| 30.11.2007
02.11.2007 |
(26.10.2007)
Am 23. Oktober 2007
verabschiedete die Europäische Kommission eine neue
gesundheitspolitische Strategie mit dem Titel:
„Gemeinsam für die Gesundheit – ein strategischer Ansatz
der EU für 2008-2013“. Diese Strategie baut
auf der bereits geleisteten Arbeit auf und soll zum
ersten Mal einen umfassenden strategischen Rahmen
schaffen, der sowohl die Kernfragen im
Gesundheitsbereich als auch Gesundheitsfragen in allen
Politikbereichen und globale Gesundheitsfragen
beinhaltet. Diese Strategie soll klare Ziele für die
künftigen Arbeiten im Gesundheitsbereich auf
europäischer Ebene festlegen sowie in Zusammenarbeit mit
den Mitgliedstaaten einen Durchführungsmechanismus für
die Verwirklichung dieser Ziele. Nun sind eine Reihe
Dokumente in vielen Übersetzungen publiziert worden:
Gesundheitspolitische Strategie
(23.10.2007)
Zitat aus der Webseite der UBI vom 23.10.2007:
Die UBI hat
anlässlich der öffentlichen Beratung vom 19. Oktober 2007
(u.a.) folgende Beschlüsse gefasst:
- Die Beschwerde gegen den am 13. Mai 2007 in
der Sendung "Persönlich" von Radio DRS 1
ausgestrahlten Beitrag über eine Schnapsbrennerin
und einen Bierbrauer wird mit 8:0 Stimmen
abgewiesen.
- Die Beschwerde gegen den am 12. Juni 2007 in
der Sendung "Kassensturz" des Schweizer Fernsehens
(SF 1) ausgestrahlten Beitrag über Roséweine wird
mit 8:0 Stimmen abgewiesen.
- Die Beschwerde gegen die vom Schweizer
Fernsehen (SF1) ausgestrahlten Sendungen "Start-up -
Der Weg zur eigenen Firma", Darstellung eines
Wein-Geschenkservice, wird mit 8:0 Stimmen
abgewiesen. Auf eine weitere Beschwerde in dieser
Sache wird nicht eingetreten.
Kommentar: Die schriftliche Begründung dieses
bedauerlichen Entscheids auf unsere Beschwerden werde
auf der Webseite
www.ubi.admin.ch noch publiziert. Wir werden sie
übernehmen und auf unserer Seite "Interventionen"
kommentieren, wo wir auch die Argumentationen beider
Parteien zeigen werden. Eine detaillierte Kommentierung
ist uns aus zeitlichen Gründen leider nicht möglich, sie
erübrigt sich auch, da doch nichts zu machen ist. Die
3. Begründung ist auf der UBI-Webseite am 5.7.08 noch
immer nicht einsehbar.
(10.09.2007) Gemäss Mitteilung der UBI (Unabhängige Beschwerde
Instanz für Radio und Fernsehen) wird die öffentliche
Behandlung meiner drei Beschwerden wegen Schleichwerbung
am 19. Okt. 2007 stattfinden. Die schriftliche
Urteilsbegründung wird später auf der Webseite der UBI
veröffentlicht. Wir werden sie dann auch hier bringen. (Siehe
Interventionen)
http://www.ubi.admin.ch/de/
(29.08.2007)
Das Thema "Alkoholismus" im "Club" von SF1 am 28.8.07:
Im Zusammenhang mit der Plakataktion der SFA (Schweiz.
Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme)
diskutierten gestern 2 Fachleute, mehrere Betroffene und
eine Partnerin die Krankheit Alkoholismus.
Unter der bewährten Leitung von Christine Maier
schilderten die Betroffenen ihren Leidensweg und wie sie
herausfanden. Besonders wurde auf die ca 100'000
alkoholbehinderten Kinder hingewiesen, denen besser
geholfen werden sollte. Leider sind sie nur schwer
erfassbar. Das Umfeld müsste besser reagieren.
SF1, 28.8.07
Kommentar: Als Einstiegsendung gut, nur
sollten jetzt vertiefende Programme folgen. Es wurde nur
personenzentriert diskutiert, die Frage nach der Umwelt,
der Gesellschaft wurde kaum angeschnitten. Die
Nachsorge, die der Behandlung folgen sollte, wurde nicht
erwähnt.
(17.08.2007)
Street Parade: Weitere schwere Zwischenfälle
Sechs Tage nach der Zürcher Street Parade wird ein
zweiter schwerer Zwischenfall bekannt: Nach einer
Schlägerei liegt ein 19-jähriger Schweizer mit schweren
Kopfverletzungen im Spital. Der junge Mann war kurz nach
ein Uhr in der Nacht auf Sonntag, 12. August, beim
Bahnhof Stadelhofen in eine Schlägerei mit mehreren
Personen verwickelt. Der Grad der Verletzung wurde
zunächst unterschätzt. Erst später habe sich dessen
Zustand rapide verschlechtert, und der junge Mann wurde
von den Ärzten in
ein künstliches Koma versetzt. Inzwischen sei sein
Zustand «kritisch, aber stabil».
(Quelle:
Tages-Anzeiger, 17.8.07) In
der gleichen Zeitung berichten zwei Betroffene, die
Lebenspartnerin und eine Grossmutter, von zwei Fällen
weiterer Gewaltakte nach der Street Parade (doppelter
Schädelbruch; Hirnblutung und gebrochenes Kinn, im Koma)
und fragen nach dem Sinn einer solchen Veranstaltung und
wie man "zufrieden" sein kann. (Wahrscheinlich, dass
nicht noch mehr passiert ist.)
Kommentar: In England wühlt ein Bandenmord die
Medien und die Behörden auf. (Siehe
heute bei "International") Bei uns geht man nach
der Berichterstattung zur Tages-Ordnung über.
Hauptsache, der Alkoholindustrie und ihren
Helfershelfern geht es blendend. (Siehe
heute "Aktuell") Ob sich wohl einige als
Komplizen mitschuldig fühlen und deshalb nichts
unternehmen oder hoffen sie einfach, ihr Bierchen oder
ihr Prosecco werde nicht verteuert? Bis der Bundesrat
seinen Nationalen Alkohol Plan herausbringt, haben sich
die Emotionen ja sicher wieder gelegt und alles ist halb
so schlimm.
(26.07.2007) Das
Nationale Programm Alkohol (NPA) 2007-2011 ist in die
Medien gelangt. Radio DRS, Blick, NZZ und Tages-Anzeiger
berichten teilweise sachlich, der Blick polemisch, der
Tages-Anzeiger-Kommentar titelt "Eine nutzlose
Schikane". Die Aufregung in den Zeitungen fokussiert
sich auf einen Vorschlag, in Verkaufsgeschäften ein
Alkoholverkaufs-verbot von 21 bis 07 Uhr einzuführen,
wie es Genf bereits kennt. (Quelle: Google Alcohol
Alert,
NZZ online, 27.7.07
Leserbrief an Tages-Anzeiger
Kommentar: Da dies ohnehin nur als Empfehlung
an die Kantone gelten könnte, die bekanntlich lange
brauchen, um etwas durchzusetzen, sieht alles wie ein
Sturm im Wasserglas aus um die Sommerflaute zu
überbrücken.
(29.06.2007)
Die Zahl der angezeigten Straftaten ist im vergangenen
Jahr in der Schweiz gesunken. Der Anteil der
minderjährigen Straftäter hat aber deutlich zugenommen.
Laut der am Donnerstag veröffentlichten Kriminal- und
Betäubungsmittelstatistik des Bundes ging die Zahl der
Anzeigen im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent auf
288'156 zurück.
(Quelle:
Basler Zeitung online, 28.6.07)
Kommentar: Auch "10 vor 10" im
Schweizer Fernsehen berichtete. Ein Zürcher
Polizeibeamter meinte, sie hätten gerade eine Kontrolle
bei Alkoholverkaufsstellen gemacht, wobei 11 von 20
Alkohol verbotenerweise verkauften. Aber beim Thema
Alkohol fände die Polizei keine Unterstützung, sagte
die Sprecherin. - Das ist uns schon lange aufgefallen.
Alle haben Angst, das würde eine Nummer zu gross.
Zusammen wäre man aber stark genug.
In der heutigen Pressekonferenz von
Bundesrat Blocher schlägt er ein Massnahmepaket vor. Es
dürfe nicht dramatisiert werden. Alkohol kommt in der
Analyse seines Departements nicht vor, dementsprechend
auch keine dahingehenden Massnahmen. (Kommentar
siehe oben.)
