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Der erschreckende Film zeigt einen Sommer in der Jugendlichen
Alki-Szene am Basler Rheinufer, auf städtischen Plätzen und im Tanzlokal
"Sommer-Casino", wo für 16-Jährige und ältere Bier verkauft wird.
Dazu beschäftigt er sich mit dem Einzelschicksal eines Jugendlichen aus
Frutigen, der die 3. Entzugskur hinter sich hat und immer noch sehr labil wirkt.
Eingestreut sind Aussagen von engagierten, mehr oder weniger kompetenten
Fachleuten.
Der letzte Satz des Films heisst: "Die Droge Alkohol
gehört zu den Widersprüchen unserer Gesellschaft."
Diese an sich zutreffende Feststellung wirkt nach den gezeigten
deprimierenden Szenen und den hoffnungslosen Aussagen der Beteiligten wie ein
endgültiges Urteil, wie eine Kapitulation vor einem unausweichlichen Schicksal.
Aber gibt es wirklich keinen Ausweg aus dieser Sackgasse? Können wir diesen
Teil unserer Jugend einfach ihrem Schicksal überlassen?
Es gibt in unserem Land Gruppierungen, die sich den Einsatz für
das Wohlergehen unseres Volkes zum Ziel gesetzt haben. Z.B. einige Politiker
(die andern bemühen sich mehr um das eigene Wohl oder das ihrer Hintermänner
und -Firmen), Gemeinnützige Gesellschaften, Elternvereinigungen, Kirchen
(sofern sie nicht nur mit internen Problemen beschäftigt sind), Schulen, einige
wenige Medienvertreter (die meisten unterstützen die Alkoholindustrie), ....
Sie und die Bevölkerungsmehrheit, die nämlich sehr mässigen Alkoholkonsum
pflegt, sollten nun endlich gemeinsam auftreten und dem von der
Alkoholindustrie, der Werbung und den meisten Medien propagierten Zeitgeist, dem
Lifestyle mit Alkohol, die Stirn bieten. Der Leidensdruck sollte nun nachgerade
gross genug sein.
Im Film gibt es einige zutreffende Aussagen. Andererseits wird
z.B. behauptet, die Jugendlichen müssten ihren Umgang mit Alkohol austesten.
Ein Test dauert aber nicht einen Sommer lang. Es ist wissenschaftlich erhärtet,
je früher die Kinder mit Alkohol beginnen, dazu noch in diesem Ausmass, desto
wahrscheinlicher wird eine spätere Alkoholikerkarriere. Unsere Gesellschaft ist
bereits heute mit 300'000 Alkoholabhängigen konfrontiert. In wenigen Jahren
werden viele der jetzigen Jugendlichen dazustossen. Wollen wir das wirklich? In
Schottland muss bereits eine Klinik für alkoholabhängige Jugendliche
eingerichtet werden. Die Schweiz ist gemäss der jüngsten
Vergleichs-Untersuchung im Auftrag des US-Justizdepartements Europa-USA mit 75%
in der Spitzengruppe der Alkohol konsumierenden 15-16-Jährigen, bei den starken
Konsumenten im obersten Drittel. (ESPAD-Studie) Die USA meldet in beiden Gruppen
halb so viele wie die Schweiz, und dort wird das Problem sehr ernst
genommen.
In der Schweiz wird immer noch weggeschaut und verharmlost. Der
Basler Regierungsrat im Film hat ausser einem stereotypen Politikerlächeln
nichts zu bieten. (Diese Woche selber erlebt: In Winterthur will der zuständige
Stadtrat mit den Wirten eine gütliche Lösung suchen, damit nicht, wie seit
Jahren, die 1000 Frischlinge der Hochschule (neu eintretende Studenten) eine
Nacht lang am 11.11. Gratisbier erhalten und sich volllaufen lassen. Die Polizei
fühlt sich überfordert. - In Effretikon lehnt es der Stadtrat (ex
Nationalratspräsident Binder) ab, einer dringlichen Interpellation im
Gemeinderat zu folgen und härter gegen die Betriebe einzuschreiten, die auch
nach Vorwarnung Alkohol an unter 16-Jährige verkaufen.)
Unsere Jugend ist der Spiegel unserer widersprüchlichen
Gesellschaft, unserer Erwachsenen-Gesellschaft, die in Bezug auf Alkohol an den
Jungen verdient, ihr die Chancen auf eine positive Lebensentwicklung nimmt,
bisher nicht fähig war, mit gutem Beispiel und bescheidener persönlicher
Opferbereitschaft zu zeigen, dass es ihr ernst ist mit dem Spruch: "Die
Jugend ist unsere Zukunft." Wir könnten das ändern, wenn wir nur wollten!
