Dossier: Botellón (grosse Flasche)

Macrobotellón (Riesenflasche)

Zusammenstellung der dieses Thema betreffenden Beiträge.

Inhaltsübersicht: Auszüge aus:

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Auszug aus der Homepage:

Top aktuell:   (26.08.2008) Massenbesäufnisse – viel Lärm um nichts? Heute abend im Club auf SF1, Moderation. Christine Maier.

Ausstrahlung SF 1: Dienstag, 26. August 2008, 22.20 Uhr
Ausstrahlung SF 1: Mittwoch, 27. August 2008, 01.40 Uhr
Ausstrahlung SF 1: Donnerstag, 28. August 2008, 12.45 Uhr
Ausstrahlung SF 1: Samstag, 30. August 2008, 14.20 Uhr                               (siehe Bericht und Kommentar)


(20.08.2008) "Botellón", (grosse Flasche) dieser Begriff aus Spanien erobert die Schweizer Medien. Einem Aufruf im Internet folgen Tausende junger Leute zum kollektiven Besäufnis auf einem öffentlichen Platz einer grossen Stadt. Nach dem Harassenlauf in Basel hat Genf bereits zwei erlebt, in Lausanne und Zürich sind sie angekündigt und Bern und Biel sind im Gespräch. Stadtbehörden im Zürcher Oberland zeigen Bedenken. Heute will die Zürcher Stadtregierung ihre Stellung festlegen, nachdem die Polizeivorsteherin bereits in der Presse bekanntgegeben hatte, sie wolle es verhindern. (Siehe aktuell, Leserbrief, Kommentar)

Kommentar: (21.08.08) Es scheint, als ob die Jugendlichen bei der Behandlung des NPA (Nationales Programm Alkohol) gemerkt hätten, wie wenig den Behörden und bürgerlichen Politikern an einer Verminderung des Alkoholproblems liegt. Nun nützen sie die Situation aus - zu ihrem eigenen Schaden und zum Schaden der Gesellschaft. Das Alkoholgewerbe verdient weiter auf unsere Kosten.


 

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Thema Kommentar/Details Datum
Der Bundesrat beantwortete die Interpellation von NR Donzé Walter. 08.3473 - Interpellation Massenbesäufnisse "Botellón". Strategie des BundesEinreichungsdatum 17.09.2008.  Der Interpellant erklärte sich befriedigt. 27.12.2008
Teilnehmer des Winterthurer Botellóns werden gebüsst. 19 Personen wurden von der Stadtpolizei verzeigt, die Bussen zu gewärtigen haben. Der Anlass war von der Polizei beobachtet, fotografiert und gefilmt worden. In Zürich sei es nur zu drei Anzeigen gekommen. (Quelle: Tages-Anzeiger, 29.11.08) 29.11.2008
Jugendliche kritisieren Angebot für sie in Brienz. Diskussion zu regionaler Jugendkultur am Botellòn

Das Botellòn in Meiringen war ein Flop. Nur zehn Jugendliche fanden sich zum geplanten Massenbesäufnis ein. Dennoch dürfte es für die wenigen Teilnehmenden ein fruchtbarer Abend gewesen sein. Es ergab sich ein interessantes Gespräch mit einem Jugendbeauftragten über Ausgangsangebot, Heimreise und die Wertschätzung der Jugend in der Gesellschaft. Jungfrau-Zeitung online, 28.9.08

