|

Zitatensammlung die
neuesten ganz unten
Hier sammeln wir verwendete und auch sonstige Zitate, die zu
unsern Bestrebungen passen.
Wenn Sie uns weitere passende melden möchten,
nehmen wir sie gerne in diese Seite auf.
Neueinträge werden unten angefügt.
Alkohol
und Massenmedien" (Regionale Veröffentlichungen der WHO/Europäische Schriftenreihe Nr. 62, 1998):
(Seite 2) "Aus
den bisherigen Berichten zur Forschungslage lässt sich allgemein schliessen,
dass Alkoholaufklärung zwar aufklärt, Aufklärung allein aber nur
selten das Verhalten beeinflusst.
(Seiten
4/5) Alkoholaufklärung hat u.a. nur deshalb begrenzten Erfolg, weil sie
gegen einen Schwall von Botschaften ankämpfen muss, die den Alkoholkonsum
fördern. Die primäre Quelle alkoholpositiver Botschaften ist die gesellschaftliche
Wirklichkeit, sind die verbreitete und sichtbare Verfügbarkeit
alkoholischer Getränke sowie die Allgegenwärtigkeit und die Akzeptanz des
Alkohols in unterschiedlichsten Alltagssituationen und Zusammenhängen. Wie
sich die Menschen zu gesundheitsbezogenen Themen stellen, wird tendenziell
stärker durch Erfahrungen als durch Information bestimmt. Oft machen
persönliche Erfahrungen der gesellschaftlichen Normen und Verhaltensweisen
die weisen Ratschläge der Alkoholaufklärung
unglaubwürdig. |
Hinter jedem Suchtmittel, das ein Halbwüchsiger konsumiert, steht ein Erwachsener, der Geld verdient. Das verurteile ich. (Roland Stähli, Beauftragter für Gesundheitsförderung und Prävention
im Kt. Zürich im neuen Bericht über den Gesundheitszustand der Zürcher Jugend)
************************* Das Ziel aller Werbung ist die Steigerung des Umsatzes. Würde dieses Ziel
nicht erreicht, würden nicht jährlich Milliarden von Werbefranken
ausgegeben. (Der Bundesrat 1978 in seiner Botschaft zur
Änderung des Alkoholgesetzes) (Quelle: SDA/Tages-Anzeiger 27.6.02)
***********
Wenn man die Webseite und die Publikationen des International
Center for Alcohol Policies liest, kommt man zum Schluss, dass, weit davon
entfernt ein Fürsprecher für die Volksgesundheit zu sein, ICAP nur eines
der Marketing-Werkzeuge der internationalen Alkoholindustrie ist." (Dr.
Peter Anderson)
|
Das Menschengeschlecht ist ein
Ganzes, wir arbeiten und dulden, säen und ernten füreinander.
(Johann Gotttfried Herder)
********
Wer sich nicht schämt, selbst von denen zu lernen, die dem
Range nach tief unter ihm stehen, wird mit Recht zu den Weisen gezählt.
(Kungfutse)
********
Wer Politik als Kunst des Möglichen definiert, begnügt sich mit
Mittelmässigkeit. (Guy-Olivier Segond, zurücktretender
Genfer Staatsrat)
********
Politik ist die Kunst, möglich zu machen, was erforderlich ist. (Vaclav Havel)
********
Dumm ist nur, dass das spatzenhirnige Beharren auf der Realpolitik zum
totalen Stillstand führt. Wer aufhört zu träumen, gibt seinem Schlaf
etwas Tödliches. Was nur noch ist, kann nicht mehr werden.
(Thomas Hürlimann) |
Gesundheitspolitik bezüglich
Alkohol muss vom öffentlichen Gesundheitswesen formuliert werden, ohne
Einmischung seitens kommerzieller Interessen.
(Die
Stockholmer Deklaration der WHO von 2001 zu Jugend und Alkohol")
***********************
Weltweit verursachen die alkoholbezogenen
Todesfälle und Behinderungen die grösseren Kosten an Leben und
Lebenserwartung als der Tabakkonsum. Das Ziel der Alkoholpolitik muss
deshalb die Reduzierung dieser Schäden sein und alkoholpolitische
Massnahmen müssen im Lichte ihrer diesbezüglichen Wirksamkeit beurteilt
werden.
(WHO, Murray.J.L. und Lopez,A.D.
Eds. The Global Burden of Desease. Harvard, Harvard University Press, 1996) |
Die Bekämpfung der Alkoholprobleme gelingt nur, wenn die Gesellschaft
ihre Mitverantwortung akzeptiert. Gegenwärtig verläuft aber der
Trend entgegengesetzt. Dies ist ein zentraler Punkt bei der Bewältigung
der Alkoholprobleme: Der Einzelne ist mitverantwortlich, dass die
Gesellschaft als Kollektiv verantwortlich handelt. Solche Erkenntnisse
bewegten das Bundesamt für Gesundheit (BAG), im Rahmen des
Alkohol-Programms "Alles im Griff" ein
Internet-Präventionsspiel zum Herunterladen zu gestalten. Dass ein
vernünftiger Umgang mit Alkohol keine trockene Angelegenheit sein muss,
wird klar.
(Bruno Di Gaetano in "communica" 2/2002 Juni,
Informationsmagazin der Eidg. Alkoholverwaltung) |
Es gilt, den Staat, der
Garant ist für viele soziale Errungenschaften, zu verteidigen gegen die
Archaik des Marktes.
(Pierre Bourdieu, Soziologe, Frankreich Gestorben am 23.1.2002)
**************************
Wann verbreitet sich endlich die
Einsicht, dass Mittel, die nicht in den Suchtmittelkonsum fliessen, der
Wirtschaft erhalten bleiben, sei es durch Konsum in andern Sektoren oder
durch Sparanlagen, die von den Banken in die Wirtschaft investiert werden?
Von Ethik ganz zu schweigen. (Hermann T. Meyer im Leserbrief vom 20.3.01)
|
Urs Jecker, hat als
Kirchen- und Religionsspezialist bei Radio DRS gekündigt, im radio magazin
Nr. 47 2002 v. 23-29.11.02: "Die Theologie ist heute weitgehend impotent.
Statt sich an den gesellschaftsrelevanten Diskussionen zu beteiligen,
betreibt die Theologie dogmatische Nabelschau."
*******************
Radio DRS1,
5.12.02, Sendung Espresso, 08.15 Uhr: Es wurde entdeckt, dass Duftlämpchen einen brennbaren Untersatz aufweisen
können. Mehrere Brände und zwei Tote sind deshalb bereits zu beklagen.
Darauf angesprochen meint die Vizedirektorin eines Berner Warenhauses:
"Dies wird sofort untersucht und die gefährliche Ware aus dem
Sortiment genommen. Wir wollen doch nicht, dass Kunden zu Schaden kommen
können." |
"Der Einsatz der FDP für die
Wirtschaft ist also weiterhin richtig. Aber er muss einer integren
Wirtschaft gelten, einer Wirtschaft, die ihre Verantwortung für das
politische und soziale Umfeld wahrnimmt, einer Wirtschaft, die
Dienstleistungs betrieb für alle und nicht Bereicherungs- und
Machtinstrument weniger ist. Wirtschaft schliesst Moral nicht aus."
"..Doch Politik ist nicht bloss Wirtschaft. Gesundheitswesen,
Bildung, Aussen-, Sicherheits, und Sozialpolitik, das Arbeiten an unseren
staatlichen Strukturen - um nun wenige Stichworte zu nennen - benötigen
dieselbe Aufmerksamkeit". (Alt-Bundesrat Rudolf Friedrich, am 16.11.02 im
Tages-Anzeiger: "FDP in der Krise?)
|
Ivan Illich ist
einer der bedeutendsten Zivilisationskritiker unserer Zeit. Er hat diese
Worte 1974 in den Räumen der ETHZ bei der Eröffnung der Ausstellung
"Umdenken - Umschwenken" gesprochen:
"Nimmt man
Gewissheiten ernst, so töten sie das Herz und fesseln die Phantasie".
(Gelesen im Bulletin Nr. 13 vom Dezember 2002 des
Netzwerks für eine sozialverantwortliche Wirtschaft, NSW)
*********************
"Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist".
Leon de Winter, Holland, preisgekrönter Schriftsteller,
hier auf Vorlesungstour mit "Malibu"
|
Joseph
Stiglitz, Nobelpreisträger für Wirtschaft, ehemals Berater von Präsident
Clinton und Chefökonom der Weltbank in einem grossen Interview des
Tages-Anzeiger-Magazins Nr. 01 vom 4.1.03: "Den kategorischen Imperativ gibt es noch
nicht im internationalen Wirtschaftsleben. Wir verletzten ständig unsere
eigenen moralischen Gebote."
"Sobald die materiellen Anreize gross genug
sind, dreht der Mensch durch." |
Daniel Borel,
Mitbegründer von Logitech im grossen Interview des Tages-Anzeigers vom
30.12.02:"Neues ausprobieren kann wehtun" "TA: Also gibt es hier einfach zu wenig Druck, innovativ zu
sein? Borel: Ja. Visionen umzusetzen, ist auch mit Schmerz verbunden.
Etwas Neues auszuprobieren, kann wehtun. Wie viele Leute warten, bis ihnen
Millionen von anderen Leuten sagen, etwas Neues sei cool, bevor sie es
ausprobieren? Die Schweiz ist stark gefordert, sich in den nächsten 50
Jahren neu zu erfinden." |
Adolf Muschg wurde
zum Präsidenten der Berlin-Brandenburger Akademie der Künste gewählt.
In einem Tages-Anzeiger Interview am 12.5.03 sagte er u.a., die Aufgabe
der Akademie sei auch eine Art Politikberatung. Und:
"Unsere Rolle ist es,
Vorstellungen bei der anderen Seite zu wecken, wir müssen auch das
Undenkbare denken und vorschlagen." |
| "Es hat sich gezeigt: Unser
Land ist nicht blockiert, wenn es um Reformen geht."
Bundesrätin Ruth Metzler, im Tages-Anzeiger vom 10.2.03
zitiert.
|
«Die
Herabsetzung des Blutalkoholgrenzwertes auf 0,5 Promille gehört zum Triumph
des politisch Korrekten, zur Hysterie und zu den Ängsten einer
verstädterten und keimfreien Gesellschaft, die das Risiko, den Unfall und
den Tod nicht mehr erträgt.» Der liberale Waadtländer Nationalrat Serge Beck während der
Debatte zur 0,5-Promillegrenze am 6.3.03 |
Interview mit Dr.
Thomas Borer-Fielding in der Coopzeitung Nr. 16 vom 16.4.03. Auf die Frage
"Welche Lehren haben Sie gezogen?" antwortet er:
"Eine Vielzahl! Eine ist, dass die Medien sehr viel
unkontrollierte Macht haben, dass diese Macht sehr leicht missbraucht wird,
und dass selbst in einem Rechtsstaat wie der Schweiz kaum Instrumente
dagegen zur Verfügung stehen." |
"In vielen Ländern besteht aber leider eine eigentümliche Vorliebe
der Gesundheitspolitik und der Präventionsfachleute für solche Massnahmen
wie Aufklärungskampagnen und schulische Präventionskampagnen, die bislang
ohne nachweisbare Wirkung auf Krankheitsbelastung geblieben sind, während
erwiesen wirksame und sehr kosteneffektive Massnahmen wie erhöhte
Besteuerung oder häufige verdachtsfreie Alkoholkontrollen im
Strassenverkehr politisch wenig attraktiv sind." Prof.Jürgen Rehm in seinem Pressetext anlässlich
seines Referats: Alkoholkonsum und seine Folgen: epidemiologische und ökonomische
Aspekte, während des 16. Heidelberger Kongresses des FVS zum Thema
"Sucht macht krank!"
Hier zum vollständigen
Text. |
Guido Kalberer in seinem
Artikel "Defensivkultur" im Tages-Anzeiger vom 7.6.03: Über die Vortragsreihe "Kapitalismus und Gerechtigkeit"
im Zürcher Schiffbau schreibt er am Ende:
"...ergriff die Mehrheit des Publikums lärmend die Flucht - getreu
dem Motto: Ein Vortrag ist dann schlecht, wenn er anderer Meinung ist.
Dabei hätte sich erst zu diesem Zeitpunkt das bilden können, was
Debattenkultur genannt wird: ein Wettstreit um das stärkere Argument.
(...) Was fehlt, ist eine Streitkultur und der Wille zur Artikulation des
Antithetischen. Intellektuelle Kreativität setzt die Abarbeitung am
Begriff voraus, die genauso kritische wie respektvolle Auseinandersetzung
mit widersprüchlichen Meinungen und Ansichten." |
In einem Tribüne-Artikel am
5.5.03 im Tages-Anzeiger äusserte sich Gottfried Schatz, Präsident des
Schweizerischen Wissenschafts- und Technologierats zu den Sparvorschlägen
des Bundesrates, die den akademischen Nachwuchs gefährden. Über seine
Erfahrungen mit Rektoren und Politikern meinte er u.a.: "Aber
die föderalistische Schweiz ist ein ausgeklügeltes Mikadospiel, bei dem
es darum geht, nichts zu bewegen."
