Etwas
vom Grundlegendsten zu unserem Thema fanden wir in
"Alkohol und Massenmedien" (Regionale
Veröffentlichungen der WHO/Europäische Schriftenreihe
Nr. 62, 1998) (Von der WHO autorisiertes Zitat)
(Seite
2) "Aus den bisherigen Berichten zur Forschungslage
lässt sich allgemein schliessen, dass Alkoholaufklärung
zwar aufklärt, Aufklärung allein aber nur selten das
Verhalten beeinflusst."
(Seiten 4/5)
"Alkoholaufklärung hat u.a. nur deshalb begrenzten
Erfolg, weil sie gegen einen Schwall von Botschaften
ankämpfen muss, die den Alkoholkonsum fördern. Die
primäre Quelle alkoholpositiver Botschaften ist die
gesellschaftliche Wirklichkeit, sind die verbreitete und
sichtbare Verfügbarkeit alkoholischer Getränke sowie die
Allgegenwärtigkeit und die Akzeptanz des Alkohols in
unterschiedlichsten Alltagssituationen und
Zusammenhängen. Wie sich die Menschen zu
gesundheitsbezogenen Themen stellen, wird tendenziell
stärker durch Erfahrungen als durch Information
bestimmt. Oft machen persönliche Erfahrungen der
gesellschaftlichen Normen und Verhaltensweisen die
weisen Ratschläge der Alkoholaufklärung unglaubwürdig."
English
Kommentar: Etwas
logisches Überlegen wird die obigen Feststellungen
bestätigen. So wurden in den letzten zehn Jahren im
Zeichen der sogenannten Gesundheitsförderung Millionen
in den Sand gesetzt. Die vom Staat abhängigen
Präventions-Fachleute versuchen mit viel Fantasie und
Einsatz irgendwo noch eine Nische zu finden, wo sie doch
noch ein kleines Bisschen Verhaltensänderung bewirken
können. Sie sind wahrlich nicht zu beneiden. Sollten sie
nicht endlich den Aufstand proben und Klartext reden?!
Oder wäre das für die Politik der gefundene Grund, die
Prävention abzuschaffen? Eine parteiübergreifende
Alkoholpolitik wäre nötig. (In den Leserbriefen
erscheint dieses Thema mehrfach.)
Bedingt
durch den Ein-Mann-Betrieb können gelegentlich Lücken in
der Berichterstattung entstehen (z.B. durch Ferien,
Tagungen, Krankheit), die anschliessend nach Möglichkeit
wieder aufgearbeitet werden.
Wir
sind schon einige Male gefragt worden, ob wir zur
Deckung der Unkosten Spenden entgegennehmen würden. Hier
unser Post-Konto:
M. und H. Meyer, 8307 Effretikon Nr. 80-72602-4. Bitte
Vermerk "Webseite" oder "Projekt-Idee". Am liebsten
anonym.
!!
Achtung!!! Wir
erhalten immer wieder Meldungen von
E-Mail-Administratoren, dass unsere e-mail nicht
zustellbar war und Beilagen als nicht sicher gelöscht
wurden. Dazu müssen wir ganz klar feststellen,
dass e-mails mit dem Absender
htmeyer@alkoholpolitik.ch nicht von uns stammen,
also missbräuchlich versandt wurden, evtl. sogar, um
unsern Ruf zu schädigen. Auch könnten sie Viren
enthalten. (Ausnahme: Unser Newsletter und wenn wir vom Ausland aus via
Mail-Server aus Zeitgründen direkt ein einzelnes Mail
beantworten müssen.)
Empfänger unseres Newsletters bitten wir,
den Spam-Filter so einzurichten, dass der Newsletter
nicht abgewiesen wird. Überprüfen Sie bitte gelegentlich
das Spam-Filter-Verzeichnis, ob nicht versehentlich der
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Verschwundene Web-Seiten finden Sie manchmal im
Web-Archiv:
http://www.archive.org/index.php
Top aktuell:
 |
Eine Hoffnung für das neue Jahr wäre, dass die Politiker
einsehen, dass der Jugendalkoholismus nicht nur mit
verstärktem Jugendschutz sondern mit einer kompletten
Alkoholpolitik bekämpft werden muss. Dann hätten auch die
100'000 bis 150'000 Kinder und Jugendlichen in
alkoholbelasteten Familien mehr Lebenschancen, denn sie sind
immer die "Kinder der Landstrasse" und die "Verdingkinder" -
damals und heute. Für sie müsste der Bundesrat auch
einstehen. |
(27.11.2008) Der Bundesrat schlägt dem Parlament vor, dass auf allen Kanälen für
Wein und Bier geworben werden darf.
Wegen eines Media-Abkommens mit
der EU zur Förderung der Filmwirtschaft kann der
Bundesrat nicht verbieten, dass ausländische
Werbefenster Alkohol anpreisen. Der Gerechtigkeit halber
will er dies nun auch der SRG erlauben.
Kommentar: Die Schweiz soll jährlich rund 10 Mio.
einzahlen und darf dafür an den
Filmförderungsaktivitäten der EU teilnehmen. Z.B.
Ausbildung, Vermarktung. Die staatlichen Schweizer
Sender würden geschätzte 5 - 8 Mio. Fr. einnehmen. Diese
paar Millionen sollen es rechtfertigen, dass wir fast
die letzte nationale Werbebeschränkung opfern und einmal
mehr der Jugend zeigen, wie wenig uns daran gelegen ist,
die Jugend vor der Alkoholwerbung zu schützen. Die
Änderung des Radio- und Fernsehgesetzes mit
Alkoholwerbung auf Lokalsendern machte den Anfang und
dient nun als Argument für die vollständige Freigabe.
Dass der Einfluss der Werbung nicht erwiesen sei, wie
Bundesrat Leuenberger im Fernsehen sagte, ist ein
schlechter Witz. Tatsache ist, dass sich Bundesrat und
Parlament noch kaum je auf Wissenschaft und Fachleute
abgestützt haben sondern immer wieder sogenannt
"politische" Entscheide zu Gunsten der Wirtschaft und zu
Ungunsten der Volksgesundheit und der Sozialkosten
gefällt haben.
Würde unsere Projekt-Idee verwirklicht, bekäme die
Filmwirtschaft genügend Mittel, so dass dieses Abkommen
nicht nötig wäre.
Dies wäre der richtige Moment für die Einführung einer
generellen Alkoholsteuer nach dem Verursacherprinzip.
Die Schäden durch die Werbeflut müssten mit Hilfe eines
preisbedingten Konsumrückgangs kompensiert werden. Das
Parlament ist nun gefordert.
Zusatzbotschaft Bundesrat
(Quelle: Tages-Anzeiger, 26.11.08)
sf.tv, 26.11.08
Unser ausführlicher
Kommentar
(16.11.2008) "Kinder der Landstrasse" -
"Verdingkinder" und...
Die Geschichte der Verdingkinder in
der Schweiz wurde wissenschaftlich aufgearbeitet und in
den Medien verbreitet. Der Bundesrat hat sich sogar im
Namen der Gesellschaft für das viele zugefügte Leid
entschuldigt.
Kommentar: Wie steht es aber
um die seit über hundert Jahren bestehende vergleichbare
Not der heute über 100'000 Kinder und Jugendlichen in
alkoholbelasteten Familien in der Schweiz? Wann erkennt
die Gesellschaft ihre Mitverantwortung und sorgt für
wirksame Massnahmen, um den Alkoholkonsum drastisch zu
senken, damit weniger Kinder leiden müssen?
Es ist natürlich viel
einfacher, auf weit zurückliegendes Leid zu reagieren,
für das man sich nicht verantwortlich fühlt, als sich
einzugestehen, dass man selber ein kleines Opfer
bringen, sein eigenes Verhalten ein wenig ändern müsste,
damit sich die Verhältnisse ändern können. Wann gibt der
Bundesrat hier ein gutes Beispiel?
(Quelle:
Tages-Anzeiger, 6.11.08)
(10.11.2008) Bedeutende Wissenschafter rufen
nach einer internationalen Übereinkunft zur Kontrolle
von Alkohol.
In einem Editorial in bmj.com heisst es, es gäbe
einen dringenden Bedarf für eine internationale
Regulierung von Alkohol, ähnlich der Rahmenübereinkunft
betreffend Tabak-Kontrolle im Jahr 2005. Professor Laura
Schmidt (Philip R Lee Institute for Health Policy
Studies and Department of Anthropology, History and
Social Medicine, School of Medicine, University of
California, San Francisco, CA) und Kollegen in den USA,
Kanada, Finnland und Australien schreiben, dass Alkohol
weltweit ein wesentlicher Faktor von Krankheit,
Verletzungen und Tod ist, aber er sei die einzige
allgemein gebrauchte psychoaktive Substanz, die noch
immer einer internationalen Kontrolle bedürfe. (Quelle:
Medical News
Today, 8.11.08)
bmj.com, 6.11.08
(06.11.2008) "Yes
- we can!"