29.10.2008
Botellón - Hinweise und Anregungen für GemeindebehördenBotellón
Informationen über die rechtliche Situation in der Schweiz, Überlegungen zu möglichen Interventionen und Anregungen zur Prävention bietet die Suchtpräventionsstelle Zürcher Oberland in einem neuen Papier. (pdf)
01.10.2008
Der Botellón in Uster blieb ohne Teilnehmer. Einzig die Polizei war mit Schäferhund vertreten.
Kommentar: Die Saison dafür scheint vorbei. Hoffentlich war es die letzte.
29.09.2008
Botellónes und Herbstfeste Der Landbote vom 24.9.08 widmet eine ganze Seite dem Wein-Herbstfest in Benken. Viele Stände, Festbeizen, erwartete 50'000 Besucher, ein Maturand, der zur kostenpflichtigen Benutzung eines Alkoholtesters aufruft und die Frage an den Organisator: "Handelt es sich eigentlich beim Weinländer Herbstfest, wo ja  traditionsgemäss stets reichlich Alkohol fliesst,  um eine Art Botellón?" Antwort: "Überhaupt nicht! Das Herbstfest ist die Leistungsschau einer modernen und vielseitigen Gemeinde...."
Kommentar: Dazu passt sehr gut ein Leserbrief in der gleichen Nummer, in dem eine Frau zum Winterthurer Botellón  fragt: "Und wer sind denn die Vorbilder?"
24.09.2008
2 Botellónes in Meilen und Zürich In Meilen rund 30 Jugendliche und in Zürich nur wenige. Die Organisatorin las wie versprochen den Abfall in Meilen am Ende um 23 Uhr auf. (Quelle: Tages-Anzeiger, 20.9.08) 22.09.2008
Nach dem Winterthurer Botellón.  (Quelle: Tages-Anzeiger, 20.9.08) 250 Trinker waren gestern Abend an einem Bottelón in der Winterthur Altstadt. Die Folge: Viel Müll, Lärm und Streit, dazu 2 Verletzte.  
Kommentar:
Vom Alkoholkonsum ist nicht die Rede. Auch nicht von Prävention.
20.09.2008
Nun soll auch Meilen ein Botellón erhalten. Die Initiantin hat sich mit den Behörden in Verbindung gesetzt und einen Ordnungs- und Reinigungsdienst organisiert. Die Gemeinde macht keine Zugeständnisse. Sie müsse evtl. Kosten tragen. (Quelle: Tages-Anzeiger, 18.9.08) 18.09.2008
In Uster ZH ist ein Botellón angesagt. Für den 27.9.08 ist das Besäufnis geplant, die Stadt konnte den Initianten nicht für eine Zusammenarbeit gewinnen. Verschiedene Schutzmassnahmen sind geplant. Bei Beschädigungen werde eingeschritten. (Quelle: Zürcher Oberländer, 16.9.08) 17.09.2008
Die Stellung der Kirchen zu Botellónes? Kommentar: Die Kirchen, die mit Recht, so viel von Menschenwürde halten, geben sich seltsam bedeckt in dieser Frage. Hat das wohl mit der in unserer grundsätzlichen Bemerkung auf der Homepage geäusserten Vermutung zu tun, dass Alkoholpolitik unbeliebt ist, weil sie auch die persönliche Konsumhaltung in Frage stellt? Oder sind der Kirche die Hände gebunden, seit fast jedes Kirchgemeindehaus über ein Alkoholpatent verfügt? - Beim geplanten Rausch wird die Menschenwürde vorsätzlich preisgegeben; denn Alkohol greift zuerst die menschlichen Funktionen im Gehirn an, reduziert den Menschen praktisch zum Tier. Wenn menschliche Würde auch mit Gotteswürde zu tun hat, müssten unsere Kirchenoberen sich doch vehement für eine wirksame Alkoholpolitik einsetzen. 06.09.2008
Bewilligungspflicht für Botellónes fordert das Blaue Kreuz. Das Blaue Kreuz fordert in einer Medienmitteilung (pdf, 2S., 27Kb) vom 19. August, dass sich derartige Events wie andere öffentliche Anlässe der Bewilligungspflicht unterziehen und gewisse Auflagen erfüllen müssen. Artikel auf swissinfo.ch.  (Quelle: Infoset-Newsletter September 08) 06.09.2008
Orientierungspapier der Berner Gesundheit zum Thema "Botellón": In diesem Papier (pdf, 2S., 27Kb) beschreibt die Berner Gesundheit worin sie die Probleme der Botellón-Anlässe sieht und was Eltern, Alkoholverkaufsstellen, Polizei und Ausbildungsstätten dagegen tun können und in welcher Form die Berner Gesundheit Unterstützung bietet und informiert.  (Quelle: Infoset-Newsletter Sept. 08) 06.09.2008
Faktenblatt zu Botellón:  des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) Faktenblatt (pdf, 2S., 27Kb). In diesen Blatt wird der Begriff Botellón und die rechtliche Situation bei einem solchen Anlass erläutert. Weiter die Haltung des BAG und ein kleines FAQ, u.a. über die Einschätzung des BAG über die Gefährlichkeit solcher Anlässe. (Quelle: Infoset-Newsletter September 08)
Kommentar: Die gesundheitlichen Aspekte sind ungenügend dargestellt. Das Papier der Berner Gesundheit (siehe oben) ist wesentlich besser.
06.09.2008
Botellón in Zürich war das Top-Thema auf der Leserbriefseite des Tages-Anzeigers im August. (Wir waren dabei.)
(Quelle: Tages-Anzeiger, 5.9.08)
05.09.2008
Botellónes im Zürcher Oberland.

