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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für Juni 2009

Alkohol ist Droge Nummer eins

Donnerstag 11. Juni 2009 von htm

Immer mehr Jugendliche trinken Alkohol. Schlagzeilen dieser Art häufen sich derzeit: In Bayern sind abermals zwei Kinder völlig betrunken in Krankenhäuser gebracht worden. In Landshut wurde ein elfjähriges Mädchen von Polizisten bewusstlos und mit deutlich mehr als zwei Promille unter einer Brücke entdeckt. etc.
Auslöser dafür ist laut Landesstelle für Suchtfragen die allgegenwärtige Werbung für Alkohol und die Verfügbarkeit der „Droge Nummer 1“ auch für Minderjährige. Den ständig steigenden Zahlen des Alkoholmissbrauchs vor allem bei Kindern und Jugendlichen müssten alle entgegentreten, forderte der Vorsitzende Johannes Böcker am Mittwoch in Stuttgart vor der bundesweiten „Aktionswoche Alkohol“ (13. bis 21. Juni) in Baden-Württemberg. Eine Schlüsselrolle komme aber auch den Eltern zu: „Sie haben eine wichtige Vorbildrolle bei der Frage, wie und was man trinkt.“ faz.net, 11.06.09

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Das frühe Vorbild der Eltern

Donnerstag 11. Juni 2009 von htm

Online-Kommentar zu: „Alkohol in der Puppenküche“ in der Wirtschafts Woche am 10.6.09
Kontrabass:
Den Artikel finde ich ziemlich gut. Er ist immerhin nachdenklich und sieht bei Eltern schon früh eine Verantwortung. Wenn die Kinder in der Pubertät sind, ist es meistens zu spät, weil dann die Peer-Group massgebend wird. Aber auch da können die Eltern schon früher steuern, zu welcher Gruppe ihr Kind geht. Eine Möglichkeit ist, die Kinder in eine Jugendorganisation zu schicken, die ethische Grundlagen hat und deren Leiter man persönlich kennenlernen sollte.
Der Kommentar von AJ ist die übliche Entschuldigungsmasche. Der eigene Konsum wird verharmlost. Alkoholkultur ist eine Scheinkultur, die für Millionen von Menschen Verderben brachte und bringt und die ganze Bevölkerung in Geiselhaft nimmt, d.h. ihre Lebensqualität schmälert und zur Bezahlung der Sozialkosten in ungeahnter Höhe zwingt. Die USA haben einen weit geringeren pro Kopf-Verbrauch als Deutschland und damit auch weniger Schäden. Dass Alkohol bei uns die Droge Nr. 1 ist, hat mit der Intelligenz und Einsicht der Bevölkerung, mit der Käuflichkeit von Regierungen zu tun, die Angst um Wählerstimmen haben und mit der Macht der Alkohol- und Werbeindustrie, die Regierungen und z.B. Sportverbände mit ihrem Sponsoring erpressen können.

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Frage im Nationalrat zu Tankstellenshops

Donnerstag 11. Juni 2009 von htm

09.5301 – Fragestunde. Frage: Arbeitsplätze in Tankstellenshops nicht gefährden von
Wasserfallen Christian am 08.06.2009 im Nationalrat
Eingereichter Text: Laut Bundesrat rechtfertigt sich für die „Bedienung der Tanksäulen“ und „für die Beschäftigung in der Gastronomie“ eine Aufhebung der Bewilligungspflicht für Nachtarbeit (vgl. Interpellation 09.3204). Anders sei es beim Shopangebot an Tankstellen.
– Weiss der Bundesrat, dass es dieselben Personen sind, welche diese Arbeiten verrichten?
– Warum setzt er mit dieser bürokratischen Haltung Arbeitsplätze aufs Spiel?
Antwort des Bundesrates vom 08.06.2009

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Krankenkassen und Lebensversicherungen investieren in die Tabakindustrie

Mittwoch 10. Juni 2009 von htm

Krankenkassen und Lebensversicherungen in den USA, Kanada und England besitzen mindestens $4,4 Mia. an Investitionen in Firmen, die Tabakprodukte herstellen. (Artikel im New England Journal of Medicine vom 4.6.09.) Physorg.com berichtete am 3.6.09, dass Forscher der Cambridge Health Alliance und Harvard School of Medicine fanden, dass Versicherungsgesellschaften fortfahren, in Tabakfirmen zu investieren; die gleiche Forschergruppe publizierte 1995 einen Artikel, der ähnliche Resultate meldete. (Quelle: Join Together, 9.6.09) (mit unserem Kommentar) Kommentar: Wie steht es wohl mit Investitionen in die Alkoholindustrie? Und wie in andern Ländern? Mindestens wissen wir nun, dass Philip Morris auch Alkoholfirmen besitzt oder besass. Siehe:Eurocare Newsletter April/May 09) und
Aus geheimen Akten der Alkoholindustrie

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Health Insurance Firms Hold Billions in Tobacco Investments

