www.alkoholpolitik.ch

Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für September 2009

Zitat: Ideologie und Realität

Donnerstag 17. September 2009 von htm

In senem Kommentar „Die Realität ausgeblendet“ schreibt Daniel Foppa zur gestrigen Nationalratsdebatte über eine Schweizer Beteiligung bei der Bekämpfung der somalischen Piraten zum Schutz der Schiffe des UNO-Welternährungsprogramms u.a. „Wer sich einer Ideologie verpflichtet fühlt, muss sich um die Realität nicht scheren.“ (Quelle: Tages-Anzeiger, 17.9.09)
Kommentar: Dieser Satz passt genau so auch auf die Debatte am gleichen Tag über die Alkoholwerbung am Fernsehen. Zum Teil sind es die gleichen Leute, die verhindern wollen, dass 30 junge Menschen uns im Ausland vertreten, aber keine Skrupel kennen, die ganze Schweizer Jugend an die Alkoholindustrie zu verkaufen.

Kategorie: Allgemein, Jugend, Politik, Schweiz, Werbung, Zitate | Keine Kommentare »

Stadt Zürich: Bedingungen für Live-Übertragungen an WM 2010

Donnerstag 17. September 2009 von htm

Am Mittwoch hat das Polizeidepartement der Stadt Zürich die Bedingungen für Live-Übertragungen der Fussballspiele an der WM in Südafrika veröffentlicht. Die Stadt will keine grossen Übertragungen der Spiele. Auch bei Regen sind Zelte verboten und an vielen Orten werden Leinwände gar nicht erst erlaubt.
Solche Fanzonen wie an der Euro 08 in Zürich wird es an der WM im kommenden Sommer nicht geben. Verboten sind Alkohol- und Tabakwerbung und Sponsoren dürfen nur „massvoll“ auftreten. (Quelle: Tages-Anzeiger, 16.9.09) Kommentar: Die Stadt Zürich will offenbar aus der Euro 08 Lehren ziehen und vorbeugen. Wie sie ihre Vorgaben schliesslich durchhält, wird sich zeigen.

Kategorie: Allgemein, Politik, Schweiz, Sport, Veranstaltungen, Verhältnis-Präv., Verschiedene, Werbung | Keine Kommentare »

TOP NEWS: Der Ständerat ist hart geblieben!

Donnerstag 17. September 2009 von htm

Wortprotokoll der heutigen Sitzung: 07.074 Programm Media 2007-2013. Abkommen mit der Europäischen Gemeinschaft: Nach kurzer Diskussion stimmte der Ständerat erfreulicherweise wieder gegen die Alkoholwerbung am Schweizer Fernsehen. (mit 19:17 Stimmen) Kommentar: Der sonst eher als konservativ apostrophierte Ständerat hat nochmals eine verantwortungsbewusste Mehrheit für die Prävention und für die Jugend zustande gebracht. Sicher auch ein Verdienst der im Ständerat sitzenden Fachleute. Es wäre interessant zu wissen, wie der neue Bundesrat und wahrscheinlich zukünftige Innenminister gestimmt hat. NZZ, 17.9.09

Kategorie: Allgemein, Politik, Schweiz, TOP NEWS, Verhältnis-Präv., Verschiedene, Werbung | Keine Kommentare »

Anfälliger für Speiseröhrenkrebs

Donnerstag 17. September 2009 von htm

Zwei bedeutende Risikofaktoren für die Entstehung von Speiseröhrenkrebs sind Alkohol und Rauchen. Offenbar sind jedoch nicht alle Menschen dem damit verbundenen erhöhten Risiko in gleichem Maße ausgesetzt. So führen bestimmte Varianten im Erbgut zweier alkoholabbauender Enzyme dazu, dass ihre Träger, wenn sie rauchen oder regelmäßig viel Alkohol trinken, deutlich früher an Speiseröhrenkrebs erkranken als Personen, bei denen diese Genvarianten nicht vorkommen. Das berichteten Wissenschaftler im International Journal of Cancer. (Quelle: Google Alkohol Alert, 17.9.09) krebsgesellschaft.de, 15.9.09