(Quelle: Tages-Anzeiger, 5.9.08)

Der Stadtpräsident von Uster denkt nicht daran, ein angekündigtes Massenbesäufnis in Uster zu verbieten. Das bringe nichts. Er fragt sich, ob ein solches mit Prävention verhindert werden könne.
Kommentar: Wahrscheinlich schon, aber nur mit konsequenter, langfristiger und umfassender Prävention. Bisher wurde die Zeit (Jahrzehnte) mit unnützer Alibiprävention vertan. (Ausnahmen: 0.5‰, Alcopopsteuer) Wir alle bezahlen dafür.
05.09.2008
Botellón in der Winterthurer Altstadt angesagt.
(Quelle: Tages-Anzeiger, 4.9.08)
300 Personen sollen sich bereits angemeldet haben. Der Polizeivorstand sei gelassen. Er hoffe auf die Vernunft der Winterthurer Jugend.
Kommentar: Wenn man auf seine früheren Erfahrungen mit den Studenten abstellt, tönt das nicht sehr hoffnungsvoll.
04.09.2008
"Chropfleerete" im Zürcher Gemeinderat nach dem Botellón, titelt der Tages-Anzeiger.                       (Quelle: Tages-Anzeiger, 4.9.08) Bei SVP und FDP wurde vor allem über die Kostenabwälzung und künftige Verbote gesprochen, die Grünen halten nichts von Verboten, die SP rügte die Medien für ihre Werbung, die mutwillige Zerstörung der Wiese hätte die Jugendlichen viel Goodwill gekostet. Einzig die EVP äusserte sich negativ über die Sauferei an sich.
Kommentar: Die Politiker sind offenbar nicht lernfähig.
04.09.2008
Zum Zürcher Botellón, Nachlese.

(Quellen: Tages-Anzeiger, 2.9.08;      Leserbrief veröffentlicht am 4.9.08

NZZ, 2.9.08) mit Kommentar

 

Die Zeitungen berichten über die Aufräumarbeiten auf dem Rasen und in den Köpfen der Politiker. Der Schaden soll 20'000 Franken betragen. Politiker von links bis rechts wollen die Verantwortlichen zur Kasse bitten. Der TA-Chefredaktor liefert einen heuchlerischen Kommentar. Die NZZ meint, auch der Soziologe, der im Tages-Anzeiger zum Besuch des Botellón aufgefordert hatte, könnte belangt werden.
Kommentar: Es geht weiterhin nur um den wertvollen Rasen, die Gesundheit der Jugend ist nicht das Thema. Fr. 20'000.-- im Vergleich zu Fr. 300'000 bei jedem Krawall-Fussballspiel ist doch eine Bagatelle. Dabei weiss doch jeder, dass ein Betrunkener zuerst sein Verantwortungsbewusstsein verliert. Jeder Botellón dürfte nur erlaubt werden, wenn ein Sponsorenteam sich verpflichtet, nüchtern zu bleiben und anschliessend aufzuräumen. Das wäre doch ein Job für Eltern, Soziologen und Journalisten.
02.09.2008
Zum ersten Zürcher Botellón.
(Quelle: NZZ, 1.9.08) Tages-Anzeiger, 01.09.08
In ausführlichen Berichten meldet die Presse 2000 Teilnehmer, durchzogene Bilanz von Rettungskräften und Polizei. Ein Einsatz von Gummischrot, ein paar vorübergehende Festnahmen. 10 Verletzte kamen aus verschiedenen Gründen in Spitäler. 6 t Abfall. Die Blatterwiese musste wegen der Glasscherben gesperrt werden. Kosten: Mehrere 10'000 Franken. 01.09.2008
Zum ersten Zürcher Botellón. In ausführlichen Berichten meldet die Presse 2000 Teilnehmer, durchzogene Bilanz von Rettungskräften und Polizei. Ein Einsatz von Gummischrot, ein paar vorübergehende Festnahmen. 10 Verletzte kamen aus verschiedenen Gründen in Spitäler. 6 t Abfall. Die Blatterwiese musste wegen der Glasscherben gesperrt werden. Kosten: Mehrere 10'000 Franken. (Quelle: NZZ, 1.9.08) 01.09.2008
Botellón: Friedliches Trinkgelage in Bern