In Bezug auf die
Alkoholpolitik in der Schweiz und anderswo in Europa
kann man nur neidisch werden über diesen Siegeswillen,
der auch unmöglich Scheinendes möglich macht. Auch die
Kreise der Gesundheitspolitik in den USA sind nun
hoffnungsvoll, dass eine spürbare Besserung im
Gesundheitswesen eintreten wird.
(24.09.2008) Substanzkonsum von Schweizer
Jugendlichen im internationalen Vergleich. Ein
internationaler Vergleich zeigt: Der regelmässige
Alkohol- und Tabakkonsum von Schweizer Jugendlichen ist
tiefer als im Durchschnitt der Vergleichsländer in
Europa und Nordamerika. Die Raucherraten gingen in den
meisten Ländern zurück, während die Entwicklung beim
Alkohol uneinheitlich ist. Der internationale Bericht
2008 zur Schülerbefragung Health Behaviour in
School-Aged Children vergleicht die Konsumraten in 41
Ländern und beschreibt die Lebensumstände der
Jugendlichen im Jahr 2006. Die Schweizerische Fachstelle
für Alkohol- und andere Drogenprobleme hat die Situation
für die Schweiz genauer betrachtet und zeigt für die
Prävention wichtige Themen.
SFA-Medienmitteilung, 23.9.08
Kommentar: Wie schon bei der ESPAD-Studie wird
der Rückgang des Alkohol-Konsums bei Jugendlichen
gezeigt. Dieser "Erfolg" wird auf verschiedene Gründe
zurückgeführt. Ganz nebenbei wird auch die Alcopopsteuer
erwähnt. Dabei kann davon ausgegangen werden, dass dies
bei weitem der Hauptgrund ist. Verglichen mit der Zeit
vor dem Alcopop-Höhepunkt ist der Konsum 2006 immer noch
höher. Kein Grund also zur Beruhigung.
(03.09.2008) Voranzeige: Samstag, 6. Sept. 2008,
zwischen 10.10 und 10.50 Uhr: 5-6 min. Radio-Interview
life mit Hermann T. Meyer auf Radio1 in Zürich
(93,0 Mhz und im Internet Online unter
www.radio1.ch)
über Alkoholpolitik. Es ist
eine
Wissenschaftssendung, ein populärwissenschaftliches
Magazin von und mit Dani Ambühl.
(26.08.2008)
Massenbesäufnisse – viel Lärm um
nichts?
Heute abend im Club auf SF1,
Moderation. Christine Maier.
Ausstrahlung SF 1: Dienstag, 26. August 2008, 22.20 Uhr
Ausstrahlung SF 1: Mittwoch, 27. August 2008, 01.40 Uhr
Ausstrahlung SF 1: Donnerstag, 28. August 2008, 12.45
Uhr
Ausstrahlung SF 1: Samstag, 30. August 2008, 14.20 Uhr
(siehe Bericht und
Kommentar)
(20.08.2008) "Botellón", (grosse Flasche) dieser Begriff
aus Spanien erobert die Schweizer Medien. Einem Aufruf
im Internet folgen Tausende junger Leute zum kollektiven
Besäufnis auf einem öffentlichen Platz einer grossen
Stadt. Nach dem Harassenlauf in Basel hat Genf bereits
zwei erlebt, in Lausanne und Zürich sind sie angekündigt
und Bern und Biel sind im Gespräch. Stadtbehörden im
Zürcher Oberland zeigen Bedenken. Heute will die Zürcher
Stadtregierung ihre Stellung festlegen, nachdem die
Polizeivorsteherin bereits in der Presse bekanntgegeben
hatte, sie wolle es verhindern. (Siehe
aktuell,
Leserbrief,
Kommentar)
Kommentar:
(21.08.08) Es scheint, als ob die Jugendlichen bei
der Behandlung des NPA (Nationales Programm Alkohol)
gemerkt hätten, wie wenig den Behörden und bürgerlichen
Politikern an einer Verminderung des Alkoholproblems
liegt. Nun nützen sie die Situation aus - zu ihrem
eigenen Schaden und zum Schaden der Gesellschaft. Das
Alkoholgewerbe verdient weiter auf unsere Kosten.
(02.07.2008) Die Medien berichten ausführlich über die
ESPAD-Studie.
Die neuste
Schweizerische Schülerstudie im Rahmen der europäischen
Schülerbefragung zum Substanzgebrauch zeigt: Jugendliche trinken,
rauchen und kiffen heute weniger als vor vier Jahren.
Alkohol bleibt aber das Problem Nummer 1.
Tages-Anzeiger, 2.7.08
NZZ,
2.7.08
SFA-Medienmitteilung, 1.7.08
Kommentar: Während hier am
14.8.04 bei der letzten ESPAD-Studie noch kritisiert
werden musste: "Presse und Tagesschau bringen die Meldung kommentarlos
und gehen zur Tagesordnung über. Alle scheuen sich, das heisse Eisen
richtig anzufassen." - reagieren die Medien heute ausführlich und im Fall
des Tages-Anzeigers mit Jean-Martin Büttner's kritischem
Kommentar (leider nicht online) sogar erstmals voll auf
unserer Linie. Zu den Zahlen müsste man erwähnen, dass
bei der letzten Erhebung die Auswahl der Schulklassen
z.Teil fragwürdig war, d.h. gewisse untere Niveaux nicht
mitmachen wollten. Trotzdem ist der Rückgang plausibel,
weil seit 2003 die Alcopop-Verkäufe dank der
Sondersteuer stark rückläufig sind. Da bei andern
Getränken keine Massnahmen ergriffen wurden, sind viele
Jugendliche auf andere Getränke ausgewichen, sonst wäre
der Rückgang noch um einiges grösser. Die Alcopops haben
ihren Zweck erfüllt und viele Kinder und Jugendliche,
vor allem auch die Mädchen, und immer früher, zum
Alkoholkonsum gebracht und das Rauschtrinken begünstigt.
(Leserbrief TA, 2.7.08)
(26.6.2008)
Der Bundesrat hat das neue Präventions-Gesetz in die
Vernehmlassung geschickt.
Die Prävention soll ausgebaut und koordiniert werden.
Dazu ist die Gründung eines Instituts für
Gesundheitsförderung geplant. Prävention soll Ziele
erhalten und effizienter werden. Die Vernehmlassung
dauert bis am 31. Oktober 2008. Innerhalb dieser Frist
können Stellungnahmen beim Bundesamt für Gesundheit,
Abteilung Multisektorale Projekte, 3003 Bern,
eingereicht werden. Quelle:
NZZ, 25.6.08
NZZ, 26.6.08;
Tages-Anzeiger, 25.6.08;
Bundesrat Medienmitteilung, 25.6.08
Vernehmlassungsunterlagen, 25.6.08
Kommentar: Auf dem Alkoholsektor sind Ziele
sicher zu begrüssen. Nur mit Koordination allein ist
nicht viel geholfen. Und für wirksame
Verhältnisprävention wird das Parlament weiterhin nichts
übrig haben, solange die Wirtschaft nicht umdenkt. Auch
von den Kantonen soll Widerstand zu erwarten sein, die
ihre Kompetenzen nicht aufgeben wollen.
Kommentar: Nun haben wir die
Bescherung. Ausser Spesen nichts gewesen! Wenn die
Wirtschaft zufrieden ist, kann man sich den
Stellenwert dieses Beschlusses ausrechnen. Dass die
Fachstellen vordergründig zufrieden sind, versteht
nur, wer die ganze Problematik kennt. Der
Tages-Anzeiger titelt: "Ein Präventionsprogramm, das
niemandem schadet." Richtig wäre: Eines, das ausser
den Fachstellen niemandem nützt, aber das allen
schadet, weil eine Gelegenheit verpasst ist,
gewaltige Schäden zu vermindern. Dass jetzt wieder
in die nutzlosen Verhaltenspräventionskampagnen
investiert werden soll, um Aktionitis und Alibis zu
demonstrieren, ist Betrug am Volk. Die Fachstellen
und das BAG haben noch eine Chance: Wenn sie die
neuen Kampagnen dafür einsetzen, die Bevölkerung zu
motivieren, in Zukunft Verhältnisprävention zu
unterstützen und die Wirtschaft zu überzeugen, dass
Gesundheit sich auch für sie rechnet und sie
die Fronten wechselt. Gefragt sind nun die Kantone.