(Tages-Anzeiger,
29.6.07, online)
(19.05.2007) Die
Washington Post, das Wall Street Journal, und die
Associated Press haben heute gemeldet, dass
Anheuser-Busch angekündigt hat, die Produktion von
Spykes aufzugeben. (Dieses zwiespältige,
Candy-aromatisierte Malzgetränk mit Koffein, das von
Präventionsgruppen und Staatsanwälten angegriffen worden
ist.)
Kommentar: Wir können den
amerikanischen Staatsanwälten und den
Präventionsaktivisten, vor allem G. Hacker vom CSPI
dankbar sein. So werden wir hoffentlich von Spykes
verschont. Hätten wir wohl eine ähnlich effektive
Gegenkampagne realisieren können? Es darf gezweifelt
werden.
Siehe Pressemitteilung
von CSPI und Marin Institute,
Joint Together, 18.5.07
(14.03.2007) Dieter Imboden in einem Essay auf der
Onlineplattform "ETH Life": Der gute Wissenschaftler sei
ein Anarchist des Geistes, er akzeptiere keine Macht,
die auf Strukturen basiere, die vom Staat, von der
Wissenschaft, der Kirche oder der eigenen Hochschule
geschaffen worden sei.
Kommentar: Offenbar hat er auch keine moralischen
Bedenken. Z.B. sich von interessierten Kreisen
finanzieren zu lassen. (?)
(08.03.2007) Die Motion des Nationalrats Germanier,
mit dem Ziel, die Eidg. Alkoholverwaltung abzuschaffen,
ist am 6.3.07 im Ständerat einstimmig abgelehnt worden.
04.3027
Motion Germanier Jean-René. Reform
der Eidgenössischen Alkoholverwaltung. Obwohl
sie der Nationalrat angenommen hat, ist sie damit
erledigt.
Kommentar: Die vorbereitende Kommission
WAK, der Bundesrat, die Eidg. Kommission für
Alkoholfragen, die kantonalen Sozial- und die
Gesundheitsdirektoren lehnten die Motion ab. Der EAV
wurde attestiert, dass sie "gut funktioniert und sowohl
die fiskalischen Aufgaben wie auch die
Präventionsaufgaben hervorragend wahrnimmt". Damit hat
die Alkohollobby wieder einmal eine Niederlage
einstecken müssen. Wir freuen uns für die
Verantwortlichen der EAV, die ständig im Feuer dieser
Zermürbungstaktik stehen und hoffen, dass sie, gestärkt
nach diesem unerfreulichen Zwischenspiel, ihre Aufgabe
im Dienste unseres Staates unbeirrt weiter wahrnehmen
werden.
(06.03.2007) Der Zürcher Kantonsrat hat
gestern das neue Gesundheitsgesetz beschlossen. Darin
enthalten ist ein Alkohol- und Tabak-Werbeverbot für
Plakate auf öffentlichem Grund. Alle weitergehenden
Massnahmen wurden abgelehnt. Die Gesundheitsdirektorin
bezeichnete das Werbeverbot als Farce, da es praktisch
nichts Neues bringt und diese Werbung nur etwa 20% der
Plakatwerbung für Alkohol und Tabak ausmacht. SP- und
EVP-Vertreter erwägen ein Referendum.
Kommentar: Damit haben SVP und
FDP noch einmal ihre extreme liberale
Wirtschaftsphilosophie durchsetzen können, die keine
Rücksicht auf die Bedürfnisse der Bevölkerung nimmt. Und
so strafen sie die in letzter Zeit von einigen ihrer
Exponenten veröffentlichten Parolen vom sozial
verantwortlichen Liberalismus Lügen. (Der Kanton Bern
kennt seit 1.1.07 u.a. das Plakatwerbeverbot auch auf
privatem Grund, der von öffentlichem einsehbar ist.)
Tages-Anzeiger, 6.3.07
NZZ, 6.3.07
(20.2.2007) Medienmitteilung der SFA,
Schweiz. Fachstelle für
Alkohol- und andere Drogenprobleme:
Neue Schülerstudie:
Jugendliche in der Schweiz rauchen, trinken und kiffen
weniger
Die Ergebnisse der neuen Schweizerischen
Schülerbefragung zeigen: Die 15-jährigen Knaben und
Mädchen rauchen deutlich weniger als noch vor 20 Jahren.
Der Alkoholkonsum und das Kiffen haben bis ins Jahr 2002
zugenommen und sind 2006 erstmals zurückgegangen. Heute
hat die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und
andere Drogenprobleme (SFA) die Resultate der
repräsentativen Schülerstudie an einer Medienkonferenz
in Bern vorgestellt. Die Studie wurde im Auftrag des
Bundesamtes für Gesundheit (BAG) durchgeführt.
Medienmitteilung der SFA
Basler Zeitung online, 20.2.07
NZZ online, 20.2.07
Tages-Anzeiger, 20.2.07
Tages-Anzeiger, 20.2.07 (Zusatzartikel)
(15.02.2007) Heute
gehört: In der Sendung "Espresso" von Radio
DRS1
Das
UNO-Kinderhilfswerk UNICEF hat eine Untersuchung
veröffentlicht, in der die Lebensqualität der Kinder in
den industrialisierten Staaten verglichen wurde. Die
Schweiz landete nur auf Platz 6! Ein Hauptgrund: Der
Jugendalkoholismus. Es sei dringend Prävention gefragt.
Kommentar:
Muss uns wirklich die
internationale Gemeinschaft davon überzeugen, dass
Alkoholprävention gefragt sei? (Die OECD kam erst
kürzlich mit einer ähnlichen Botschaft.) Frage ist nur -
welche Art? Es wäre an der Zeit, von den
schönfärberischen Alibiübungen wegzukommen und wirksame,
wissenschaftlich erhärtete Instrumente in die Hände zu
nehmen. Die Alkoholindustrie hat nun 100 Jahre fast
unbehelligt - und seit 50 Jahren unterstützt von der
Werbebranche, den meisten Medien und der Mehrheit der
Politiker (auch sogenannt christlicher) und der
Bevölkerung - ihr unheilvolles Werk vollbringen können.
Jetzt müsste endlich Schluss sein damit, oder soll
unsere Jugend noch mehr ins Verderben rennen?
Ein erster Schritt wäre, den Vollzug
bestehender Gesetze mit zusätzlichem Fachpersonal zu
verbessern. Dann ist der Bundesrat mit seinem in diesem
Jahr erwarteten Alkohol-Strategie-Papier in der
Verantwortung. Wird er auch wieder nur eine Alibiübung
zulassen?
Bevor an eine eigentliche Prävention in
Richtung Jugendlicher gedacht werden kann, muss sich die
Gesellschaft klar werden, dass das Alkoholimage
heruntergefahren werden muss. So lange der Alkohol einen
derartig hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft hat,
ist jede Prävention für Jugendliche unglaubwürdig und
deshalb wirkungslos.
UNICEF-Schweiz verfügt über
eigene Mittel. Wie wäre es, wenn sie auch auf diesem
Gebiet wirksam helfen würde? Sie will eine Diskussion
auslösen und einen Anstoss zur Verbesserung der
Datenlage geben. Wie viele Anstösse brauchen wir denn
noch? Es braucht endlich mutige Lösungen!
Auch die Wirtschaft ist gefragt.
Lange Jahre hat sie die Aktionäre auf Kosten der
Arbeitnehmer und der staatlichen Sozialwerke geschont
und fährt nun Rekordgewinne ein. Es wäre höchste Zeit,
dass sie jetzt schnell viele Lehr- und Arbeitsstellen
für Jugendliche schaffen würde, um ihnen eine
Lebensperspektive zu geben. Die inzwischen fehlenden
Nachwuchs-Fachkräfte werden wieder massenhaft aus dem
Ausland geholt und damit wie auch schon ein
Immigrationsproblem mit innenpolitischem Zündstoff
geschaffen.
PS Auch der Tages-Anzeiger
berichtet heute über diese Studie. Das Thema
"Risikoverhalten wie Alkohol- und Tabakkonsum" (Rang 12)
ist ihm nicht ein Wort des Kommentars Wert.
Innocenti Research Centre Der
Bericht (u.a.
englisch/französisch,
pdf, 52S., 1,6Mb) ist online erhältlich.
Medienmitteilung von unicef (u.a.
englisch/französisch, pdf, 2.S., 65Kb).