Eine Openair-Party mit über 1200 trinkfreudigen Besuchern - und keiner einzigen Toilette. So präsentiert sich die Botellón in Bern. Die Polizei hielt sich zurück. Es blieben 2,5 t Abfall. (Quelle: Tages-Anzeiger, 31.8.08)

01.09.2008
Erleichterung nach dem ersten Zürcher Botellón. Die Zeitungen melden, dass bei Redaktionsschluss um 21 Uhr gemäss Polizeiangaben rund tausend Teilnehmer friedlich versammelt waren, die Morgennachrichten von DRS1 berichteten von mehreren hundert Teilnehmern, wenig Problemen, aber von viel Abfall. Es fanden noch andere Grossanlässe in Zürich statt. 30.08.2008
Ärztliche Tipps für die geplante Sauferei.
(Quelle: Tages-Anzeiger, 29.8.08)

Für den Zürcher Stadtarzt Albert Wettstein liegt es drin, wenn ein Jugendlicher am Freitagabend am Botellón in Zürich eineinhalb Liter Bier trinkt. Was man auf keinen Fall trinken soll, ist Bier mit harten Drinks (Wodka) gemischt. Dies sei sehr gefährlich und könne zu Alkoholvergiftungen führen. Mädchen und Frauen seien gefährdeter als Burschen und Männer, da sie weniger Alkohol ertragen.

29.08.2008
Die NZZ mokiert sich über die Entwicklung des Worts "Massenbesäufnis". Es wird aufgezeigt, wie die ursprünglich entsetzte Berichterstattung sich nach dem Tages-Anzeiger-Interview mit einem Zürcher Sozialwissenschafter gewandelt und einer weniger aufgeregten Schreibweise Platz gemacht habe. Journalistische Spielregeln seien umgekehrt worden. (Quelle: NZZ, 29.8.08)
Kommentar: Was "ras" aber vergisst, ist, dass nie über die wirklichen Probleme des neuen Phänomens recherchiert und informiert wurde. Das hätte mit "moralischer Übersäuerung" nichts, aber mit journalistischer Pflicht (Presserat-Papiertiger) und Prävention zu tun. Prävention heisst ja vorsorgen, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist. 
29.08.2008
Vor dem Botellón in Zürich: Grossaufgebot der Hilfskräfte. Auch wenn man den Anlass nicht unterbinden könne, werde man auf den Jugendschutz achten. Unter 16-Jährige, die Alkohol konsumierten, würden unter Verrechnung der Kosten nach Hause gebracht. Die medizinische Hilfe für schwer Betrunkene werde ebenfalls verrechnet. (Wahrscheinlich bezahlt dann die Krankenkasse) Soweit die Stadtpolizei. Deren Vorsteherin, Esther Maurer ist immer noch der Meinung, jene, die mit dem Vorsatz des Besaufens hingingen, seien "im Hirn oben krank". (Quelle: NZZ, 29.8.08) 29.08.2008
Die gestrige Club-Sendung auf SF1: Massenbesäufnisse – viel Lärm um nichts? Kommentar: Eine Diskussionsrunde über Jugendalkoholismus ohne eine einzige Alkohol-Präventions-Fachperson. Was konnte da herauskommen? Es ist die grosse Ernüchterung. Sieg für die Alkoholindustrie. (Siehe unseren ausführlicheren Kommentar dazu) 27.08.2008
Massenbesäufnisse – viel Lärm um nichts? Heute abend im Club auf SF1, Moderation. Christine Maier Ausstrahlung SF 1: Dienstag, 26. August 2008, 22.20 Uhr
Ausstrahlung SF 1: Mittwoch, 27. August 2008, 01.40 Uhr
Ausstrahlung SF 1: Donnerstag, 28. August 2008, 12.45 Uhr
Ausstrahlung SF 1: Samstag, 30. August 2008, 14.20 Uhr
26.08.2008
Interview im Migros-Magazin zu den Botellónes mit Paul Nolte, Sozialwissenschafter.

