www.alkoholpolitik.ch

Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Der Verlag „Weltbild“ bietet Trinkspiel an

Montag 17. August 2009 von htm

Ein Brettspiel mit Glasplatte und 16 Gläsern in der Art des „Eile mit Weile“ wird vom Verlag „Weltbild“ für herabgesetzte 19.95 Franken angeboten. Ich habe der Kontaktakdresse kundendienst@weltbild.ch folgendes e-mail gesandt:

In dem uns zugestellten Katalog bieten Sie auf S. 158 das Brettspiel „Nimm’s leicht“ für 19.95 an. Das ist leider ein typisches Trinkspiel, mit dem sich vor allem Jugendliche den Alkoholkonsum angewöhnen können. Das Alkoholproblem ist schon ernst genug, als dass es noch auf diese Weise gefördert werden sollte. Ich bitte Sie dringend, diesen Artikel aus dem Sortiment zu entfernen. Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
www.alkoholpolitik.ch
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Lieber Leser, Es wäre wertvoll, wenn Sie ein ähnliches Mail an die obige Adresse senden würden, vielleicht bewirkt es dann mehr. Besten Dank.

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Antwort des Verlags am 18.8.09:
Grüezi Herr Meyer

Vielen Dank für Ihre E-Mail.

Wir werden Ihr Anliegen gerne unseren Einkäufern weiterleiten.

Freundliche Grüsse aus Olten
Ihr Weltbild Verlag Team

Tanja Joachim
Kundenservice

Weltbild Verlag GmbH
Industriestrasse 78
4609 Olten
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Replik am 18.8.09

Sehr geehrte Frau Joachim,
Ihre Antwort befriedigt mich nur bedingt. Sie sollten die noch vorhandenen Bestände aus dem Verkauf ziehen, oder die hübsche Glasplatte ohne Gläser verkaufen. Wenn Sie dies nicht einsehen, sollten Sie auf Ihrer Webseite Ihre Firmengrundsätze nachlesen:

Grundpfeiler der Unternehmenskultur
Verantwortung gegenüber Kunden, Gesellschaftern, Mitarbeitern und der Öffentlichkeit prägt das unternehmerische Denken und Handeln. Christliche Weltanschauung mit den Erfordernissen des Marktes überzeugend in Einklang zu bringen, heißt die tägliche Herausforderung. Die Orientierung an Werten ist Maßstab. Die Gesellschafter der Verlagsgruppe Weltbild sind 12 katholische deutsche Diözesen, der Verband der Diözesen Deutschlands und die Soldatenseelsorge Berlin.

Sie werden ja nicht behaupten wollen, die Förderung des risikohaften Alkoholkonsums sei im Interesse der katholischen Kirche.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
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Rita.Graf@weltbild.ch schrieb:

Guten Tag Herr Meyer

Ihre Bedenken zu diesem Spiel wurden mir weitergeleitet.
Natürlich schreiben wir explizit, dass man Saft oder Wasser trinken soll. In Abwandlung könnte sicher jemand dieses Spiel auch mit anderen Getränken anwenden. Das wäre aber mit jedem Gesellschaftsspiel möglich.

Unser Einkauf findet in unserem Mutterhaus in Augsburg statt und wir nehmen Kontakt auf mit dem zuständigen Einkäufer. Danach entscheiden wir, ob dieses Produkt weiter im Angebot bleibt.

Vielen Dank für Ihren Hinweis

Rita Graf
Geschäftsführung
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Von: Hermann Meyer
An: Rita.Graf@weltbild.ch
Datum: 22.08.2009 10:29
Betreff: Re: Angebot Spiel „nimm’s leicht“

Sehr geehrte Frau Graf,
In Ihrem Katalog steht beim Spiel nur: „Wer herausfliegt, muss einen Schluck trinken.“
Sicher kann bei jedem Spiel eine Trinkaufforderung eingebaut werden. Aber wenn das Trinken zum Spielzweck wird und das Glas dazu bereitsteht, ist die Aufforderung zum Trinken ein Befehl. Das macht nur Sinn mit alkoholischen Getränken, weil da ein gewisser Kitzel vorhanden ist, immer häufiger leider auch der Wille zum Besäufnis. Mit Ihrem Spiel fördern Sie diese heute sehr schlimme Entwicklung. In Deutschland sind ja erst kürzlich wieder gravierende Zahlen bekannt geworden.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
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Rita.Graf@weltbild.ch schrieb:

Guten Tag Herr Meyer

Anbei der Link zu unserem Internet-Angebot.

Die Verantwortung und Entscheidung über unsere Programmauswahl liegt bei den entsprechenden Programm-Leitern. Ihre Hinweise sind dort hinterlegt. Sicher ist Weltbild nicht dafür, dass angebotene Spiele zu Alkoholmissbrauch verführen sollen. Wir schreiben hier ausdrücklich Wasser oder Saft.

Wir sind ganz Ihrer Meinung, dass Alkoholmissbrauch nicht auch noch werblich gefördert werden sollte und es gerade bei jungen Leuten eine Gefahr bedeutet. Die Eigenverantwortung jedes einzelnen können wir mit Spielen, Büchern, Texten, Trinkgläsern oder was immer für Produkten nicht übernehmen.

Unser Programmverantwortliche in Deutschland beurteilt nun Ihre Argumente gegenüber dem Spielwert des Produktes grundsätzlich.

vielen Dank für Ihre Hinweise und auch für Ihr Engagement, auf diese Dinge zu achten.

viele Grüsse aus Olten

http://www.weltbild.ch/3/15834227-1/spielwaren/nimms-leicht.html

Rita Graf
Geschäftsführung
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Sehr geehrte Frau Graf,

Besten Dank für den Link. Ich hatte ihn früher nicht gefunden. Ich habe mich immer auf den Katalog bezogen, dort steht nichts von Wasser oder Saft. Ich denke aber nicht, dass dies eine Rolle spielt.
Ich bin froh, dass Sie wenigstens im Prinzip den Alkoholkonsum Jugendlicher nicht fördern wollen.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
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Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 17. August 2009 um 10:13 und abgelegt unter Allgemein, Interventionen einzeln, Jugend, Schweiz, Werbung. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Die Kommentare sind derzeit geschlossen, aber sie können einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

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