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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für November 2011

D: Alkoholwerbung in der Fussballbundesliga

Dienstag 29. November 2011 von htm

Angeblich für rund 300 Millionen Euro wird in der Fußballbundesliga jährlich Alkoholwerbung geschaltet. Dies entspräche etwa einem Drittel des gesamten Alkoholwerbeetats in Deutschland. Kaum verwunderlich, dass bislang viele Funktionäre und Vereine durch ihr großes Engagement für Alkohol unangenehm auffallen. Die einschlägigen Verlautbarungen erwecken meist den Eindruck, als könne in Deutschland ohne Bier kein Fußball gespielt werden.

Unlängst nun hat DFB-Präsident Theo Zwanziger, wofür ihm auf keinen Fall auch nur annähernd genug gedankt werden kann, die Vertragsverlängerung des DFB mit dem Werbepartner Bitburger rundheraus in Frage gestellt. Die Bemühungen des DFB in der Alkoholprävention („Alkoholfrei Sport genießen“) auf der einen Seite sowie sein Engagement in der Bierwerbung andererseits stehen in eklatantem Widerspruch. Als Ausweg sieht Zwanziger allerdings die Möglichkeit, dass sich die Bierwerbung im DFB ausschließlich auf alkoholfreies Bier bezieht. Dazu Mechthild Dyckmans, Drogenbeauftragte der Bundesregierung: „Kinder und Jugendliche können in der Werbung nicht zwischen alkoholfreiem und alkoholhaltigem Bier unterscheiden. Sport darf gerade für sie nicht mit Alkohol und damit auch nicht mit Bier verknüpft werden.“

Noch einmal: Großer Dank an Dr. Zwanziger dafür, dass er diesen Stein ins Rollen brachte und an Mechthild Dyckmans für ihr eindeutiges fachliches Statement! (Quelle: Newsletter der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen DHS, 29.11.11)
Kommentar: Wann kommen die andern Verbandsgrössen auf diese Idee?

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Wirksamkeit von Alkohol-Prävention

Dienstag 29. November 2011 von htm

DIMDI, das Deutsche Institut für medizinische Dokumentation und Information, veröffentlichte jüngst seinen Bericht zur Prävention des Alkoholmissbrauchs von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Hierfür unternahm das Institut eine systematische Literaturrecherche in 34 Datenbanken und wählte aus 401 gefundenen Studien 59 zur genaueren Analyse aus.

Die Mehrzahl der Studien stammt aus den USA, neun Studien sind aus Deutschland. Als wirksam erwiesen sich ein Familieninterventionsprogramm, personalisierte computergestützte Interventionen an Schulen und Universitäten, kurze motivierende Interventionen und zentrale Elemente der Verhältnisprävention.

Gerade aber verhältnisbezogene Maßnahmen, z.B. Steuer- und Preiserhöhungen, Verkehrskontrollen und Kontrollen des Verkaufspersonals, Einschränkungen der Zugriffsnähe und Werbemöglichkeiten (Displays, Aufsteller) für alkoholische Getränke weisen eine hohe Effektivität auf. Traditionelle (universelle) Medienkampagnen sowie Informations- und Erziehungsprogramme an Schulen erwiesen sich nicht als effektiv.

Der Bericht zeigt die Notwendigkeit der Entwicklung spezifischer und zielgruppenorientierter Präventionsmaßnahmen für den deutschen Kontext. Dazu gehören die verbindliche Definition von Zielgrößen (Reduktion des Konsums, Änderung des Verhaltens) sowie eine verbindliche Definition und empirische Bestimmung riskanten Alkoholkonsums. Vor der Einführung von Präventionsmaßnahmen (so DIMDI) sollte deren Wirksamkeit eindeutig belegt sein, was gegenwärtig nur selten der Fall ist. (Quelle: Newsletter der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen DHS, 29.11.11) http://portal.dimdi.de/de/hta/hta_berichte/hta309_bericht_de.pdf
Kommentar: Unwirksame Alibiübungen zu verkaufen ist einfacher, als effektive Verhältnisprävention durchzusetzen.