Sie können auf ihrem Gebiet z.B. den Jugendschutz
ein wenig verstärken. Einige sind schon dran.
Siehe auch Briefe an.....
(16.6.2008) Das geplante eidg. Präventionsgesetz
erhält eine Lobby.
34 Organisationen haben am Freitag (endlich!) die
Allianz "Gesunde Schweiz" gegründet. Ziel: Unterstützung
des Präventionsgesetzes. Die Wirtschaft soll vom
ökonomischen Nutzen von Gesundheitsförderung und
Prävention überzeugt werden.
Kommentar: Spät kömmt sie, doch sie kömmt, ist
man versucht zu sagen. Wir haben schon lange gefordert,
dass die Gesundheitskreise sich vernetzen sollten. Dem
Tages-Anzeiger und der NZZ ist es gerade eine
Kurzmitteilung wert. Vielleicht kommt ja noch mehr nach.
(Quelle: Tages-Anzeiger, NZZ, 16.6.08)
Basler Zeitung, 16.6.08
(30.05.2008) Heute erscheint die neue Nummer von
"Gesundheit Sprechstunde."
Das Titel-Thema heisst Alkohol und enthält u.a.
ein Interview mit Hermann T. Meyer über
Alkoholpolitik: "Was läuft falsch in der Schweiz." Interview
Seite 14 Ursprünglicher Interview-Text
(18.04.2008) Die Gegner des Neuen Programms Alkohol (NPA) haben sich
formiert. Eine Reihe Wirtschaftsverbände haben sich zum
"Komitee der Wirtschaft für eine sinnvolle
Alkoholpolitik" zusammengeschlossen. Die bisherige
Opposition auf der Ebene der Brancheninteressen soll nun
auf die Ebene grundsätzlicher gesellschafts- und
ordnungspolitischer Fragestellungen gehoben werden. Das
Komitee wehrt sich gegen "Überregulierungen und
Einschränkungen der Wirtschaftsfreiheit". (Quelle: NZZ,
18.4.08) Schweizerischer
Gewerbeverband, 11.4.08
Kommentar: Mit dieser Breitseite gegen das
Bundesamt für Gesundheit (BAG) und dessen Direktor ist
wohl der Kampf gegen das NPA eröffnet. Es ist wieder das
übliche Bild: Die grossen Wirtschaftsverbände stellen
sich hinter die Einzelinteressen der Alkoholwirtschaft
und vernachlässigen die Interessen der Gesamtwirtschaft
in Bezug auf Gesundheit und Wohlstand für alle.
(EU-Slogan) Was soll nun daran sinnvoll sein?
(03.04.2008) "Zürich verbietet öffentliche
Besäufnisse", titelt gross der Tages-Anzeiger. Der erste
Satz im Text: "Alkohol spielt eine entscheidende Rolle
bei der Jugendgewalt." Der Stadtrat hat gestern acht
Massnahmen veröffentlicht, mit denen er die Jugendgewalt
in Zürich markant reduzieren will. Gewalt und
Waffenbesitz sollen nicht mehr toleriert werden. (Quelle:
Tages-Anzeiger,
3.4.08)
NZZ, 3.4.08
Mitteilung der Stadt
Zürich, 2.4.08
Kommentar: Es hat ziemlich lange
gedauert. Aber jetzt ist es doch bestätigt, was wir seit
langem betont haben. Und nun wird mit einer ganzen
Palette vor allem auf die Jugend losgegangen. Auch die
Eltern und die Verkäufer sind im Visier. Aber kein Wort
von Primär-Prävention. Die Erwachsenengesellschaft wird
weitgehend geschont. Das ist politisch auch viel
unproblematischer.
(19.03.2008) Die Unabhängige Beschwerde Instanz
für Radio und Fernsehen UBI hat zwei der drei
Begründungen zu unsern Beschwerden nach 5 Monaten
endlich fertiggestellt. Sie sind sehr ausführlich und
zeigen, dass nach heutigem Recht an Radio und Fernsehen
praktisch ohne Probleme über Alkohol berichtet werden
kann, was beste Werbemöglichkeiten zum Nulltarif
ermöglicht. Die Definition von Schleichwerbung für ein
Produkt, für das Werbung illegal ist, bedarf dringend
einer gesetzlichen Neufassung, die einschränkender sein
müsste als für ein normal bewerbbares Produkt. Das
Argument, der Verkauf von Alkoholika sei legal, ist
ungenügend.
(15.03.2008) Der 19. Zürcher Präventionstag fand
gestern in Zürich statt. Es war ein richtiger
Aufsteller. Denn nach 20 Jahren hat die Zürcher
Gesundheitspolitik erkannt, dass es neben der
Gesundheitsförderung in Form der Verhaltensprävention
auch die Verhältnisprävention braucht. Und dies nicht
nur im Tabak- sondern auch im Alkoholsektor. Als ich vor
20 Jahren auf die Gefahren einer einseitigen
Verhaltensprävention aufmerksam machte, wurde ich
ausgelacht. Die Folgen sehen wir im Jugendalkoholismus,
seine Auswirkungen allerdings erst im ganzen in den
nächsten Generationen. Siehe Sonderseite
(10.03.2008) Im Kanton Zürich hat sich die Zahl der
Jugendlichen, die betrunken gewalttätig geworden sind,
seit 1999 mehr als verdoppelt. In ihrer «Studie
zur Entwicklung der Jugendgewalt im Dunkelfeld»
befragten die Zürcher Kriminologen Manuel Eisner und
Denis Ribeaud letztes Jahr 2553 Zürcher Neuntklässler.
Auf einem 29-seitigen Fragebogen offenbarten die
16-Jährigen ihre Erfahrungen als Opfer und Täter von
Gewaltdelikten. Eine identische Befragung hatte die
Bildungsdirektion des Kantons Zürich schon 1999
durchführen lassen. (Quelle: Google
Alkohol-Alert, 24.11.07)
SonntagsZeitung, 9.3.08)
Kommentar: Es hat lange gedauert,
bis die schlechte Nachricht an die Oberfläche gebracht
wurde. Noch am 29.2.08 hat die NZZ in einem grösseren
Artikel zur Jugendgewalt neue Studien zitiert und den
Zusammenhang mit Alkohol völlig ausgeklammert. Immerhin
hat die NZZ unsern diesbezüglichen
Leserbrief vom 2.3.08,
wenn auch stark gekürzt, am 8.3.08 veröffentlicht. Es
bleibt zu hoffen, dass nun auch eine wirkungsvolle
Alkoholprävention ohne Scheuklappen sofort in Angriff
genommen wird. Ausreden gibt es jetzt keine mehr. Sonst
sollten die Opfer gegen die säumigen Politiker klagen.
Diese haben ja jetzt eine gute Rechtsschutzversicherung.
Bei den Erwachsenen wird die Entwicklung nicht gross
anders sein.
(29.02.08) Die UBI (Unabhängige Beschwerde Instanz für Radio
und Fernsehen) schreibt heute, die schriftliche Begründung ihrer
Entscheide zu unsern Beschwerden verzögere sich um mindestens weitere 14
Tage. Grund: "grundsätzliche
Bedeutung der Entscheidbegründungen".
Kommentar: a) Die Begründung der
Abschmetterung bereitet Mühe. Um eventuell vor Bundesgericht bestehen zu
können, sind offenbar vertiefte Studien nötig.
Anscheinend waren unsere Beschwerden nicht so
unbegründet, wie die Entscheide vermuten lassen könnten. b) Welche Begründung kommt für die nächste
Terminverlängerung? Weitere Spekulationen wären möglich.
(28.02.2008) Fünf Jugendliche pro Tag wegen
Alkoholmissbrauchs in Schweizer Notfallstationen
In der Schweiz werden jeden Tag rund fünf Jugendliche
oder junge Erwachsene wegen einer Alkoholvergiftung oder
Alkoholabhängigkeit ins Spital eingeliefert. Die
Behandlungen infolge Alkoholmissbrauchs nahmen im
Vergleich zur ersten Untersuchung für das Jahr 2003
stetig zu. So lautet das Ergebnis der aktuellen Studie
der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere
Drogenprobleme im Auftrag des Bundesamtes für
Gesundheit.
Pressemitteilung der
SFA, 28.2.08 und Link zu Forschungsbericht
Kommentar: Man muss davon
ausgehen, dass sich die Situation seit 2005 noch
verschlechtert hat. Trotzdem ist in der Öffentlichkeit
keine grosse Besorgnis erkennbar. Muss es wohl erst
soweit kommen wie im österreichischen
Timelkam? (Wir berichteten gestern
(27.2.08) darüber.)