*********************
Und ist ein Schwindel noch so
dumm, Er findet doch sein Publikum. Wilhelm Busch
Kommentar: Gab es denn schon zu Buschs Zeiten
Suchtmittelreklame? |
Prof. Rico Maggi, Prof.
für Ökonomie an den Universitäten Zürich und Lugano über
Verkehrsprobleme im Tages-Anzeiger Interview am 11.6.03: "Es ist ein altes ökonomisches Anliegen,
die
Kosten den Verursachern korrekt anzulasten. Denn wenn diese ihre
Kosten nicht voll decken, versagt der Markt."
******************
Roger de Weck in
"Das Schweizer Schweigen" im Tages-Anzeiger Magazin Nr. 29/2003:
"
..."Ein Land, das den Verzicht auf Visionen zur Tugend erhebt,
leidet unter Kurzsichtigkeit." |
Hugo Bütler, Chefredaktor
der Neuen Zürcher Zeitung, in "Journalismus in Gefahrenzonen"
in der NZZ am Sonntag, am 28.9.03:
"Es gibt ein würdiges Ziel
für Journalisten: Die Suche nach Wahrheit, so gut wir sie eben eruieren
können."
Kommentar: Schön wär's! Dann hätten wir das Alkoholproblem
schon lange im Griff! Es kommt halt darauf an, wo man zu suchen gewillt
ist, wie schnell man mit einer "Wahrheit" zufrieden ist und ob man mit
der Werbe- und Suchtmittelindustrie gemeinsame Sache macht. |
"Eine Vision muss nicht real sein, um einen guten Zweck zu
erfüllen."
Dorothy L. Sayers & Jill Paton Walsh in "In
feiner Gesellschaft"
*******************
Der zentrale
Gedanke ihrer Abschlussrede am Frauen-College Wellesley:
"Politik ist die Kunst, das möglich zu machen, was unmöglich
erscheint." (Hillary Clinton im Tages-Anzeiger Magazin-Interview von
Moritz von Uslar, Nr. 30/2003) |
"Ich glaube, dass Guiness die
Landhockey-Nationalmannschaft Irlands unterstützt, ist die falsche
Botschaft an die Jugend dieses Landes. Alkohol sollte nicht mit
sportlichem Erfolg in Zusammenhang gebracht werden."
Michael Martin, Gesundheitsminister von Irland, zitiert in
"alcohol Alert" 2/2003) |
"Ich habe nie die Illusion
gehabt, dass über Drogenerfahrungen eine Veränderung der Gesellschaft
stattfindet." (Günter Amendt im Interview "Bis zum sozialen
Kollaps" in NZZam Sonntag, am 5.10.03)
Kommentar: Wie wärs mit einer Untersuchung über
die Rolle des Alkohols als soziales Schmiermittel und Korrumpeur der
Politik? Warum tun sich unsere, vor allem bürgerlichen, Politiker so
schwer mit wirksamer Alkoholprävention? (Leserbrief dazu unterwegs) |
"Politik ist die Kunst, so
dagegen zu sein, dass man später dafür sein kann." (Peter Frei, Obmann der Schützengesellschaft der Stadt
Zürich am Festbankett des Zürcher Knabenschiessens am 15.9.03)
Kommentar: Leider gibt es oft kein
"später"! |
Das eigentliche Problem ist
nicht die Werbung, sondern die Unfähigkeit der Menschen, ihr zu
widerstehen." Prof. Suzette Sandoz, Uni Lausanne, Nationalrätin 1991-98,
in ihrem unsäglichen Artikel "Zensur fördert die Dummheit" in
der NZZ am Sonntag vom 23.11.03
Kommentar: Das ist doch gerade der Grund, weshalb
Werbung für schädliche Artikel wie die Suchtmittel zu verbieten ist. |
Unser Leserbrief an
den Tages-Anzeiger im Zusammenhang mit der Verschleppung der
0,5-Promillegrenze (um diese Stelle gekürzt):
"Die Polizei dein Freund und Helfer. Hat sie vergessen, wessen
Freund und Helfer sie sein sollte?"
|
"Worin könnte man sein Geld
besser investieren als in die Gesundheit?"
|
|
Christian Huber,
SVP, Regierungspräsident 2004 des Kt. Zürich im Tages-Anzeiger Interview
vom 5.1.04: ..."Man konsumiert, will aber nichts beitragen.
Der Egoismus überwiegt, wir haben keinen Gemeinschaftssinn mehr."
..."Alles was rundherum geschieht, interessiert ihn oder sie nicht.
So geht die Schweiz als Willensnation kaputt."
ak |
Kommentar: Wie wahr, wie wahr! Und gerade in der
Alkoholfrage haben wir das Resultat dieser von der SVP an führender
Stelle vertretenen Politik der Deregulierung. Weg von der
gesellschaftlichen Verantwortung, hin zum Individuum. Wann sieht die SVP
(und die FDP) diesen falschen Kurs endlich ein? (5.1.04) |
"Die künftigen Kaderleute müssen ethischer handeln als die
heutigen."
Der Sozialethiker Prof. Hans Ruh, zitiert im Tages-Anzeiger
vom 14.1.04 im Artikel "Matura mit ethischem Akzent". Wir
berichten unter "Aktuell" am 19.1.04 |
| Unter dem Titel
"Ich wünsche mir von der Politik mehr Mut" erschien im
Tages-Anzeiger vom 6.2.04 ein grosses Interview mit Martin Heller, dem
damaligen künstlerischen Direktor der EXPO. Einige seiner kritischen
Aussagen könnten sich genau auch auf die Alkoholpolitik beziehen.
Z.B.Thema
Föderalismus: "Es scheint dermassen in unsere politische Genstruktur
eingeschrieben, dass selbst die offensichtlichsten Defekte einfach
hingenommen werden."
ak |
Oder: "Anscheinend
geht es uns halt finanziell noch nicht so schlecht, als dass man überall
nach Kostenfaktoren suchen müsste. Solange die Schweiz nicht pleite ist,
wird sie nicht über die Kosten des Föderalismus nachdenken. Und weil
sich damit keine Stimmen holen lassen, interessiert sich auch in der
Politik niemand dafür." Sein Schlusssatz: "Ich wünsche
mir gerade von der Politik den Mut, auf etwas zu setzen und zu sagen: Wir
glauben daran - und riskieren es." (14.2.04) |
Michael Hermann, (Universität Zürich) in
"Warum es die Mitteparteien so schwer haben" im Tages-Anzeiger vom
30.3.04:
"Das Trumpf-Ass der gemässigten Kräfte sind umsetzbare
Visionen und konkrete Lösungen. (..) Es braucht Reformkräfte, die offen
sind für gute Vorschläge jenseits ideologischer Schablonen und die von der
Zukunft mehr erwarten, als dass alles so bleibt, wie es ist." |
Jean-Martin Büttner zitiert im Tages-Anzeiger
vom 24.4.04 die Lausanner Soziologin Viviane Prats im Artikel "Sinnlos,
immer dieselben Kiffer zu verzeigen": "Je mehr man mit
Drogenproblemen zu tun habe, desto mehr wünsche man sich eine andere
Politik." Kommentar: Es rächt sich halt immer wieder, dass sich viele
Drogenfachleute nicht mit Politik befassen und hoffen, andere holten die
heissen Kastanien aus dem Feuer. Sie sehen auch die Drogenproblematik nur im
Bereich der illegalen Drogen und merken nicht, dass unsere tabak- und
alkoholgeschädigte Gesellschaft den Nährboden für die Nachfrage nach
illegalen Drogen darstellt und den Konsum "legitimiert". |
Daniel Bächtold in seinem Kommentar
"Publizieren, was passt" im Tages-Anzeiger vom 27.4.04 zur
Publikationspraxis der Pharmakonzerne, Hersteller von Antidepressiva:
"Die Publikationspraxis ist besonders verwerflich, weil der Profit
über die Gesundheit von jungen Menschen gestellt wird." Kommentar:
Sehr einverstanden. Nur lässt sich dasselbe von
vielen, auch angesehenen Presseerzeugnissen sagen, die den Profit über die
Gesundheit ihrer Leser stellen und nicht genug Lifestyle-Reklame für den
Alkoholmarkt bringen können, obwohl er ihnen an Inseraten gar nicht viel
bringt. Auch ihr bei Feierstunden selbst hochgelobte
Recherchier-Journalismus wagt es nicht, hinter die Kulissen zu schauen und
Klartext zu schreiben. |
"Überall
müssen im gemeinsamen Wirken aller Akteure - Bund, Länder und Kommunen
sowie Organisationen - krankmachende Faktoren reduziert und eine gesunde
Lebensweise gefördert werden", skizziert Ulla Schmidt,
deutsche Gesundheitsministerin, das Ziel bei der
Entwicklung eines neuen Präventionsgesetzes. (Pressemitteilung
vom 1.7.04 (Siehe auch Internationales)
********************
"Man
muss das Undenkbare denken".
Überschrift im grossen
Tages-Anzeiger Interview mit Bundesrat Hans-Rudolf Merz vom 7.7.04.
Kommentar: Der sollte unser Projekt in Betracht ziehen. Dann hätte
er bald weniger Sorgen . Siehe Leserbrief vom 7.7.04 (noch nicht
veröffentlicht) |
David Byrne,
EU-Kommissar für Gesundheit und Konsumentenschutz am 15.7.04 an der
EPC-Konferenz in Brüssel: "Gesundheit
erzeugt Wohlstand. Gute Gesundheit und wirtschaftliches Gedeihen gehen Hand
in Hand. Wird in die Gesundheit investiert, steigt die Lebenserwartung, was
wiederum das Bruttosozialprodukt anhebt."
ak |
In seinem
Grundlagenpapier zur Rede schreibt er: "Jeder Gesundheits-Euro, der sinnvoller ausgegeben wird,
könnte ein Gewinn für das individuelle Wohlbefinden wie für die
EU-Wettbewerbsfähigkeit darstellen." |
"Alkohol
ist das Thema, über das wir nicht sprechen, weil wir ihn trinken. Wir
trinken. Wir als Gesellschaft haben ihn so sehr akzeptiert, dass wir nicht
immer bereit sind, die Kehrseite zu sehen."
Frank Warren, Koordinator des Freitagnacht Live-Programms, das einen
alkoholfreien, jugendlichen Lifestyle ohne Drogenmissbrauch propagiert.
SAN
LUIS OBISPO, CA, USA Originalartikel,
engl. 21./23.7.04 (Quelle: Marin Institute News Digest)
|
"Der
Preis der Freiheit, zu rauchen, ist die Verantwortung, die daraus
entstehenden Kosten zu tragen. Die Herstellung von Kostenwahrheit ist in
einer Marktwirtschaft der Königsweg zur Reduktion schädlichen
Verhaltens." Pascal
Hollenstein in
NZZ
am Sonntag online, 25.7.04
Kommentar: Diesen Artikel sollten unsere
Politiker verinnerlichen. Dann wäre auch das Alkoholproblem bald
entschärft. |
"Glaubwürdig
als Reformkraft ist nur jene Partei, die auch die eigenen Pfründen in
Frage stellt und ihre Basis Veränderungen aussetzt. Für eine Politik der
Erneuerung ist dies der Lackmustest."
Matthias Baer im Tages-Anzeiger vom 11.8.04 in: Wer profiliert sich zuerst
als Reformpartei?
|
Nassim Taleb im
Tages-Anzeiger-Interview vom 24.9.04: "Erwarte den bösen schwarzen
Schwan!": "Wir Menschen sind nicht gerüstet, um mit den Risiken
moderner Gesellschaften umzugehen." Interviewer: "Welchen
Schluss ziehen Sie daraus?" Taleb: "Die wichtigste Lektion
könnte sein, dass wir Menschen belohnen und uns nicht über sie lustig
machen, wenn sie das Undenkbare denken." |
Auf die Interviewfrage "Wo
sehen Sie den grössten drogenpolitischen Handlungsbedarf" antwortete
Prof. Ambros Uchtenhagen im Tages-Anzeiger vom 11.8.04: "Das Bundesamt für Gesundheit hat ja kürzlich angekündigt, den
Kampf vermehrt auf Alkohol- und Tabaksucht auszurichten. Die grössten
Zuwachsraten gibt es nicht bei den Junkies, sondern beim
Durchschnittsbürger. Alkohol ist ein Riesenthema, etwa das Rauschtrinken
von Jugendlichen..."
Kommentar am 8.1.07: Statt dessen muss es die Sektionen Alkohol
und Tabak zusammenlegen, was wieder einer Schwächung gleichkommt. Die
Mittel wurden drastisch gekürzt. (Siehe dazu auf dieser Seite am
1.10.06) |
Aus
"Weiterlesen fördert die Gesundheit", einer an die Haushalte
(21.8.04) verteilten Broschüre der "Gesundheitsförderung Kanton
Zürich" mit vielen Tipps zu Bewegung, Ernährung, Entspannung:
"Seien Sie masslos. Beim Trinken von ungesüssten,
nicht-alkoholischen Getränken. Mindestens 2 Liter am Tag." /
"Sagen Sie ruhig mal Nein. An zwei Tagen pro Woche oder öfters zu
Alkohol." Kommentar: Gut gemeint und aufgemacht. Nur haben
leider aufklärende Prävention und Ratschläge von Behördenseite
praktisch keinen Einfluss auf das Verhalten von Alkoholkonsumenten. (d.h.