(12.01.2007) "Der Tages-Anzeiger meldet heute an
vorderster
Stelle: Discounter Denner wird verkauft: Migros steht
vor grossem Coup." Und im Untertitel: "Migros würde zum
Alkoholhändler."
Migros wolle mit 70% die Mehrheit
übernehmen. Der Deal ist nun an einer Pressekonferenz
vorgestellt worden. Gaydoul werde weitere drei Jahre an
der Spitze von Denner bleiben, Denner werde also
weitergeführt mit dem gleichen Personal. Die Übernahme
werde von der WEKO abgesegnet werden müssen.
Kommentar: Damit würde sich die Migros endgültig
von seinem Gründer G. Duttweiler absetzen. Es wird nun
zu beobachten sein, mit welchen juristischen Winkelzügen
dies bei den Mitgliedern und der Öffentlichkeit
gerechtfertigt werden soll. Damit würde die Schweiz eine
moralische Instanz verlieren, für die wir im Ausland
bewundert wurden. Seit ehemalige Manager aus dem
Alkoholbusiness in die Chefetage nachrückten, hat die
Migros schon früher das Duttweiler Erbe häppchenweise
verraten. (Tankstellenshops, Internet-Handel, Globus,
Cash & Carry). (Übrigens: Es ist noch nicht 1. April!)
Damit würde die Migros zum ersten Anwärter auf den
Schmähpreis der WEF-kritischen Koalition "Public Eye"
für unverantwortliche Firmen, den WEF Negative Award.
(Tages-Anzeiger, 12.1.07
NZZonline, 11.1.07) Was meint die Adele
Duttweiler Stiftung als Verwalterin des geistigen
Duttweiler Erbes? Ist da ein branchenüblicher Bonus im
Spiel? Die führende Wirtschaftszeitung NZZ weiss in der
Printausgabe noch nichts. Womit hat sich der
Tages-Anzeiger dieses Insiderwissen verdient? Fragen
über Fragen.
NZZ online, 12.1.07 (Erste Meldung ergänzt.)
PS Unsere Frage nach der Begründung ihrer
Alkoholpolitik (nach dem Cash & Carry-Deal) liess die
Migros-Spitze unbeantwortet.
Siehe unsere Sonderseite
(11.12.2006) Auf dem Weg zum Stopp: Der
US-Kongress verabschiedet das erste namhafte Gesetz
gegen den Alkoholkonsum Minderjähriger. Von Präsident
Bush am 20.12.06 unterzeichnet.
Ein Gesetz, das ein erster wichtiger
Schritt ist, das Problem des Alkoholkonsums von
Minderjährigen anzugehen, wurde sowohl vom US Senat wie
vom Repräsentantenhaus letzte Woche genehmigt. "The
Sober Truth on Preventing (STOP) Underage Drinking Act",
das zuerst mit 373 zu 23 Stimmen im House of
Representatives am 14. Nov. angenommen wurde, passierte
den Senat einstimmig am 6. Dezember und erhielt die
endgültige Genehmigung in einer leicht geänderten Form
im Repräsentantenhaus am 7. Dezember. (Siehe
ausführliche Meldung von
Join Together, 8.12.06
CSPI
Newsroom, 7.12.06
(07.12.2006) Die SP
(Sozialdemokratische Partei) legt ein Grundsatzpapier
zur Drogenfrage vor. Sie befürwortet den straffreien
Konsum für Erwachsene für alle Drogen, die scharfe
Verfolgung des Drogenhandels und Lenkungsabgaben auf
allen Suchtmitteln. Sucht sei als Krankheit zu
betrachten. Die SP steht weiterhin zum 4-Säulen-Prinzip.
Kommentar: Damit hat die SP als
erste Partei ihre Drogenpolitik klargestellt. Wobei sie
bereits bisher im Alkoholsektor auf dieser Linie
operierte. Es wäre schön, wenn die andern
Bundesratsparteien folgen würden, damit eine Diskussion
entstehen kann. (Weihnachtsgeschenk für unser
Land) Leider verstehen die liberalen Parteien unter dem
hochgehaltenen Begriff "Eigenverantwortung" nur
Eigennutz. Sie verbinden ihr selbstverwirklichendes,
selbstbestimmtes Tun damit, die Folgekosten dafür der
Allgemeinheit zu überbinden. Echte Eigenverantwortung
würde doch bedeuten, auch die Folgen seines Handels
selbst zu tragen. Z.B. über eine verursachergerechte,
kostendeckende, generelle Alkoholsteuer oder
Lenkungsabgabe.
Siehe Lenkungsabgaben in unserer
Projekt-Idee. Damit sie lenken, müssen die Abgaben
gross genug sein.
(Quelle:
Basler Zeitung online, 7.12.06);
NZZ, 7.12.06
(04.12.2006) Wir haben zu unserem
Newsletter-Versand einen Begleitbrief geschrieben, in
dem wir auf die eigenartige Tabuisierung eines möglichen
Alkohlkonsums im Zusammenhang mit der Vergewaltigung in
Zürich-Seebach aufmerksam gemacht haben. Inzwischen ist
eine Stellungnahme dazu eingegangen, die ein seltsames
Licht auf die Denkweise gewisser Sozialarbeiterkreise
wirft. Siehe hier
Sonderseite zu Zürich- Seebach.
(20.11.2006)
Today opens the second Eurocare/Global
Alliance "Bridging the Gap" Conference in Helsinki,
Finland.
We extend our
best wishes for a successful conference!
(20.11.2006)
APHA, the American
Public Health Association
Seeks International Treaty on Alcohol
Inspired by the recently enacted Framework
Convention on Tobacco Control, the American Public
Health Association (APHA) is calling for a similar
international treaty to address alcohol problems.
The APHA's Governing Council recently released "A
Call for a Framework Convention on Alcohol Control,"
imploring the World Health Organization (WHO) to draft a
treaty to address alcohol-related disease and social
harm. The tobacco convention would be the model; the
alcohol treaty would have to be signed by governments
worldwide and then ratified by individual nations for it
to come into effect.
The APHA urged other public-health organizations to
support the development of the Framework Convention on
Alcohol Control and asked the U.S. government to support
the planning process.
Comment: It seems this call is well planned to
the opening today of the
second Bridging the Gap Conference in Helsinki.
Übersetzung H.T. Meyer:
APHA, die amerikanische
Gesellschaft für öffentliche Gesundheit strebt eine
internationale Vereinbarung über Alkohol an.
Inspiriert durch die kürzlich abgeschlossene
Rahmenvereinbarung über Tabak Kontrolle, ruft APHA auf,
eine ähnliche Konvention abzuschliessen, um die
Alkoholprobleme anzugehen.
Der APHA Regierungsrat veröffentlichte kürzlich einen
"Aufruf für eine Rahmenvereinbarung über
Alkohol-Kontrolle" mit der dringenden Bitte an die WHO
(Weltgesundheits-Organisation) ein Abkommen zu
entwerfen, mit dem mit Alkohol im Zusammenhang stehende
Krankheiten und gesellschaftliche Schäden bekämpft
werden können. Die Tabak-Konvention wäre das Modell
dafür; die Alkohol-Vereinbarung müsste von den
Regierungen weltweit unterzeichnet und dann von den
einzelnen Nationen ratifiziert werden, damit sie in
Kraft treten könnte.
APHA drängt andere Organisationen für öffentliche
Gesundheit, die Entwicklung der Rahmenvereinbarung zur
Alkoholkontrolle zu unterstützen und bat die
US-Regierung, beim Planungsprozess zu helfen.
(Quelle:
Join Together, 17.11.06)
Kommentar: Dieser Aufruf scheint gezielt auf die
heutige Eröffnung der
Bridging the Gap Conference in Finnland geplant zu
sein.
(17.11.2006) Der neuerliche Fall von
Vergewaltigung eines jungen Mädchens in Zürich macht
alle betroffen. Ob wohl auch die Rolle des
Alkoholkonsums untersucht wird? Gerade heute erschien
die Meldung über eine Untersuchung zu
Vergewaltigungs-Drogen in England, bei der herauskam,
dass von 120 untersuchten Fällen 119 mit Einfluss von
Alkohol geschahen. Nur bei 2 Fällen wurde GHB gefunden.