(25.01.2008) Einstimmig beschloss die
WHO-Exekutive, der nächsten Generalversammlung eine
Resolution vorzulegen, in der die Erarbeitung einer
Globalen Alkohol Strategie verlangt wird. Sie soll auf
die Bedürfnisse der verschiedenen Kulturen und Länder
Rücksicht nehmen. Text
der Resolution vom 23.1.08: "Strategies to reduce
the harmful use of alcohol"
(Quelle: Eurocare, 1/23/08)
(22.01.2008) Die Presse berichtet über das
Ergebnis der Vernehmlassung zum NAP (Nationales Programm
Alkohol) Der Tages-Anzeiger berichtet in der
Druckausgabe wenig, online aber ausführlich.
Selbstverständlich sind der Bürgerblock der Parteien und
die Alkoholwirtschaft dagegen, die SP, die Grünen und
die Suchtfachleute dafür. Dass mindestens einige Kantone
das NPA begrüssen, wird eigenartigerweise nicht erwähnt.
(Quellen:
Tages-Anzeiger, 22.1.08)
Basler Zeitung online, 21.1.08
espace.ch, 22.1.08 ausführlich mit Quellen, die
unkontrolliert (auch falsche) wiedergegeben werden. (ausführlicher Kommentar
)
(09.01.2008) Der Tages-Anzeiger brachte heute auf
der Kehrseite eine falsche Meldung über Alkohol am
Steuer in der Schweiz, die uns Anlass gab,
genauer hinzuschauen:
Während der europäischen
Grosskontrolle im Dezember 2007 kam Deutschland mit 11%
der Kontrollierten mit Alkohol im Blut auf den 1. Platz.
Die Schweiz wäre mit 9% (Juni 2007) auf dem
2. Platz der EU-Länder gelandet, weit vor Slowenien mit
5.7% auf dem 3. Platz. Der Durchschnitt von 23 Ländern
lag bei 2.5%, d.h. die Schweiz lag im Juni 2007
fast vier Mal höher als der Durchschnitt dieser Grosskontrolle im Dezember, der bekanntermassen ein
alkoholträchtiger Monat ist. Zum Vergleich das untere
Extrem: Schweden und Finnland kamen auf 0.3%! Es ist
nicht verwunderlich, wenn man liest, dass in Finnland
35% der Fahrer jährlich in einer Kontrolle erfasst
werden, in der Schweiz sind es gerade 6%! Da scheint
grosser Handlungsbedarf zu sein.
(Quellen: Seite
International 2007,
29.12.07 und
Aktuell 2008, 8.1.08
sowie Interventionen,
9.1.08
(03.01.2007) Wiederum gab es viele Meldungen über
alkoholbedingte Unfälle, Gewalt über die Feiertage. Wir
belassen es bei einem interessanten Beispiel: Die
Tages-Anzeiger Reportage aus Bern: "Wenn sie betrunken
vom Barhocker fallen."
Eine Reportage über den Alkoholkonsum an
Silvester in Bern verbindet der Tages-Anzeiger mit einer
Studie über die Zahl von Alkoholvergiftungen im
Inselspital Bern. Während Hans Marty, Leitender Arzt des
medizinischen Notfalls berichtet, es hätte keine
Alkoholvergiftungen im Inselspital in der Silvesternacht
gegeben, wundert das den Leiter des
Ambulanz-Notfallzentrums, Mischler: "Wir hatten viele
Einsätze wegen Alkohols. Dort (im Inselspital) wollte
man keine Patienten aufnehmen, weil man voll sei."
Deshalb habe man die Fälle auf die anderen Berner
Spitäler verteilen müssen. (Quelle:
Tages-Anzeiger, 3.1.08) (leider nicht online)
Kommentar: Somit ist klar: Wenn die Studie
nicht alle Berner Spitäler umfasst, ist sie wertlos und
suggeriert Harmlosigkeit des Problems. Wer hat ein
Interesse daran? Und wann kommt ein Journalist oder eine
Redaktion darauf, solche und andere Fragen, die der
Artikel nahelegt, selber zu stellen? Verdient die
Leserschaft keinen Recherchier-Journalismus mehr? Dann
ist der Schritt zur Gratispresse naheliegend.
(02.01.2008)
NY City Health Department Presents The Top Eight For
'08: New Year's Resolutions For A Healthier Life
Each year as the ball drops, New Yorkers resolve to
improve their lives and their health by carrying out New
Year's resolutions. The right resolution, properly observed,
could save your life.
Das New Yorker Gesundheitsamt präsentiert die Top
Acht für 2008: Neujahrs-Vorsätze für ein gesünderes Leben.
Jedes Jahr, Schlag 12, beschließen New Yorker ihr
Leben zu verbessern, indem sie Neujahrsvorsätze fassen. Die
richtigen Vorätze, genau befolgt, könnten Ihr Leben retten.
(Quelle:
Medical News Today, 1.1.08)
|
Liebe
Leserinnen und Leser,
Wir
verabschieden uns vom alten Jahr mit den besten
Wünschen für das neue. Für Ihre Treue, Ihr
Interesse bedanken wir uns sehr herzlich und
hoffen, Sie machen aus dem Erfahrenen Gebrauch
in Ihrem Umfeld. Gegen 150'000 weltweite Besuche
hat unsere Webseite im ablaufenden Jahr
verzeichnet, und dies ohne Reklame und spezielle
Förderung.
PS
Falls Sie noch nicht an der Vernehmlassung zum
neuen Nationalen Alkohol Plan des Bundes
teilgenommen haben, geben Sie doch ein kurzes
Feedback. Die Frist läuft bis 21.1.08!
(Unterlagen siehe Aktuell 2007 am 6.11.07)
|
(10.12.2007)
Nach dem Ständerat hat heute auch der Nationalrat das Media-Abkommen mit der EU an den Bundesrat zur
Neuverhandlung zurückgewiesen.
Kommentar:
Nun kann Bundesrat Couchpin zeigen, ob er gut
verhandeln kann.
Er ist nicht zu beneiden, sollte er doch die Interessen
beider Seiten vertreten, die in seinem Departement
angesiedelt sind, die Filmförderung wie die öffentliche
Gesundheit.
(Quelle: Tages-Anzeiger online, 10.12.07)
siehe auch: Briefe an
…7./9.12.07
Nationalrat -
Wintersession 2007 - Fünfte Sitzung - 10.12.07-14h30
07.074 Programm
Media 2007-2013. Abkommen mit der Europäischen
Gemeinschaft
(07.12.2007)
Der Ständerat
hat gestern das Abkommen mit der EU über das
Filmförderungsgesetz an den Bundesrat zwecks
Nachverhandlung mit der EU zurückgewiesen. Die EU
verlangt darin von der Schweiz, Alkohol-, politische-
und religiöse Werbung der ausländischen Sender mit einem
Schweizer Werbefenster zuzulassen. Das neue Radio- und
Fernsehgesetz müsste dabei abgeändert werden. Sogar SVP-
und FDP-Ständeräte votierten für Rückweisung.
(Quelle: Tages-Anzeiger, NZZ, 7.12.07)
Basler Zeitung online, 7.12.07
07.074
Programm Media 2007-2013. Abkommen mit der Europäischen
Gemeinschaft
Kommentar: Der Nationalrat befasst sich am
10.12.07 mit dem Geschäft.
Berichterstattung und Kommentar im gedruckten
Tages-Anzeiger (Verena Vonarburg, Bern) sind erstaunlich
gut und lassen hoffen. Leider nicht online.
(26.11.2007) Die Stimmbürger des Kantons Appenzell-Ausserrhoden haben am
Wochenende das neue Gesundheitsgesetz genehmigt. Es enthält u.a.:
Art. 16 Bekämpfung des Suchtmittelmissbrauchs
1 Der Kanton unterstützt Projekte öffentlicher und privater Organisationen zur
Vorbeugung gegen Alkohol- und Tabakmissbrauch sowie anderer Formen der
Suchtmittelabhängigkeit. Er betreibt eine oder mehrere Beratungsstellen.
2 Auf öffentlichem Grund und in dessen Sichtbereich, in öffentlichen Gebäuden
und auf Sportstätten ist Werbung für alkoholische Getränke, für Tabakerzeugnisse
und für Raucherwaren mit Tabakersatzstoffen sowie für andere
gesundheitsschädliche Substanzen verboten. Ausnahmen regelt der Regierungsrat.
