www.alkoholpolitik.ch - Newsletter - Oktober 2003

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Top-Aktuell

Die Allianz gegen Werbeverbote geht in die Offensive

Mit Plakaten und Inseraten, auf denen schwarze Balken Zensurmassnahmen andeuten, will die Allianz gegen Werbeverbote die in einzelnen Kantonen anstehenden Vorstösse gegen die Suchtmittelreklame bekämpfen. Gegen angenommene Gesetze soll das Referendum ergriffen werden.

Heute, am 29.10.03 fand dazu ein Streitgespräch in der Sendung Espresso auf Radio DRS1 statt. Der Allianz-Vertreter brachte wieder die altbekannten falschen Argumente. 

Siehe das neue Dossier Suchtmittelwerbung


+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++Die TV-Nachrichten und Zeitungen berichteten am 24./25.10.03:

Die Einführung der 0,5-Promillegrenze im Strassenverkehr verzögert sich auf unbestimmte Zeit!!! Vorgesehen war die Inkraftsetzung auf den 1.1.04.

Verschiedene Polizeidirektionen hätten mehr Zeit verlangt, um Personal auszubilden, Geräte anzupassen. Dann müsse der Ausgang der Vernehmlassung zur Verordnung abgewartet werden. Man glaubt, in einem Hollywood-Film zu sitzen.


Endlich!               6,5 Mia. SFR.!!

Die Universität von Neuenburg hat (im Auftrag des BAG) erstmals eine Untersuchung über die sozialen Kosten des Alkoholmissbrauchs in der Schweiz vorgestellt: 6,5 Milliarden Franken pro Jahr!! Forschungsbericht

Aktuell                                                                   

Datum Thema Kommentar
15.10.2003 Der Tages-Anzeiger bringt die gestrige Meldung, aber falsch. Wie wir korrekt berichtet haben, betrifft die angestrebte Kürzung das Bundesamt für Gesundheit, BAG, und nicht die SFA, wie der TA meldet.
14.10.2003 Gegen den finanziellen  Kahlschlag bei der Alkoholprävention
SFA-Information Oktober 2003
Der scheidende SFA-Direktor Richard Müller protestiert gegen sparwütige Parlamentarier, die dem Bundesamt für Gesundheit für die Jahre 2004 bis 2006 30 Mio. Fr. an Mitteln kürzen möchten.  (14/10/03) Hier die Pressemitteilung
Kommentar:
Ist das wohl die Rache für verlorene Schlachten? Ein Grund mehr, unser Projekt voranzutreiben!
03.10.2003 Der Bundesrat will Tabaksteuer nicht massiv anheben. (Pressemitteilung vom 1.10.03) Der Bundesrat antwortete auf eine Motion in einer Spezialkommission. Er will die Politik der moderaten Steuerschritte fortsetzen, um nicht über den Sätzen der EU zu liegen und nicht den Schmuggel anzuregen. Es habe auch so einen Konsumrückgang gegeben. 
Kommentar: Aber die Jugend, auf die es ankommt, raucht mehr.  

Internationales   

Hier folgen in chronologischer Reihenfolge des Eingangs Neuigkeiten aus andern Ländern, die für die Schweiz auch interessant sein könnten.

Zeitpunkt Thema Beschreibung
30.10.2003 Das EU-Parlament hat einen Bericht zur Harmonisierung der Tabak,- Wein- u. Schnapssteuern veröffentlicht. Der Bericht enthält auch eine Tabelle mit den Zahlen der EU-Länder wie sie heute besteuern in % des BIP. Er listet Vor- u. Nachteile auf. (Bericht auf Englisch und deutsche Überstzung
30.10.2003 Deutschland hat die Tabakrahmenkonvention der WHO unterzeichnet -

Am Freitag, den 24. Oktober, hat die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch Botschafter Dr. Pleuger, die Tabakrahmenkonvention der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in New York unterzeichnet.  

30.10.2003

Jahresbericht der EBDD:  Beunruhigende Tendenzen bei Alkoholkonsum unter Jugendlichen und Cannabis

Am 22.10.03 wurde der Jahresbericht der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) mit Sitz in Lissabon veröffentlicht. 
12.10.2003 In der WTO laufen zur Zeit die Verhandlungen über GATS, Allgem. Abkommen über den Handel in Dienstleistungen. Die Verhandlungen laufen von 2000 bis 2005 und betreffen in Bezug auf Alkohol Dienstleistungen in der Verteilung (Verkaufsagenturen, Grossisten, Detaillisten, Konzessionäre) und in der Werbung. Eurocare hat die Lage analysiert und ruft die Regierungen auf, wenigstens keine Verschlechterung der Regelungen in Bezug auf Alkohol zuzulassen. Hier finden Sie eine deutsche Übersetzung der wichtigsten Stellen des Arbeitspapiers.
10.10.2003 Das deutsche Ministerium für Gesundheit macht "Tabakprävention", finanziert von der Tabakindustrie.

Aber wie!