Alibiübung oder Vorbereitung wirksamer Massnahmen in 50? Jahren?) |
Thomas
Held, Direktor von Avenir Suisse im grossen Interview des Tages-Anzeigers
am 5.1.05: "Die Schweizer Politik
hat immer wieder bewiesen, dass sie fähig ist, in schwierigen Situationen
pragmatisch zu handeln. Irgendwann sagt man, jetzt reicht es mit der
Blockade, und startet durch." Kommentar: Hoffentlich hat er recht und diese Zeit kommt bei der
Alkoholfrage bald! Mindestens die Wirtschaft sollte endlich gemerkt haben,
dass Gesundheit Wohlstand bedeutet, auch für die Wirtschaft. Gemäss der
gleichentags veröffentlichten Studie von Georg Lutz und Thomas Votruba
stimmen die Stimmberechtigten meistens im Sinne der Wirtschaft. Die
Chancen wären also gut. |
Coop: "Wir
würden auch Cannabis verkaufen". Felix Wehrle,
Kommunikationschef von Coop im Tages-Anzeiger vom 2.11.04. Coop biete
alles an, was die Kundschaft wünsche und legal sei. Kommentar: Das ist die reine Horrorvision. Überrascht
sollte
man zwar nicht sein, ist doch Coop ohne moralische Skrupel bereits heute
einer der grössten Suchtmittelverkäufer in der Schweiz. Nur müsste
damit gerechnet werden, dass auch die Migros als Coop-Konkurrent
einsteigen würde, Denn Duttweiler hat damals über Cannabis
wahrscheinlich nichts gewusst und gesagt. Auch die andern Discounter
würden einsteigen, das Rennen um tiefste Preise wäre lanciert, wenn
nicht evtl. Gesetze einschränken würden. Es könnte sein, dass diese
Aussicht eine zukünftige Legalisierung der Droge Cannabis verhindern
wird. |
Aus
dem Tages-Anzeiger vom 26.11.04: "Er hat eine Generation welscher
Journalisten geprägt." (Die Rede ist von Roger de Diesbach, der als
Chefredaktor der "Liberté" in Freiburg zurücktritt.):
"...In dieser Zeit hat sich im Westschweizer Journalismus eine Art
De-Diesbach-Schule entwickelt, die sich gegen den Trend wehrt, Information
nach Marketingkriterien aufzubereiten. Kompromisslos beharrt Roger de
Diesbach auf einer strikten Trennung von Journalismus und Kommerz. Als
einer der "letzten Mohikaner" empört er sich noch, wenn sich
Verleger in ihrer wirtschaftlichen Not von Grossinserenten dazu bewegen
lassen, Werbung in immer unverschämteren Formen mitten in redaktionelle
Texte einzutopfen." Kommentar: Leider fehlt uns ein
solcher Robin Hood in der deutschschweizerischen Presse. Und ein Verlag,
der ihn machen liesse. Bitter nötig wären sie. |
Gemäss
Tages-Anzeiger vom 20.1.05 ist Beat Mühlemann vom Migros-Genossenschaftsbund zum Werber des Jahres 2005 erkoren worden. Wir
gratulieren. Zur Diskussion über Werbeverbote für Alkohol und Tabak sagt
er im Interview: "Ich bin gegen
Werbeverbote. Sie nützen nichts. Die Weichen werden im frühen
Kindesalter gestellt, Werbung hat da später nur noch wenig
Einfluss."
Kommentar:
Auch
ein Werber des Jahres sollte sich weiterbilden und nicht die Dogmen seiner
Branchenkollegen unbesehen übernehmen. Z.B. die neuste Untersuchung des
ISF, Institut für Suchtforschung, Zürich, erschienen dieses
Jahr: Werbeverbote wirken; sie bringen eine Reduktion des
Gesamtkonsums von 5 - 8%. Dadurch werden die Schäden vermindert. Darüber
hinaus verbessern sie das suchtmittelgeprägte Umfeld unserer Jugend, die
gesellschaftliche Wirklichkeit. Prävention wird so glaubhafter bei der
Jugend und damit hat sie verbesserte Chancen zu wirken. Dass Weichen (nicht alle) schon im frühen Kindesalter gestellt
werden, ist dagegen richtig. Untersuchungen in Amerika haben gezeigt, dass
Kinder die Alkoholwerbung besser verinnerlicht hatten als Erwachsene, weil
die Alkoholwerbung vor allem auf die Sendezeiten ausgerichtet ist, wenn
Kinder vor dem Kasten sitzen. Deshalb auch die verlangte Zulassung von
Alkoholwerbung auf Lokalsendern. Diese werden von Jugendlichen am meisten
geschätzt. |
Tages-Anzeiger vom
6.1.05: "Exzessiv leben bis zum Umfallen". Nach der Schilderung
des Risikoverhaltens der Jugendlichen und ihrer Befindlichkeit werden die
Zahlen der Sozialkosten erwähnt und gesundheitsfördernde Präventions-
massnahmen aufgeführt. Hier der letzte Abschnitt wörtlich:
"Gefordert ist aber auch die Politik: Solange kurzfristige
wirtschaftliche Überlegungen wichtiger sind als die Gesundheit der
Jugendlichen, drohen Präventionsbemühungen zum Kampf gegen Windmühlen
zu verkommen. Ohne Werbebeschränkungen und Preiserhöhungen, das zeigt
sich im Ausland, läuft nichts. Denn das Suchtverhalten der Jugend, sagt
Suchtforscher Ambros Uchtenhagen, sei "Spiegel der Gesellschaft und
kein Naturereignis". (Dazu soll eine Schrift herauskommen:
"Die Gesundheit der Jugendlichen als Spiegel der Gesellschaft"
(Uni Lausanne, Bern, Bellinzona und SFA)
Kommentar: Wir freuen uns
natürlich sehr, dass unsere Aussagen zu diesem Thema nun endlich auch von
der offiziellen Suchtforschung in der Schweiz vertreten werden. Siehe dazu
die auf der Homepage dargestellte Schrift der WHO von 1998 "Alkohol
und Massenmedien".
|
Die
Verarbeitung der Flutkatastrophe in Südasien bringt auch kritische
Artikel hervor. Z.B. im Tages-Anzeiger vom 8.1.05: "Almosen sind gut,
Entwicklung ist besser" von Marlène Schnieper, Genf. Zitat: "Das
Sterben im Kongo summiert sich alle 4 Monate zu einer Tsunami-Tragödie."
Oder von Christian Kortmann: "Tsunami oder Wie die
Wissensgesellschaft versagt". Zitat: "Diese schizophrene,
weil immer nur den gerade beleuchteten Teil der Wirklichkeit, nicht aber
ihre Nachtseite im Blick habende Sprachpraxis decouvriert den Mythos von
der Wissensgesellschaft: Bei aller Grossartigkeit unserer modernen
Informationsressourcen ignorieren wir weiterhin Dinge so lange, wie sie
uns nicht unmittelbar betreffen."
Kommentar: Auch wenn es fast
pietätlos anmutet, kann man auch tatsächlich sagen, dass die Alkoholnot
sich alle 4 Monate weltweit zu einer Tsunami-Tragödie summiert, die von
den meisten verdrängt wird, bis sie persönlich als Opfer betroffen sind.
Dazu einige Zahlen: (WHO Global Status Report on Alcohol, 1999)
Alkoholbedingte Todesfälle: 774'000 = 1,5%; alkoholbedingte Invalidität:
28,4 Mio. = 6%. Die Schweiz erleidet jährlich alkoholbedingte materielle
Sozialkosten von ca 2,5 Mia. Fr. Die Bevölkerung von Europa, Russland und
Nordamerika zählt etwa 1100 Mio. Menschen. Nimmt man pro unsere 7 Mio.
Menschen nur 1 Mia. Kosten und rechnet die hoch, ergibt sich theoretisch
ein jährlicher Schaden von 157 Mia. Fr. ohne die übrigen Gebiete. |
(15.02.2005) Der Chef von
Gastro-Zürich,
Ernst Bachmann, als Interviewpartner im "Kassensturz" von SF
DRS1 als er die Kalkulation der Weinpreise im Gastgewerbe verteidigte:
"Es
ist nicht unsere Aufgabe, mit tiefen Weinpreisen den Alkoholismus zu
fördern." (Aus dem Gedächtnis notiert. Siehe auch
unter Top-Aktuell und Projekt-Idee)
*******************
(12.04.2005) Tribüne-Artikel des
Tages-Anzeigers vom 12.4.05: Wie "positive" Studien noch
"positiver" werden. Peter Kleist leitet den Stabsbereich
Besondere Projekte beim Schweizerischen Heilmittelinstitut Swissmedic. Er
schreibt: "Werden die Resultate mehrfach publiziert,
überschätzen Leser den wahren Effekt". Kommentar: Wie uns das doch bekannt vorkommt! |
Bundesrat Merz an der
Jubiläumsfeier zum 80-jährigen Bestehen der Schweizer Werbung SW, Dachorganisation der kommerziellen Kommunikation
am 29.4.05 in Appenzell: Als Alternative gegen die zunehmende Verbotswelle empfiehlt Bundesrat Merz den Liberalismus. Und dabei meinte er nicht die parteipolitische Dogmatik, sondern die humane Philosophie, welche den selbstbestimmten, reifen Menschen ins Zentrum stellt, der Verantwortung für sich und seine Umwelt übernimmt.
 |
«Liberalismus bedeutet auch,» meinte Merz, «dass jeder Eingriff in die Privatsphäre des Menschen angemessen sein soll.» Und er folgerte daraus, dass Werbeverbote unter solchen Vorzeichen nicht zu rechtfertigen sind. «Unsere Gesellschaft wird lernen müssen, mehr Liberalismus zu leben und diesen von allen Formen des Missbrauchs abzugrenzen,» schloss Hans-Rudolf Merz seinen herzlich applaudierten Vortrag.
(SW-News
2.5.05)
|
Kommentar:
Suchtmittelwerbung ist ein unverhältnismässiger Eingriff in die
Privatsphäre des Menschen und vor allem in die des Kindes und der
Jugendlichen. Der reife Mensch, der für sich und seine Umwelt
Verantwortung übernimmt, verschont die Gesellschaft vor der schädlichen
Suchtmittelreklame. Auch liberale Freiheit hört dort auf, wo sie den
Mitmenschen Schaden zufügt. |
| Der Dalai Lama
im Tages-Anzeiger vom 2.8.05: Auf die Frage "Sind Sie
zuversichtlich für die Welt?" antwortet er:
"Grundsätzlich hoffnungsvoll. Aber das heisst nicht, dass gute
Dinge automatisch kommen. Nein. Wir müssen uns mehr anstrengen. Ich
denke, das Potenzial ist da, jetzt müssen wir uns anstrengen, es zu
realisieren." |
Bundespräsident
Samuel Schmid an der 1. Augustfeier 2005 auf dem Rütli:
"Eidgenossenschaft bedeutet auch, das Handeln am Wohl der Schwachen
zu messen."
Kommentar: Die Alkoholindustrie gehört offenbar
meistens zu den Schwachen.
|
"Das Podium war sich einig, dass Gottesdienste so
oder so politisch sind, denn "kirchliche Verkündigung muss sich
politisch äussern - sonst sind Gerechtigkeit, Solidarität und Bewahrung
der Schöpfung leere Worte", wie Willy Spieler zusammenfasste." In "forum", Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zürich
Nr. 21/2005, 9./16. Okt. 05, Seite 26: 15 Jahre politische
Abendgottesdienste - Gottesdienst ist immer politisch. |
|
(31.10.2005) In der Wirtschaftszeitung "Bilanz"
Nr. 18/05 schreibt Prof. Dr. med. Oswald Oelz, Chefarzt am Zürcher
Triemlispital: "Diagnose - Ein Notfall für sich: Das Problem der steigenden Gesundheitskosten wäre leicht zu lösen: Man bestrafe Raucher, Trinker und Fette, schule Ärztinnen zu Kosmetikerinnen um und stoppe die Forschung. Doch wollen wir das?"
In der Arenasendung von SF DRS1 vom 28.10.05 nahm Prof. Oelz darauf Bezug
und erklärte, dass 30 - 50% der Spitalpatienten an
"selbstverschuldeten" Zivilisationskrankheiten leiden.
|
Kommentar:
Der obere Wert ist der wahrscheinlich zutreffendere,
wenn man die Zahlen der WHO über die weltweit häufigsten Todesursachen
in Betracht zieht. (Übergewicht, Tabak, Alkohol) Prof. Oelz schüttet
das Kind aber gleich provozierend mit dem Bade aus. Die
Zivilisationskrankheiten mit Hilfe des Verursacherprinzips zu reduzieren
würde sicher auch von den erfolgreichen Direktbetroffenen im Nachhinein
mit Dankbarkeit begrüsst. Für die Gesellschaft ist es das am meisten
erfolgversprechende Mittel, die uns alle belastenden Schäden und
grosses Leid zu vermindern. Unsere Projekt-Idee drängt sich als
Lösungsweg geradezu auf.