Quelle: Kt. AR,
26.11.07 Abstimmung
Kommentar: Erfreulich, aber Ausnahmen: Wie
standhaft wird der Regierungsrat sein?
(24.11.2007) In Kugluktuk, in der kanadischen Arktis kämpfen Inuit-Kinder
erfolgreich gegen Alkohol.
Kinder und Jugendlichen der Inuit-Gemeinde Kugluktuk in der
kanadischen Arktis gehen hoffnungsvoll in das kommende Jahr. Vor
wenigen Wochen hatten sie maßgeblich dazu beigetragen, dass in der
von vielen alkoholbedingten Straftaten belasteten Gemeinde eine
Einschränkung des Alkoholkonsums beschlossen wurde. Sie wollten
nicht mehr mit ansehen, wie sich ihre Eltern betrinken und das
Familienleben zerstören. Der Bann wurde mit einer Mehrheit von 66
Prozent beschlossen. "Ich bin so stolz. Unsere Gebete wurden
erhört", sagt die 14-jährige Danielle Meyok.
(Quelle: Google Alkohol-Alert, 24.11.07)
Frankfurter Rundschau online, 24.11.07
Kommentar:
Vielleicht müssten auch bei uns
die über 100'000 Kinder von alkoholbehinderten Eltern
aktiv werden. Wer gibt ihnen eine Stimme? Die wenigen,
die erfasst sind, erhalten etwas Therapie, die Ursachen
bleiben, denn damit wird ja Geld verdient. Vor allem auf
Kosten dieser Kinder. Wo sind die Verbände von
Kinderschutz und Kinderrechten, was tun sie in dieser
Sache?
(22.11.2007)
MEDIENMITTEILUNG Aussenpolitische Kommission des
Ständerates
Die APK-S weist das MEDIA-Abkommen an den
Bundesrat zurück.
Sie will, dass der Bundesrat
Nachverhandlungen mit der EU führt, um ein Abkommen zu
erreichen, das den medienpolitischen Interessen der
Schweiz besser Rechnung trägt.
1.
07.074 sn MEDIA Programm 2007-2013. Abkommen
mit der Europäischen Gemeinschaft
Das Abkommen zwischen der Schweiz
und der EU wird seit dem 11. Oktober 2007
provisorisch angewendet. Es liegt nun dem Parlament
zur Genehmigung vor. Die Aussenpolitische Kommission
des Ständerates (APK-S) sah sich mit einer
ausserordentlich komplexen Vorlage konfrontiert, bei
der europa-, kultur- und gesundheitspolitische
Aspekte sorgfältig gegeneinander abzuwägen waren.
Einerseits ermöglicht das
Abkommen
Schweizer Filmschaffenden, sich an der
europäischen Zusammenarbeit im Filmbereich in den
Jahren 2007 bis 2013 zu beteiligen. Anderseits sieht
das Abkommen für die Schweiz die Verpflichtung vor,
ab 2009 die EU-Richtlinie „Fernsehen ohne Grenzen“
anzuwenden, was zu einer Lockerung der erst seit
2006 im Radio- und Fernsehgesetz (RTVG)
festgeschriebenen Werbeeinschränkungen für
Alkoholika, Politik und Religion führen würde.
Weitere frühere wichtige
Aktualitäten
Neustes
Zitat:
(18.12.2008) Der "Lancet"-Redaktor Stuart Spencer zur
Ethik beim Publizieren von medizinischen Studien in
grossem Interview in der Neuen Zürcher Zeitung vom
17.12.08:
"Es fällt uns schwer, nicht an das
Gute zu glauben." (Titel des Artikels) "Wir
erhalten rund 8000 Fachartikel pro Jahr - etwa 350
veröffentlichen wir." (Quelle:
NZZ, 17.12.08, nicht online)
Kommentar: Es wäre interessant zu
erfahren, ob auch Studien der Alkoholindustrie oder
solche, die von ihr offen oder heimlich gesponsert
wurden, darunter sind. Andererseits hat es die Industrie
gar nicht nötig, ein Teil der Presse nimmt ja diese
Studien auch ungeprüft gerne auf. Jetzt ahnen wir auch
warum: Die Journalisten und Verleger glauben an das
Gute!
(06.12.2008) Der Chefredaktor der "Zeit",
(deutsche Wochenzeitung mit 2 Seiten für die Schweiz)
Giovanni di Lorenzo im ganzseitigen Interview im
Tages-Anzeiger vom 6.12.08 im letzten Abschnitt:
"Frage: Was können Zeitungen angesichts
der grossen Probleme noch leisten?
Antwort: Ich nehme jetzt ein grosses
Wort in den Mund - auch auf die Gefahr hin, dass das
pathetisch klingt: Wir wollen, wir müssen uns beim
Zeitungmachen an einem Grundsatz orientieren, der da
heisst: Wider die Verdummung!"
Kommentar: Da bin ich ihm schon
sehr dankbar. Hoffentlich nehmen sich das auch unsere
Journalisten und Verlage zu Herzen. Es ist ja
schliesslich nicht umsonst Samichlaus-Tag heute. Die
Verdummung hat sich bei uns schon auf vielen Gebieten
breit gemacht: Z.B. bei Volk, Wirtschaftsführern und
Politikern, denen zum Alkoholproblem von den Medien Sand
in die Augen gestreut wird, so dass sie ihre
Verantwortung nicht mehr sehen und den falschen
Propheten der Alkoholbranche auf den Leim kriechen.
Dabei hätten sie es in der Hand, mit den richtigen
Massnahmen die alkoholbedingten Schäden in unserer
Gesellschaft wesentlich zu reduzieren.
(07.11.2008) Filippo Leutenegger, FDP-Nationalrat und
Präsident der "Aktion Medienfreiheit" im Tages-Anzeiger
vom 7.11.08 unter dem Titel: "Eine Teilverstaatlichung
der Medien":
"Bedenklich ist der Umstand, dass die
zunehmende Schwächung der publizistischen Unabhängigkeit
in den elektronischen Medien unsere Journalistinnen und
Journalisten nicht zu interessieren scheint, obwohl die
publizistische Unabhängigkeit nicht nur für die Ausübung
des Berufs, sondern auch für das Funktionieren unserer
Demokratie zentral ist." (Quelle:
Tages-Anzeiger vom 7.11.08)
Kommentar: Ob Herrn Leutenegger
auch die Abhängigkeit der Presse von gewissen Teilen der
Wirtschaft interessiert (z.B. die Alkohol- und
Werbebranchen)? Auch darunter leidet die Demokratie und
dazu die Volksgesundheit, die Lebensqualität und die
Kaufkraft. Ich habe nicht vernommen, dass er sich für
meine diesbezügliche Beschwerde beim Schweizer Presserat
eingesetzt hätte. (siehe
Briefe an... 27.2.06 etc.)
(30.10.2008) Martin Kiesewetter, leitender
Arzt an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich
und Leiter des Forensisch-Psychiatrischen Dienstes im
Tages-Anzeiger vom 30.10.08 unter der Überschrift "Immer
mehr unbegrenzte Gewalttätigkeit" (zur Tötung an der
Street Parade):
Der Druck in einer Gruppe kann enorm
hoch sein und die Hemmschwelle nach unten setzen. Ist
noch Alkohol im Spiel, wie dies bei dem jungen
Thailänder und seiner Jugendgruppe offenbar der Fall
war, verschärft sich die Situation zusätzlich.
Kommentar: Ein Fachmann spricht
Klartext.
(28.10.2008) Aus einem Gespräch mit dem Philosophen A.C.
Grayling, London, im Tages-Anzeiger vom 28.10.08:
"Da bleibe
einem nichts anderes übrig, als gegen "solche
Verdummung" beharrlich anzukämpfen: "Wenn man nicht für
etwas kämpft, verliert man automatisch. Nicht kämpfen
heisst, im Grunde schon verloren zu haben.""
Kommentar: Das trifft auch auf
die Alkoholpolitik zu.
(22.10.2008) Klaus Schwab, Gründer und Präsident des
Weltwirtschaftsforums (WEF) im
Tages-Anzeiger vom 22.10.08 im Artikel "Ein
hyppokratischer Eid für Manager":
"Die Krise führt vor Augen:
Wirtschaften muss der Gesellschaft dienen."