Kategorie: Allgemein, Internationales, Medizin, Veröffentlichungen | Keine Kommentare »

Mehr Sicherheit für junge Autofahrer

Donnerstag 17. September 2009 von htm

Die international tätige Sachverständigen-Organisation DEKRA weist auf der diesjährigen IAA in Frankfurt neue Wege, die Zahl der jungen Autofahrer, die im Straßenverkehr ums Leben kommen, nachhaltig zu senken. DEKRA Chef Dr. h.c. Klaus Schmidt sagte bei einem Pressegespräch am 16. September: „Junge Autofahrer tragen mit Abstand das größte Unfallrisiko. Im Jahr 2008 gehörten in Deutschland rund 20 Prozent aller im Straßenverkehr Getöteten der Altersgruppe 18 bis 24 Jahre an. Dabei beträgt der Anteil dieser Gruppe an der Gesamtbevölkerung nur 8,3 Prozent.“ …Zur Optimierung der Verkehrssicherheit schlägt Schmidt daher ein Bündel von Maßnahmen vor. Dazu zählen die verstärkte Überprüfung der technischen Sicherheit älterer Fahrzeuge, eine Zusatzausbildung für Fahranfänger und ein massives Vorgehen gegen Alkohol am Steuer. (Quelle: Google Alkohol Alert, 17.9.09) presseportal.de, 16.9.09

Kategorie: Allgemein, Internationales, Jugend, Politik, Statistik, Verhaltens-Präv., Verhältnis-Präv., Verkehr | Keine Kommentare »

Männer über 40 oft mit Alkohol am Steuer

Donnerstag 17. September 2009 von htm

Männer über 40 Jahre sitzen oft mit Alkohol am Steuer. Zu diesem Ergebnis kam die Mannheimer Polizei bei einer detaillierten Auswertung von Verkehrsunfällen und Kontrollen im vergangenen Jahr, wie die Behörde am Mittwoch mitteilte. Demnach waren bei alkoholbedingten Unfällen in mehr als 48 Prozent der Fälle Männer dieser Altersgruppe die Verursacher. (Quelle: Google Alkohol Alert, 17.9.09) bild.de, 16.9.09

Kategorie: Allgemein, Internationales, Statistik, Verhältnis-Präv., Verkehr | Keine Kommentare »

Alkohol und Gewalt beschäftigen Experten

Donnerstag 17. September 2009 von htm

Der Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Gewalt und mögliche Lösungsansätze beschäftigen seit Mittwoch die Experten beim 2. Deutschen Suchtkongress in Köln. Die deutliche Verbindung zwischen Alkohol und gewalttätigen Handlungen zeige sich in einer Vielzahl von Untersuchungen, sagte Tagungspräsident Michael Klein. Mehr als 30 Prozent aller Gewaltverbrechen ereigneten sich laut aktueller Kriminalstatistik der Bundesrepublik unter Alkoholeinfluss. (Quelle: Google Alkohol Alert, 17.9.09) net-tribune.de, 16.9.09

Kategorie: Allgemein, Gewalt/Kriminalität, Internationales, Politik, Statistik, Veranstaltungen, Verhältnis-Präv. | Keine Kommentare »

Juan Martin Del Potro nach dem Sieg über Roger Federer

Mittwoch 16. September 2009 von htm

Da er erst nächste Woche 21-jährig wird, darf er offiziell noch nicht mit Champagner auf seinen Sieg am US-Open anstossen. In den USA liegt die Alterslimite, das Mindestalter für Alkoholkonsum, bei 21. Er werde sich bei dieser Gelegenheit einen Käsekuchen leisten, meinte er. (Quelle: Tages-Anzeiger, 16.9.09)

Kategorie: Allgemein, Geschichten, Internationales, Jugend, Prominenz, Sport | Keine Kommentare »

