirtsleute und Verkaufspersonal als Sünder dar, die nichts lieber tun, als nachlässig und geldgierig den Jugendlichen Alkohol zu verkaufen.
Alkoholtestkäufe sind ein unterhaltsames Katz-und-Maus-Spiel der Beamten der Alkoholverwaltung, aber sie senken definitiv den Alkoholkonsum der Jugendlichen nicht. Wenn die Gesellschaft krankt, die Familie nicht funktioniert und der Einzelne nie Selbstverantwortung übernehmen muss, dann braucht es Sündenböcke. … (Quelle: Google Alkohol News, 21.5.11) obwaldnerzeitung.ch, /Luzerner Zeitung, 21.5.11 Kommentar: Sünder sind die Besitzer, die ihr Personal nicht gründlich schulen, weil sie das Problem entweder nicht ernst nehmen oder so lange wie möglich daran verdienen wollen. Schuld ist aber auch die Politik, die seit einem Jahrzehnt es nicht fertig bringt, wirksame Massnahmen zu ergreifen. Auch bei ihnen sind u.a. wirtschaftliche Interessen im Spiel.

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CH: Nidwaldner Gemeinden engagieren sich in der Alkoholpolitik

Sonntag 22. Mai 2011 von htm

Die Delegierten für Gesundheitsförderung und Prävention der Gemeinden des Kantons Nidwalden verankern ihre Alkoholpolitik mittels eines Alkoholaktionsplans 2012 – 2016. An ihrer Versammlung thematisieren sie die Massnahmen des Alkoholaktionsplans 2012 – 2016 und setzten sich mit Interventionsmöglichkeiten zu Problemen im öffentlichen Raum auseinander. (Quelle: Google Alkohol News, 21.5.11) Dialogwoche Alkohol, 19.5.11

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USA: Jose Cuervo and Charade of Self-Regulation

Sonntag 22. Mai 2011 von htm

Every so often at Marin Institute, we get a complaint from someone about an alcohol advertisement they’ve seen in their community they think shouldn’t be there. Most of the time, they’re right. In our role as industry watchdog, I’ve taken on the responsibility to report such complaints to the industry directly to get the ads removed as soon as possible.
However, we have made a deliberate decision to not use the industry’s official complaint process, because as we demonstrated with our report in 2008, it’s a failure and a charade. … (Source: Marin Institute, 5/17/11)

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D: Nur jede 600. Trunkenheitsfahrt wird entdeckt

Sonntag 22. Mai 2011 von htm

Von 600 Trunkenheitsfahrten wird durchschnittlich nur eine entdeckt. Das teilte Professor Dr. Dieter Müller von der Sächsischen Polizei. 0,19 Prozent aller Führerscheinbesitzer in Deutschland mussten sich im vergangenen Jahr der Medizinisch Psychologischen Untersuchung (MPU) wegen und Alkohol-, Drogen-, Verkehrs- und Strafdelikten unterziehen. … (Quelle: Google Alkohol News, 21.5.11) auto. t-online.de, 20.5.11

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Li: Vom Sucht- zum Genussmittel

Sonntag 22. Mai 2011 von htm

Vom 21. bis 29. Mai findet in Liechtenstein eine Aktionswoche zum Thema «Alkohol? Weniger ist besser!» statt. Dadurch soll die Bevölkerung für einen verantwortungs- und genussvollen Umgang mit dem Genuss- und Suchtmittel Alkohol sensibilisiert werden.
In den letzten Jahren hat sich die Philosophie der Suchtprävention stark verändert. Von der strickten prohibitiven, also verbietenden, Philosophie hin zu einer Philosophie, die statt dem Verbot vielmehr einen kompetenten und verantwortungsvollen Umgang mit Substanzen, die zu einer Sucht führen können, fördern möchte. Genau diese Philosophie verfolgt auch die Aktionswoche Alkohol, die vom 21. bis 29. Mai unter dem Motto «Alkohol? Weniger ist besser!» in Liechtenstein, der Schweiz und Deutschland durchgeführt wird. … (Quelle: Google Alkohol News, 21.5.11) vaterland.li, 20.5.11 Kommentar: Genau diese Abkehr von der Verhältnis-Prävention brachte uns den Jugendalkoholismus und immense Alkoholschäden und alkoholbedingte Sozialkosten.

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TOP NEWS: CH: Divergierende Meinungen zum neuen Alkoholgesetz und kantonale Verschärfungen

Sonntag 22. Mai 2011 von htm

Neue Alkohol-Lenkungsabgabe
In den nächsten Wochen dürfte der Bundesrat über das weitere Vorgehen beim umstrittenen Alkoholgesetz entscheiden. Offenbar sollen Forderungen nach einer neuen Lenkungsabgabe aufgenommen werden.
Kommende Woche wird in der Schweiz über Alkohol diskutiert. Unter der Federführung des Bundesamts für Gesundheit (BAG) findet eine «Dialog-Woche Alkohol» statt. Für Gesprächsstoff ist gesorgt. Der Bundesrat dürfte sich bald zu den Ergebnissen der Vernehmlassung zur neuen Alkoholgesetzgebung äussern. Kaum umstritten ist das neue Spirituosen-Gesetz, das vor allem die Erhebung und Kontrollpraxis der Ethanol-Steuer vereinfacht. Auf dem bekannten präventionspolitischen Minenfeld liegt hingegen das neue Alkoholgesetz. Seitens des Finanzdepartements wurden jetzt verschiedene Forderungen von Präventionsorganisationen in den weiteren gesetzgeberischen Prozess eingebracht. … (Quelle: NZZ Online, 20.5.11) Kommentar: Einigermassen ausgewogener Artikel. Nicht erwähnt werden die Empfehlungen der WHO, die man offenbar fürchtet. Der Alkoholkonsum sei rückläufig, wird angeführt, um nichts unternehmen zu müssen. Dass dies minim und auf hohem Niveau geschieht und möglicherweise auf die Immigration zurückzuführen ist, ist egal. Die hohen Schäden werden nicht erwähnt. Auch nicht, dass die Besteuerung ungenügend ist und die Schäden bei weitem nicht deckt. In der gedruckten NZZ vom 21.5.11 erschien nur eine Kurzmeldung auf 16 Zeilen.

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