Kommentar: Das fordern wir auch
schon lange. Letztes Negativbeispiel: Die Allianz der
Wirtschaft ist gegen das Präventionsgesetz. (siehe
Aktuell, 21.10.08)
(19.09.2008) In "Brauchen Chefredaktoren
Peitschen?" über Disziplin, Rechte und Pflichten in
Redaktionen,
Neue Zürcher Zeitung, 19.9.08:
"Folgendes
steht in der Vereinbarung zum Eintritt der Verleger in
den Presserat: Die Verantwortlichkeit der
Medienschaffenden gegenüber der Öffentlichkeit hat
Vorrang vor Verpflichtungen gegenüber dem Arbeitgeber
und staatlichen Organen. …Allerdings hält es (das
Vertragswerk) auch fest: Wenn schlechte
Arbeitsbedingungen zu berufsethischen Fehlleistungen
führen, können sich Journalisten an den Presserat
wenden. Eine solche Beschwerde könnte spannende Fragen
aufwerfen."
Kommentar: Die Verantwortung vor
der Öffentlichkeit in Bezug auf die Behandlung des
Alkoholproblems durch die Medienschaffenden wird
immer noch nicht oder nur in seltenen Fällen
wahrgenommen. Da dies der Presserat selber nicht sehen
will, würde wohl auch keine Beschwerde von Journalisten
bei ihm Rückhalt finden. Abgesehen davon wird kaum ein
Journalist den Mut haben, den Ast, auf dem er sitzt,
abzusägen. Hoffen wir, dass auf andern Gebieten dieser
Vertrag mehr als Augenwischerei ist. (Auch als
Online-Kommentar, unten anklicken)
(13.09.2008) Jürg Rohrer im Tages-Anzeiger vom 11.9.08)
(nicht online), Kommentar "Ballermann in Zürich" zum
Artikel "Zürich will bei den Events mit der Konkurrenz
mithalten":
"Zürich muss
aufpassen, dass die Festhütte nicht zum Ballermann
verkommt. Doch kaum passt die Stadt tatsächlich auf und
schränkt den Alkoholverkauf während der Street Parade
oder riskanter Fussballspiele ein, reklamiert das
Gewerbe und beschwört den freien (Sauf-)Markt. Also
ausgerechnet die, die von der Festerei profitieren,
nehmen in Kauf, dass die Festhütte versifft."
Kommentar: Das Alkoholgewerbe ist
an wirksamer Prävention naturgemäss nicht interessiert,
da sie ja den Umsatz schmälern muss, sonst ist sie nicht
wirksam. Deshalb hat die WHO schon vor Jahren davor
gewarnt, mit der Alkoholindustrie bei der Prävention
zusammenzuarbeiten. Unsere
Projekt-Idee würde den einheimischen Produzenten
helfen, Einbussen auszugleichen.
(02.09.2008) Peter Hartmeier, Chefredaktor des
Tages-Anzeiger in seinem Kommentar zu "Saufparty
hinterlässt einen Scherbenhaufen" am 2.9.08:
Titel: "Verantwortung übernehmen"
..letzter Satz: "Wir
haben als Gesellschaft offenbar verlernt, mit
öffentlichem Grund und Boden respektvoll umzugehen."
Kommentar: Nachdem der Tages-Anzeiger
bekanntlich kräftig für den Botellón geworben hat, ehrt
es den Chefredaktor natürlich, wenn er sich mit dessen
Teilnehmern solidarisiert und sie zur Gesellschaft
emporhebt. Allerdings denke ich, dass sich doch einige
Mitbürgerinnen und Mitbürger von dieser Haltung
distanzieren möchten. In jede Lektionsreihe über die
Alkoholfrage gehört am Anfang das Unterthema Wirkungen
des Alkohols. Und da lernen wir, dass Alkohol zuerst im
Gehirn das Verantwortungsbewusstsein beeinträchtigt.
Deshalb sieht es die Gesellschaft z.B. nicht gern, wenn
sich Alkoholisierte ans Steuer setzen. Eine solche
Bildungslücke setze ich bei einem Chefredaktor
eigentlich nicht voraus. Wenn wir also von den
Teilnehmern respektvollen Umgang mit öffentlichem Grund
und Boden erwarten, sind wir blauäugig oder heucheln uns
etwas vor, um uns selber aus der Verantwortung zu
stehlen.
(Quellen:
Tages-Anzeiger, 2.9.08;
Leserbrief veröffentlicht am
4.9.08
NZZ, 2.9.08) mit Kommentar
(23.08.2008) Pierre Maudet, FDP, Präsident
der eidgenössischen Jugendkommission und Genfer
Stadtrat, für den öffentlichen Raum und die Sicherheit
in der Rhonestadt zuständig, sagte in der Zeitung «Le
Temps»:
Die Politik der Alkoholprävention stütze sich heute zu
einseitig auf hohe Preise für alkoholische Getränke in
Gaststätten, Bars und Nachtclubs. Jugendliche mit wenig
Geld würden daher nach Wegen wie dem «Botellon» suchen,
um die Preisschranken zu umgehen. … Er fordert, in der
Alkoholprävention Widersprüche in der Preispolitik,
Werbung und Verkaufspraxis zu beseitigen und stärker auf
Verhaltensänderungen der Jugendlichen hinzuwirken.
(Quelle:
Tages-Anzeiger,
22.8.08)
Kommentar: Herr Maudet scheint von
Kenntnissen über die tatsächlichen Verhältnisse und
Bedürfnisse in der Prävention völlig unbelastet zu sein.
Wie kommt ein solcher Mensch nur zu diesem Amt? Will er
den Alkohol in Gaststätten für Jugendliche
subventionieren?
Gut ist Verhaltensprävention, die nichts nützt.
(21.08.2008) Am Ende des zustimmenden Kommentars in der
Neuen Zürcher Zeitung vom 21.8.08 von mbm zum Zürcher
Stadtratsentscheid betr. Botellón:
"Sollte sich der "botellón" allerdings
zu einem wiederkehrenden Anlass entwickeln, müssen
härtere Massnahmen ins Auge gefasst werden. Irgendwann
hört auch die Freiheit des Einzelnen auf und wird die
Eigenverantwortung ad absurdum geführt."
Kommentar: Wenn man die Situation
in Spanien als Massstab nimmt, ist mit dieser Tradition
zu rechnen. Hoffentlich führt der von Stadtpräsident
Ledergerber angekündigte Erfahrungsaustausch mit Spanien
nicht gerade zu dieser Entwicklung. Immerhin
bemerkenswerte Worte aus der liberalen NZZ, die bisher
auch extreme liberale Standpunkte dazu verbreitet hat.
Bemerkenswert leider auch, dass noch keine der grossen
Zeitungen es gewagt hat, das Alkoholproblem der
Gesellschaft als Nährboden dieser Manifestation des
Jugendalkoholismus anzusprechen. (Quelle:
NZZ, 21.8.08) Unser
Leserbrief vom 21.8.08
(11.08.2008) René
Staubli im Tages-Anzeiger-Kommentar vom 11.8.08
zur Street Parade:
"Kampf den
Exzessen" ..."Zürichs Strassen boten in der Nacht von
Samstag auf Sonntag ein erschreckendes Bild. Von einer
Trendwende zu reden, wirkt schönfärberisch. Esther
Maurer scheint auf dem besten Weg, die Probleme, die sie
so klar angesprochen hat, wieder zu verharmlosen. ....Es
ist lediglich die Aufforderung, ein wichtiges Problem
nicht unter den Teppich zu kehren: den sorglosen Umgang
der Jugendlichen mit dem Alkohol. Nötig ist eine breite
öffentliche Diskussion, um das bedrohliche Phänomen
jenseits von politischen und finanziellen Interessen zu
bekämpfen." (Quelle:
Tages-Anzeiger, 11.8.08, nicht online)
Kommentar: Wie oft haben wir
genau dies gefordert, bis zum Schweizer Presserat. Zu
glauben, es sei mit Repression getan, für die oft die
Mittel fehlen, ist aber immer noch zu kurz gedacht. Es
geht nicht nur um die jugendlichen Exzesse. Die sind
erst möglich geworden durch die unverantwortlich large
Haltung unserer Politiker, die nicht einsehen, dass das
Alkoholproblem die ganze Gesellschaft betrifft und
deshalb wirksame strukturelle Massnahmen nötig sind.
(Siehe auch letztes Zitat.)
(02.07.2008) Jean-Martin Büttner in seinem
Tages-Anzeiger-Kommentar zur ESPAD-Schülerstudie: "Das
Bier und die Moral":
"Dazu passt der heftige Widerstand der
Branche gegen eine Prävention, die solche Einkäufe
verhindert - was dazu geführt hat, dass die neuen
Präventionsversuche des Bundes mehrheitlich symbolischen
Wert haben, also keinen."