(Briefe an.... Arena-Frontteilnehmer) |
(23.11.2005)
Chris Martin, Sänger der englischen Top-Band Coldplay
im
Migros-Magazin
vom 22.11.05: "Politiker verändern Dinge erst, wenn sie das Gefühl haben,
dass alle darüber reden."
|
|
Bundesrat
Blocher im Tages-Anzeiger vom 3.12.05: "Journalisten müssen
schreiben, was ist!"
"Politiker neigen dazu - genauso wie alle Menschen
-, die Dinge zu beschönigen. Journalisten müssen die Wirklichkeit
darstellen. Das kann subversiv und gefährlich sein, ist aber wichtig
für Bürgerinnen und Bürger."
(Rede von Christoph Blocher anlässlich
der Lokaljournalistenpreise der "Berner Zeitung" und der
"Swiss Press Photo" Preise der Espace Media am 2.12.05 im
Landesmuseum in
Zürich.)

|
Kommentar: Bundesrat
Blocher's Rede strotzt nur so von hehren Wünschen an die Zunft der
Journalisten. Doch vergisst er zu sagen, dass die Verleger nur abdrucken
lassen, was in ihr Konzept passt. Die Schere der Selbstzensur wirkt
schon zum voraus derart mässigend, dass wir Bürgerinnen und Bürger
die Wahrheit in der Alkoholfrage nicht zu lesen bekommen. Liegt es wohl
daran, dass u.a. die SVP beim Alkoholproblem noch immer so
wirklichkeitsfremd politisiert? |
(08.12.2005)
Aus der Replik von Jean-Martin Büttner im Tages-Anzeiger vom 8.12.05
auf die Rede Christoph Blochers an die Journalisten:
"Wirklichkeit ist eine Funktion der Macht"
..."Wirklichkeit
für einen Journalisten ist zum Beispiel, was sein Verlag als
Wirklichkeit definiert haben möchte. ... Schreiben was ist? Schreiben
was sein darf."
Kommentar: Ein namhafter Insider bestätigt
unsere Meinung, die auch im Leserbrief vom
3.12.05 zum Ausdruck kommt.
PS Und in unserer Beschwerde an den Schweizer Presserat. ("Briefe
an ...") |
|
(10.01.2006)
Marcel Hänggi, Wissenschaftsredaktor bei der WOZ, im Tages-Anzeiger vom
10.1.06 unter dem Titel "Der Preis der privaten Finanzierung:
"Die Nähe (von Wirtschaft und Wissenschaft)
schafft Interessenkonflikte. Das Ethos des Forschers und das Ethos des
Unternehmers sind nicht vereinbar. Eine klinische Studie über ein
Medikament fällt mit deutlich grösserer Wahrscheinlichkeit zu Gunsten
dieses Medikaments aus, wenn die Studie von der Pharmaindustrie
gesponsert ist, als wenn sie neutral finanziert wird, selbst dann, wenn
der Sponsor den Forschern völlig freie Hand lässt.
"Die öffentliche Hand muss dafür sorgen, dass
gesellschaftlich wichtige, aber kommerziell uninteressante oder gar die
Interessen der Industrie tangierende Forschung ausreichend finanziert
wird - ..." Kommentar: Das gleiche Problem kennen wir bei den Medien.
Die Folgen tragen wir schon lange. |
(21.01.2006)
Prof. Dr. Roger Blum, Direktor des Instituts für Kommunikations- und
Medienwissenschaft an der Uni Bern im Tages-Anzeiger vom 21.1.06:
"Der manchmal notwendige 'Landesverrat'":
"Der schweizerische berufsethische Kodex steht genau aus diesem
Grund bei der Frage, was öffentlich werden soll, der Rechtsordnung in
gewissen Punkten klar entgegen: - Er beharrt auf der Priorität der
Öffentlichkeit ("Die Verantwortlichkeit der Journalistinnen und
Journalisten gegenüber der Öffentlichkeit hat den Vorrang vor jeder
anderen, insbesondere vor ihrer Verantwortlichkeit gegenüber ihren
Arbeitgebern und gegenüber staatlichen Organen")
Kommentar: Wieder der berufsethische Kodex der
Journalisten. Nur wagen sie es kaum, in der Alkoholfrage gegen ihre
Arbeitgeber anzutreten.
(siehe auch 3.12. und 8.12.05)
|
(26.01.2006)
Aus: Ein Kannibale und drei Konzerne". Beim Anti-WEF-Forum Public
Eye wurden die drei übelsten Konzerne 2006 geehrt. Und gegen Moral
argumentiert. (Tages-Anzeiger, 26.01.06)
Zitiert wird Gret Haller in ihrem Eröffnungsreferat
u.a.: "Nur griffige Gesetze hielten Menschen wie Konzerne in den
Schranken. Absichtserklärungen seien schön, aber sobald sie dazu da
seien, klare Regeln durch Freiwilligkeit zu ersetzen, seien sie
gefährlich.
Kommentar: Siehe dazu die freiwilligen
Werbeeinschränkungen der Alkoholindustrie.
|
|
(24.02.2006)
"Politiker sprechen von Gewissen - handeln aber nicht nur
danach"
Überschrift eines Artikels im
Tages-Anzeiger vom 18.2.06 von Michael Meier über "Ethik 2006.
Ethikbilanz in der Schweizer Politik. NZZ Libro, Zürich 2006, Hrsg.:
Lassalle-Institut. 3700 Personen waren angeschrieben worden, 800 antworteten.
"Überall wird der ethische Handlungsbedarf als hoch taxiert - vor
allem im Bildungs- und Gesundheitswesen und bei den Finanzen."
"Die grosse Mehrheit der befragten Politiker ist der Meinung, nicht
eine äussere Instanz, wie etwa die Kirchen, gebe ethisch den Ton an -
die Verantwortung liege vielmehr bei jedem Einzelnen und dessen
Gewissen." Fortsetzung
|
"Schliesslich
nennen die Politiker als Referenzpunkt ihrer persönlichen Ethik neben
dem Gewissen fast ebenso oft die "Verantwortung für Erde und
Kosmos " und "humanistische Prinzipien." "Auffallend
ist, dass rechte Politiker ihr Ethikverständnis stärker auch auf
Gesetze, Normen und gültige Verhaltensweisen stützen als linke."
Kommentar: Ist wohl die Interpretation gestattet,
dass sich in der Alkoholfrage rechte Politiker offenbar gern auf die
Gesetze, die sie selbst gemacht haben, stützen, auf Normen und
Verhaltensweisen, die sie nicht hinterfragen können oder wollen, weil sie
mit "König" Alkohol vernetzt oder ihm untertan sind? Das nennen
sie dann politische Entscheide. Ihren Amtseid, dem Volkswohl zu dienen,
nehmen sie dann aber doch nicht so ernst.
|
(29.03.2006)
Im Tages-Anzeiger vom 29.3.06: "Zugespitzt": "Wie man
Sucht bewirtschaftet" von Hans-Peter Bieri:
"Der Staat holt Geld, wo die öffentlichen Kosten
am kleinsten, und verzichtet auf Geld, wo sie am grössten sind."
(Er
vergleicht Glückspiel mit Alkohol, Tabak und andern Drogen.)
Kommentar: Wenn der Autor aber schreibt
"Suchtbewirtschaftung nach dem Zufallsprinzip", muss doch
klargestellt werden, dass die Besteuerung oder Nicht-Besteuerung der
alkoholischen Getränke absolut nicht dem Zufallsprinzip unterliegt,
sondern sehr genau gezielt den Interessen gewisser Kreise dient. Letztes
Beispiel: Die Biersteuer. Ausnahme: Die Alcopopsteuer (immer noch zu
tief, Mindestpreise fehlen, wie sie beim Tabak jetzt kommen sollen; sie
betrifft nur die Jungen, die sich nicht wehren können.) |
|
(02.03.2006)
"Brot für alle und das Fastenopfer" haben ihre Agenda 2006
herausgegeben. Thema: "Wir glauben,
Menschenrechte fordern Einsatz."
Kommentar: Auch in der Alkoholfrage spielen
Menschenrechte eine wesentliche Rolle: Z.B. die Rechte der Kinder in
einer alkoholbehinderten Familie auf Lebenschancen. Deshalb hier einige
Zitate aus der Agenda:
"Sind die Rechte eines Menschen bedroht, werden die
Rechte aller gemindert." (John F. Kennedy,
1917-1963, ehem. Präsident der USA)
Fortsetzung |
"Gesundheit
sollten wir uns nicht nur wünschen, sondern als Recht erkämpfen."
(Kofi Annan, *1938, UNO-Generalsekretär)
"Wer das Übel akzeptiert, ohne dagegen zu
protestieren, verbindet sich in Wirklichkeit mit ihm."
(Martin
Luther King, 1925-1968, amerikanischer Bürgerrechtler)
"Wählt die, denen ihr vertrauen könnt." Man
könnte auch sagen: "An ihren Taten könnt ihr sie erkennen."
- Nutzen wir die Möglichkeiten, die wir mehrmals im Jahr haben, um
diejenigen zu wählen, die für mehr Menschlichkeit und eine gerechtere
Schweiz einstehen? Die Botschaft gilt auch für uns: "Wählt die,
denen ihr Vertrauen könnt, und messt sie an ihren Taten."
(dö)
|
(11.04.2006) Aus dem Interview mit dem
EU-Abgeordneten Martin Schulz im Tages-Anzeiger am 11.4.06: "Europa
hat zu passiv zugeschaut"
Frage: "Ist Berlusconi ein rein
italienisches Phänomen?" Antwort Schulz: "Nein, die
Kombination von politischer Macht und medialer Macht ist ein Phänomen,
das über Italien hinausweist. Die Medien spielen heute in der
Öffentlichkeit eine quasi konstitutionelle Rolle. Sie sind die vierte
Macht im Staat. Wir müssen deshalb darüber nachdenken, wie die
Trennung von politischer und medialer Macht zu organisieren ist. "
Fortsetzung

|
|
(12.05.2006) Bundesrat Ch. Blocher
bei der Mitgliederversammlung des Verbandes Schweizer Werbung am 21.4.06:
a) "Der Markt ist gnadenlos und kennt keine
Moral."
b) "Sowohl die Marktwirtschaft wie auch die Demokratie setzen
Gedankenfreiheit, Meinungsfreiheit, Rede- und Pressefreiheit sowie
Freiheit für die Werbung voraus." (Quelle:
Schweizer Werbung SW - Aktuell - Newsartikel)
Kommentar: a) Gerade deshalb muss die
Politik Priorität vor der Wirtschaft haben. Und dort, wo letztere dem
Volk schadet, muss die Politik Grenzen setzen. b) Freiheit für die Werbung ist in der Demokratie kein Grundrecht. Die
andern Freiheiten werden dagegen von der Wirtschaft sehr willkürlich,
d.h. den eigenen Zwecken dienend gehandhabt. Sie werden eingefordert
aber andern nicht gewährt. |
(16.05.2006)
Erwin Haas im heutigen Tages-Anzeiger unter "Gewalt in den
Stadien": "Lieber Ethik als Fussball":
"Die Hooligans nähren ihre Aggressivität aus
einer hochexplosiven Mischung. Treibstoff liefern die Beigeisterung für
den Sport, die Identifikation mit der eigenen Mannschaft, die Energie
der "erlebnisorientierten" Matchbesucher (...) - aber auch der
Alkohol. Gelegenheitszuschauer stellen mit Erstaunen fest, dass man
keine Rivella-Petflasche ins Stadion mitnehmen darf, weil sie als
Wurfgeschoss dienen könnte. Bier in Plastikbechern fliesst aber in
Strömen, obwohl es gereizte Fans dazu anregt, ganze Stühle auf den
Rasen zu schmeissen. Ein Alkoholverbot in den
Stadien ist ein Muss."
|
Frage: "Ist das ein
Plädoyer für eine stärkere staatliche Kontrolle der Medien?" Antwort
Schulz: "... Und es braucht gesetzliche Regelungen über die
Trennung von medienpolitischen Einflüssen von Politikern sowie von
politischen Einflüssen von Medienunternehmern."
Kommentar: Ausgerechnet der Tages-Anzeiger
liefert in der gleichen Nummer ein treffendes Beispiel zur obigen
Aussage: Unter dem Titel "Neuer Anlauf ohne die
Cannabis-Frage" berichtet er über die Sitzung der
nationalrätlichen Kommission für Soziale Sicherheit und Gesundheit.
Dass diese auch zuhanden der Wirtschaftskommission des Nationalrates
(WAK-N) eine Empfehlung für eine substantiell höhere Biersteuer
ausgesprochen hat, wird unterschlagen. Wir berichteten am
10.4.06
unter Aktuell darüber. |
|
(09.06.2006)
Thomas Daum, seit 1.6.06 neuer Direktor des Schweizerischen
Arbeitgeberverbandes im Interview in der COOPZEITUNG Nr. 9 vom 1.3.06:
"Und auch als Liberaler kann und muss man soziale
Verantwortung tragen." |
(24.07.2006) Bundespräsident Moritz
Leuenberger im Tages-Anzeiger-Interview "Das Glück lässt sich nicht
halten" am 24.7.06:
Frage: Soll
denn der Staat den Menschen vorgeben, worin ihr Glück zu bestehen habe?