1. Die Lebensbedingungen der Jugendlichen verbessern:
Die Lehrstellen müssen vermehrt werden. Firmen ab einer
gewissen Grösse, die nicht ausbilden, müssen zur Kasse gebeten und
Ausbildungsplätze mit dem Geld finanziert werden.
Die Betreuungsplätze für Kinder von berufstätigen Eltern
müssen vermehrt werden und bezahlbar sein.
Massenentlassungen mit dem Zweck, den Börsenkurs zu steigern,
müssen verunmöglicht werden. Die Reservebildung bei Firmen muss massiv
verstärkt werden. In Rezessionen müssen diese Reserven abgebaut werden, bevor
Mitarbeiter entlassen werden. Die obersten Kaderlöhne dürfen eine erträgliche
Grenze nicht überschreiten und die Öffnung der Schere zwischen diesen und den
Salären der Mitarbeiter muss wieder ein vernünftiges Ausmass annehmen. Der
Mensch als Mitarbeiter/in, auch der junge, muss wieder geschätzt und über das
spekulative Kapital gestellt werden.
Diese Jugendlichen langweilen sich. Sie haben nie gelernt, ihre
Freizeit sinnvoll zu gestalten. Sie hoffen, mit Alkohol ihre innere Leere, ihre
Beziehungslosigkeit zu überwinden, was ihnen nicht gelingt, deshalb versuchen
sie es immer wieder. Leider befinden sie sich in der falschen Gruppe, die ihnen
nicht helfen kann. Die Gesellschaft sollte die organisierte Jugendkultur, die
sinnvolle Alternativen anbietet, massiv unterstützen, damit sie attraktiver
wird und auch die bisher nicht erfassten Jugendlichen vermehrt ansprechen
kann.
Die Gemeinden und Städte sollten die Unterstützung der
Jugendarbeit mit höchster Priorität behandeln. Das ist sinnvoller als nachher
die Schäden zu bezahlen und über die Jugend zu jammern.
2. Thema Alkohol:
Die These der 90er-Jahre, man müsse die Jugendlichen lehren,
sinnvoll mit Alkohol umzugehen, ist, was vorauszusehen war, eindeutig
gescheitert. Je später Jugendliche mit Alkohol in Kontakt kommen, desto weniger
werden sie Alkoholprobleme entwickeln. Viele Eltern müssen da umdenken, andere
sind zum vornherein mit ihrem Konsum als Beispiel ungeeignet. Die USA mit ihrem
hohen gesetzlichen Mindestalter von 21 Jahren haben die tiefsten Konsumwerte bei
Jugendlichen verglichen mit Europa. Es wäre also sinnvoll, bei uns das
Mindestalter hinaufzusetzen, auch wenn es die selben Probleme bei der
Durchsetzung gibt, wie bei den jetzigen Werten.
Die Jugendlichen reagieren preisbewusst. Die Steuern müssen auf
allen Alkoholikas erhoben werden und massiv sein. Das Unterbieten von
festgesetzten Mindestpreisen muss verboten werden. (Heute reduzieren die
Zigarettenfabrikanten die Preise trotz Steuererhöhungen.) Damit das Volk eine
solche Steuer schluckt, müssen diese Einnahmen sinnvoll für das Volk
eingesetzt werden. Unsere Projekt-Idee auf www.alkoholpolitik.ch
liefert ein gutes Beispiel dazu. Die Hälfte des Volkes konsumiert so wenig,
dass sie von einer solchen Steuer kaum betroffen wäre und per Saldo mehr
profitieren würde. Auch sollte ein kleines Opfer unserer Gesellschaft zum
Wohle der Jugend zuzumuten sein.
Als Sofortmassnahme müsste die Sondersteuer auf Alcopops massiv
erhöht werden. Die bisherige Steuer hat nur einen Konsum-Rückgang auf etwas
mehr als einen Viertel bewirkt. Noch immer sind sie vor allem für viele
Mädchen die beliebte Einstiegsdroge.
Es sollten sich alle Behörden der Pflicht bewusst sein und ihr
nachleben, dass Gesetze da sind, um durchgesetzt zu werden.