"Dazu passen auch die Widersprüche einer Gesellschaft,
die das Verhalten anpreist, das sie gleichzeitig
missbilligt. Wie will man die Jugendlichen vom Saufen
abhalten, um ein aktuelles Beispiel zu nennen, wenn
ausgerechnet ein Bierbrauer die Europameisterschaft
bewerben durfte?"
Kommentar: Freude herrscht!
(21.06.2008) BAG-Direktor Thomas Zeltner im
Tages-Anzeiger-Interview am 21.6.08:
Frage: Es ist doch klar, dass es
die Wirtschaft nicht freut, wenn sie weniger Bier und
Zigaretten verkaufen kann.
Direktor Zeltner:
Dass Wirtschaftsorganisationen wie Economiesuisse und
Arbeitgeberverband gegen die Krankheitsprävention Sturm
laufen, ist in Europa einmalig. Sie müssten wissen, dass
eine gesunde Bevölkerung für ökonomische Stärke sorgt.
Und deshalb für eine bessere Gesundheit eintreten. Im
übrigen zeigen alle Umfragen, dass die Bevölkerung eine
stärkere Prävention will.
Kommentar: Diese Sätze könnten
von uns stammen. Wir vertreten diese Ansicht schon
lange. Warum hat sich das BAG und seine Lobby bis jetzt
so bescheiden zurückgehalten und der Wirtschaft das Feld
überlassen?
(16.6.2008) Der Parteipräsident der Zürcher CVP,
Markus Arnold, wird in der Neuen Zürcherzeitung vom
16.6.08 zitiert:
"Markus Ärger hängt mit einer andern
CVP-spezifischen Perspektive zusammen. Es ist die
Orientierung am Gemeinwohl, an Gerechtigkeit, an der
Menschenwürde und am Wohl der Schwachen.
…Glaubwürdig könne eine C-Partei nur als Garantin der
von ihr vertretenen Werte sein."
Kommentar: Werte, Perspektiven,
Grundsätze - wie schön auf dem Papier. Wenn die CVP nur
geschlossen dafür einstehen würde, hätte das
Alkoholproblem der Schweiz längst eine viel kleinere
Dimension. Von Glaubwürdigkeit noch keine Spur. Auch
Herr Arnold hatte auf
unsere Briefe damals nur Ausflüchte zu bieten.
(12.06.2008) Die Neue Zürcher Zeitung vom 12.6.08
bringt die gekürzte Fassung einer Rede von Bundesrat
Moritz Leuenberger an der Universität Zürich zum Thema
"Eigeninteresse und Gemeinwohl in der Politik". Zwei
Ausschnitte:
"Je enger der Horizont, desto unmittelbarer wird
Partikulärinteresse als Gemeinwohl verstanden. Wir
sprechen deshalb von der Froschperspektive. Wie eng aber
seine Perspektiven sind, kann der Frosch gar nicht
realisieren. Brechen wir also nicht einfach den Stab
über ihn. Auch wir haben, jeder für sich, unsere
Perspektiven und definieren das Gemeinwohl nach ihnen.
Wir sind alle Frösche und quaken in unseren Tümpeln.
Lassen wir also Milde walten…" (Originaltext)
"Das Streben nach dem eigenen Glück und das Gemeinwohl
sollen eine Symbiose bilden. Davon geht auch die
Bundesverfassung aus. Sie garantiert die individuellen
Freiheitsrechte und erwartet von den Bürgern, sich für
die Allgemeinheit einzusetzen und dafür Verantwortung zu
übernehmen. Dieser Einsatz erfolgt im eigenen Interesse
und formt, wenn er von allen geleistet wird, zugleich
das Allgemeinwohl." (Quelle: NZZ,
12.6.08)
Originaltext der Rede
Kommentar: Auf das Nationale Programm
Alkohol (NPA) angewendet könnte das heissen, dem
einzelnen Bürger muss klar werden, dass Massnahmen auch
zu seinem Wohl beitragen, dann wird er seine
Verantwortung der Allgemeinheit gegenüber akzeptieren
können. Ein praktisches Beispiel wäre dazu unsere
Projekt-Idee, die für die
grosse Mehrheit bedeutenden Nutzen bringen würde.
(24.05.2008) Im Tages-Anzeiger vom 24.5.08
wird der Thurgauer SVP-Nationalrat und Industrielle
Peter Spuhler im Artikel "Präventiv gegen die
Präventionspolitik" von Jean-Martin Büttner zitiert:
"Unter dem
Deckmantel der Gesundheitspolitik wird der Bürger
systematisch entmündigt."
Kommentar: Das Gegenteil trifft
zu: Wir
kennen in vielen Bereichen des staatlichen
Zusammenlebens die Notwendigkeit, Regeln aufstellen zu
müssen, wobei ja die bürgerlichen Parteien mit ihrer
Parlamentsmehrheit dafür sorgen können, dass keine
unnötigen Gesetze geschaffen werden. Seit jeher wurde
auf dem Gebiet des Alkohols das Volk bevormundet. Es
erträgt fast klaglos, dass die Alkoholindustrie und die
Werbebranche immer wieder neue Betätigungsfelder
entwickeln können, die Grauzonen schamlos ausnützen und
damit errreicht haben, dass erst die Frauen und dann die
Jugendlichen und sogar die Kinder für den Alkoholkonsum
gewonnen werden konnten. Seit hundert Jahren hat sich
ein riesiger Blutzoll angestaut, den wir zu zahlen
haben. Unzählige Familien sind zerbrochen, Kinder in
alkoholbelasteten Familien ihrer Lebenschancen beraubt
worden, und viele Milliarden Sozialkosten, die der
Steuer- und Prämienzahler zu berappen hat, belasten uns
laufend. (Quelle:
Tages-Anzeiger, 23.5.08) (Siehe
auch "Aktuell")
(03.04.2008) 175 Jahre Universität Zürich:
Theologieprofessor Pierre Bühler plädiert für eine
kritische Rückbesinnung auf das christliche Erbe. Gemäss
NZZ sagt er u.a.: "Mit verschiedensten Ansprüchen ist
auch die Kirchenleitung konfrontiert. Obwohl sie es von
links bis rechts niemandem wirklich recht machen kann,
erwartet Bühler von ihr mehr Mut. Selbst wenn Kirche und
Staat entflochten würden, müsse die Kirche weiterhin
ihre Rolle in der Öffentlichkeit, ihr "prophetisches
Wächteramt" wahrnehmen. In politischen Fragen sollte die
Kirche seines Erachtens nicht nur vermehrt Stellung
beziehen, sondern auch aktiv konkrete Anliegen fördern.
Er versucht deshalb, die Studierenden diesbezüglich zu
ermuntern." (Quelle: NZZ, 2.4.08)
Kommentar: Was für die
reformierte Kirche gilt, betrifft die katholische
ebenso. Alkoholpolitik wäre ein hochaktuelles Thema für
die Kirchen, um sich einzusetzen. Menschenwürde,
Menschenrechte, Nächstenliebe, Verantwortung in der
Gesellschaft, Kinder- und Jugendförderung,
Entwicklungshilfe rufen doch, im Zusammenhang mit der
Alkoholfrage, geradezu nach dem Engagement der Kirchen.
Aber wie wir schon in der Einleitung oben sagten:
Alkoholpolitik ist in der Schweiz wie auch in andern
Ländern ein eher unbeliebtes Thema, weil sehr oft die
eigene Konsumhaltung, wirtschaftliche Eigeninteressen
oder einfach die gesellschaftliche Wirklichkeit einer
objektiven Betrachtungs- und Handlungsweise im Wege
stehen.
(10.03.2008) McBride, Trainer von Bode Miller soll
über ihn gesagt haben: "Schliesslich tut er dafür Dinge,
die man ihm zuvor nie zugetraut hätte. Er hat seit
letztem Herbst keinen Tropfen Alkohol getrunken und vor
allem das Taktieren gelernt." (Artikel im
Tages-Anzeiger, 10.3.08: "Der Sololauf eines
Freigeistes" von Christian Andiel)
Kommentar: Wir haben seine
Entwicklung auf der Seite Dossier: "Sport
und Alkohol" verfolgt. Ob unsere Sportler und
Trainer auch lesen können?