Antwort: Er
tut es jedenfalls: Er setzt Grenzen, etwa bei Menschen, die ihr
individuelles Glück mit harten Drogen wie LSD suchen. Hier sagt der Staat:
Du darfst dich nicht auf Kosten eines kurzen Glücks langfristig kaputt
machen. Wir schützen dich vor dir selber, aber auch die Allgemeinheit,
die sonst deine Gesundheitskosten bezahlen muss.
Kommentar: Beim Alkohol, der ein Mehrfaches an Leid und Kosten für
die Allgemeinheit bringt, ist der Staat immer noch viel nachsichtiger. |
(30.09.2006) Tages-Anzeiger, 28.09.2006: "Ein erfrischend direkter
Wissenschaftler". Berichtet wird über Heinz Wanner, Schweizer
Klimaforscher von Weltruf. Er erhielt eben den inoffiziellen
Nobelpreis für Geografie, den "Vautrin Lud". Martin Läubli schreibt
über ihn u.a.: "Wanner sieht sich nicht nur als Lieferant von
Forschungsresultaten. Wissenschaftler müssten "auf die Politiker
losgelassen werden". Mehrmals haben er und weitere Kollegen
Bundesräte instruiert, Parlamentarier aufgeklärt, wieso sie mehr für
den Klimaschutz tun sollten. "Den Einzelnen kann man rasch
überzeugen, aber im parlamentarischen Prozess läuft alles wieder
anders."" |
|
(01.10.2006)
Thomas Zeltner, BAG-Direktor, im
Interview in der SonntagsZeitung vom 24.09.06:
Für Prävention ist immer weniger
Geld vorhanden. Wie wollen Sie da noch erfolgreich wirken?
"Es stimmt, wir mussten
Aktivitäten einstellen, für die Alkoholprävention haben wir
praktisch kein Geld mehr. (Siehe bei Top Aktuell)
und auf dieser Seite am 11.8.04
|
(21.10.2006) Umfassendes
Tabak- und Alkohol-Werbeverbot gefordert. Die Schweiz soll die Steuern
auf Alkohol und Tabak erhöhen und die Werbung dafür verbieten, rät ihr
ein Expertenbericht von WHO und OECD, der einen bunten Strauss von
Reformideen präsentiert. Überschrift in "20 Minuten" am
19.10.06. Siehe auch unsere Meldungen unter
Aktuell am 18. und 20. Okt. 06. |
(26.10.2006)
Hans-Peter Bieri in einer Tages-Anzeiger Glosse "Zugespitzt" am
25.10.06 im Zusammenhang mit Warnungen vor Radarfallen:
"Prävention versperrt den Himmel. -
Für die SVP sind die Warnungen nicht nur kein Problem, sondern legitime
zivile Selbstverteidigung - mit geradezu segensreichen Auswirkungen.
Ohnehin ist jeder Batzen, den man dem Moloch Staat entreisst, sein
Gewicht in Gold wert.
Fortsetzung
 |
(21.10.2006) Der Tages-Anzeiger schliesst eine 6-teilige
Serie über Jugendgewalt ab. Unter dem Titel "Jugendgewalt ist Chefsache"
(von Claudia Imfeld und Stefan Hohler) werden einige bemerkenswerte
Feststellungen getroffen. Leider werden online nur die
Statistiktabellen gezeigt. Im Schlussabschnitt heisst es:
"Neben der klassischen Prävention braucht es auch jene, die viele nur
indirekt mit Jugendkriminalität oder Jugendgewalt in Verbindung bringen,
die aber bei den wirklichen Ursachen ansetzt. Dazu gehört die
Drogenaufklärung: Denn wenn Jugendliche dreinschlagen, sind sie oft
betrunken oder stehen unter anderen Drogen."
Und das Artikelende: 
|
"Aber die Regierung muss sich
auch dann für ihr neues Schwerpunktthema einsetzen, wenn es nicht
offensichtlich die Aufschrift "Jugendkriminalität" trägt. Sie muss dies
auch tun gegen den Widerstand derer, die sich mit kostenintensiver
Prävention schwerer tun als mit Repression - und noch schwerer damit,
die äusseren Umstände zu ändern. Diese Umstände sind es, die die
Kriminalität begünstigen - auch bei Jugendlichen. Jugendkriminalität ist
das Spiegelbild unserer Gesellschaft." Kommentar: Der letzte
Satz müsste wohl heissen: "Die Jugend ist das Spiegelbild unserer
Gesellschaft." Dass Drogenaufklärung normalerweise nichts bringt, sollte
auch bekannt sein. Es geht effektiv um die Änderung der äusseren
Umstände, des Umfeldes, unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit. Das ist
Politik. |
Und er ist noch wertvoller, weil er im Umlauf bleibt:
Der Besitzer wird ihn verkonsumieren - und Umsatz und Gewinne der KMU
erhöhen. Oder er wird ihn investieren - und nochmals Umsatz und Gewinne
der KMU steigern. Oder er wird ihn aufs Sparkonto legen - und erneut
durch billige Kredite Umsatz und Gewinne der KMU maximieren. (Das ist
Ihnen zu einseitig? Aber wofür soll sich die SVP denn sonst einsetzen?)"
Kommentar: Die Frage kann klar beantwortet
werden: Für eine wirksame Besteuerung alkoholischer Getränke, wie sie
z.B. in unserer Projekt-Idee skizziert wird. Dann erreicht die SVP genau
die gleichen KMU-positiven Auswirkungen wie oben beschrieben. ob wohl
Herr Bieri bei uns abgeschrieben hat? |
|
(4.12.2006) Christine Davatz, Vizedirektorin des
Schweizerischen Gewerbeverbandes im Interview der Neuen Zürcher
Zeitung am 2./3.12.2006:a) Frage: Worüber ärgern Sie sich
immer wieder im beruflichen Alltag?
Antwort: Über jene, die vorgeben, eine Sache zu vertreten,
aber nur den persönlichen Vorteil suchen. Manchmal sage ich es
ihnen.
b) Frage: Was stört Sie am meisten als Staatsbürgerin?
Antwort: Zwei Dinge: der mangelnde Nationalstolz der
Schweizerinnen und Schweizer und der fehlende Mut, Missstände
energisch und konsequent anzugehen.
Kommentar: Da fällt einem doch gleich der Gewerbeverband ein. |
(23.12.2006) Michel Graf,
Direktor der SFA, Schweiz. Fachstelle für Alkohol- und andere
Drogenprobleme in Lausanne im Interview der Neuen Zürcher Zeitung, am
23.12.06:
Frage: Worüber ärgern Sie sich immer wieder im beruflichen Alltag?
Antwort:
"Die
Präventionsarbeit wird von Politikerinnen und Politikern weder wirklich
verstanden noch geschätzt. Wir müssen deshalb ständig darum kämpfen,
dass unsere Anliegen berücksichtigt werden."
Kommentar: Beizufügen wäre noch: Diese sind damit
für Milliardenschäden und unsägliches Leid in hohem Masse
mitverantwortlich, die das Volk seit Jahrzehnten zu tragen hat. |
(14.02.2007) Jürgen Margraf, Basler Professor
für Klinische Psychologie und Psychotherapie in einem Artikel der
Neuen Zürcher Zeitung am 14.2.07:
"Wissen ist die beste Grundlage der Prävention"
Kommentar: Bei der Alkoholprävention ist das
nicht anders. Die Frage ist nur, welche Prävention wird angestrebt und
entsprechend mit Wissensvermittlung vorbereitet. Da Politiker und Medien
sich offensichtlich weigern, sich mit dieser Frage - trotz klarer
wissenschaftlicher Grundlagen - auseinanderzusetzen, kommen wir nicht
weiter, können die Schäden nicht vermindert werden.
|
|
(23.02.2007) Zu den Unterlagen der Aktion "Brot
für alle" und "Fastenopfer" gehört die AGENDA 2007. Sie trägt den
Titel "Wir glauben. Arbeit muss menschenwürdig sein."
Der erste Slogan ist ein Zitat von Johannes Rau,
ehem. Deutscher Bundespräsident:
"Wo Menschenwürde berührt ist, zählen keine wirtschaftlichen
Argumente."
Kommentar: Schön wär's. Die Hälfte des bei uns
konsumierten Alkohols wird von Abhängigen und starken Trinkern
konsumiert, bei deren Konsum die Menschenwürde sehr oft verloren
wird. Die Gewinnerin ist die Alkoholindustrie, die ohne diesen
Alkoholmissbrauch kaum leben könnte. Auch bei den Politikern zählen
oft nur die wirtschaftlichen Argumente. Sie nennen das dann einen
politischen Entscheid.
Schon das zweite Zitat zeigt die Ahnungslosigkeit der
Herausgeber:
Fortsetzung
|
"Wer Wein verdient, soll
nicht Wasser bekommen." (Sprichwort aus Ghana)Kommentar: Das weckt
Erinnerungen an die biblische Hochzeit zu Kanaa. Aber auch der Wein kann
zum Verlust der Menschenwürde führen. In Südafrika war - und ist z. Teil
vielleicht immer noch - das sogen. Tot-System üblich: Arbeiter im
Rebberg erhielten einen Teil des Lohns täglich in Naturalien, d.h. als
Wein. Sie lehnten sich in ihrer Alkohol-Abhängigkeit nicht gegen die
teils unmenschlichen Arbeitsbedingungen oder gegen das Apartheid-Regime
auf. Vielleicht ist der Satz auch nur einem Übersetzungsfehler wie die
vielen "Wein-Stellen" in der Bibel zum Opfer gefallen. Dort wird alles
mit Wein übersetzt, auch wenn es sich um frischen Saft, getrocknete
Weinbeeren, Beerenmus, vergorenen oder unvergorenen Saft handelt. Es
gibt auch Ausdrücke im Urtext, die beide Bedeutungen haben können,
vergoren und unvergoren. Welche Bibelübersetzung räumt mit dieser
historischen Lüge einmal auf? Das wäre wichtige Prävention.
Der Wein wird zu etwas sehr gutem hochstilisiert, dabei ist gerade
Wasser das höchste Gut im trockenen Afrika. Der Alkoholkonsum in
Entwicklungsländern, gefördert durch die Alkoholmultis, macht einen
nicht unbedeutenden Teil unserer Entwicklungshilfe zunichte. Das sollten
auch unsere Entwicklungsorganisationen endlich zur Kenntnis nehmen. |
(14.03.2007) Dieter Imboden in einem Essay auf der Onlineplattform "ETH
Life": Der gute Wissenschaftler sei ein Anarchist des Geistes, er
akzeptiere keine Macht, die auf Strukturen basiere, die vom Staat, von
der Wissenschaft, der Kirche oder der eigenen Hochschule geschaffen
worden sei.
Kommentar: Offenbar hat er auch keine moralischen Bedenken. Z.B.
sich von interessierten Kreisen finanzieren zu lassen. (?) |
|
(29.03.2007) Interview in der Coopzeitung
vom 27.3.07 mit WWF-CEO Hans-Peter Fricker:
Frage des Coopzeitungs-Redaktors Daniel Sägesser:
Coop verkauft auch Benzin und Heizöl und fördert damit indirekt den
CO2-Aussstoss. Hat der WWF da keine Skrupel?
Antwort des WWF-CEO Hans-Peter Fricker: Uns
ist wichtig, dass bei der Zusammenarbeit unter dem Strich möglichst
viel für Umwelt und Gesundheit herausschaut. Natürlich begrüssen wir
aber den Verkauf von Heizöl und Benzin nicht. Unglaubwürdig wäre
Coop, wenn sie den Verkauf speziell fördern würde.
Kommentar: Coop fördert (mindestens bisher den
Verkauf mittels Bons. Z.B. 3 Rp. Rabatt pro Liter . Die Rechte weiss
nicht, was die Linke tut? Uns interessierte allerdings mehr, ob Coop
in Anbetracht der 6.5 Mia. Franken Alkoholschäden in der Schweiz
nicht auch wenigstens auf die speziellen
Alkohol-Verkaufs-Förderaktionen verzichten könnte?
(siehe Leserbrief dazu) |
(13.04.2007)
Myrta Schläpfer, zitiert vom Tages-Anzeiger, 13.4.07, im Artikel: Das
Tessin reagiert gelassen auf das Rauchverbot: "Weshalb verbietet
das Tessin eigentlich nicht den Alkohol? Raucher werden ja schliesslich
nicht ausfällig, und sie fahren auch keine Leute um, Süffel hingegen
schon." Kommentar:
Wäre Alkohol heute eine neue Erfindung, würde ihre Frage
wahrscheinlich positiv beantwortet. Da sich die Bevölkerungsmehrheit
trotz oder wegen keinem oder mässigem Konsum nicht mitverantwortlich
fühlt, ist es nicht einmal möglich, die Schäden auf ein erträgliches
Mass zu reduzieren. Die Dummen sind sie trotzdem selber. Sie können
einem Alkoholisierten zum Opfer fallen und sie zahlen jährlich über Fr.
