Mittwoch 17. Februar 2010 von htm
In Deutschland wird 2010 zum ersten Mal vom 14. bis zum 20. Februar die Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien durchgeführt. In den USA findet diese „national awareness Week“ jährlich in der Woche statt, in der der Valentinstag liegt. In Großbritannien ist die „Children of Alcoholics Week“ 2009 eingeführt worden. Ziel ist es, in Gemeinden, Städten, Bundesstaaten und landesweit Aufmerksamkeit für die Kinder suchtkranker Eltern zu schaffen und zur Hilfe für diese oft vergessenen Kinder aufzurufen. Die Teilnehmer/innen der Strategiekonferenz „Hilfe hat viele Gesichter“, zu der NACOA Deutschland vom 22.-24.1.2010 nach Berlin eingeladen hatte, haben die Einführung der Aktionswoche beschlossen. (Quelle: nacoa.de, 26.1.10)
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Mittwoch 17. Februar 2010 von htm
2009 gab es im Kanton Zürich verglichen mit dem Vorjahr leicht mehr Verkehrsunfälle. Die Zahl der Todesopfer ist aber auf den tiefsten Stand seit über 70 Jahren gesunken.
Der Rückgang der alkoholbedingten Verkehrsunfälle beträgt im Vergleich mit dem Fünf-Jahres-Durchschnitt minus 26% (bei 0,5 bis 0.79 Promille) und sogar minus 32% (0,8 Promille und mehr). Das ist mit grossem Abstand der tiefste Wert seit der Einführung der neuen Grenzwerte vor fünf Jahren.
Ebenfalls einen Rückgang ist bei den unter Alkoholeinfluss verursachten Verkehrsunfällen in der Stadt Zürich zu verzeichnen. Mit 228 Ereignissen wurde ein historischer Tiefststand erreicht. Noch immer ist jedoch Alkohol die dritthäufigste Ursache für Verkehrsunfälle. (Quelle: Neue Zürcher Zeitung, 17.2.10) Kommentar: Dass noch fünf Jahre nach Einführung der 0,5 Promillegrenze ein derart grosser Rückgang möglich wäre, konnte nicht erwartet werden. Das Gegenteil wurde befürchtet. Ein Erfolg auch für die Kontrollmassnahmen der Polizei. Ich habe es schon einmal angetönt: Ob sich die bürgerlichen Politiker bewusst sind, was sie dem Land angetan haben, indem sie die Einführung der neuen Promillegrenze jahrzehntelang hintertrieben?
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Mittwoch 17. Februar 2010 von htm
Leserbrief zu „Eine schreibt für alle“ im Tages-Anzeiger vom 30.1.2010:
Jean-Martin Büttner bringt es wieder auf den Punkt: „Der Einfluss einer Nachrichtenagentur zeigt sich nicht nur darin, worüber sie berichtet, sondern auch in dem, was sie verschweigt.“ Wie recht er doch hat. Genau wie damals, als er an gleicher Stelle schrieb, dass nur veröffentlicht wird, was sein darf.
Kumuliert man die beiden Tatsachen, trifft man präzise die Situation, die wir bei der Behandlung der Alkoholproblematik in unsern Medien vorfinden: Jüngste Beispiele:
Am 9.9.09 wurde der internationale Tag des Foetalen Alkoholsyndroms begangen: In Schweizer Medien kein Thema. Im November 2009 wurde versucht, mit einem Solidaritätstag auf die traurigen Lebensumstände der mehr als 100’000 Schweizer Kinder in alkoholbelasteten Familien aufmerksam zu machen: Es reichte gerade zu Kurzmeldungen. Kürzlich wurden Forschungsergebnisse einer Langzeitstudie bekannt, die zeigen, dass der vielgepriesene positive Effekt von mässigem Alkoholkonsum auf das Herz nicht zu belegen ist: Die Medien sind vielleicht noch am Ueberlegen, aber wahrscheinlich werden sie diese Meldung auch übergehen. Im Januar 2010 fand in Genf die Vorbereitungssitzung des Executive Board der WHO statt, die u.a. eine Resolution zu Handen der im Mai kommenden Generalversammlung verabschiedete, die den Mitgliedsstaaten eine umfassende Alkoholstrategie empfehlen möchte, mit der die weltweiten Schäden des Alkoholkonsums vermindert werden sollten. Aehnlich, wie vor Jahren die Tabakkonvention der WHO: Keine Reaktion in den Medien. In Deutschland ist die Presse voll von Berichten über Präventionsbemühungen im Hinblick auf Alkohol und die bevorstehende Fastnachtszeit: Bei uns kein Thema.