Auch Politiker sollten aus der Erfahrung lernen. Die Aufhebung
der Bedürfnisklausel Ende der 90er-Jahre hat eine Flut von neuen Gastbetrieben
ermöglicht. Der Präsident von Gastro suisse beziffert die Zahl der
überzähligen Betriebe mit 10'000. Nun gehen wohl alle Tage nicht mehr
lebensfähige Betriebe Konkurs und schädigen noch ihre Lieferanten. Doch werden
diese einfach von andern "Möchtegernbeizern" neu eröffnet. Aus den
Alkoholsteuererlösen könnten freiwillig aufhörende Wirte unterstützt werden,
bevor sie andere schädigen. (siehe Projekt-Idee) Bei der Regelung der
Ladenöffnungszeiten müsste der Alkoholverkauf besonderen Regeln unterstellt
werden.
Seit dem 2. Weltkrieg ist es der Alkohol- und der Werbebranche
in Zusammenarbeit mit den meisten Massenmedien gelungen, das alkoholische
Getränk zum Kulturgut, zum Life Style Symbol und für Frauen und Jugendliche
zum erstrebenswerten emanzipatorischen Vehikel emporzustilisieren. Was früher
undenkbar war, sogar Kirchen und Pionierbetriebe der alkoholfreien Gastlichkeit
glaubten, sich diesem Trend beugen zu müssen und öffneten dem Alkohol ihre
Räume. Die in der Gesellschaft allgegenwärtige Alkoholwirklichkeit verhindert
auch, dass Prävention bei den Jugendlichen etwas bringt.
(WHO-Veröffentlichung, Europäische Schriftenreihe Nr. 62: "Alkohol und
Massenmedien")
Dieser dramatischen Sachlage entspricht leider die Politik des
Bundesrates und des Parlaments nur in sehr bescheidener Weise. Wohl haben sie
nach jahrzehntelangem Kampf endlich die Promillegrenze im Strassenverkehr
herabgesetzt und eine Sondersteuer auf Alcopops beschlossen, die in ihrer Höhe
diese verführerischen Getränke nicht vom Markt zu fegen vermochte, aber sonst
zeigen sie sich völlig uneinsichtig und glauben, unserer Wirtschaft einen
Dienst zu leisten, wenn sie die Interessen der Alkoholbranche unterstützen. Das
Gegenteil ist der Fall! Die finanziellen Interessen dieser Industrie liegen zum
grossen Teil im Ausland. Die 6,5 Mia. Franken alkoholbedingter Schäden belasten
auch unsere Wirtschaft. Sie verteuern unsere Produkte und vermindern die
Kaufkraft. Doch Geld, das nicht im Alkohol angelegt wird, fliesst in andere,
hoffentlich sinnvollere Branchen und -Produkte, dienen der
Eigenheimfinanzierung, der Altersvorsorge oder werden bei Banken und
Versicherungen angelegt, die in die Wirtschaft investieren. In der Europäischen
Union wächst die Einsicht, dass Gesundheit Wohlstand bringt. Daran ist auch die
Wirtschaft beteiligt. Warum nicht auch bei uns?
Statt dessen will der Bundesrat das leichte Bier, die andere
Einstiegsdroge der Jugendlichen, verbilligen, das Parlament ist daran, im
lokalen Fernsehen die Alkoholwerbung zu gestatten, eine allgemeine Alkoholsteuer
wird standhaft abgelehnt, die Ladenöffnungszeiten werden laufend ausgeweitet,
ohne dass für Alkohol eine Spezialregelung eingeführt wird. Auf die
zuständigen Fachgremien wird kaum gehört, das Alkoholproblem unterliegt
politischen, sprich falsch verstandenen wirtschaftlichen und nicht
gesundheitlichen Erwägungen und Entscheidungen.
Die Massenmedien, die immer wieder auf ihr journalistisches
Berufsethos stolz sein wollen, ermöglichen seit Jahrzehnten den Vormarsch des
Alkohols als Life Style Symbol. Kaum eine Zeitungs-Nummer, die sich nicht in
irgendeiner Form, unter irgend einem Vorwand, in den Dienst der Alkoholbranche
stellt. Auch im Fernsehen werden immer mehr solche "selbstverständlich nur
informative" Beiträge gesendet. Sie folgen ja nur einem Trend, von Werbung
und Sponsoring ist natürlich keine Rede!