Intervention zur Alkoholwerbung, Debatte im Ständerat

Mittwoch 16. September 2009 von htm

Zur morgigen Debatte über ein Alkoholwerbeverbot am Schweizer Fernsehen möchte ich Sie über die letzten Aktualitäten auf diesem Gebiet informieren. Ich hoffe natürlich, dass sie Sie in Ihrem Nein zur Vorlage bestärken oder zu einer Umbesinnung führen werden:

1. Die britische Ärztegesellschaft hat diesen Monat eine grosse Studie über die Wirkung der Alkoholreklame auf die Jugend herausgegeben und in diesem Zusammenhang die Regierung dringend aufgefordert, die Alkoholwerbung zu verbieten. Die Vereinigung der britischen Krankenschwestern, die täglich mit den Folgen konfrontiert sind, hat sich diesem Aufruf angeschlossen.

Under the influence – The damaging effect of alcohol marketing on young people – by The British Medical Association (BMA) September 2009

2. In der Debatte über Alkoholwerbung wird immer wieder argumentiert, es sei wirksamer, die Eltern in die Pflicht zu nehmen, als die Werbung einzuschränken.
Die Pflicht der Eltern besteht zweifellos. Der kleine Unterschied besteht nur darin, dass es deren Pflicht und Verantwortung wäre, sie diese aber nur in beschränktem Umfange erfüllen und wahrnehmen können. Diese elterliche Aufgabe kennt man ja nicht erst seit heute, aber noch nie ist es gelungen, die Eltern, auf die es ankam, zu ihrem Glück zu zwingen. An entsprechende Elternkurse gehen bekanntlich meist nur jene Eltern, die soviel Verstand und Pflichtgefühl haben, auch von sich aus das Richtige zu tun. Jene, die es nötig hätten, erreicht man nicht. Sie können nun einen Eltern-Führerschein propagieren, der vor der Heirat erworben werden, oder dem Vermieter vorgewiesen werden müsste. Aber viele Paare leben heute ohne Trauschein. Eine Variante wäre ein Elternkurs in der Rekrutenschule und im WK. Nachdem aber immer weniger Männer diensttauglich sind, würden auch so zu wenige erreicht.

Wer dieses Argument vertritt, betreibt nichts anderes als Populismus, d.h. das Abschieben der eigenen Verantwortung als Parlamentarier.

Tatsächlich gibt es Untersuchungen, die zeigen, dass das Verhalten der Eltern einen Einfluss auf den Alkoholkonsum ihrer Kinder hat, aber wie gesagt, diese Erkenntnis nützt nicht viel. Andere Einflüsse wirken ebenfalls. Z.B. die Peer Groups oder die Alkoholwerbung. Diesen letzteren negativen Einfluss können wir eliminieren, wenn wir nur wollen. Eine Mehrheit des Nationalrats und eine Minderheit des Ständerats haben sich bisher geweigert, das Alkoholproblem ernst zu nehmen und die nötigen Schritte zu einer Entschärfung zu unterstützen. Sie erwarten von vielen Eltern, sich zu ändern und Verantwortung zu übernehmen. Sie waren bisher aber selber unfähig, alte Vorurteile abzulegen, die Erkenntnisse der Wissenschaft zu akzeptieren und unserem Land und Volk und unserer Wirtschaft eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Beweisen Sie das Gegenteil und verhelfen Sie als ersten Schritt dem Alkoholwerbeverbot im Ständerat wieder zur Mehrheit.

