Briefe an. ..

19.06.2008

 

Sehr geehrte Damen und Herren, EmpfängerInnen meines Newsletters.

Der Bundesrat hat gestern seine Präventionsprogramme verabschiedet. Die Presse berichtet, sowohl die Wirtschaft wie auch die Präventionsstellen seien zufrieden. Dass die Wirtschaft erfreut ist, weil ihr Druck genützt hat, überrascht nicht. Es ist das beste Indiz dafür, dass die geplanten Alkohol-Massnahmen nichts nützen werden. Viele werden sich wundern, warum die Fachstellen zufrieden sein können. Mir ist klar, sie haben nichts besseres erwartet, obwohl sie bereits bei der Erarbeitung des NPA von der Schere der Selbstzensur im Kopf reichlich Gebrauch gemacht haben. Für sie also „business as usual“. 

Der Tages-Anzeiger titelt: „Ein Präventionsprogramm, das niemandem schadet.“ Falsch und purer Hohn. Prävention sollte ja Schaden vermindern, sollte nützen. Nun schadet es allen, weil damit eine Gelegenheit verpasst ist, die gewaltigen Schäden, unter denen wir alle zu leiden haben, zu vermindern. Dass jetzt wieder in die nutzlosen Verhaltenspräventionskampagnen der 90er-Jahre Millionen investiert werden sollen, um Aktionitis und Alibis zu demonstrieren, ist Betrug am Volk, das von den Medien schlecht beraten wurde und deshalb auch keinen Druck ausüben konnte.  

Die Fachstellen und das BAG haben noch eine Chance: Wenn sie die neuen Kampagnen dafür einsetzen, die Bevölkerung zu motivieren, in Zukunft Verhältnisprävention zu unterstützen und die Wirtschaft zu überzeugen, dass Gesundheit sich auch für sie rechnet und sie die Fronten wechselt. Aber das geht alles viel zu lange. Wahrscheinlich hinken wir dann der WHO und der EU noch hintendrein. Die Freiheit der sogenannt Liberalen, sich selber masochistisch zu schädigen, ist ja wirklich nicht hoch genug einzuschätzen! Entsprechend wird auch das Präventionsgesetz ausfallen. Gefragt sind nun die Kantone. Sie können auf ihrem Gebiet z.B. den Jugendschutz ein wenig verstärken. Einige sind schon dran. Wahrscheinlich haben sie geahnt, dass vom Bund nichts zu erwarten ist. 

Oder werden unsere Bundesparlamentarier das NPA noch retten? Man wagt es kaum zu hoffen.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer
19.6.08, am Tag danach, als der Bundesrat kläglich versagte.

PS Ausgerechnet heute wollte ein Callcenter wissen, wie hoch pro Monat die Besucherzahl auf unserer Webseite www.alkoholpolitik.ch sei. Interessant!

Damit nicht nur die Alkoholindustrie im Bild ist, sollen Sie’s auch wissen: 15'000, Tendenz immer noch steigend. Für eine private Fachwebseite ohne Eigenwerbung nicht schlecht, finde ich.

 Ergebnis:

 Tages-Anzeiger als Leserbrief am 23.6.08, praktisch ungekürzt
 Der Landbote als Leserbrief am 23.6.08, praktisch ungekürzt
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Stand: 03.01.2009