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Einschätzung der wirtschaftlichen Schäden durch Alkohol in Slowenien

Dienstag 29. November 2011 von htm

Im Oktober 2011 nahmen mehr als 30 Experten aus Slowenien an einem zweitägigen Workshop zum Thema Kompetenzbildung in Ljubljana teil, in dem es um eine Einschätzung der ökonomischen Belastung des Landes durch Alkoholkonsum ging. Dieser ist in Slowenien relativ hoch und liegt über dem Durchschnitt für die Länder der Europäischen Union. Um sinnvolle alkoholpolitische Handlungskonzepte für das Land empfehlen zu können, ist ein ausreichendes Verständnis der ökonomischen Schäden aufgrund alkoholbedingter Erkrankungen erforderlich. Das slowenische Gesundheitsministerium ist bestrebt, die Anstrengungen zur Senkung des hohen durchschnittlichen Alkoholkonsums zu verstärken. … (Quelle: Google Alkohol News, 28.11.11) WHO-Europa, 22.11.11

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Jugendkriminalität in der Schweiz

Montag 28. November 2011 von htm

Die Verurteilungen von Jugendlichen haben sich innerhalb der letzten 64 Jahre mehr als verdreifacht. Bei den Gewaltstraftaten werden sogar sieben Mal mehr Jugendliche verurteilt als damals. Speziell seit 1999 wurde bei den Gewaltstraftaten ein ausserordentlich grosses Wachstum beobachtet. Aus diesen Zahlen kann jedoch nicht direkt geschlossen werden, dass die Jugend tatsächlich krimineller oder gewalttätiger geworden ist. Dieser Text zeigt auf, wie sich die Jugendkriminalität tatsächlich entwickelt hat, was mögliche Gründe sind und was die Parteien dagegen unternehmen wollen. … (Quelle: Vimentis, 22.11.11)
unser Online-Kommentar:
Eine der wenigen wirklich effektiven Präventionsmassnahmen wird nicht erwähnt: Eine wirksame Alkoholpolitik. Einmal mehr wird es vermieden, diese heisse Kartoffel anzufassen. Das Volk wird wieder für dumm verkauft.
Würde mit den von der WHO empfohlenen Massnahmen der Alkoholkonsum gesenkt, ginge auch der Jugendalkoholismus mit allen seinen Folgen zurück.
Das Problem ist dabei nur die Komplizenschaft der Politiker mit der Alkoholwirtschaft. Und die gleiche Komplizenschaft der Medien. Das Volk wird nicht über die Präventionsmöglichkeiten und deren positive Auswirkungen informiert. Wie hier.

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EU: Barroso promotes special interests instead of welfare of young Europeans

Freitag 25. November 2011 von htm

The financial crisis in Europe is affecting young people’s overall emotional well-being and capacity to learn. A report from Glasgow City Council highlights how pupils’ emotional stability underpins their ability to learn. In Estonia a notable rise in abuse of alcohol among youth is reported. However, EU countries report that social spending is bearing the heaviest austerity burden: e.g. the German “savings package” requires 37% of the savings to be taken from social spending.

At the same time the President of the European Commission Mr. Barroso finds the time to attend a gala of the alcohol lobbyist Brewers of Europe, to join their special interests by recognizing the “important contribution to European economy. And the value added of the sector to the economy is estimated at €50 Billion.”

The costs of the social harm caused by alcohol every year in the EU, however, are more than twice of that sum: €125 Billion.
“Mr. Barroso displays exactly the kind of thinking that got us into the crisis in the first place. Short-term profit thinking instead of long-term vision rooted in sustainable policies”, says Andrea Lavesson, President of Active – sobriety, friendship and peace.

The EU is the heaviest alcohol consuming region in the world. Only the economic consequences, let alone the social and democratic harm, are enormous: productivity losses because of alcohol (absenteeism, unemployment and premature death) amount to €59 Billion per year.
In the face of these facts, it remains a riddle how the President of the European Commission can say things like: “And indeed the Commission looks to your industry as a key partner in pushing forward our growth agenda towards a more smart, inclusive and sustainable Europe, our Europe 2020 agenda.” … (Source: JOINT PRESS RELEASE by Active and The European Youth Forum (YFJ), 25.11.11)

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D: Haschisch und Marihuana sollen weiter illegal bleiben