Mehr Informationen finden Sie wie immer auf www.alkoholpolitik.ch

Mit freundlichen Grüssen
Hermann T. Meyer

Kategorie: Allgemein, Interventionen einzeln, Jugend, Politik, Schweiz, Verhältnis-Präv., Verschiedene, Werbung | Keine Kommentare »

Intervention betr. Alkoholwerbung am Fernsehen

Mittwoch 16. September 2009 von htm

E-mail an Nationalrat Max Binder, Effretikon
3.9.2009

Sehr geehrter Herr Nationalrat Binder,

Sie haben in der Sommersession Ihren Kollegen, Nationalrat Aeschbacher, ziemlich herablassend (gemäss amtlichem Wortprotokoll) des Populismus bezichtigt, weil er sich erlaubt hatte, die Interessen der Jugend vor die Interessen der Alkohol- und Werbeindustrie zu stellen. Als Fachmann der Alkoholpolitik und als Einwohner von Illnau-Effretikon, der von Ihnen als dem Gesundheitsvorstand dieser Stadt in gesundheitlichen Belangen betreut werden sollte, erlaube ich mir, Ihnen Gelegenheit zu einer Neuorientierung zu geben.

Als Alternative zum diskutierten Verbot der Alkoholwerbung am Fernsehen sprachen Sie sich für eine In-die-Pflichtnahme der Eltern aus. Die sollten dafür sorgen, dass ihre Kinder keine Alkoholprobleme bekämen. Sie seien dafür verantwortlich.

Sie haben damit natürlich völlig recht. Der kleine Unterschied besteht nur darin, dass es deren Pflicht und Verantwortung wäre, sie diese aber nur in beschränktem Umfange erfüllen und wahrnehmen können. Diese elterliche Aufgabe kennt man ja nicht erst seit heute, aber noch nie ist es gelungen, die Eltern, auf die es ankam, zu ihrem Glück zu zwingen. An entsprechende Elternkurse gehen bekanntlich meist nur jene Eltern, die soviel Verstand und Pflichtgefühl haben, auch von sich aus das Richtige zu tun. Jene, die es nötig hätten, erreicht man nicht. Sie können nun einen Eltern-Führerschein propagieren, der vor der Heirat erworben werden, oder dem Vermieter vorgewiesen werden müsste. Eine Variante wäre ein Elternkurs in der Rekrutenschule und im WK. Nachdem aber immer weniger Männer diensttauglich sind, würden auch so zu wenige erreicht.

Ich vermute, dass Ihr grosser Auftritt für Elternpflichten genau das war, was Sie Ihrem Kontrahenten vorwarfen, Populismus in Reinkultur.

Nun aber zu den Tatsachen:
Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass das Verhalten der Eltern einen Einfluss auf den Alkoholkonsum ihrer Kinder hat, aber wie gesagt, diese Erkenntnis nützt nicht viel. Andere Einflüsse wirken ebenfalls. Z.B. die Peer Groups oder die Alkoholwerbung. Diesen letzteren negativen Einfluss können wir eliminieren, wenn wir nur wollen. Sie und die meisten Ihrer Parteikolleginnen und –Kollegen haben sich bisher geweigert, das Alkoholproblem ernst zu nehmen und die nötigen Schritte zu einer Entschärfung zu unterstützen. Sie erwarten von vielen Eltern, sich zu ändern und Verantwortung zu übernehmen. Sie und Ihre Partei waren bisher aber selber unfähig, alte Vorurteile abzulegen, die Erkenntnisse der Wissenschaft zu akzeptieren und unserem Land und Volk eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Beweisen Sie das Gegenteil und verhelfen Sie als ersten Schritt dem Alkoholwerbeverbot im Nationalrat zur Mehrheit. Dann verdienen Sie die Hochachtung Ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger und sind auch legitimiert, das Amt eines Gesundheitsvorstands auszuüben. Bisher haben Sie mich nur immer an das geflügelte Wort vom Bock und dem Gärtner erinnert.

Es würde mich freuen, wenn mein Brief die erhoffte Wirkung erzielen würde.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
PS Leider hat dieser Brief nichts gebracht, Herr Binder stimmte wieder für Alkoholwerbung.

Kategorie: Allgemein, Dokumente, Interventionen einzeln, Politik, Prominenz, Schweiz, Verhältnis-Präv., Werbung | Keine Kommentare »

Powered by Gb-rugs.com - Rugs & Carpets

Get Adobe Flash player