Dieses kombinierte Medienmonopol der Agentur, der Journalisten und Verleger wirkt sich auf die öffentliche Debatte in der Schweiz verheerend aus, d.h. diese wird erst gar nicht zugelassen. Unsere Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben keine Chance, sich für ihre Interessen zu wehren. Sie bleiben als ungefragte Passivtrinker in Geiselhaft der Alkoholindustrie und deren Komplizen.
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer, Effretikon
(nicht veröffentlicht)
PS Korrektur: Der Solidaritätstag im November galt den alkoholkranken Männern. Auf die Kinder alkoholbelasteter Familien machte fast gleichzeitig die SFA mit einer Medienaktion aufmerksam. Wenigstens der Beobachter berichtete darüber ausführlich im Januar.
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Mittwoch 17. Februar 2010 von htm
Leserbrief zu „Vorbeugen selten besser als heilen“, in der NZZ vom 2.2.2010 (nicht online)
Sie gewähren einem deutschen Hydrobiologen viel Raum, um in einem Rundumschlag die Prävention im Gesundheitswesen zu verdammen. Haben Sie keinen kompetenten Gesundheits-Fachmann dafür gefunden? Was hätte Herr Gärtner wohl gesagt, wenn die Schweinegrippe in voller Wucht ausgebrochen wäre, ohne dass genügend Impfstoff bereitgelegen hätte?
Dass er mit seinen Verallgemeinerungen auch Gebiete in Mitleidenschaft zieht, die dringend der Vorsorge bedürfen, ist ihm vielleicht nicht bewusst, oder gar beabsichtigt. Dieses Gefasel von Freiheit und Verantwortung auf diesen Seiten ist ja bald krankhaft. Er sollte sich einmal vorrechnen lassen, wie viele Milliarden weltweit für die Behebung von Alkoholschäden aufgewendet werden müssen, statt dass diese Beträge in die Vorsorge und für die Therapie eingesetzt werden können. Auch in der Schweiz geben wir jährlich über 6.5 Milliarden Franken aus. Letztendlich zahlt der Einwohner. Aehnliches wird es auch in andern Gesundheitssektoren festzustellen geben.
Eine Einschränkung der Freiheit im grossen Stil ist der Alkoholindustrie und ihren Komplizen anzulasten. Sie haben die Bevölkerung in Geiselhaft genommen und zur ungefragten Zahlung der Alkoholschäden und zum Ertragen der Minderung der Lebensqualität verpflichtet. Wann lehnt sich der Liberalismus endlich gegen diese Vergewaltigung auf? Lieber verdient er daran.
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
(nicht veröffentlicht)
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Montag 15. Februar 2010 von htm
Für Alkoholfälle hat die Bündner Regierung ein Konzept in der Schublade. Im Fall Reinhardt hielt sie sich aber nicht strikt daran. Im Kanton Graubünden will die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Grossen Rates die Affäre um Markus Reinhardt († 61) behutsam aufklären. Ihr Präsident, BDP-Politiker Gian Duri Ratti, nimmt das Ergebnis aber schon mal vorweg. Er gehe nicht davon aus, dass neue Erkenntnisse über den Suizid des Polizeikommandanten ans Tageslicht kommen. Das sagte er diese Woche zur «Südostschweiz». Wirklich nicht? SonntagsBlick-Recherchen decken auf, wie Justizvorsteherin Barbara Janom Steiner (46, BDP) und ihr Vorgänger Martin Schmid (40, FDP) im Fall von Reinhardt auf das Prinzip Hoffnung setzten und ihn viel zu lange deckten. Ein Verhaltensmuster, das als Co-Alkoholismus bezeichnet wird. (Quelle: blick.ch, 14.2.10) Kommentar: Mitschuldig. Jetzt wäre der richtige Moment, die Lehren zu ziehen und in Bern eine wirksame Alkoholpolitik zu fordern. Vorher noch einen Alkohologiekurs absolvieren.