Quelle:
Join Together, 17.11.06 Association
of Chief Police Officers
of England, Wales and Northern
Ireland: ef:84/06 November
15, 2006 RESULTS OF
OPERATION MATISSE
(Volltext unter "Policies)
siehe auch Leserbriefe und
Briefe an... die
Stadtpolizei Zürich, Abt. Jugenddienst
(15.11.2006) Bundesrat: Revision
Lebensmittelrecht:
Aktualisierung und Anpassungen ans EG-Recht.
Die Pflicht zur
Angabe "alkoholhaltig" entfällt bei Lebensmitteln mit
weniger als 0.5 vol%. Der Alkoholzusatz bleibt in der
Zutatenliste ersichtlich. Alcopops müssen neu auf der
Hauptetikette den Hinweis "enthält x% vol Alkohol und
"süsses alkoholisches Getränk" aufweisen. Neu sind
önologische Verfahren erlaubt, die eine Behandlung von
Wein mit Eichenholzschnitzeln unter gewissen Bedingungen
einschliessen.
Quelle:
Tages-Anzeiger online, 15.11.06
Basler Zeitung, 15.11.06
Bundesverwaltung admin.ch (Den Druckfehler
habe ich gemeldet:> /<)
Kommentar:
(16.11.06) Die Medien
berichten sehr unterschiedlich. Oft wird nur der Wein
erwähnt. Darf man annehmen, dass künftig Bier als
bitteres alkoholisches Getränk und Wein als saures
alkoholisches Getränk etikettiert werden? Andernfalls
wäre es doch Willkür, oder nicht? Ist die Bezeichnung
süsses alkoholisches Getränk nun als Abschreckung oder
als Einladung für Jugendliche zu betrachten? Das riecht
sehr nach von der Alkohol-Lobby inszenierter
Alibi-Übung.
(NZZ,
10.11.2006) Der britische Programmierer John Leach
will auf seiner Webseite dokumentieren, wie
Zeitungsartikel während ihrer Entstehung verändert
werden. Er überwacht derzeit Artikel von BBC, Guardian
und Independent. In Deutschland ist
www.bildblog.de
der unerbittliche Kontrolleur des Massenblatts, in der
Schweiz hat sich
www.pendlerblog.ch dem Blatt „20 Minuten“ und der
"Weltwoche" auf die Fersen geheftet.
(Quelle:
NZZ, 10.11.06,
News Sniffer
Medienbote, 15.9.06
Kommentar: Ich habe angeregt, die Behandlung des
Themas Alkohol zu beobachten. In der Schweiz wäre es
dringend nötig.
(25.10.2006) Die EU-Kommission hat ihr
Strategie-Papier zur Bekämpfung des Alkoholismus
vorgestellt. Sie beschränkt sich auf einige Empfehlungen
an die Mitgliedstaaten und will diese bei ihren
Massnahmen unterstützen. Sie empfiehlt u.a. Mindestalter
18, die Alterslimiten streng durchzusetzen, 0,0‰ für
Neulenker, ein "Gentlemen's Agreement" mit den
Produzenten betreffend Marketing.
Kommentar: Im Ringen um ein Erfolg versprechendes
Vorgehen haben offensichtlich die Alkohol- und
Werbeindustrien mit ihrem massiven Lobbying obsiegt.
Schade, konkretere Schritte hätten auch dem
Alkohol-Strategie-Papier, das beim Eidg. Bundesamt für
Gesundheit unterwegs ist, mehr Aussicht auf Erfolg
gebracht. Denn auch bei uns werden diese Lobbyisten
bereits die Messer wetzen.
(Quellen:
Tages-Anzeiger, 25.10.06; NZZ, Der Landbote, SF1,
DRS1, etc.)
Health-EU-Thematic Portal Alcohol
EU-Alcohol-Strategy-Paper
EU-Pressemitteilung vom 24.10.06 in mehreren
Sprachen
(1.11.06) Im
untenstehenden Artikel wird erwähnt, dass der
europäische Brauereiverband die amerikanische Firma
Weinberg Group für eine
Intervention eingespannt hat, die sich hervorgetan hat,
in Amerika die Beweisführung zu schwächen, dass
Passivrauchen gefährlich sei.
(Quelle: Marin Institute Alcohol News, -31.10.06)
Englischer Artikel im
British Medical Journal, 29.10.06 Zusammenfassung
British Medical Journal, 28 October 2006 (Vol 333,
No 7574) Voller Text (zahlbar)
(01.10.2006)
Thomas Zeltner, BAG-Direktor, im Interview in der
SonntagsZeitung vom 24.09.06:
Für Prävention
ist immer weniger Geld vorhanden. Wie wollen Sie da noch
erfolgreich wirken?
"Es stimmt,
wir mussten Aktivitäten einstellen,
für die
Alkoholprävention haben wir praktisch kein Geld mehr.
Deshalb müssen wir die verschiedenen Finanzquellen mit
den verbleibenden Mitteln möglichst effizient einsetzen
‑ inklusive jene aus dem Tabakpräventionsfonds und der
Gesundheitsförderung. Dafür braucht es aber ein
Präventionsgesetz."
Kommentar: Uns ist nicht bekannt, dass die
Tagespresse oder Radio/Fernsehen darauf reagiert hätten.
Die Alkohollobby im Parlament hat wieder einmal ein Ziel
erreicht. Anderseits hat der Staat die nationalen
strukturellen Massnahmen durchzuführen: Das
Strategiepapier und das angetönte Präventionsgesetz.
Wenn es im gleichen Stil weitergeht, haben beide im
Parlament keine grossen Chancen. Vielleicht gäbe es noch
Hoffnung, wenn mindestens Teile unserer Projekt-Idee
verwendet würden, damit nicht auf die Vorteile eines
anzustrebenden Minderkonsums - wegen auf Seite der
Produzenten befürchteter Verluste - verzichtet wird.
(30.09.2006) Der Ständerat hat sich am
26.9.06 in der Differenzbereinigung zum neuen
Biersteuergesetz dem Nationalrat angeschlossen. Das neue
Gesetz wird also einen Jugendschutz- und einen
Gesundheitsschutz-Artikel enthalten.
Amtliches Bulletin, Protokoll
Kommentar: Was lange währt wird
endlich gut, könnte man sagen. Allerdings ist das Gesetz
erst auf dem Papier und dieses geduldig. Ob
entsprechende Taten folgen, muss sich erst noch zeigen.
Es wird noch bis 2008 dauern, bis das Strategiepapier
des Bundesrates zur Diskussion kommt.
(25.09.2006) Mit 71,4% Ja genehmigte
gestern das Stimmvolk von Basel-Land ein neues Alkohol-
und Tabakgesetz. Der Verkauf von Tabakwaren an
Jugendliche unter 18 Jahren wird verboten. Ebenso
Alkohol- und Tabakwerbung mit Plakaten auf öffentlichem
Grund und an öffentlichen Gebäuden. Verboten wird
Werbung auf privatem Grund für Spirituosen, falls sie
von öffentlichem Grund aus einsehbar ist.
Abstimmungsresultat
Gesetzestext (pdf)
Kommentar: Dieses erfreulich
deutliche Ja sollte die Skeptiker in andern Kantonen
überzeugen, keine halben Sachen zu beschliessen und
rasch voranzugehen. Auch in Basel-Land wäre die
Abschwächung beim privaten Grund kaum nötig gewesen. Mit
der gleichen Motivation und Begründung wäre auch für
Alkohol das Mindestalter 18 sinnvoll gewesen. Es
ist zu hoffen, dass die Bundespolitiker den Druck aus
den Kantonen spüren und möglichst bald für einheitliche
und wirksame Massnahmen sorgen.
(07.08.2006)
"Mission erfüllt? Im
Krieg gegen die Drogen?"
Ein sehr beachteter Artikel, publiziert Ende Juni,
brachte einen interessanten Vorschlag: Dass der Krieg
gegen die Drogen in den USA bereits gewonnen sei.
Der Historiker John C. Burnham an der Ohio State
University berichtete über ein kürzliches Meeting mit 7
der früheren Drogen-Zaren der USA (nationale
Beauftragte) in der University of Maryland, zur
Erinnerung an das 35-Jahr-Jubiläum der Einsetzung des
ersten US-Drogen-Zars, Jerome H. Jaffee, der in der
Nixon Administration von 1971 - 1973 gedient hatte.
