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Sehr geehrte Damen
und Herren, EmpfängerInnen meines Newsletters.
Der Bundesrat hat
gestern seine Präventionsprogramme verabschiedet.
Die Presse berichtet, sowohl die Wirtschaft wie auch die
Präventionsstellen seien zufrieden. Dass die Wirtschaft erfreut ist,
weil ihr Druck genützt hat, überrascht nicht. Es ist das beste Indiz
dafür, dass die geplanten Alkohol-Massnahmen nichts nützen werden. Viele
werden sich wundern, warum die Fachstellen zufrieden sein können. Mir
ist klar, sie haben nichts besseres erwartet, obwohl sie bereits bei der
Erarbeitung des NPA von der Schere der Selbstzensur im Kopf reichlich
Gebrauch gemacht haben. Für sie also „business as usual“.
Der Tages-Anzeiger
titelt: „Ein Präventionsprogramm, das niemandem schadet.“ Falsch und
purer Hohn. Prävention sollte ja Schaden vermindern, sollte nützen. Nun
schadet es allen, weil damit
eine
Gelegenheit verpasst ist, die gewaltigen Schäden, unter denen wir alle
zu leiden haben, zu vermindern.
Dass
jetzt wieder in die nutzlosen Verhaltenspräventionskampagnen der
90er-Jahre Millionen investiert werden sollen, um Aktionitis und Alibis
zu demonstrieren, ist Betrug am Volk, das von den Medien schlecht
beraten wurde und deshalb auch keinen Druck ausüben konnte.
Die
Fachstellen und das BAG haben noch eine Chance: Wenn sie die neuen
Kampagnen dafür einsetzen, die Bevölkerung zu motivieren, in Zukunft
Verhältnisprävention zu unterstützen und die Wirtschaft zu überzeugen,
dass Gesundheit sich auch für sie rechnet und sie die Fronten wechselt.
Aber das geht alles viel zu lange. Wahrscheinlich hinken wir dann der
WHO und der EU noch hintendrein. Die Freiheit der sogenannt Liberalen,
sich selber masochistisch zu schädigen, ist ja wirklich nicht hoch genug
einzuschätzen! Entsprechend wird auch das Präventionsgesetz ausfallen.
Gefragt sind nun die Kantone. Sie können auf ihrem Gebiet z.B. den
Jugendschutz ein wenig verstärken. Einige sind schon dran.
Wahrscheinlich haben sie geahnt, dass vom Bund nichts zu erwarten ist.
Oder
werden unsere Bundesparlamentarier das NPA noch retten? Man wagt es kaum
zu hoffen.
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
19.6.08, am Tag danach, als der Bundesrat kläglich versagte.
PS Ausgerechnet heute wollte ein Callcenter wissen, wie hoch pro Monat
die Besucherzahl auf unserer Webseite
www.alkoholpolitik.ch sei. Interessant!
Damit nicht nur die Alkoholindustrie im Bild ist, sollen Sie’s auch
wissen: 15'000, Tendenz immer noch steigend. Für eine private
Fachwebseite ohne Eigenwerbung nicht schlecht, finde ich. |