(Quelle: Migros-Magazin, 25.8.08)

"Jugend und Alkohol" gehörten schon immer zusammen", lautet die dicke Überschrift. Er meint, Verbote und staatliche Regelungen seien grundsätzlich nicht geeignet, gesellschaftliche Probleme zu lösen. Eine freie Gesellschaft sollte auf Erziehung und nicht auf staatliche Verbote setzen.
Kommentar: Seine Aussagen sind voller Widersprüche, verkaufen sich aber gut. siehe unsern Leserbrief vom 25.8.08, den wir ausnahmsweise sofort veröffentlichen, da das Migros-Magazin unsere Briefe seit einiger Zeit ignoriert.
25.08.2008
"Es muss nicht immer Alkohol sein". Interview mit dem Initiator der Genfer Bolellónes. 1300 junge Menschen trafen sich im Juli im Parc aux Bastions in Genf zu einer ausgelassenen nächtlichen Party. Verabredet hatten sie sich über das Internetportal Face­book. Schweizer Zeitungen bezeichneten die Feier als »Massenbesäufnis« und behaupteten, die Jugendlichen hätten einen »Schweinestall« hinterlassen. (Google Alkohol Alert, 25.8.08) Jungle World online, 25.8.08 25.08.2008
Der Tages-Anzeiger lässt einen spanischen Soziologen zu Wort kommen. Artemio Baigorri, Autor von "Botellón. Un conflicto postmoderno" analysiert dieses für uns neue Trinkverhalten der Jugendlichen und erläutert, wie sie in Spanien damit umgehen. Er gibt zu, dass Minderjährige so leichter an Alkohol kommen, auch ganz junge. Jeder einzelne sei zuviel. (Quelle: Tages-Anzeiger, 22.8.08)
Kommentar: Er übersieht, dass auch das Botellón im Interesse der Alkoholindustrie ist. Dass die Repression in Spanien nicht half, ist verständlich. Leider fragt er nicht nach anderer Prävention, wie dieser Unsitte vorgebeugt werden kann. Die jahrhundertealte Trinktradition muss als Entschuldigung herhalten. Dabei ist erwiesen, dass der Jugendalkoholismus seit langem im Zunehmen begriffen ist und für die Zukunft eine schwere Hypothek darstellt.
23.08.2008
Die Stellung der beiden extremen Jungparteien zum Botellón. Die Jungsozialisten rufen zur Teilnahme auf, die Junge SVP des Kantons Zürich ist empört darüber und lädt zu einem alkoholfreien Mitgliederanlass der JSVP ein.
Kommentar: Es ist kurios: Die Jungen der SP, die immer geschlossen wichtige Präventionsmassnahmen unterstützt, sind für Botellóns, die Jungen der SVP, die immer geschlossen wirksame Prävention bekämpft sind dagegen. Leider gehen bei den meisten mit zunehmendem Alter die jugendlichen Ideale verloren. So ist bei der SVP mit keiner Besserung auf diesem Weg zu erhoffen. (Quelle: NZZ, 23.8.08)
23.08.2008
Pierre Maudet, Genfer Stadtrat und Präsident der Eidg. Jugendkommission zur Alkoholpolitik: Anlässlich einer Sitzung in Genf äusserte er eigenartige Ansichten zum Jugendschutz (siehe neueste Zitate) und unterstützungswürdige zu Freiräumen für Jugendliche. (Quelle: Tages-Anzeiger, 22.8.08) 23.08.2008
Das gestrige Genfer Massentrinken im Regen ertrunken. Nur 200 bis 300 wasserfeste Jugendliche wagten sich an das von der Stadtbehörde genehmigte Treffen. Anfänglich hätte es mehr Schaulustige als Teilnehmer gehabt.(Quelle: Tages-Anzeiger, 22.8.08) 23.08.2008
Der Tages-Anzeiger will beruhigen. In seinem Artikel "Jugendliche trinken weniger als auch schon" wird das Trinkverhalten Schweizer Jugendlicher mit Säulengrafik dargestellt. Gezeigt werden 4-Jahresschritte von 1986 bis 2006.
Kommentar: 2002 war die Alcopop-Spitze. Durch die Alcopop-Steuer brach deren Verkauf auf etwa einen Viertel ein. Der Konsum stieg, verglichen mit der Vor-Alcopop-Periode, trotzdem um gut 3,5%. Die Alcopop-Steuer vermochte somit den Konsum-Anstieg nicht ganz zu bremsen. Er war etwa gleich gross wie in der vorangehenden Periode 1994-98. Der Gesetzgeber unterliess es, zusätzlich zu reagieren. Auch das NPA (Nationales Programm Alkohol) in diesem Jahr wurde zur Alibiübung und mag die Jugendlichen zu ihren provokativen Botellóns ermutigt haben. (Quelle: Tages-Anzeiger, 22.8.08)  Leserbrief pendent
22.08.2008
Auch heute grosse Medienpräsenz für Botellón Tages-Anzeiger und NZZ unterstützen die Entscheidung des Zürcher Stadtrates, das Massenbesäufnis nicht zu verbieten. Der Stadtrat wolle keinen Krieg gegen Jugendliche führen. (Quellen: Tages-Anzeiger, NZZ, 21.8.08) 21.08.2008
Genf und Zürich tolerieren, Lausanne  lehnt Botellóns ab.