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Montag 15. Februar 2010 von htm
St. Galler Kantonspolizisten unterstützten ihre Bündner Kollegen beim WEF-Einsatz tatkräftig. In der Nacht auf Samstag, 30. Januar, auch beim Trinken. Ein Vorgesetzter, dem die Trunkenheit eines St. Galler Polizisten aufgefallen war, ordnete einen Blutalkoholtest an. Als der Chef seinen Untergebenen nach Hause schicken wollte, geriet der Betrunkene in Rage. Er zog seine Dienstwaffe und richtete sie auf den Vorgesetzten. Der St. Galler Polizeikommandant Alfred Schelling lässt den Vorfall laut Medienchef Hanspeter Krüsi untersuchen. Erhärten sich die Tatbestände, wird ein Disziplinarverfahren eröffnet. «Alkohol ist ganz klar ein Problem bei der Polizei» (Quelle: Sonntagszeitung, 14.2.10)
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Montag 15. Februar 2010 von htm
Erschreckendes Ergebnis bei Alkoholtestkäufen in Hannover: In rund 78 Prozent der Fälle sei an Minderjährige hochprozentiger Alkohol verkauft worden, teilte die Polizei am Sonntag mit. Polizeianwärter im Alter von 16 und 17 Jahren führten die Tests zusammen mit Beamten der Polizeidirektion Hannover, der Bundespolizei und der Stadt am vergangenen Freitag durch. Sie überprüften 27 Verkaufsstellen. (Quelle: Google Alkohol News, 14.2.10) bild.de, 14.2.10
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Montag 15. Februar 2010 von htm
Die Ermittlungen wegen erniedrigender Mutproben in der bayerischen Edelweiß-Kaserne weiten sich offenbar aus. Nach einem Bericht der „Bild am Sonntag“ haben sich mindestens fünf weitere Soldaten mit Missbrauchsvorwürfen beim Wehrbeauftragten des Bundestages, Reinhold Robbe (SPD), gemeldet. Deren Aussagen zeugen angeblich von einem gravierenden Alkoholproblem in der Bundeswehr. „Es zeigt sich bei den Schilderungen, dass offenbar übermäßiger Alkoholkonsum eine große Rolle gespielt hat“, sagte Robbe. Es gebe „bei bestimmten Truppenteilen unserer Bundeswehr nach Dienstschluss ein Alkoholproblem, das wir entschieden bekämpfen müssen.“ (Quelle: Google Alkohol News, 14.2.10) derwesten.de, 14.2.10 Kommentar: Ein bedeutender Teil der alkoholfreudigen Gesellschaft und der zukünftigen Väter-Generation.
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Samstag 13. Februar 2010 von htm
In Denmark people drank less alcohol in 2009 than the previous year – the first drop for several years. The latest figures for first three quarters of 2009 show a 20% decrease in the quantity of taxable alcohol reported sold across the board. And the average of 11.7 litres of pure alcohol bought per person for the year was 1.5 litres less than five years ago. The Danish Brewers‘ Association (Bryggeriforeningen) said that beer sales within the industry decreased by 8% last year compared to 2008. According to Statistics Denmark alcohol consumption had been gradually climbing for many years prior to 2009. (Quelle: Google Alkohol News, 12.2.10) globalmalt.de, 9.2.10 Comment: Denmark still belongs to the European top consumers.
Kategorie: Alcohol industry, Alcohol taxes, Allgemein, Global, Statistics |
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Samstag 13. Februar 2010 von htm
Die Alkohol-Exzesse am gestrigen (11. Februar) Unsinnigen Donnerstag haben südtirolweit für Schlagzeilen gesorgt. Landesrat Richard Theiner weist nun darauf hin, dass das Land den Gemeinden die Möglichkeit gegeben habe, gegen Lockangebote beim Alkoholausschank vorzugehen. Gleichzeitig warnt der Landesrat aber davor, Jugendliche und Alkohol stets in einem Atemzug zu nennen. – Ein 17-Jähriger trank sich ins Koma. (Quelle: Google Alkohol News, 12.2.10) suedtirolnews.it, 12.2.10 Kommentar: Bei dieser lockeren Einstellung wird sich noch lange nichts ändern. (siehe auch gestern)
Kategorie: Allgemein, Feste und Feiern, Internationales, Jugend, Politik |
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