Freitag 25. November 2011 von htm

Merkel sagt „Nein“ zum Joint
Während Alkohol und Zigaretten „begrenzt und vernünftig“ konsumiert werden sollten, sollten Haschisch und Marihuana gar nicht konsumiert werden, so Bundeskanzlerin Angela Merkel. Denn laut der CDU-Chefin würden bei Haschisch und Marihuana bereits geringe Mengen ausreichen, um eine Sucht zu erzeugen.
Eine beschränkte und kontrollierte Freigabe lehnte die CDU-Chefin am Mittwoch ab. Cannabis müsse anders als Alkohol und Zigaretten als Droge eingestuft bleiben, denn auch der Konsum geringer Mengen könne eine sehr hohe Abhängigkeit hervorrufen, sagte sie in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview auf dem YouTube-Kanal der Bundesregierung. (Quelle: Google Alkohol News, 23.11.11) focus.de, 24.11.11
unser Online-Kommentar:

Dafür und dawider
Man kann wirklich geteilter Meinung sein, ob es sinnvoll ist, zu den bisher legalen Drogen noch eine weitere zu legalisieren. Tatsache ist doch, dass schon der Umgang mit der legalen Droge Alkohol völlig ausser Kontrolle geraten ist. Die Regierung verschliesst sich den Empfehlungen der WHO, die sie selber mitunterzeichnet hat und verhindert eine wirksame Verminderung des Alkoholproblems. Wie lange würde es wohl dauern, bis sie auch mit den Haschproduzenten verbandelt wäre und unfähig, den Missbrauch zu stoppen? Es ginge ja dann auch um Arbeitsplätze und Steuereinnahmen. Und um Parteispenden, Sponsoringverträge bei Sport und Kultur, usw. Wie beim Alkohol würde es auch heissen: Den Profit der Industrie, die Schäden dem Volk!

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EU: Committee on National Alcohol Policy and Action (CNAPA)

Dienstag 22. November 2011 von htm

High level meeting, Brussels, 17 November 2011. The 9th meeting of the Committee on National Alcohol Policy and Action
(CNAPA) took place on 17 November 2011. For the first time Member States were represented at senior level, in addition to regular CNAPA members. Attendance was very high. The meeting was chaired by Despina Spanou, Principal Advisor with DG Health and Consumers and Chair of the European Alcohol and Health Forum (EAHF). … (Source: EU-DG for Health and Consumers, 11/21/11)

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CH: Alkohol kaufen im Internet ist «kinderleicht»

Sonntag 20. November 2011 von htm

Die Eidgenössische Alkoholverwaltung hat im Frühjahr 2011 Alkohol-Testkäufe im Internet durchführen lassen. 34 von 82 Bestellungen alkoholhaltiger Getränke konnten dabei problemlos von der minderjährigen Test-Kundschaft in Empfang genommen werden.
Das entspricht einem Anteil von 41,5 Prozent «erfolgreicher» Bestellungen, wie die Eidgenössische Alkoholverwaltung (EAV) in der jüngsten Ausgabe ihres Magazins «Alkohol und Politik» schreibt. Die übrigen 48 Versuche (58,5 Prozent) blieben erfolglos. … (Quelle: Google Alkohol News, 19.11.11) tagesschau.sf.tv, 19.11.11

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D: Ab 11. Dezember ist Alkohol auch in der Münchner S-Bahn verboten

Sonntag 20. November 2011 von htm

In U-Bahnen, Trambahnen und Bussen gilt das Alkoholverbot schon seit 2009. Jetzt sollen Bier, Wein und Co. auch aus den S-Bahnen verbannt werden – mithilfe der Bundespolizei.
Mit dem Verbot ab dem 11. Dezember reagiere die Bahn «auf den mehrfach von Fahrgästen geäußerten Wunsch» und wolle «das subjektive Sicherheitsempfinden» verbessern, sagte der Geschäftsleiter der S-Bahn München, Bernhard Weisser, am Donnerstag. … (Quelle: Google Alkohol News, 17.11.11) augsburger-allgemeine.de, 17.11.11

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CH: Alkoholtestkäufe werden im Kanton Zürich legal

Sonntag 20. November 2011 von htm

Alkohol- und Tabaktestkäufe durch Jugendliche werden im Kanton Zürich legalisiert. Die vom Kantonsrat Ende Juni beschlossene Änderung des Gesundheitsgesetzes wird auf den 1. Januar 2012 in Kraft gesetzt, wie der Regierungsrat mitteilte. …l (Quelle: Google Alkohol News, 17.11.11) tagesschau.sf.tv, 17.11.11

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