Tages-Anzeiger online, 20.8.08

 

siehe auch Homepage, Top aktuell

 

SF1, 10 vor 10, 20.8.08

Lausanne verbietet das am kommenden Samstag geplante «Massenbetrinken». Die Stadtregierung will eine solche Veranstaltung für den Alkoholkonsum im öffentlichen Raum nicht dulden.
Die Genfer Stadtregierung wird das für kommenden Freitagabend geplante «botellón» tolerieren. Allerdings ist die Bewilligung des Trinkgelages im Bastions-Park an Bedingungen geknüpft worden, wie Stadtpräsident Manuel Tornare am Mittwoch an einer Pressekonferenz bekannt gab. Die Stadt will Toiletten zur Verfügung stellen, während sich die Jugendlichen dazu verpflichtet hätten, Massnahmen zu treffen, um Auswüchse zu verhindern. Falls nötig, wollen sie auch Reinigungsequipen organisieren.
Der Zürcher Stadtrat hat heute beschlossen, dass er kollektive Saufveranstaltungen - so genannte Botellóns - in Zürich grundsätzlich missbilligt und ablehnt. Er hält zudem fest, dass zurzeit kein Bewilligungsgesuch für eine solche Veranstaltung vorliege. Eine Bewilligung würde der Stadtrat auch nicht erteilen, heisst es in einer Medienmitteilung. Für Sanitätsdienste will die Stadt nachträglich den Betroffenen Rechnung stellen. Von den spanischen Erfahrungen will man lernen.
Kommentar: Der Zürcher Stadtrat hat sich wie Genf für die weiche Linie entschieden. Die Kosten wird er nie eintreiben können. In den Online-Kommentaren wurde häufig erwähnt, wir hätten ja schon jede Menge öffentliche Besäufnisse, sie hätten nur beschönigende Namen, wie Fasnacht, Sechseläuten, Street Parade, Turnfeste, usw. Völlig richtig. Deshalb bräuchten wir eine richtige Alkoholpolitik.
20.08.2008
Die Medien sind weiter voll mit Meldungen zum Botellón

(Quellen: NZZ, Tages-Anzeiger, Zürcher Oberländer, Der Landbote, 20.8.08

Der Initiant in Zürich hat sich offiziell von seinem Aufruf distanziert. Die Medien hätten ihn falsch zitiert. Ein Soziologieprofessor wird zitiert mit: "Jugendliche, macht Massenbesäufnisse, es gibt Dümmeres!" Das Blaue Kreuz spricht sich für die Tolerierung mit flankierenden Massnahmen aus.
Kommentar: Eine offene, derartige neue Drogenszene sollte nicht in unser öffentliches Leben Eingang finden und wenn möglich zur Tradition werden. Wir haben schon genug ähnliche Konsumvarianten, welche die Volksgesundheit und die Gesellschaft allgemein belasten. Die bürgerlichen Politiker, die sich nun plötzlich mit den Konsequenzen ihrer neo-liberalen Propaganda konfrontiert sehen und zurückkrebsen, sollten dies als Wink des Schicksals erkennen und endlich zu einer echten Alkohol- und Jugendpolitik Hand bieten.
20.08.2008
Esther Maurer, die Zürcher Polizeivorsteherin will das Massenbesäufnis verhindern. Auch die Mutter des Organisators hofft, dass es nicht stattfindet. Dessen Name wurde im Tages-Anzeiger veröffentlicht. Der Stadtrat wird sich am Mittwoch an seiner Sitzung mit dem Botellón befassen. Tages-Anzeiger, 19.8.08  NZZ, 19.08.08 19.08.2008
Nun ruft ein 17-jähriger Lehrling zu Massenbesäufnis in Zürich auf. Nach dem spanischen Muster soll ein "Botellon" am 29. August 08 auf der Blatterwiese beim Chinagarten in Zürich stattfinden. Die Stadtpolizei klärt die rechtliche Situation ab. (Quelle: Tages-Anzeiger, 16.8.08) Tages-Anzeiger, 18.8.08 (mit vielen Kommentaren, auch unserem) 18.08.2008

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Thema Veröffentlicht in     (noch) (nicht veröffentlicht) Sende-Datum Link Veröffentl.-Datum/Nr.