Die sieben frühere Zaren und frühere leitende Beamten
vertraten erstaunlich übereinstimmende Ansichten, obwohl
sie von verschiedenen Richtungen herkamen, Demokraten
und Republikaner waren, die für fünf verschiedene
Präsidenten arbeiteten. "Und was sie zu sagen hatten,
war oft überraschend," schrieb Burnham. "Die wichtigste
Folgerung - dass wir den Krieg gegen die Drogen gewonnen
haben - war die grösste Überraschung, weil
Drogenfachleute in den letzten Jahren die Medien mit
ihrer Rethorik füllten über 'den verlorenen Krieg gegen
die Drogen'." (Source:
Join Together, 8/4/06)
Dieser Artikel erfuhr eine grosse Resonanz. Hier ein
Beginn der Veröffentlichung von Zuschriften.
(25.07.2006)
Das Dossier mit den Unterlagen unserer
Beschwerde an den
Presserat steht nun bereit. Als Überschrift könnten
sich eignen: "Unsere Presse im Zwielicht" oder "Wie der
Schweizer Presserat seine eigenen Richtlinien bei Bedarf
ausser Kraft setzt"
(23.06.2006)
Die Globale Resolution ist gestern der
FIFA in Zürich zugestellt worden.
Einflussreiche Ärzteorganisationen und
Basisgruppen auf der ganzen Welt rufen die FIFA als
leitende Körperschaft der Weltmeisterschaft auf, die
Alkoholwerbung an Weltmeisterschaften und bei
Fussballübertragungen auszuschliessen.
Mehr als 260 verschiedene Gesundheits-, Jugend-, Sport-
und Religions-Gruppen aus 43 Ländern unterzeichneten
diese Resolution, in welcher die FIFA dringend
aufgefordert wird, die skandalöse Alkoholwerbung an
Weltmeisterschaften und ähnlichen Wettkämpfen zu
eliminieren.
Hier sind die Unterlagen
Here are the documents
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(14.06.2006) Der Bund der Steuerzahler
lädt per Inserat zum heutigen öffentlichen Vortrag in
Zürich ein: Nationalrat Prof. Dr. Christoph Mörgeli
spricht zum Thema:
"So
verschleudern liederliche Politiker unsere Steuergelder"
Kommentar:
Hurra, endlich
gehen die SVP und ihr Exponent in sich! Der Titel
kann ja nur bedeuten, dass sie eingesehen haben, seit
Jahrzehnten mit ihrer Verhinderungstaktik bezüglich
einer wirksamen Alkoholpolitik uns Steuerzahler um -zig
Milliarden betrogen zu haben. Besserung tut wahrlich
Not! Wir Steuerzahler freuen uns schon darauf.
Vielleicht ziehen die andern Verhinderer ja auch
bald nach.
(23.05.2006) Global Resolution to
End Alcohol Promotion in World Cup Events des Center
for Science in the Public Interest, 1875 Connecticut
Avenue NW #3 00, Washington, DC 20016 USA
Diese weltweite Resolution soll zu
Beginn der Fussball-WM in Deutschland dort überreicht
werden. Der verantwortungslose Einfluss der
Alkoholindustrie auf die Jugend mit Hilfe des Sports
soll endlich reduziert und wenn möglich ganz gestoppt
werden. Organisationen, Regierungsstellen, Aktivisten
auf dem Gebiet der öffentlichen Gesundheit und
Sicherheit sowie Anwälte der Jugend sind aufgerufen, die
Resolution zu unterschreiben und bis
6. Juni 2006
einzureichen.
Siehe
unsere Spezialseite hierzu. (en, de)
(23.05.2006) In der
Schweiz werden jeden Tag drei bis vier Jugendliche wegen
Alkoholvergiftung oder Alkoholabhängigkeit im Spital
behandelt, wobei die grosse Mehrheit der Diagnosen auf
Alkoholvergiftung lautet. Dies ist das Ergebnis einer
neuen Studie der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol-
und andere Drogenprobleme (SFA) im Auftrag des
Bundesamtes für Gesundheit (BAG). Die Studie macht
deutlich, wie schwerwiegend die Folgen des
Rauschtrinkens bei Jugendlichen sein können. (SFA
Pressemitteilung, 23.5.06)
Forschungsbericht pdf, 42 S. "Alkohol-Intoxikationen
Jugendlicher und junger Erwachsener. Eine
Sekundäranalyse der Daten Schweizer Spitäler"
(Siehe
Forschungsberichte, 23.5.06, mit Kommentar)
Artikel
im Tages-Anzeiger, online, 23.5.06
(15.05.2006) Bei uns noch nie gesehene
Ausschreitungen im Basler St. Jakob-Stadion nach dem für
die Meisterschaft entscheidenden Fussballspiel FC
Basel-FC Zürich
Völlig ungenügende
Sicherheitsvorkehrungen ermöglichen den gewaltbereiten
Basler Fans den Ruf des Sports zu schädigen. (Quelle:
Tages-Anzeiger, 15.05.06)
Neue Zürcher Zeitung, 15.5.06
Kommentar: Nun kommt ein
Hooligan-Gesetz mit der Möglichkeit, Hooligans von den
Stadien auszuschliessen. Die Durchsetzung wird aber kaum
möglich sein. Von der einfachen Methode, den Alkohol aus
den Stadien und deren Umgebung zu verbannen, spricht
kaum noch jemand. Portugal und früher noch Rom hatten
bewiesen, wie friedliche Spiele erreicht werden können.
Nachtrag: Am 16.5.06 verlangt
Erwin Haas in seinem Artikel "Lieber Ethik als Fussball"
im Tages-Anzeiger: "Ein Alkoholverbot in den Stadien ist
ein Muss." (Nicht online)
Siehe neustes Zitat.
(31.03.2006) "Study Puts a Cork in
Belief That
a Little Wine Helps the Heart"
JJ
Thomas H. Maugh II,
(Los Angeles Times, Mar. 30, 2006)
"If you think a glass of wine in the evening is good for
your heart, think again. The long-held belief that
moderate drinking reduces your risk of a heart attack or
dying is based on flawed data and is most likely wrong,
according to a study released today."
Harvard World Health News
Los Angeles Times, Mar. 30, 2006
Free registration required
See: Research
(Übersetzung H.T. Meyer)
"Eine Studie
schlägt einen Zapfen in den Glauben, dass ein bisschen
Wein dem Herzen helfe"
JJ
Thomas H. Maugh II,
(Los Angeles Times, Mar. 30, 2006)
"Wenn du glaubst, ein Glas Wein am Abend ist gut
für dein Herz, überleg nochmals. Der lange gehegte
Glaube, dass mässiger Alkoholkonsum dein Risiko für
Herzinfarkt oder Tod verringere, basiert auf falschen
Daten und ist höchstwahrscheinlich falsch, gemäss einer
heute veröffentlichten Studie."
Harvard World Health News
Los Angeles Times, 30. März 2006
(Gratis Registrierung evtl.
erforderlich)
Kommentar: Ein weiterer Beweis
für unsere These, dass die Untersuchungen betr.
positiver gesundheitlicher Auswirkungen des
Alkoholkonsums auf wackligen Füssen stehen. Nach der
grossen Studie der amerikanischen Regierungsagentur
"Cardiovascular risk factors and confounders among
nondrinking and moderate-drinking U.S. adults /
Herzinfarkt-Risikos und die Verunsicherung bei den
Gruppen der abstinenten und mässig Alkohol
konsumierenden Erwachsenen in den USA", bei uns am
2.5.05 veröffentlicht, haben wir ca 25 Redaktionen in
der Schweiz gebeten, auch diese in die andere Richtung
weisende Meldung zu veröffentlichen. Wahrscheinlich hat
nur die Neue Zürcher Zeitung ein halbes Jahr später mit
einem gut recherchierten Artikel darauf reagiert. Unsere
Beschwerde deswegen ist bei Presserat hängig. Wie werden
die Redaktionen jetzt reagieren?
Siehe
Forschungsergebnisse
(19.03.2006) Das Institut der
Alkoholindustrie, ICAP, hat im Juni 2000 den REPORT 8
herausgegeben: "Who are the Abstainers?" (Wer sind die
Abstinenten?)
Kommentar: Schon damals war der
Alkoholindustrie klar, dass die Abstinenten eine sehr
heterogene Gruppe darstellen, die sich nicht ohne
weiteres mit Alkoholkonsumenten betr. Gesundheitsrisiken
vergleichen lassen. Gerade darum setzte
wahrscheinlich die Flut der Untersuchungen ein, die von
den Medien genüsslich aufbereitet wurde.