(31.01.2008) Artikel im Tages-Anzeiger, online,
31.1.08 mit dem Titel:
"Moral als Erfolgsrezept" - Die Wirtschaft hat die
«Corporate Social Responsibility» entdeckt. Die
Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft wird zum
Geschäft.- letzter Abschnitt:
"Bertold Brecht hat einst erklärt: Das
Fressen kommt vor der Moral. Das war im letzten
Jahrhundert. Inzwischen hat sich das wirtschaftliche
Umfeld rasant verändert. Der Standortwettbewerb
verunsichert die Arbeitnehmer, der drohende Klimawandel
die Bürger. CSR ist nicht mehr Luxus, sondern wird immer
mehr eine Notwendigkeit, sie wird Teil einer
erfolgreichen Unternehmensstrategie. «Sich um CSR zu
kümmern, wird zum aufgeklärten Selbstinteresse»,
schreibt der «Economist». Anders ausgedrückt. Manager,
die die CSR nicht im Griff haben, machen einen lausigen
Job." (Quelle:
Tages-Anzeiger online, 31.1.08)
Kommentar: Jetzt sollte man hoffen dürfen, dass
die Wirtschaft den eher kleinen Teilbereich der
Alkoholindustrie nicht länger unterstützt und ihren
Nutzen an einer gesünderen Gesellschaft erkennt. Oder
steht den Managern (wie vielen Politikern auch) ihr
eigenes Alkohol-Konsumverhalten im Wege?
(18.01.2008) "Die selbstgebastelte Herausforderung
des Bode Miller". Gespräch mit dem Trainer des Favoriten
in Kitzbühel. Im Tages-Anzeiger vom 18.1.08.
"'Er will es aber vor allem sich selbst
zeigen", sagt McBride, der einige Dinge klären musste,
ehe er Millers Anfrage akzeptierte. Gehörte da auch der
Verzicht auf Alkohol dazu? "Nicht explizit, aber ich
habe Bode klar gemacht, dass er meiner Meinung nach sein
Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft hat." Und zwar
nicht an einem einzelnen Tag. Denn da konnte Miller die
Konkurrenz schon früher distanzieren. "Ich meine damit,
dass Bode eine gesamte Saison auf diesem Niveau
durchhält", sagt McBride. Seit August hat Miller keinen
Tropfen Alkohol getrunken."'
Kommentar: Gibt es in unsern Sportkreisen keine
solchen Trainer? Oder liegt es an den Funktionären, den
Sponsorenverträgen oder an den Sportlern selber?
(11.01.2008) Gleichsam als Fortsetzung zu
den vorigen Zitaten: Aus: "147 Keuschheitsgelübde" - Der
Verhaltenskodex für "saubere" Medien fördert Heuchelei,
in der Neuen Zürcher Zeitung vom 11.1.08.
"Das Vorhaben der Vorkämpfer für saubere
Medien ist edel. Dass es ihnen gelingt, den real
existierenden Sumpf auszutrocknen, ist allerdings
fraglich. Denn erfolgreiche Korruption zeichnet sich
dadurch aus, dass alle Beteiligten dank gemeinsamem
Schweigen gegenseitig voneinander profitieren. Zu
befürchten ist, dass neue Regeln dazu führen, dass
künftig etwas perfekter geheuchelt wird..."
(Quelle:
NZZ, 11.1.08)
Kommentar: Wir freuen uns ob der
deutlichen Worte. Vielleicht hat unsere Beschwerde beim
Presserat doch etwas bewirkt. (siehe
auch Aktuell 2008, 11.1.08, Interview mit dem
neuen Presserats-Präsidenten)
(09.01.2008) Über "Die Zukunft des
Qualitätsjournalismus" hielt der Tamedia-Veleger Pietro
Supino eine Rede an der Dreikönigstagung des
Presseverbandes. Der Tages-Anzeiger druckte eine
gekürzte Fassung am 9.1.08 unter dem Titel "Recherche
statt Skandälchen" ab. (leider nicht online) Man könnte gut 50 Zeilen davon
als Zitate bringen. Es ist zu schön, was er sagte. Z.B.:
"Unsere Leser pflegen mit unseren
Zeitungen eine dynamische Beziehung wie in einer
Freundschaft. Neben intellektuellen Kriterien sind
Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit zentral. Dazu gehört
insbesondere die Trennung von Sachverhalt und Wertung.
Je grösser die Transparenz und je fundierter die
Berichterstattung, desto weniger muss die Wertung mit
den persönlichen Ansichten der Leserschaft
übereinstimmen...."
"Eine vornehme Besonderheit unserer
Aufgabe als Verleger ist die Rolle der Medien als 4.
Gewalt im Staat. Wir finanzieren diese Funktion und
halten unseren Redaktionen den Rücken frei. Dabei nehmen
Medien diese Aufgabe in einem grossen Spektrum wahr. Es
reicht vom legendären Watergate-Skandal bis zur
Regionalberichterstattung. .."
"Wir Verleger stellen für das
Funktionieren und die Entwicklung unserer Gesellschaft
wichtige Plattformen zur Verfügung. Ohne freie Presse
wären der politische Diskurs und damit die gelebte
Demokratie nicht möglich..."
Kommentar: Vorausgesetzt,
dies ist keine der bisher üblichen Sonntagsreden, wären
dies sehr begrüssenswerte Aussagen. Wir müssen immerhin
zugestehen, dass seit unserer Beschwerde beim Schweizer
Presserat im März 2006 ein paar Artikel zum
Alkoholproblem im Tages-Anzeiger erschienen sind, die
Hoffnung aufkommen lassen, sogar recherchierte und auch
wieder Leserbriefe. Nachdem das Raucherproblem seine
grösste Aktualität verloren hat, weil die Akzeptanz im
Volk vorhanden ist, wäre nun der richtige Zeitpunkt,
wenn die freie Presse den politischen Diskurs zum
Alkoholproblem eröffnen würde, damit die gelebte
Demokratie (wie im Zitat erwähnt) möglich und das
Alkoholproblem entschärft wird.
(07.01.2008) Ueli Maurer, SVP Nationalrat und
ausscheidender SVP-Präsident im Tages-Anzeiger Interview
am 7.1.08:
…"Wir sind nur noch dem Volk
verpflichtet und in keiner Art und Weise mehr der "Classe
politique".
Kommentar: Wie schön wäre das,
wenn die SVP mithelfen würde, das Alkoholproblem zu
verringern, indem sie die Interessen des Volkes
vertreten würde, statt die einiger Profiteure (auch in
ihren Reihen.) Übrigens gehören sie ja mit ihren
gewählten Exponenten auch zu dieser "Classe politique".
(11.12.2007) Verena Vonarburg, Bern im Tages-Anzeiger
vom 11.12.07 in: "Das Kraut benebelt die Politiker"
a) "Mit dem Strafrecht lassen sich
nun mal keine Suchtprobleme lösen." (Gestern
entschied der Nationalrat gegen die Legalisierung von
Canabis)
Im gleichen Artikel: b) "Viele Politiker sind auch
nicht bereit, den Zusammenhang zwischen Rauschtrinken
und Gewalt zu thematisieren und die Jugend ernsthaft vor
Alkohol zu schützen."
Kommentar: a) Das Strafrecht ist
sicher nicht die Lösung, aber ein wichtiges
Mittel bei der Durchsetzung von verhältnispräventiven
Massnahmen. b) Bedenklich ist auch, dass dies
sogar auf Sozialarbeiter zutrifft. Allerdings aus andern
Gründen.
(24.11.2007) Neue Zürcher Zeitung, Bund
NZZexecutive, 24.11.07:
Interview mit Benjamin Thut, Designer:
Frage: "Was stört Sie als
Staatsbürger?"
Antwort: "Dass sich zu
wenig bewegt. Das gegenseitige Schachmattstellen, so
dass selten etwas Grosszügiges, Gewagtes oder
Spektakuläres entstehen kann."
(09.11.2007)
In der Neuen Zürcher Zeitung wird über eine
Herzberg-Tagung des Vereins Qualität am 7.11.07 in Basel
berichtet. Titel: "Nichts als die Wahrheit". Es ging um
Journalismus und PR. Hier einige Zitate des Referenten
Sacha Wigdorovits, ehem. Journalist, Chefredaktor und
heutiger Manager des Gratisblattes ".ch":
"Arbeitsethos hin oder her - auch die
gute Gesinnung kann ein strukturelles Problem nicht
lösen: nämlich die wachsende Wissenskluft zwischen
Medienorganisationen und der Firmen- bzw.
Staatskommunikation. Die im Verdrängungswettbewerb
stehenden Medien verknappen ihre Budgets und schmälern
damit ihre Kompetenzen, während die PR-Abteilungen
wachsen. Diese Entwicklung wird seit Jahrzehnten von den
Wissenschaftern beobachtet (und die Journalisten spüren
es am eigenen Leib)."
Kommentar: Wir spüren es auch. Aber der Schweizer
Presserat z.B. stellt sich blind und taub.
Weitere frühere aktuelle
Zitate
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