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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Leserbrief zum ertrunkenen 22-Jährigen im Pfäffikersee

Dienstag 8. Juni 2010 von htm

Leserbrief zu: Erfolglose Suche nach 22-jährigem Mechaniker im Pfäffikersee, vom 25.5.10 im Tages-Anzeiger.

Vor einer Woche kam die Meldung vom tödlichen Sturz eines betrunkenen Teilnehmers am Apéro Géant in Nantes, Frankreich. Der Tenor der Kommentare war etwa so: Ein Toter bei 10’000 Teilnehmern ist nicht so tragisch. Damit muss man rechnen. Früher wurde auch gesoffen.
Heute nun die Nachricht vom ebenso tragischen Ertrinkungstod eines betrunkenen 22-jährigen Schweizers aus der Gegend des Pfäffikersees. Einer von vielleicht hundert Jugendlichen in bester Partylaune. Im Zürcher Oberland wird sicher zuerst Betroffenheit und Mitgefühl herrschen. Aber bald wird man wieder zur Tagesordnung übergehen. Man soll ja auch die Trauerarbeit der betroffenen Familie nicht stören. Und machen kann man ja doch nichts! – Doch, könnte man, wenn man nur wollte! Aber wie schon bei den drei toten Jugendlichen während der Euro08 zwischen Effretikon und Fehraltorf wird auch dieser Todesfall kaum Auswirkungen auf die Auseinandersetzung der Öffentlichkeit mit dem Alkoholproblem haben.
Die Medien werden wie bisher diese „man kann ja doch nichts machen“-Haltung noch fördern, indem sie nicht recherchieren und nicht über die möglichen Alternativen informieren. Seit letztem Donnerstag hätten sie eine einmalige Chance, dieser Pflicht nachzukommen: Die WHO hat eine historische Resolution verabschiedet, in der sie ihren Mitgliedsländern eine wissenschaftlich begründete Alkohol-Strategie und die dazu passenden Massnahmen empfiehlt. Aber der Druck der Alkoholindustrie ist offenbar derart gewaltig, dass sie sich bis jetzt nicht dazu geäussert haben. (Ausnahme: wenige versteckte Zeilen der NZZ) Und dann lamentieren die Alkoholfreunde wieder lauthals, ihre Freiheit werde beschnitten, wenn irgend eine Gemeinde ein beschränktes Alkoholverbot einführen will. Auf www.alkoholpolitik.ch finden Sie die Informationen, die Ihnen von den Medien vorenthalten werden. Nur informierte Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sind in der Lage, die Situation zu ändern. Befreien Sie sich vom Joch der Alkohollobby! Wir alle sind Passivtrinker, wie die Weltgesundheitsorganisation sagt. Wir alle leiden unter den alkoholbedingten Schäden, der verminderten Lebensqualität und bezahlen ein Leben lang ungefragt an die horrenden alkoholbedingten Sozialkosten. Würden diese Schäden reduziert, hätten gerade die mässigen und die Nicht-Konsumenten den grössten Profit, weil sie wenig Alkoholsteuern bezahlen aber voll profitieren würden.
(nicht erschienen)

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Dienstag 8. Juni 2010 um 11:00 und abgelegt unter Allgemein, Geschichten, Jugend, Konsumhaltung, Schweiz, Verkehr. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Die Kommentare sind derzeit geschlossen, aber sie können einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

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