(Siehe
Forschungsberichte-Übersicht)
(14.03.2006) Drogen- und
Suchtpolitik überwindet den Röstigraben
Die Verbände der Deutsch- und der
Westschweizer Suchtfachleute – GREAT und
Fachverband Sucht – haben am 3. März 2006 eine
gemeinsame Erklärung veröffentlicht und die Bevölkerung
zum kostenlosen Rösti-Essen eingeladen.
Die Charta fordert u.a. die gesetzliche Verankerung
der Vier-Säulen-Politik und plädiert für ein Ja zur
Teilrevision des Betäubungsmittelgesetzes.
Kommentar: Ein Meilenstein in der
Suchtpolitik. Endlich haben sich die Fachleute für eine
aktive Suchtpolitik entschieden, die sich früher
mehrheitlich in vornehmer Zurückhaltung geübt haben.
Möglicherweise haben sie auf Arbeitgeberseite heute mehr
Spielraum, weil die Behörden Druck verspüren, dass etwas
gehen muss.
Bereits im Rahmen der Biergesetz-Debatte
im Ständerat wurde sichtbar, dass die Verbände der
J
Suchtfachleute sich eingemischt hatten. Ein Lichtblick.
Zu diesem Thema ist auch ein Leserbrief zu
erwähnen, der zur Biergesetzdebatte von der
Leiterin der Stadtzürcher
Suchtpräventionsstelle, Frau Eveline Winnewisser,
im Tages-Anzeiger vom 11.3.06 erschien. Er ist als
Gastbeitrag, dank ihrer freundlichen Genehmigung, in
unserer Leserbrief-Sammlung zu lesen.
(07.03.2006) Gestern fand im Ständerat
die Debatte über das neue Biergesetz statt. Es wurde in
der Fassung des Bundesrates angenommen. Siehe
Spezialseite mit Links
und Kommentar.
(24.02.2006) In Brasilien wurde eine
Teil-Prohibition eingeführt.
In Diadema, einer
Industriestadt wurde im Jahr 2002 ein umstrittenes
Gesetz eingeführt, das den Verkauf von Schnaps nach
23.00 Uhr in fast allen der 4800 Bars und Restaurants
untersagte. Damit sollte das alkoholbedingte
Blutvergiessen, das diese Stadt zu einer der
gewalttätigsten von Brasilien machte, bekämpft werden.
Das Gesetz und die damit erzielte
Verminderung der Gewalt wurden ein solcher Erfolg, dass
Gemeinden über ganz Brasilien hinweg ähnliche Massnahmen
einführen.
Kommentar: Ist das nicht ein
Denkanstoss für unsere Politiker in unserer
Gewalt-Diskussion?
(19.01.2006) Die Kommission für
Wirtschaft und Abgaben des Ständerates hat die
Biersteuer-Vorlage des Bundesrates beraten und eine
MEDIENMITTEILUNG herausgegeben. Sie hat die schlechte
Vorlage nochmals verschlechtert.
Medienmitteilung und
Kommentar
(14.01.2006) Meir Stampfer,
chairman des Department of Epidemiology der Harvard
School of Public Health (HSPH), hielt Vorträge über
gesundheitliche Vorteile des Bierkonsums für
Medizin-Journalisten bei Anlässen, die von Anheuser-
Busch gesponsert worden waren. Der dritte Vortrag wurde
abgesagt, nachdem das Wall Street Journal am 9.12.05
darüber berichtet hatte. Die Brauerei hatte auch die
Universität mit $150'000 gesponsert, natürlich ohne
Bedingungen! (Quelle:
Join Together, 13.1.06)
Kommentar: Den ausführlichen
Bericht von Join Together werden wir übersetzen. Ob ihn
dann eine unserer Zeitungen übernehmen wird? Wohl kaum!
Dazu ein Zitat aus "Erklärung der Pflichten der
Journalistinnen und Journalisten" des schweizerischen
Presserates: (*1)
(Im Internet unter
http://www.presserat.ch/Documents/Erklaerung.pdf)
*1) Sie halten
sich an die Wahrheit ohne Rücksicht auf die sich daraus
für sie ergebenden Folgen und lassen sich vom Recht der
Öffentlichkeit leiten, die Wahrheit zu erfahren."
(04.01.2006) An der Universität von
Connecticut, USA wurde eine Forschungsarbeit zum
Einfluss der Alkoholwerbung auf Jugendliche und junge
Erwachsene herausgebracht, die unseren Parlamentariern
in Bern die letzten Zweifel nehmen müsste:
Effects of Alcohol Advertising
Exposure on Drinking Among Youth/
Einfluss der Alkoholreklame auf den
Alkoholkonsum bei Jugendlichen
|
| 24.02.2006
19.08.2005
12.01.2005
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(23.12.2005)
Die Thurgauer Regierung hat eine
Gesetzesbotschaft dem Grossen Rat zugeleitet: Plakatwerbung für
alkoholische Getränke und Tabakwaren soll im Thurgau verboten werden.
(Siehe Aktuelles)
(20.12.2005) Ein nationales Podium unter Leitung des ehemaligen Governors
von Massachusetts und Präsidentschafts-Kandidaten Michael S. Dukakis
wurde in den USA gebildet.
Es soll untersuchen, mit welchen staatlichen
organisationellen und finanziellen Strukturen Prävention und
Rehabilitation substanzbedingter Probleme am wirkungsvollsten unterstützt
werden können. Im Januar 2006 werden in Santa Fe, N.M. und im Februar
2006 in Washington, D.C. öffentliche Hearings stattfinden. Schriftliche
Beiträge werden elektronisch von www.jointogether.org
während diesen Monaten entgegengenommen. Das Podium hofft, seine
Empfehlungen im Juni 2006 zu veröffentlichen.
Pressemitteilung von Join
Together mit den andern Podiumsteilnehmern.
(09.12.2005) Super-Bieridee!!
Der Cafetier-Verband will weniger Betriebe und den Ausstieg mit Prämien
aus dem Alkoholzehntel versüssen!
Der Tages-Anzeiger titelt heute: "Die Beizer
wollen weniger Beizen - und Sterbehilfe vom Staat"
Hausbesitzer sollen höchstens zweimal eine Prämie von
Fr. 12'000.-- erhalten, wenn sie eine Beiz stilllegen und 20 Jahre lang
keinen Gastrobetrieb mehr in ihrer Liegenschaft dulden. Der Alkoholzehntel
soll 5 Jahre dazu dienen, die 10'000 überzähligen Gastrobetriebe zu
schliessen. Kantonale Parlamentarier sollen gewonnen werden, die Idee
voranzutreiben und die Zweckbindung des Alkoholzehntels zu ändern. Die
Gastro Suisse soll sie stillschweigend unterstützen.
Kommentar:
Das ist nun wirklich eine desolate Vorstellung. Aber wenn
es dem Verband so wichtig ist, die 10'000 Betriebe zu schliessen, warum
bedient er sich nicht unserer Projekt-Idee? Da hätte er ausgesorgt.
30.11.2005: Der Ständerat schliesst sich dem Nationalrat an.
Bei der Totalrevision des Radio- und Fernsehgesetzes wird
Alkoholwerbung bei nationalen und Sprachregionalen Sendern, wie auch bei
ausländischen Werbesendungen für den Schweizer Markt verboten sein. Bei
lokalen Privatsendern ist sie für vergorene Getränke erlaubt. Der
Bundesrat kann im Sinne des Jugendschutzes weitere Werbesendungen
untersagen.
Kommentar: Wenn kein Wunder geschieht, wird also erstmals
Alkoholwerbung auf Schweizer Sendern möglich werden! In völligem
Widerspruch zu einer verantwortungsbewussten Jugendpolitik. Bei der
heutigen Geisteshaltung des Gesamtbundesrates ist kaum damit zu rechnen,
dass er seine Möglichkeit der Intervention wahrnimmt und einzelne
Sendungen verbietet. Wahrscheinlich wird es auch kaum Kläger geben, da
diese zum vornherein abgeschreckt werden von der Aussichtslosigkeit
solcher Bemühungen.
24.11.2005!!
Im
Schweizer Fernsehen SF1, 20.00 Uhr: "Jung und besoffen - Ein
Streifzug durch die Basler Szene"
Dokumentarfilm von
Alain Godet: "Der Film stösst schon heute auf ein riesiges
Interesse."
Zweitsendung: Freitag, 25.11.05,
11.10 Uhr
Wiederholung: 28. November 2005, um ca. 03.45 Uhr auf SF1
Siehe hier dazu unsern
ausführlichen Kommentar, als Arbeitsblatt
und Grundlagentext in Schulen geeignet.