Tödlicher Rausch (Artikel anlässlich Münchner Oktoberfest)

FOCUS ONLINE 28.09.08 Kommentar 28.09.08
Culture Shapes Young People's Drinking Habits (Medical News Today) 28.09.08 Comment  
Die Erwachsenengesellschaft als Vorbild für Botellónes (Gast-Leserbrief) Der Landbote 24.09.08 Gast-Leserbrief 24.09.08
Saufparty hinterlässt einen Scherbenhaufen Tages-Anzeiger 02.09.08 Leserbrief 04.09.08
Diverse Aufräumarbeiten nach dem Zürcher «Botellón»" Neue Zürcher Zeitung 02.09.08 Kommentar 02.09.08
Jugend und Alkohol gehörten schon immer zusammen (Migros Magazin) 25.08.08 Leserbrief ?
Jugendliche sollen angeblich weniger trinken (Tages-Anzeiger) 22.08.08 Leserbrief ?
Missbilligung und Ablehnung – kein Verbot des Botellón in Zürich Neue Zürcher Zeitung 21.08.08 Leserbrief 28.08.08
Die Polizeivorsteherin will das Massenbesäufnis verbieten. Tages-Anzeiger 18.08.08 Kommentar 18.08.08
Massenbesäufnisse sind legal Tages-Anzeiger 15.08.08 Leserbrief 19.08.08

Auszug aus "Zitate"                                                Auszug aus "Aktuell"            Auszug aus Top aktuell      Auszug aus "Forschung"

(02.09.2008) Peter Hartmeier, Chefredaktor des Tages-Anzeiger in seinem Kommentar zu "Saufparty hinterlässt einen Scherbenhaufen" am 2.9.08:

Titel: "Verantwortung übernehmen"
..letzter Satz: "Wir haben als Gesellschaft offenbar verlernt, mit öffentlichem Grund und Boden respektvoll umzugehen."

Kommentar: Nachdem der Tages-Anzeiger bekanntlich kräftig für den Botellón geworben hat, ehrt es den Chefredaktor natürlich, wenn er sich mit dessen Teilnehmern solidarisiert und sie zur Gesellschaft emporhebt.
Allerdings denke ich, dass sich doch einige Mitbürgerinnen und Mitbürger von dieser Haltung distanzieren möchten. In jede Lektionsreihe über die Alkoholfrage gehört am Anfang das Unterthema Wirkungen des Alkohols. Und da lernen wir, dass Alkohol zuerst im Gehirn das Verantwortungsbewusstsein beeinträchtigt. Deshalb sieht es die Gesellschaft z.B. nicht gern, wenn sich Alkoholisierte ans Steuer setzen. Eine solche Bildungslücke setze ich bei einem Chefredaktor eigentlich nicht voraus. Wenn wir also von den Teilnehmern respektvollen Umgang mit öffentlichem Grund und Boden erwarten, sind wir blauäugig oder heucheln uns etwas vor, um uns selber aus der Verantwortung zu stehlen.

Auszug aus "Forschung"                                               Auszug aus "Aktuell"            Auszug aus Top aktuell      Auszug aus "Zitate"

Wie die Jugend der Welt sich betrinkt. Der Tages-Anzeiger am 23.9.08 zitiert eine Studie der Alkoholindustrie (ICAP): In Mittelmeerländern trinken Jugendliche weniger extrem als im Norden Europas – diese Einsicht liefert eine neue Studie zum exzessiven Alkoholkonsum.
Kommentar: Spanien wird neben Italien als Vorbild hingestellt. Seit die Botellónes bekannt geworden sind, dürfte diese Beurteilung hinfällig sein. Der Grund für die Bevorzugung der mediterranen Trinkkultur dürfte der weniger profitbringende niedrige Gesamtkonsum der erfolgreichen Hochsteuerländer im Norden sein.
24.09.2008

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Inhaltsverzeichnis 

Entwicklungen der schweizerischen Alkoholpolitik der letzten Jahre anhand von Leserbriefen

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Stand: 03.01.2009