Auch dieser wahrscheinlich als "Aufrüttelung" gut
gemeinte, von den beigezogenen Fachleuten her aber einseitige Dok-Film, dient
schliesslich der Alkoholbranche mit seiner Verbreitung von Hilf- und
Hoffnungslosigkeit. Man kann ja doch nichts machen! Also arrangieren wir uns,
lassen alles wie es ist und waschen unsere Hände in Unschuld! - Man könnte
vieles unternehmen, man müsste nur wollen! Das Unmögliche denken und tun!
"Politik ist die Kunst, möglich zu machen, was erforderlich ist. (Vaclav Havel) -
"Es hat sich gezeigt: Unser
Land ist nicht blockiert, wenn es um Reformen geht." (Bundesrätin Ruth Metzler, im Tages-Anzeiger vom 10.2.03
zitiert.) (Siehe weitere entsprechende Zitate auf obiger Webseite)
Wer bringt den Stein ins Rollen?
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Gibt es in
unserer Umgebung ähnliche Szenen oder ist das ein krasser Einzelfall?
Wirkungen des Alkohols Freundschaften auf Alkohol
gegründet?
Ungewollte Schwangerschaft, Erlebnisse der Notfalldienste, der Polizei
Worin bestehen diese Widersprüche?
Eigene Lösungsvorschläge
Untersuchen, was die Politik auf diesem Bereich in den
letzten Jahren geleistet oder versäumt hat.
Wie verhalten sich diese humanistischen, religiösen
Kreise beim Alkoholproblem?
Lifestyle-Artikel sammeln, Alkohol mit andern Produkten
vergleichen.
Entsprechende Untersuchungen heranziehen. Zitate dazu sammeln.
Interviews mit Vertretern solcher Organisationen.
Die Korrespondenz mit dem Winterthurer Stadtrat lesen
Die dringliche Interpellation lesen
Weshalb reagiert eine Behörde derart weich?
Von ortsansässigen Firmen zu erfahren suchen, ob und wie viele
Lehrstellen sie anbieten. Welche Kosten Lehrlingsplätze im Durchschnitt
verursachen, wie viel ein Lehrlingsbetreuer kostet.
Sind in der Gemeine genug Betreuungsplätze vorhanden?
Gibt es Verbesserungsmöglichkeiten?
Welche Vorschriften kennt das Obligationenrecht
dazu?
Berechnet diese Scherenöffnung für verschiedne Branchen.
Welche Jugendvereine gibt es bei uns in der Gemeine und
der nähern Umgebung? Wie könnten sie sich attraktiver darstellen, ihr
Angebot verbessern?
Sammelt gute und schlechte Beispiele wie Jugendarbeit unterstützt wurde
(wird).
Eine Publikumsumfrage veranstalten: Welches Mindestalter
würde noch akzeptiert?
Die Projekt-Idee studieren. Welche Projekte in der
Gemeinde oder im Kanton könnten sinnvoll sein und aus den Alkoholsteuern
finanziert werden? (Sport, Kultur)
Wie könnte Obst- und Weinbauern geholfen werden, dass
sie der Billigkonkurrenz aus dem Ausland standhalten können?
Wie teuer müssten Alcopops sein, bis sie nicht mehr gekauft würden?
Frage nach dem Einsatzplan der Ortspolizei. Welches
Gewicht haben die Kontrollaufgaben?
Wie viele Gastgewerbebetriebe wurden in der Gemeinde
seit dem neuen Gastgewerbegesetz neu eröffnet? Wie viele sind
eingegangen? Wird die Nachbarschaft gestört?
Wie stellen sich unsere Kirchgemeinden dazu?
Verkaufsstatistik der Alcopops
Untersuchung über die alkoholbedingten Sozialkosten in
der Schweiz
Welche Multikonzerne beherrschen den Schweizer
Alkoholmarkt?
Die EU und das Alkoholproblem
Bundesratsbeschluss
Suche Ereignisse auf diesem Gebiet in den letzten
Jahren.
Die Ethik-Regeln der Journalisten und Zeitungsverlage.
Beobachte in Zeitungen, Radio und Fernsehen, ob du
Lifestyle-Artikel findest. Z.B. in gesponsorten Sendegefässen.
Suche auf der Zitatenseite der Website www.alkoholpolitik.ch
weitere Zitate zu diesem Thema. |
Webseite Forschungs- Ergebnisse
Webseite Briefe an....
Webseite Aktuelles 24.11.05
Webseite Zitate
Webseite Leserbriefe
Webseite Projekt-Idee
Project idea
EAV Link auf Webseite
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Forschung
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