Mittwoch 10. Juni 2009 von htm

Health and life insurance firms in the U.S., Canada and the United Kingdom hold at least $4.4 billion in investments in companies that manufacture tobacco products, according to an article in the June 4, 2009 issue of the New England Journal of Medicine. Physorg.com reported June 3 that researchers from the Cambridge Health Alliance and Harvard School of Medicine found that insurance companies continue to invest in tobacco companies; the same group of researchers published an article in 1995 that reported similar results. (Source: Join Together, 6/9/09) (with our comment)

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Alkohol und Sport kein gutes Team

Mittwoch 10. Juni 2009 von htm

Zu einem Familientag lädt der Turnverein Hofheim am kommenden Sonntag, 14. Juni, ein. Im Blickpunkt steht dabei die Aktionswoche der Bayerischen Sportjugend, des Bayerischen Landes-Sportverband, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und des Deutschen Olympischen Sportbundes, die die Sportvereine aufgerufen haben, sich mit Aktionen und Projekten an einem alkoholfreien Wochenende mit der Aktion „Alkohol – Kenn dein Limit“ zu beteiligen. (Quelle: Google Alkohol Alert, 10.6.09) Main Post, 9.6.09 Kommentar: Wann lösen sich diese Sportverbände vom Alkohol-Sponsoring?

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Elfjährigen mit Alkohol abgefüllt

Mittwoch 10. Juni 2009 von htm

Auf offener Straße haben Jugendliche in Landshut, D, einen Elfjährigen offenbar mit Schnaps abgefüllt. Der Knabe war so betrunken, dass er in einer Unterführung bewusstlos zusammenbrach, wo ihn Polizisten nach dem Hinweis eines Anwohners fanden. Ein Notarzt brachte ihn mit einer schwerer Alkoholvergiftung in die Kinderklinik. (Quelle: Google Alkohol Alert, 10.6.09) Täglicher Anzeiger, Holzminden, 9.6.09

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Weiter negative Jugendpolitik im Furttal

Mittwoch 10. Juni 2009 von htm

Das Projekt eines Jugendhauses in Dänikon ist von den Trägergemeinden im Furttal aus Kostengründen abgelehnt worden. (254’000 Franken für zwei unbenützte Schulcontainer) Die Gemeinde ist mit einem Ansammlungsverbot für Minderjährige ab 22.00 Uhr vor Gericht abgeblitzt. (Quelle: Tages-Anzeiger, 10.6.09 nicht online) Kommentar: Die Gemeinden müssten mindestens neue Wege kommunizieren.

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„Wer Wasser mit Wein predigt“

Mittwoch 10. Juni 2009 von htm

Unter „Nebenbei notiert“ wird mit dem obigen Titel über eine Aktion der Stadtzürcher Suchtpräventionsstelle berichtet. Diese verteile neuerdings an Standaktionen gratis Mineralwasser an Jugendliche als Anreiz, zwischen Alkoholischem Wasser zur Schadensbegrenzung zu trinken. Es gehe auch darum, mit den Jugendlichen ins Gespräch über deren Alkoholkonsum zu kommen. „Spätestens in diesem Dialog dürfte dann auch dem optimistischsten Gassenarbeiter klarwerden, dass es mehr braucht als ein paar banale Wellness-Tipps, damit sich die Jugend Wasser in den Wein giessen lässt.“ So schliesst der Artikel. ((Quelle: NZZ, 10.6.09, leider nicht online) Kommentar: Ausgerechnet ein Journalist (urs) mockiert sich über die zugegebenermassen ziemlich hilflose Aktion der Suchtpräventionsstelle. Sind es doch die Journalisten und ihre Verlage, die in der Schweiz die nötige gesellschaftliche Auseinandersetzung über das Alkoholproblem, die notabene in ihrem Pflichtenheft steht, (Schweizer Presserat) nicht führen und nicht zulassen. Mit distanzierten Beobachtungen über Testkäufe oder Berichten über Exzesse betreiben sie vor allem Sensationsmache, verbreiten Unsicherheit, Hilflosigkeit, das Gefühl, man kann ja doch nichts machen und stellen sich damit in den Dienst der Alkoholindustrie, zu deren Komplizen sie sich herabwürdigen liessen. Dass es Journalisten gibt, die gelegentlich aufmucksen und dass sie es besonders in der jetzigen Krise nicht leicht haben, ändert an den Folgen für die Gesellschaft leider nichts.

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ZDF: Mein Kind im Vollrausch

Mittwoch 10. Juni 2009 von htm

Die Autorin über Familien nach dem Totalabsturz. von Ulrike Baur
Rauchen ist uncool – „Binge Drinking“, Trinken bis zum Umfallen, ist angesagt. In. Cool. Neuere Umfragen, auch von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, belegen diesen klaren Trend im Risikoverhalten von Jugendlichen. Ein Fünftel der Zwölf- bis 17-Jährigen griff im vergangenen Jahr mindestens ein Mal im Monat zu fünf oder mehr Gläsern Alkohol. ZDF-Sendung am 9.6.09, 22.45 Uhr Kommentar: Die Sendung lässt wieder einmal den Zuschauer ziemlich ratlos zurück. Auf der Webseite werden immerhin Fragen gestellt. Aber dass das Problem ein gesellschaftliches ist, dass die Erwachsenen, die Politiker gefragt sind, kommt wenig bis nicht zur Sprache.

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