800.-- pro Kopf (immaterielle Schäden inklusiv) (Schweiz) an die
Schäden. Hauptschuldige sind natürlich die Alkoholbranche mit ihren
Werbern, Medien, Politikern und weiteren Kreisen, die vom Leid anderer
profitieren, sei es aktiv oder durch passives Wegschauen und tolerieren.
|
(25.04.2007) Tages-Anzeiger-Artikel von
Jürg Schmid über die Arbeit des Jugenddienstes der Stadtpolizei
Winterthur: "Mädchen prügeln wie Knaben":
"Und weshalb kommt es zu Delikten? (.. Überforderte ausländische
Eltern) ..Und zunehmend spielten Alkohol (Rauschtrinken) und
Drogen sowie starker Gruppendruck bei Mädchen und Knaben eine grosse
Rolle." |
|
(14.05.2007) Tages-Anzeiger-Interview mit dem neuen
Tamedia-Verleger Pietro Supino am 4.5.07:
Frage:
Funktioniert ein Medienhaus wie jedes börsenkotierte Unternehmen?
Pietro Supino: Die Medienbranche hat, wie
andere Branchen auch, ihre grossen Besonderheiten. Tamedia stellt
Plattformen für den öffentlichen Diskurs zur Verfügung. Diese
Plattformen sind unverzichtbar für das Funktionieren und die
Fortentwicklung unserer freien Gesellschaft. Verleger und
Journalisten nehmen die Funktion der vierten Gewalt wahr, indem wir
einflussreiche Institutionen und Personen beobachten. Und damit
exponieren wir auch Personen und Organisationen in der
Öffentlichkeit. Das macht unsere Arbeit interessant und bringt
gleichzeitig eine ganz besondere Verantwortung mit sich.
(usw.) Fortsetzung
 |
Kommentar: Er hat noch
weitere, ähnlich unschuldig tönende Sätze geäussert. Wir werden
versuchen, ihm unsere Beschwerde beim Presserat zur Kenntnis zu bringen.
Denn gerade dieser von ihm erwähnte öffentliche Diskurs wird vom
Tages-Anzeiger beim Thema Alkohol auf Sparflamme gehalten. Und von
eigener lösungsorientierter Recherche findet sich keine Spur. Er will
Mittel für Recherchen bereitstellen. Ob auch fürs Thema Alkoholproblem? |
(07.06.07) Benedikt Weibel,
Chef-Delegierter des Bundesrates für die EURO 2008 im
Tages-Anzeiger-Interview vom 7.6.07: "Wir gelten als relativ kalte
Krämerseelen":
Frage: "Bei Gewalt ist oft auch Alkohol ein
grosses Problem. In den Stadien herrscht an der Euro 08 ein
Alkoholverbot, aber davor können sich die Fans betrinken. Nehmen Sie das
einfach so hin?"
Benedikt Weibel: "Ich weiss hier keine Antwort
auf das Problem. In bestimmten Fangruppen ist der Alkohol ein derart
bestimmendes Moment, da habe ich gar keine Hoffnung, dass man das
korrigieren kann. An gut gemeinte Appelle glaube ich nicht."
Kommentar: Ich auch nicht. Wie wär's, wenn die guten Beispiele
von Rom und Portugal beachtet würden?
Oder wenn den Alkoholverkäufern schon vorher klar gemacht würde, dass
man sie für alle Schäden und Ermittlungskosten haftbar machen werde und
sie die Lizenz verlören, wenn sie nicht freiwillig auf den Verkauf in
der fraglichen Zeit verzichten würden? Oder wie wär's mit einem
einfachen Blastest bei der Eingangskontrolle? Wer anspricht, verliert
sein Ticket. Die Tickets gelangen sofort in den Verkauf und decken die
Kontrollkosten. |
|
(16/17.06.2007) Michael Agoras,
Managing Director von Adecco Schweiz im Interview bei
NZZexecutive:
"Ich bin stolz, dass ich in meiner Jugend alles ausprobiert habe-
und nicht auf die schiefe Bahn geraten bin."
Kommentar: Für Aussenstehende ist es schwierig
abzuschätzen, wie stark sein eigenes Verdienst dafür zählt.
Vielleicht wäre es etwas bescheidener von ihm zu sagen, er danke
Gott für den guten Ausgang. Denn viele der heutigen Rauschtrinker
werden es nicht schaffen. Und wie heute in der NZZ am Sonntag steht,
werden noch die Enkel darunter zu leiden haben. Ob die dann auch
stolz auf ihren Grossvater sein werden? |
(03.07.07) Jean-Martin
Büttner im Tages-Anzeiger: "Der Rausch auf dem Felde". Ein Bericht mit
neuen Tönen. "Wer
sich also über das Alkoholproblem junger Rauschtrinker empört, sollte
sich erst mal den Widerspruch zwischen Markt und Gesundheit eingestehen.
Und dann versuchen, den unsteten Gestalten auf dem Gelände diesen
Widerspruch zu erklären."
"Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn die
Alkoholindustrie der einzige Dealer auf dem Platz wäre."
Fortsetzung
|
Kommentar:
Man kann für unser Land nur hoffen, dass dies eine Trendwende und
keine Eintagsfliege beim Tages-Anzeiger ist. Im ersten Zitat wird
seit langem erstmals die gesellschaftliche Relevanz des
Alkoholproblems angedeutet. Und gezeigt, wie unglaubwürdig und damit
erfolglos die heutige Erwachsenenwelt ist, wenn sie
Alkoholprävention für Jugendliche betreibt. (Siehe
Zitat auf der Homepage zuoberst.) Im zweiten Zitat nimmt der
Autor Bezug auf den Hasch-Konsum am Open Air, der die Konsumenten
beruhigt. Dabei nennt er die Alkoholindustrie "Dealer". Wo hat man
schon je so was gelesen, wo sich sogar Gesundheits-Fachleute aus
taktischen Gründen kaum getrauen, Alkohol als Droge zu bezeichnen,
aus Angst, man könnte Leute vor den Kopf stossen! Dem Autor gebührt
grossen Dank und Anerkennung. |
|
(08.07.2007) Rolf Weilenmann, Leiter des Jugenddienstes
der Kantonspolizei Zürich, im Interview mit dem Tages-Anzeiger,
7.7.07 mit dem fetten Titel: "Der Alkohol ist das grösste Problem
der Jugendlichen": (Leider nicht online)
"Meiner Meinung nach ist der Alkohol das Hauptproblem der
Jugendlichen - aber auch hier lautet meine Devise: Vorsicht vor
Pauschalurteilen. Die Jugend ist das Spiegelbild der
Erwachsenenwelt, denn sie kopiert diese. Man sollte vielleicht auch
nachfragen, was mit der Gesellschaft eigentlich nicht stimmt, bevor
man die auffälligen Jugendlichen pauschal verurteilt."
Fortsetzung
|
Kommentar: Nun hat der
Tages-Anzeiger die Wende wahrscheinlich endgültig vollzogen. Nach dem
starken Artikel von J.-M. Büttner "Der Rausch auf dem Felde" vom 3.7.07
und unserem veröffentlichten Leserbrief kommt nun der dritte Artikel mit
klarem Bezug auf das Alkoholproblem der Jugendlichen und die
Verantwortung der Gesellschaft, wie wir das seit langem stipuliert
haben. Jetzt hätten die Politiker vor den Wahlen Gelegenheit, den Ball
aufzunehmen und zu ihrem Standpunkt zu stehen. Die meisten werden das
heisse Eisen aber wie bisher nicht anfassen, dabei wären hier Lorbeeren
zu gewinnen. (Allerdings mit hohem Risiko!) |
(14.08.2007) Leserbrief
in der Neuen Zürcher Zeitung am 14.8.07:
Christian Müller, Feldbrunnen, schreibt u.a. unter dem
Titel "Was es für guten Journalismus braucht":
"Als ehemaliger Journalist, Chefredaktor und
heutiger Verlagsmanager habe ich da allerdings eine
andere Sicht: Ob guter Journalismus überlebt oder sogar
eine Zukunft hat, hängt weniger von den Journalisten und
ihrer Ausbildung ab als von der Frage, ob es - um an ein
Bonmot von Gerd Bucerius anzuknüpfen - in Zukunft noch
Verleger gibt, die sich auch für Inhalte interessieren
und die ihren Journalisten zwischen den Inseraten
ausreichend Platz und geistigen Freiraum gewähren." |
|
(30.10.2007) Bundespräsidentin Calmy-Rey forderte
am Verleger-Kongress politischen Journalismus.
"Halten Sie an der politischen Berichterstattung fest. Lassen Sie
auf Ihren Redaktionen weiterhin Meinungen zum Ausdruck kommen -
möglichst viele und unterschiedliche." |
(09.11.2007) In der Neuen
Zürcher Zeitung wird über eine Herzberg-Tagung des
Vereins Qualität am 7.11.07 in Basel berichtet. Titel:
"Nichts als die Wahrheit". Es ging um Journalismus und
PR. Hier einige Zitate des Referenten Sacha Wigdorovits,
ehem. Journalist, Chefredaktor und heutiger Manager des
Gratisblattes ".ch":
"Arbeitsethos hin oder her - auch die gute Gesinnung
kann ein strukturelles Problem nicht lösen: nämlich die wachsende
Wissenskluft zwischen Medienorganisationen und der Firmen- bzw.
Staatskommunikation.
Fortsetzung
|
Die im Verdrängungswettbewerb stehenden Medien
verknappen ihre Budgets und schmälern damit ihre
Kompetenzen, während die PR-Abteilungen wachsen. Diese
Entwicklung wird seit Jahrzehnten von den
Wissenschaftern beobachtet (und die Journalisten spüren
es am eigenen Leib)."
Kommentar: Wir spüren es auch. Aber der Schweizer
Presserat z.B. stellt sich blind und taub. |
|
(24.11.2007) Neue
Zürcher Zeitung, Bund NZZexecutive, 24.11.07:
Interview mit Benjamin Thut, Designer:
Frage: "Was stört Sie als Staatsbürger?"
Antwort: "Dass sich zu wenig bewegt. Das
gegenseitige Schachmattstellen, so dass selten etwas Grosszügiges,
Gewagtes oder Spektakuläres entstehen kann." |
(11.12.2007) Verena Vonarburg, Bern
im Tages-Anzeiger vom 11.12.07 in: "Das
Kraut benebelt die Politiker"
a) "Mit dem Strafrecht lassen sich
nun mal keine Suchtprobleme lösen."
(Gestern entschied der Nationalrat gegen die
Legalisierung von Canabis)
Im gleichen Artikel: b) "Viele Politiker sind auch
nicht bereit, den Zusammenhang zwischen Rauschtrinken
und Gewalt zu thematisieren und die Jugend ernsthaft vor
Alkohol zu schützen."
Kommentar: a) Das Strafrecht ist
sicher nicht die Lösung, aber ein wichtiges
Mittel bei der Durchsetzung von verhältnispräventiven
Massnahmen. b) Bedenklich ist auch, dass dies
sogar auf gewisse Sozialarbeiter zutrifft. Allerdings
aus andern Gründen. |
(07.01.2008) Ueli Maurer, SVP
Nationalrat und ausscheidender SVP-Präsident im
Tages-Anzeiger Interview am 7.1.08:
…"Wir sind nur noch dem Volk
verpflichtet und in keiner Art und Weise mehr der "Classe
politique".
Kommentar: Wie schön wäre das,
wenn die SVP mithelfen würde, das Alkoholproblem zu
verringern, indem sie die Interessen des Volkes
vertreten würde, statt die einiger Profiteure (auch in
ihren Reihen.) Übrigens gehören sie ja mit ihren
gewählten Exponenten auch zu dieser "Classe politique". |
|
(09.01.2008) Über
"Die Zukunft des Qualitätsjournalismus" hielt der
Tamedia-Veleger Pietro Supino eine Rede an der
Dreikönigstagung des Presseverbandes. Der Tages-Anzeiger
druckte eine gekürzte Fassung am 9.1.08 unter dem Titel
"Recherche statt Skandälchen" ab. Man könnte gut 50
Zeilen davon als Zitate bringen. Es ist zu schön, was er
sagte. Z.B.:
"Unsere Leser pflegen mit unseren
Zeitungen eine dynamische Beziehung wie in einer
Freundschaft. Neben intellektuellen Kriterien sind
Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit zentral. Dazu gehört
insbesondere die Trennung von Sachverhalt und Wertung.
Je grösser die Transparenz und je fundierter die
Berichterstattung, desto weniger muss die Wertung mit
den persönlichen Ansichten der Leserschaft
übereinstimmen...."
Fortsetzung
|
"Eine vornehme Besonderheit unserer
Aufgabe als Verleger ist die Rolle der Medien als 4.
Gewalt im Staat. Wir finanzieren diese Funktion und
halten unseren Redaktionen den Rücken frei. Dabei nehmen
Medien diese Aufgabe in einem grossen Spektrum wahr. Es
reicht vom legendären Watergate-Skandal bis zur
Regionalberichterstattung. .."
