Forschungsergebnisse

07.01.2005  (forsch54.htm)

Quelle:

ISF Institut für Suchtforschung/Universität Zürich

Verfasser

Jürgen Rehm

Thema:

Werbung und Alkoholkonsum - Wissenschaftliche Grundlagen und Konsequenzen für politische Massnahmen

Advertising and alcohol consumption - scientific basic facts and consequences for political measures

Bericht pdf-Datei, 23 Seiten                    English summary by us

           

   


Zusammenfassung von uns:

 

Die Arbeit untersucht eine Anzahl vorhandener Berichte, die bisher nur geringe Auswirkungen auf den Gesamtalkohol-Konsum auswiesen und teilweise die These der Industrie unterstützten, dass diese Werbung nur zur Verbesserung der Marktanteile einer bestimmten Marke dienten

 

Die kritische Auseinandersetzung mit diesen Untersuchungen und eine neue Fragestellung führten zu neuen, an sich logischen Ergebnissen, die von der Präventionsseite schon immer so gesehen wurden. Jetzt kommt hier die längst fällige Beweisführung, die auch Politiker überzeugen können sollte. Hier die Schlussfolgerungen:

 

.."- Es gibt einen empirischen Nachweis für begrenzte Effektivität

  - Insgesamt wurden zwei bis vier gut kontrollierte Studien zur Effektivität
    durchgeführt

  - Die Strategie wurde bereits in mehreren Ländern erfolgreich durchgeführt

  - Die Kosten zur Implementierung sind relativ niedrig"

 

In einem Abschnitt zur Selbstregulierung der Industrie kommt der Verfasser zum Schluss, dass Werbeverbote immer noch wirksamer sind als diese Selbstkontrolle. 

 

Der Argumentation der Industrie, dass die Beweise zu wenig stichhaltig seien, tritt er mit dem allgemein gültigen Public Health Prinzip einer "Vorsorge aus Prinzip" entgegen, das auf alkoholpolitische Massnahmen, wie das Werbeverbot, voll zutreffe. Das bedeute, 

 

"- dass präventive Massnahmen auch ohne definitive Gewissheit zu ergreifen sind

- dass die Beweislast bei den Befürwortern einer potenziell schädigenden 
  Verhaltensweise liegt

- dass Alternativen zu schädigenden Verhaltensweisen anzubieten sind, und

- dass die Öffentlichkeit verstärkt in den Entscheidungsprozess über politische  
  Massnahmen miteinbezogen werden sollte

 

Werbe- und Sponsoringverbote für alkoholische Getränke sollten in diesem Sinne schon aus Vorsorge für die Gesundheit der Allgemeinbevölkerung wegen der grundsätzlichen Bedeutung einer solchen Politikausrichtung durchgesetzt werden."

 

 

Kommentar:

 

Es ist sehr verdankenswert, dass Prof. Rehm und das ISF sich auch dieser Thematik angenommen haben, nachdem bereits die Frage der Wirksamkeit der Besteuerung, d.h. Preisgestaltung geklärt worden ist. Politiker sollten sich jetzt ihrer Verantwortung bewusst werden und keine billigen Ausflüchte mehr bringen. Das Radio- und Fernsehgesetz mit der Alkoholwerbung durch Privatsender liegt immer noch auf dem Tisch.


 

 

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This study reviews a number of international research results, which mostly showed only little effect on the total consumption and some of them backed the thesis of the alcohol industry that alcohol advertising only helps to keep or improve the share of the market of special brands. 

 

A critical examination of those studies and a new way of putting questions brought new, actually logical results, which had always been regarded in this way by the public health stakeholder side. Now comes the long due line of argumentation that should convince even politicians. Here are the conclusions:

 

.."- There is an empiric evidence for limited effectiveness

   - Totally two to four well controlled studies regarding effectiveness were
     carried out

   - The strategy had been successfully realized in several countries already

   - The cost for implementing are relatively low"

 

In a section about selfregulation by the industry the author comes to the conclusion that bans on advertising are still more effective than such a selfregulation. 

 

The argument of the industry that proofs are not evident enough he replies with the commonly valuable Public Health Principle of a prevention on principle, which fully apply to alcoholpolicy measures, as a ban for advertising. That would mean,

 

" - that preventive measures have to be taken even without a definitive certainty

  - that the burden of proof is on the advocates of a potencially damaging 
    behaviour

  - that alternatives to ways of damaging behaviours have to be offered, and
  - that the public should be more integrated into the decision finding process on
    political measures.

 

Bans on advertising and sponsoring for alcoholic beverages should be enforced in this sense if only because of preventional reason for public health because of the principle meaning of such a policy strategy."

 

 

Comment:

 

We have to thank very much Prof. Rehm and the ISF that they searched on this problem after the question of the effectiveness of taxing, pricing had been cleared already. Politicians should become aware now of their responsibility and stop making cheap excuses. The revision of the law on broadcasting and television with the possibility for alcohol advertising on private stations is still pending.

 

 


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Stand: 23.12.2008