02.11.2005
Der KMU-Verband Winterthur meldet, es gehe dem Gewerbe gut, nur die
Wirte klagten. (Quelle: Tages-Anzeiger; Der Landbote,
2.11.05)
Anfang Oktober zählte Winterthur 454 bewilligte
Gastwirtschaftsbetriebe, 9 weniger als vor einem Jahr, aber immer noch ein
Drittel mehr als vor der Liberalisierungswelle 1998. Es gibt heute einen
Betrieb auf gut 210 Einwohner/innen. Das seien deutlich zu viele, sagt
Emanuel Bosshart vom Branchenverband Gastro Winterthur.
Kommentar: Da lassen sich ein paar Rechnungen durchspielen:
Erwirtschaftet ein Gastwirtschaftsbetrieb ein Netto-Einkommen von Fr.
100'000.-- müsste er bei einer Marge von 20% einen Umsatz von Fr.
500'000.-- erzielen. Dann zahlt statistisch gesehen jede Einwohnerin,
jeder Einwohner, Kinder inbegriffen, ca Fr. 2380.-- /Jahr
daran. Dazu kommt noch der durchschnittliche Alkohol-Schadenanteil von ca
Fr. 900.--. Das macht für eine 3-köpfige Familie fast Fr. 10'000.-- pro
Jahr. Prost!
28.9.2005 Der Bundesrat beantwortete die Anfrage von Nationalrat Heiner
Studer (evp) betr. Erhöhung der Steuern auf Spirituosen
Nachdem der Bundesrat auf zwei Postulate von ihm nicht
geantwortet hatte und diese nach jeweils zwei Jahren sang- und klanglos
vom Parlament abgeschrieben wurden, fragte NR Studer den Bundesrat direkt,
wann er endlich die Schnapssteuern zwecks Konsumverminderung wieder
erhöhen wolle. (Seit 1999 stieg der Konsum nach einer starken
Steuersenkung an, nachdem er seit Mitte der 1980er-Jahre gesunken
war.)
Kommentar: Die
Antwort zeigt, dass der Bundesrat offenbar an einer Konsumverminderung
nicht interessiert ist.
25.9.2005 Katrina verursacht eine Welle von
Abhängigkeitsproblemen
Der Hurricane Katrina vertrieb Tausende von Abhängigen
von ihren Behandlungsprogrammen und unterstützenden Netzwerken,
verursachte zusätzlichen Stress den Menschen, die sich gerade auf der
Kippe zwischen mässigem Konsum und Missbrauch bewegten und setzte
Millionen dem Risiko aus, sich dem Alkohol oder andern Drogen zuzuwenden,
um den Schmerz über Evakuation, finanziellen Ruin und persönliche
Tragödie zu lindern.
Ausführlicher Bericht von "Join
Together", 23.9.05 (engl.) mit weiterführenden Links
Katrina Causes Wave of Addiction Problems
9/23/2005
07.09.2005
Der Bundesrat beschliesst ein neues Biergesetz. LL
Der Bundesrat hat heute ein neues Biergesetz verabschiedet,
das jenes über die eidg. Getränkesteuer von 1934 ablöst. Was wir
gestern ankündigten, ist heute vom Gesamtbundesrat beschlossen worden.
Für Kleinbrauereien gibt es sogar eine Steuerermässigung.
Gesundheitliche Aspekte wurden nicht berücksichtigt. Die Wirtschaft ist
zufrieden. Die Präventionsfachleute sind enttäuscht. Die Zeche bezahlen
wir alle, vor allem unsere Jugend. Dazu passt das heutige Zitat
von Bundespräsident S. Schmid ausgezeichnet. Die Gesetzesvorlage geht
jetzt ans Parlament. Ob das einsichtiger ist?
(Quelle: Neue
Zürcher Zeitung online, 7.9.05)
Siehe Briefe an.... 2
Leserbriefe
Dazu Pressemeldung der Schweiz. Fachstelle für
Alkohol- und andere Drogenprobleme
06.09.2005
Bundesrat Merz will die Biersteuer nach dem Alkoholgehalt
abstufen. Leichtbier würde dadurch billiger! L
Radio DRS1 berichtet heute in der Sendung Rendez-vous,
dass der zuständige Bundesrat Merz (Finanzen) die Biersteuer nach
Alkoholgehalt aufteilen will in Leichtbier bis 2,6%, Normalbier und
Starkbier, 6-7%. Die gesamte Steuereinnahme bliebe sich für den Bund
gleich. Leichtbier würde billiger. Biermischgetränke sollen auch nicht
stärker besteuert werden. Gesundheits- und
Konsumentenschutzorganisationen äusserten sich empört, denn die
Jugendlichen reagieren sehr preissensibel. Bier ist bereits heute das
beliebteste alkoholische Getränk bei der männlichen Jugend von 14-16
Jahren. Ab 16 Jahren wäre es erlaubt, ihnen Bier zu verkaufen!
Der Vertreter des Brauerei Verbandes möchte die Steuern noch mehr
reduzieren, auf das Niveau in Deutschland. Er will, dass die
Teuerungsklausel nicht mehr angewendet werden soll.
Kommentar:
Die Brauereien setzen Bundesrat Merz offensichtlich stark
unter Druck. Statt wie gefordert, die lächerlich kleine Biersteuer
anzuheben oder eine generelle Alkoholsteuer einzuführen, soll nun die
Biersteuer eine Verbilligung des Bieres ermöglichen und den
rückläufigen Konsum auf Kosten der Gesundheit unserer Jugend ankurbeln.
Eine Abstufung der Alkoholsteuern auf Grund des Alkoholgehalts machte
insoweit Sinn, dass Sie bei einer generellen Alkoholsteuer auf alle
alkoholischen Getränke angewendet würde. Wie wir in unserer Projekt-Idee
aufzeigen. Nur müssten die Steuersätze weit höher liegen und nach dem
Verursacherprinzip einen Grossteil der bewirkten alkoholbedingten Schäden
decken.
Wie werden wohl die andern Bundesräte und das Parlament reagieren?
Wieviel gilt die Volksgesundheit und der Jugendschutz in unserm Land noch?
23.08.2005
Eine japanische Firma will ein "Kinder-Bier"
nach Europa exportieren. L
Der alkoholfreie Drink hat eine Schaumkrone und ist in
dunkelbraunen Flaschen abgefüllt. Es wird an die Kinder vermarktet, die
"ein bisschen wie ein Erwachsener sein wollen." Sogar die
Portman Gruppe, der englische Bier-Interessenverband, ist dagegen. Die British Soft Drinks Association
spricht sich dafür aus, wenn die Werbung weniger aggressiv ist. Der Start
in England stehe kurz bevor. Die Flasche soll £1.90 kosten. Telegraph.co.uk.,
21.8.05, (Quelle: Join Together) (English
Text)
Kommentar: Das hat uns gerade noch gefehlt. Der Gesetzgeber
müsste solche Nachahmungen, die sich an Kinder richten, sofort verbieten,
falls hier noch eine Gesetzeslücke besteht.
19.08.2005: Die 0,5‰-Grenze wirkt sich mehr als erwartet aus!
Die bfu meldet, dass im 1. Sem. 05
die Anzahl der alkoholbedingten Verkehrstoten um 42,3%
zurückgegangen ist. J
Im Vergleich zum 1. Sem. 04 hat sie
von 52 auf 30 abgenommen. Die Zahl der übrigen Unfalltoten im Verkehr
fiel von 182 auf 153, das sind 15,9% weniger.
Kommentar: Das ist höchst erfreulich und übertrifft die
Erwartungen. Damit dieser Trend so bleibt, braucht es weiter strikte
Kontrollen durch die Polizei. Wenn in der Presse bereits wieder von
einem Angleichen der Zahlen beim Alkohol am Steuer ohne Unfallfolgen an
die Zahlen der Vorjahresperiode geschrieben wird, muss darauf hingewiesen
werden, dass durch die vermehrten Kontrollen und die verdachtsfreie
Kontrolle auch mehr Fälle zu erwarten sind. Die Dunkelziffer wird dafür
etwas kleiner und die Chance, in eine Kontrolle zu geraten, grösser.