"Wir Verleger stellen für das
Funktionieren und die Entwicklung unserer Gesellschaft
wichtige Plattformen zur Verfügung. Ohne freie Presse
wären der politische Diskurs und damit die gelebte
Demokratie nicht möglich..."
Fortsetzung
|
Kommentar: Vorausgesetzt, dies ist keine
der bisher üblichen Sonntagsreden, wären dies sehr
begrüssenswerte Aussagen. Wir müssen immerhin
zugestehen, dass seit unserer Beschwerde beim Schweizer
Presserat im März 2006 ein paar Artikel zum
Alkoholproblem im Tages-Anzeiger erschienen sind, die
Hoffnung aufkommen lassen, sogar recherchierte und auch
wieder Leserbriefe. Nachdem das Raucherproblem seine
grösste Aktualität verloren hat, weil die Akzeptanz im
Volk vorhanden ist, wäre nun der richtige Zeitpunkt,
wenn die freie Presse den politischen Diskurs zum
Alkoholproblem eröffnen würde, damit die gelebte
Demokratie (wie im Zitat erwähnt) möglich und das
Alkoholproblem entschärft wird. |
|
(11.01.2008) Gleichsam als
Fortsetzung zu den vorigen Zitaten: Aus: "147
Keuschheitsgelübde" - Der Verhaltenskodex für "saubere"
Medien fördert Heuchelei, in der Neuen Zürcher Zeitung
vom 11.1.08. "Das Vorhaben der Vorkämpfer für saubere
Medien ist edel. Dass es ihnen gelingt, den real
existierenden Sumpf auszutrocknen, ist allerdings
fraglich. Denn erfolgreiche Korruption zeichnet sich
dadurch aus, dass alle Beteiligten dank gemeinsamem
Schweigen gegenseitig voneinander profitieren. Zu
befürchten ist, dass neue Regeln dazu führen, dass
künftig etwas perfekter geheuchelt wird..."
(Quelle:
NZZ, 11.1.08)
Kommentar: Wir freuen uns ob der
deutlichen Worte. Vielleicht hat unsere Beschwerde beim
Presserat doch etwas bewirkt. |
(18.01.2008) "Die
selbstgebastelte Herausforderung des Bode Miller".
Gespräch mit dem Trainer des Favoriten in Kitzbühel. Im
Tages-Anzeiger vom 18.1.08.
"'Er will es aber vor allem sich selbst
zeigen", sagt McBride, der einige Dinge klären musste,
ehe er Millers Anfrage akzeptierte. Gehörte da auch der
Verzicht auf Alkohol dazu? "Nicht explizit, aber ich
habe Bode klar gemacht, dass er meiner Meinung nach sein
Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft hat." Und zwar
nicht an einem einzelnen Tag. Denn da konnte Miller die
Konkurrenz schon früher distanzieren. "Ich meine damit,
dass Bode eine gesamte Saison auf diesem Niveau
durchhält", sagt McBride. Seit August hat Miller keinen
Tropfen Alkohol getrunken."'
Kommentar: Gibt es in unsern Sportkreisen keine
solchen Trainer? Oder liegt es an den Funktionären, den
Sponsorenverträgen oder an den Sportlern selber? |
(31.01.2008)
Artikel im Tages-Anzeiger, online, 31.1.08 mit dem
Titel:
"Moral als Erfolgsrezept" - Die Wirtschaft hat die
«Corporate Social Responsibility» entdeckt. Die
Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft wird zum
Geschäft.- letzter Abschnitt:
"Bertold Brecht hat einst erklärt: Das
Fressen kommt vor der Moral. Das war im letzten
Jahrhundert. Inzwischen hat sich das wirtschaftliche
Umfeld rasant verändert. Der Standortwettbewerb
verunsichert die Arbeitnehmer, der drohende Klimawandel
die Bürger. CSR ist nicht mehr Luxus, sondern wird immer
mehr eine Notwendigkeit, sie wird Teil einer
erfolgreichen Unternehmensstrategie. «Sich um CSR zu
kümmern, wird zum aufgeklärten Selbstinteresse»,
schreibt der «Economist». Anders ausgedrückt. Manager,
die die CSR nicht im Griff haben, machen einen lausigen
Job."
(Quelle:
Tages-Anzeiger online, 31.1.08)
Kommentar: Jetzt sollte man hoffen dürfen, dass
die Wirtschaft den eher kleinen Teilbereich der
Alkoholindustrie nicht länger unterstützt und ihren
Nutzen an einer gesünderen Gesellschaft erkennt. Oder
steht den Managern (wie vielen Politikern auch) ihr
eigenes Alkohol-Konsumverhalten im Wege? |
|
(10.03.2008) McBride, Trainer von
Bode Miller soll über ihn gesagt haben: "Schliesslich
tut er dafür Dinge, die man ihm zuvor nie zugetraut
hätte. Er hat seit letztem Herbst keinen Tropfen Alkohol
getrunken und vor allem das Taktieren gelernt." (Artikel
im
Tages-Anzeiger, 10.3.08: "Der Sololauf eines
Freigeistes" von Christian Andiel)
Kommentar: Wir haben seine
Entwicklung auf der Seite Dossier: "Sport
und Alkohol" verfolgt. Ob unsere Sportler und
Trainer auch lesen können? |
(03.04.2008) 175
Jahre Universität Zürich: Theologieprofessor Pierre
Bühler plädiert für eine kritische Rückbesinnung auf das
christliche Erbe. Gemäss NZZ sagt er u.a.: "Mit
verschiedensten Ansprüchen ist auch die Kirchenleitung
konfrontiert. Obwohl sie es von links bis rechts
niemandem wirklich recht machen kann, erwartet Bühler
von ihr mehr Mut. Selbst wenn Kirche und Staat
entflochten würden, müsse die Kirche weiterhin ihre
Rolle in der Öffentlichkeit, ihr "prophetisches
Wächteramt" wahrnehmen. In politischen Fragen sollte die
Kirche seines Erachtens nicht nur vermehrt Stellung
beziehen, sondern auch aktiv konkrete Anliegen fördern.
Er versucht deshalb, die Studierenden diesbezüglich zu
ermuntern." (Quelle: NZZ, 2.4.08)
|
Kommentar: Was für die
reformierte Kirche gilt, betrifft die katholische
ebenso. Alkoholpolitik wäre ein hochaktuelles Thema für
die Kirchen, um sich einzusetzen. Menschenwürde,
Menschenrechte, Nächstenliebe, Verantwortung in der
Gesellschaft, Kinder- und Jugendförderung,
Entwicklungshilfe rufen doch, im Zusammenhang mit der
Alkoholfrage, geradezu nach dem Engagement der Kirchen.
Aber wie wir schon in der Einleitung auf der Homepage
sagten:
Alkoholpolitik ist in der Schweiz wie auch
in andern Ländern ein eher unbeliebtes Thema, weil sehr
oft die eigene Konsumhaltung, wirtschaftliche
Eigeninteressen oder einfach die gesellschaftliche
Wirklichkeit einer objektiven Betrachtungs- und
Handlungsweise im Wege stehen. |
|
(24.05.2008)
Im Tages-Anzeiger vom 24.5.08 wird der Thurgauer
SVP-Nationalrat und Industrielle Peter Spuhler im
Artikel "Präventiv gegen die Präventionspolitik" von
Jean-Martin Büttner zitiert:
"Unter dem Deckmantel der
Gesundheitspolitik wird der Bürger systematisch
entmündigt."
|
Kommentar: Das Gegenteil trifft zu:
Wir
kennen in vielen Bereichen des staatlichen
Zusammenlebens die Notwendigkeit, Regeln aufstellen zu
müssen, wobei ja die bürgerlichen Parteien mit ihrer
Parlamentsmehrheit dafür sorgen können, dass keine
unnötigen Gesetze geschaffen werden. Seit jeher wurde
auf dem Gebiet des Alkohols das Volk bevormundet. Es
erträgt fast klaglos, dass die Alkoholindustrie und die
Werbebranche immer wieder neue Betätigungsfelder
entwickeln können, die Grauzonen schamlos ausnützen und
|
damit errreicht haben,
dass erst die Frauen und dann die Jugendlichen und sogar
die Kinder für den Alkoholkonsum gewonnen werden
konnten. Seit hundert Jahren hat sich ein riesiger
Blutzoll angestaut, den wir zu zahlen haben. Unzählige
Familien sind zerbrochen, Kinder in alkoholbelasteten
Familien ihrer Lebenschancen beraubt worden, und viele
Milliarden Sozialkosten, die der Steuer- und
Prämienzahler zu berappen hat, belasten uns laufend.
(Quelle:
Tages-Anzeiger, 23.5.08) (Siehe
auch "Aktuell") |
|
(12.06.2008) Die Neue
Zürcher Zeitung vom 12.6.08 bringt die gekürzte Fassung
einer Rede von Bundesrat Moritz Leuenberger an
der Universität Zürich zum Thema "Eigeninteresse und
Gemeinwohl in der Politik". Zwei Ausschnitte:
"Je enger der Horizont, desto unmittelbarer wird
Partikulärinteresse als Gemeinwohl verstanden. Wir
sprechen deshalb von der Froschperspektive. Wie eng aber
seine Perspektiven sind, kann der Frosch gar nicht
realisieren. Brechen wir also nicht einfach den Stab
über ihn. Auch wir haben, jeder für sich, unsere
Perspektiven und definieren das Gemeinwohl nach ihnen.
Wir sind alle Frösche und quaken in unseren Tümpeln.
Lassen wir also Milde walten…" (Originaltext) 
|
"Das Streben nach dem eigenen Glück und das Gemeinwohl
sollen eine Symbiose bilden. Davon geht auch die
Bundesverfassung aus. Sie garantiert die individuellen
Freiheitsrechte und erwartet von den Bürgern, sich für
die Allgemeinheit einzusetzen und dafür Verantwortung zu
übernehmen. Dieser Einsatz erfolgt im eigenen Interesse
und formt, wenn er von allen geleistet wird, zugleich
das Allgemeinwohl." (Quelle: NZZ,
12.6.08)
Originaltext der Rede  |
Kommentar: Auf das Nationale Programm
Alkohol (NPA) angewendet könnte das heissen, dem
einzelnen Bürger muss klar werden, dass Massnahmen auch
zu seinem Wohl beitragen, dann wird er seine
Verantwortung der Allgemeinheit gegenüber akzeptieren
können. Ein praktisches Beispiel wäre dazu unsere
Projekt-Idee, die für die
grosse Mehrheit bedeutenden Nutzen bringen würde. |
|
(16.6.2008) Der Parteipräsident
der Zürcher CVP, Markus Arnold, wird in der Neuen
Zürcherzeitung vom 16.6.08 zitiert:
"Markus Ärger hängt mit einer andern
CVP-spezifischen Perspektive zusammen. Es ist die
Orientierung am Gemeinwohl, an Gerechtigkeit, an der
Menschenwürde und am Wohl der Schwachen.
…Glaubwürdig könne eine C-Partei nur als Garantin der
von ihr vertretenen Werte sein."
Kommentar: Werte, Perspektiven, Grundsätze - wie
schön auf dem Papier. Wenn die CVP nur geschlossen dafür
einstehen würde, hätte das Alkoholproblem der Schweiz
längst eine viel kleinere Dimension. Von Glaubwürdigkeit
noch keine Spur. Auch Herr Arnold hatte auf
unsere Briefe damals
nur Ausflüchte zu bieten. |
(21.06.2008) BAG-Direktor Thomas
Zeltner im Tages-Anzeiger-Interview am 21.6.08:
Frage: Es ist doch klar, dass es
die Wirtschaft nicht freut, wenn sie weniger Bier und
Zigaretten verkaufen kann.
Direktor Zeltner: Dass
Wirtschafsorganisationen wie Economiesuisse und
Arbeitgeberverband gegen die Krankheitsprävention Sturm
laufen, ist in Europa einmalig.  |
Sie müssten wissen, dass eine gesunde
Bevölkerung für ökonomische Stärke sorgt. Und deshalb
für eine bessere Gesundheit eintreten. Im übrigen zeigen
alle Umfragen, dass die Bevölkerung eine stärkere
Prävention will.
Kommentar: Diese Sätze könnten
von uns stammen. Wir vertreten diese Ansicht schon
lange. Warum hat sich das BAG und seine Lobby bis jetzt
so bescheiden zurückgehalten und der Wirtschaft das Feld
überlassen? |
|
(02.07.2008) Jean-Martin Büttner in
seinem Tages-Anzeiger-Kommentar zur ESPAD-Schülerstudie:
"Das Bier und die Moral":
"Dazu passt der heftige Widerstand der
Branche gegen eine Prävention, die solche Einkäufe
verhindert - was dazu geführt hat, dass die neuen
Präventionsversuche des Bundes mehrheitlich symbolischen
Wert haben, also keinen."
"Dazu passen auch die Widersprüche einer Gesellschaft,
die das Verhalten anpreist, das sie gleichzeitig
missbilligt. Wie will man die Jugendlichen vom Saufen
abhalten, um ein aktuelles Beispiel zu nennen, wenn
ausgerechnet ein Bierbrauer die Europameisterschaft
bewerben durfte?"