Den Politikern und Politikerinnen, die sich während Jahrzehnten geweigert
haben, den neuen Grenzwert zu unterstützen, sollte nun die Rechnung
präsentiert werden: Für all das unnötige Leid, das sie
mitzuverantworten haben, abgesehen noch von den hohen Kosten. Sie werden
sich mit faulen Ausreden die Hände in Unschuld waschen, wie bereits
gestern im Fernsehen DRS1, "10 vor 10" geschehen. Es wäre
schön, wenn der oder die eine oder andere sich vom Saulus zum Paulus
wandelte und zukünftig wirksame Alkoholpräventionsmassnahmen
unterstützen würde.
14.05.2005
Glosse aus dem Tages-Anzeiger vom 13.5.05 (Mit
freundlicher Genehmigung des Autors)
Fahren im lombardinischen
Zustand
Von
Jean-Martin Büttner*
Man kann sagen, der Mann stehe im Schilf. Beziehungsweise, metaphorisch
präziser, es habe ihn aus der Kurve getragen. Denn Filippo Lombardi,
der trinkfreudige Autofahrer, nebenamtlich als Ständerat der Tessiner
CVP aktiv, hat vor kurzem wieder einen Autounfall gebaut. Im
angetrunkenen Zustand.
Weiter im Text
Äusserst
wichtig!!
03.05.2005
Eine Studie einer amerikanischen Regierungsagentur hat bei
250'000 Amerikanern gezeigt, dass die Gesundheitsanpreisungen betr.
Alkohol bei
früheren Studien nicht haltbar sind. Die Vergleichsgruppe der Abstinenten
hatte viele
Risikofaktoren, wie Übergewicht, Bewegungsmangel, hohen Blutdruck und
Diabetes.
Siehe Forschungsberichte 2.5.05
11.04.2005: J
Die Schweiz hat die WHO-Resolution zum Alkoholproblem zu Handen der WHO-
Generalversammlung im Mai bereits mitunterzeichnet!
(Siehe unsere Meldung in "Internationales"
am 7.4.05)
04.04.2005: Am Samstag, den 2.04.2005 starb,
nach einem langen Pontifikat von 26 Jahren, Papst Johannes Paul II.
Sein Einsatz für den Frieden, für die Armen dieser
Welt und für den Dialog der Weltreligionen haben ihm die Liebe und Verehrung vieler Menschen, auch
Nichtkatholiken, eingetragen, die nun um ihn trauern, aber auch froh sind,
dass sein Leiden ein Ende nahm. Ohne Zweifel war er mit seinem Charisma
eine der herausragendsten Persönlichkeiten der letzten 100 Jahre.
Seine erzkonservative Haltung z.B. bezüglich
Geburtenregelung, Priesteramt, Gleichberechtigung der Geschlechter in der
Kirche haben dem Vatikan allerdings vor allem in Westeuropa viel Kritik
eingetragen und bei vielen Gläubigen zu einer Abwendung von Rom
geführt.
Osterkreuz des Auferstandenen der Kirche
St. Martin, Effretikon
Für die Alkoholprävention zeigte er grosses
Verständnis. Einmal empfing er eine Delegation von hochrangigen
Fachleuten zu einem Gedankenaustausch. Dass dabei ein nachhaltiges
Ergebnis erzielt wurde, kann ich aus meiner Sicht (kirchliche und fachliche)
nicht feststellen.
04.03.2005: "Wir glauben, Gewalt hat nicht das letzte Wort"
Dies ist das Motto der diesjährigen Fastenzeit-Aktion von
BROT FÜR ALLE und FASTENOPFER.
Was das Alkoholproblem und die Alkoholpolitik damit zu tun
haben, versuchen wir auf einer Spezialseite darzulegen.
L
2.3.2005: Der Ständerat erlaubt Alkoholwerbung (für Wein und Bier) an
privaten Radio- und Fernsehsendern.
In seiner heutigen Sitzung schloss er sich Bundesrat und
Nationalrat an. Damit wird das bisherige Verbot von Alkoholwerbung in
Radio und Fernsehen durchlöchert. Ein trauriges Zeugnis für unsere
Politiker!
(Siehe Parlamentsdebatten)
Amtliches
Bulletin Ständerat
(Leserbriefe )
15.02.2005: SF
DRS1, Kassensturz: Die Weinpreise im Gastgewerbe
Der Kassensturz scheint eine Serie von
Getränke-Beiträgen zu bringen. Nach einem einspruchverdächtigen
"Werbespot" für Absinth unter dem Titel "Was ist
drin?" kam ein Beitrag über die weiterhin horrend gezuckerten
Süssgetränke und nun über die Preiskalkulation der Wirte beim Wein. Es
zeigte sich, dass im Gastgewerbe die Mahlzeiten mit den Weinpreisen
quersubventioniert werden. Bis zum Faktor 4 oder mit ähnlichen
Aufschlägen wird der Wein verteuert. Eine nicht repräsentative
Telefonumfrage ergab, dass das Publikum gar nicht einverstanden ist mit
dieser Regelung. Gastro-Zürich-Chef Bachmann verteidigte diese
Kalkulation u.a. mit dem erstaunlichen Hinweis, es sei nicht ihre Aufgabe,
mit tiefen Weinpreisen den Alkoholismus zu fördern. Das bedeutet,
er kennt die Funktion des Preises beim Alkoholkonsum.
In unserer Projekt-Idee gehen wir von der Annahme aus, die
Hälfte der alkoholbedingten Sozialkosten könnten mit einer Steuer u.a.
auf Wein von ca Fr. 5.-- je Liter nach dem Verursacherprinzip gedeckt
werden. Bei der nun aufgezeigten Kalkulation des Gastgewerbes muss man
sich direkt fragen, ob dieser Aufschlag überhaupt ins Gewicht fällt und
geeignet ist, eine Konsumreduktion zu erzielen.
bei
Projekt
-Idee
21./22.01.2005:
Wikipedia
Willkommen in der Wikipedia!
Die Wikipedia ist eine freie Enzyklopädie in mehr als 100 Sprachen. Jeder
kann mit seinem Wissen beitragen – die ersten Schritte sind ganz
einfach! Seit Mai 2001 wurden 189689 Artikel in deutscher Sprache
verfasst. Alle Inhalte unterliegen der GNU-Lizenz für freie
Dokumentation. Weitere Informationen zur Wikipedia finden sich in unserem
Projektportal.
Dies ist der Eingangstext auf der Homepage dieser
einmaligen Enzyklopädie, bei der jedermann mitschreiben kann. Wir haben
die Gelegenheit benützt, die
Alkoholseiten in Deutsch und Englisch
etwas zu ergänzen. Hier haben wir die Zeilen
zusammengestellt, die wir beigetragen haben.
Gratulation!
Die Neue Zürcher Zeitung NZZ feiert ihr 225 jähriges Bestehen.
Dazu zitieren wir NZZ-Chefredaktor Hugo Bütler, der im
heutigen Interview im Tages-Anzeiger u.a. sagt:
"Neben der Grundaufgabe der NZZ - einer präzisen, gut fundierten,
verlässlichen Information - pflegen wir die Meinungsbildung." Und
auf die Frage, ob er Pressionen erlebte, in welchen er um die
Pressefreiheit fürchtete:
"...Es gibt natürlich zuweilen Inserenten, die aus Verärgerung
nicht mehr inserieren wollen. Aber das muss man ertragen können, um
unabhängig zu bleiben." Und..
"Die NZZ hat sich ja immer als politische Zeitung verstanden, die
sich für die öffentliche Sache einsetzt. Es wäre völlig falsch zu
glauben, wir verstünden uns bloss als Wirtschaftszeitung, auch wenn wir
einen sehr stark ausgebauten Wirtschaftsteil haben. Fragen der rechtlichen
Ordnung und der Ethik in der Wettbewerbswirtschaft sind für uns sehr
wichtig."
Kommentar: Liest man diese schönen, typischen
Jubiläums-Sätze, die Herr Bütler zum Teil schon früher persönlich in
ähnlichem Sinn uns geschrieben hat, fragt man sich unwillkürlich, warum
die Alkoholfrage bisher einen so kleinen Stellenwert in der NZZ hatte. Es
wären doch genügend Fachleute bereit, "gut fundierte, verlässliche
Informationen zur Meinungsbildung" zu liefern, dass sie ihre Rolle
als führende politische Zeitung zum Wohle des Volkes spielen könnte.
Auch der Wirtschaft würde sie einen grossen Dienst erweisen, die immer
noch den Durchblick nicht hat und nicht merkt, wie stark sie von einem
geringeren Alkoholkonsum profitieren würde. Von Ethik müsste nicht
einmal die Rede sein.
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