Kommentar: Freude herrscht! |
(11.08.2008) René Staubli im
Tages-Anzeiger-Kommentar vom 11.8.08 zur Street
Parade:
"Kampf den Exzessen" ..."Zürichs
Strassen boten in der Nacht von Samstag auf Sonntag ein
erschreckendes Bild. Von einer Trendwende zu reden,
wirkt schönfärberisch. Esther Maurer scheint auf dem
besten Weg, die Probleme, die sie so klar angesprochen
hat, wieder zu verharmlosen. ....Es ist lediglich die
Aufforderung, ein wichtiges Problem nicht unter den
Teppich zu kehren: den sorglosen Umgang der Jugendlichen
mit dem Alkohol. Nötig ist eine breite öffentliche
Diskussion, um das bedrohliche Phänomen jenseits von
politischen und finanziellen Interessen zu bekämpfen."
(Quelle: Tages-Anzeiger, 11.8.08, nicht online)
 |
Kommentar: Wie oft haben wir genau dies
gefordert, bis zum Schweizer Presserat. Zu glauben, es
sei mit Repression getan, für die oft die Mittel fehlen,
ist aber immer noch zu kurz gedacht. Es geht nicht nur
um die jugendlichen Exzesse. Die sind erst möglich
geworden durch die unverantwortlich large Haltung
unserer Politiker, die nicht einsehen, dass das
Alkoholproblem die ganze Gesellschaft betrifft und
deshalb wirksame strukturelle Massnahmen nötig sind.
(Siehe auch letztes Zitat.) |
|
(21.08.2008) Am Ende des zustimmenden
Kommentars in der Neuen Zürcher Zeitung vom 21.8.08 von
mbm zum Zürcher Stadtratsentscheid betr. Botellón:
"Sollte sich der "botellón" allerdings
zu einem wiederkehrenden Anlass entwickeln, müssen
härtere Massnahmen ins Auge gefasst werden. Irgendwann
hört auch die Freiheit des Einzelnen auf und wird die
Eigenverantwortung ad absurdum geführt."

|
Kommentar: Wenn man die Situation in Spanien als
Massstab nimmt, ist mit dieser Tradition zu rechnen.
Hoffentlich führt der von Stadtpräsident Ledergerber
angekündigte Erfahrungsaustausch mit Spanien nicht
gerade zu dieser Entwicklung. Immerhin bemerkenswerte
Worte aus der liberalen NZZ, die bisher auch extreme
liberale Standpunkte dazu verbreitet hat.
Bemerkenswert leider auch, dass noch keine der grossen
Zeitungen es gewagt hat, das Alkoholproblem der
Gesellschaft als Nährboden dieser Manifestation des
Jugendalkoholismus anzusprechen. (Quelle:
NZZ, 21.8.08) |
(23.08.2008) Pierre Maudet,
FDP, Präsident der eidgenössischen Jugendkommission und
Genfer Stadtrat, für den öffentlichen Raum und die
Sicherheit in der Rhonestadt zuständig, sagte in der
Zeitung «Le Temps»:
Die Politik der Alkoholprävention stütze sich heute
zu einseitig auf hohe Preise für alkoholische Getränke
in Gaststätten, Bars und Nachtclubs. Jugendliche mit
wenig Geld würden daher nach Wegen wie dem «Botellon»
suchen, um die Preisschranken zu umgehen. … Er fordert,
in der Alkoholprävention Widersprüche in der
Preispolitik, Werbung und Verkaufspraxis zu beseitigen
und stärker auf Verhaltensänderungen der Jugendlichen
hinzuwirken.
Kommentar: Herr Maudet scheint
von Kenntnissen über die tatsächlichen Verhältnisse und
Bedürfnisse in der Prävention völlig unbelastet zu sein.
Wie kommt ein solcher Mensch nur zu diesem Amt? Will er
den Alkohol in Gaststätten für Jugendliche
subventionieren? |
(02.09.2008) Peter Hartmeier,
Chefredaktor des Tages-Anzeiger in seinem Kommentar zu
"Saufparty hinterlässt einen Scherbenhaufen" am 2.9.08:
Titel: "Verantwortung übernehmen"
..letzter Satz: "Wir haben als Gesellschaft offenbar
verlernt, mit öffentlichem Grund und Boden respektvoll
umzugehen."
Kommentar: Nachdem der
Tages-Anzeiger bekanntlich kräftig für den Botellón
geworben hat, ehrt es den Chefredaktor natürlich, wenn
er sich mit dessen Teilnehmern solidarisiert und sie zur
Gesellschaft emporhebt.
 |
Allerdings denke ich, dass sich doch
einige Mitbürgerinnen und Mitbürger von dieser Haltung
distanzieren möchten. In jede Lektionsreihe über die
Alkoholfrage gehört am Anfang das Unterthema Wirkungen
des Alkohols. Und da lernen wir, dass Alkohol zuerst im
Gehirn das Verantwortungsbewusstsein beeinträchtigt.
Deshalb sieht es die Gesellschaft z.B. nicht gern, wenn
sich Alkoholisierte ans Steuer setzen. Eine solche
Bildungslücke setze ich bei einem Chefredaktor
eigentlich nicht voraus. Wenn wir also von den
Teilnehmern respektvollen Umgang mit öffentlichem Grund
und Boden erwarten, sind wir blauäugig oder heucheln uns
etwas vor, um uns selber aus der Verantwortung zu
stehlen. |
(13.09.2008) Jürg Rohrer im
Tages-Anzeiger vom 11.9.08) (nicht online), Kommentar
"Ballermann in Zürich" zum Artikel "Zürich will bei den
Events mit der Konkurrenz mithalten":
"Zürich muss
aufpassen, dass die Festhütte nicht zum Ballermann
verkommt. Doch kaum passt die Stadt tatsächlich auf und
schränkt den Alkoholverkauf während der Street Parade
oder riskanter Fussballspiele ein, reklamiert das
Gewerbe und beschwört den freien (Sauf-)Markt. Also
ausgerechnet die, die von der Festerei profitieren,
nehmen in Kauf, dass die Festhütte versifft."
Kommentar: Das Alkoholgewerbe ist an
wirksamer Prävention naturgemäss nicht interessiert, da
sie ja den Umsatz schmälern muss, sonst ist sie nicht
wirksam. Deshalb hat die WHO schon vor Jahren davor
gewarnt, mit der Alkoholindustrie bei der Prävention
zusammenzuarbeiten. Unsere
Projekt-Idee würde den einheimischen Produzenten
helfen, Einbussen auszugleichen. |
|
(19.09.2008) In "Brauchen Chefredaktoren
Peitschen?" über Disziplin, Rechte und Pflichten in
Redaktionen,
Neue Zürcher Zeitung, 19.9.08:
"Folgendes steht in der Vereinbarung zum Eintritt der
Verleger in den Presserat: Die Verantwortlichkeit der
Medienschaffenden gegenüber der Öffentlichkeit hat
Vorrang vor Verpflichtungen gegenüber dem Arbeitgeber
und staatlichen Organen. …Allerdings hält es (das
Vertragswerk) auch fest: Wenn schlechte
Arbeitsbedingungen zu berufsethischen Fehlleistungen
führen, können sich Journalisten an den Presserat
wenden. Eine solche Beschwerde könnte spannende Fragen
aufwerfen."
 |
Kommentar: Die Verantwortung vor der
Öffentlichkeit in Bezug auf die Behandlung des
Alkoholproblems durch die Medienschaffenden wird
immer noch nicht oder nur in seltenen Fällen
wahrgenommen. Da dies der Presserat selber nicht sehen
will, würde wohl auch keine Beschwerde von Journalisten
bei ihm Rückhalt finden. Abgesehen davon wird kaum ein
Journalist den Mut haben, den Ast, auf dem er sitzt,
abzusägen. Hoffen wir, dass auf andern Gebieten dieser
Vertrag mehr als Augenwischerei ist. (Auch als
Online-Kommentar) |
(22.10.2008) Klaus Schwab, Gründer und
Präsident des Weltwirtschaftsforums (WEF) im
Tages-Anzeiger vom 22.10.08 im Artikel "Ein
hyppokratischer Eid für Manager":
"Die Krise führt vor Augen:
Wirtschaften muss der Gesellschaft dienen."
Kommentar: Das fordern wir auch
schon lange. Letztes Negativbeispiel: Die Allianz der
Wirtschaft ist gegen das Präventionsgesetz. (siehe
Aktuell, 21.10.08) |
|
(28.10.2008) Aus einem Gespräch mit dem
Philosophen A.C. Grayling, London, im Tages-Anzeiger vom
28.10.08:
"Da bleibe einem nichts anderes
übrig, als gegen "solche Verdummung" beharrlich
anzukämpfen: "Wenn man nicht für etwas kämpft, verliert
man automatisch. Nicht kämpfen heisst, im Grunde schon
verloren zu haben.""
Kommentar: Das trifft auch auf
die Alkoholpolitik zu.
|
(30.10.2008) Martin
Kiesewetter, leitender Arzt an der Psychiatrischen
Universitätsklinik Zürich und Leiter des
Forensisch-Psychiatrischen Dienstes im Tages-Anzeiger
vom 30.10.08 unter der Überschrift "Immer mehr
unbegrenzte Gewalttätigkeit" (zur Tötung an der Street
Parade):
Der Druck in einer Gruppe kann enorm
hoch sein und die Hemmschwelle nach unten setzen. Ist
noch Alkohol im Spiel, wie dies bei dem jungen
Thailänder und seiner Jugendgruppe offenbar der Fall
war, verschärft sich die Situation zusätzlich.
Kommentar: Ein Fachmann spricht
Klartext. |
(07.11.2008) Filippo Leutenegger,
FDP-Nationalrat und Präsident der "Aktion
Medienfreiheit" im Tages-Anzeiger vom 7.11.08 unter dem
Titel: "Eine Teilverstaatlichung der Medien":
"Bedenklich ist der Umstand, dass die
zunehmende Schwächung der publizistischen Unabhängigkeit
in den elektronischen Medien unsere Journalistinnen und
Journalisten nicht zu interessieren scheint, obwohl die
publizistische Unabhängigkeit nicht nur für die Ausübung
des Berufs, sondern auch für das Funktionieren unserer
Demokratie zentral ist." (Quelle:
Tages-Anzeiger vom 7.11.08)
Kommentar: Ob Herrn Leutenegger
auch die Abhängigkeit der Presse von gewissen Teilen der
Wirtschaft interessiert (z.B. die Alkohol- und
Werbebranchen)? Auch darunter leidet die Demokratie und
dazu die Volksgesundheit, die Lebensqualität und die
Kaufkraft. Ich habe nicht vernommen, dass er sich für
meine diesbezügliche Beschwerde beim Schweizer Presserat
eingesetzt hätte. (siehe
Briefe an... 27.2.06 etc.) |
|
(06.12.2008) Der Chefredaktor der
"Zeit", (deutsche Wochenzeitung mit 2 Seiten für die
Schweiz) Giovanni di Lorenzo im ganzseitigen Interview
im Tages-Anzeiger vom 6.12.08 im letzten Abschnitt:
"Frage: Was können Zeitungen angesichts
der grossen Probleme noch leisten?
Antwort: Ich nehme jetzt ein grosses
Wort in den Mund - auch auf die Gefahr hin, dass das
pathetisch klingt: Wir wollen, wir müssen uns beim
Zeitungmachen an einem Grundsatz orientieren, der da
heisst: Wider die Verdummung!"

|
Kommentar: Da bin ich ihm schon sehr dankbar.
Hoffentlich nehmen sich das auch unsere Journalisten und
Verlage zu Herzen. Es ist ja schliesslich nicht umsonst
Samichlaus-Tag heute. Die Verdummung hat sich bei uns
schon auf vielen Gebieten breit gemacht: Z.B. bei Volk,
Wirtschaftsführern und Politikern, denen zum
Alkoholproblem von den Medien Sand in die Augen gestreut
wird, so dass sie ihre Verantwortung nicht mehr sehen
und den falschen Propheten der Alkoholbranche auf den
Leim kriechen. Dabei hätten sie es in der Hand, mit den
richtigen Massnahmen die alkoholbedingten Schäden in
unserer Gesellschaft wesentlich zu reduzieren. |
(18.12.2008) Der "Lancet"-Redaktor
Stuart Spencer zur Ethik beim Publizieren von
medizinischen Studien in grossem Interview in der Neuen
Zürcher Zeitung vom 17.12.08:
"Es fällt uns schwer, nicht an das Gute zu glauben."
(Titel des Artikels) "Wir erhalten rund 8000
Fachartikel pro Jahr - etwa 350 veröffentlichen wir."
(Quelle: NZZ, 17.12.08, nicht online)
Kommentar: Es wäre interessant zu
erfahren, ob auch Studien der Alkoholindustrie oder
solche, die von ihr offen oder heimlich gesponsert
wurden, darunter sind. Andererseits hat es die Industrie
gar nicht nötig, ein Teil der Presse nimmt ja diese
Studien auch ungeprüft gerne auf. Jetzt ahnen wir
auch warum: Die Journalisten und Verleger glauben an das
Gute! |
Homepage

Letzte Bearbeitung:
30.12.2008
|