In ganzseitigen Anzeigen in Bravo (auch in der Schweiz) und andern Jugendzeitschriften heisst die grosse Überschrift über hohen Bildern: Rauchen beruhigt, Rauchen macht erwachsen, Raucher haben Kontakt. Ganz klein darunter (wer liest das schon) kommt dann ein relativierender Text z.B. "Stimmt: Jeder 2. Raucher braucht sich nicht um sein Alter zu sorgen: Er stirbt vorher." Über mehrere Jahre zahlt die Tabakindustrie total 11,8 Mio.€
Der Vertrag ist zu lesen unter www.bmgs.bund.de (pdf) Quelle: pro aere 3/03)
09.10.2003 

Die EU Kommission hat das Protokoll der Gemeinsamen Sitzung von NGOs und Alkoholindustrie in der Arbeitsgruppe Alkohol und Gesundheit vom 11.6.03 veröffentlicht.

Es geht u.a. um die WTO-GATS-Verhandlungen, das grenzüberschreitende Fernsehen, Präsentationen der NGOs (Eurocare) und der Alkoholindustrie (über ihre Selbstkontrollen bei der Werbung), das Public Health-Programm 2003-08 der EU und einzelne Projekt-Eingaben. Vertreten war auch die EFTA mit Liechtenstein und Norwegen. pdf-Datei, 71 Seiten, englisch
Die WTO-GATS-Präsentation ist hier separat zu lesen.
08.10.2003 EU-Kommissär D. Byrne sprach am 3.10.03 am European Health Forum in Bad Gastein zu "Health equals Wealth" SPEECH/03/443. Gesundheit als Quelle des Wohlstands. Es lohnt sich langfristig, in die Gesundheit zu investieren, auch für den Staat. 
Rede auf Englisch.
04.10.2003 Finnlands Regierung wird Ende Jahr ein nationales Alkohol Programm veröffentlichen (Pro Kopf-Konsum 2002: 9,3 L, ähnlich der Schweiz) Bereits am 9.9.03 wurde ein Drogenmissbrauch-Präventionsprogramm für NGOs an einer nationalen Konferenz vorgelegt. Das Ministerium für Soziales und Gesundheit wird sein Programm und einen Vorschlag für ein Partnerschaftsabkommen mit den NGOs im Herbst herausbringen. (Quelle: Finnish Center for Health Promotion/Eurocare)
04.10.2003 Schweden und Finnland:
Grosse Probleme wegen der Alkoholsteuern in Nachbarländern
Steuern auf Spirituosen wurden in Dänemark am 1.10.03 um 45% gesenkt, um das Preisgefälle zu Deutschland auszugleichen. Umso mehr kommt nun Schweden in Schwierigkeiten. Die Regierung zeigte aber noch keine Reaktion.
Finnland hat nur negative Alternativen, wenn zu Beginn des nächsten Jahres neue EU-Regeln gelten. 
04.10.2003 Italien: Monat der Alkohol-Prävention Nachdem letztes Jahr ein Tag der Alkoholprävention eingeführt wurde, wird dieses Jahr der Monat der Alkoholprävention begangen. (Quelle: Ennio Palmesino, Präsident AICAT/Eurocare)
04.10.2003 Rede von EU-Kommissär D. Byrne am 2.10.03 über Protection Progress in building consumer protection Environment, vor dem Public Health and Consumer Policy Committee, European Parliament Er gibt einen grossen Überblick über die laufenden Arbeiten seines Ressorts. U.a. über einen Kommissions-Vorschlag für eine Direktive bezüglich unfaire Handelspraktiken, die in ein Verbot von unfairen Handelspraktiken münden soll. Im Rahmen des neuen Gesundheitsprogramms wurden 427 Projekte eingereicht, für total 500 Mio.€, was das diesjährige Budget ums Zehnfache überschreitet.
Hier die Rede auf Englisch.
03.10.2003 Alcohol in Developing Societies
25-seitige Broschüre als Zusammenfassung des gleichnamigen Standardwerks
Herausgegeben wurde sie von der Finnish Foundation for Alcohol Studies in Zusammenarbeit mit der WHO und finanzieller Hilfe des Bundesamtes für Gesundheit BAG im Jahr 2002. (ISBN 92 4 159046 7 / ISSN 0356-2654. Wir werden die Kernaussagen der einzelnen Kapitel übersetzen. 

Datum 

Projekt-Idee: Ergänzungen

09.10.2003 Die Universität Neuenburg hat im Auftrag des BAG eine Studie angekündigt, die die sozialen Kosten des Alkoholmissbrauchs in der Schweiz schätzt. Am 24./25. Okt. 03 wird sie im Rahmen eines Seminars an der Uni Neuenburg vorgestellt: 6,5 Mia. Fr.! Der Verlust an Lebensqualität wird miteinbezogen. Bisher gingen Schätzung nach der Dissertation von Leu und Lutz in den 70er-Jahren immer von 2 - 3 Mia. Fr. aus. Wir haben im Projekt 3,5 Mia. als realistischer angenommen. 

Nun darf man gespannt sein, wann die ersten Vorstösse kommen zu einer Alkoholsteuer nach dem Verursacherprinzip. Unser Projekt wäre da sicher noch gemässigt als erster Schritt. (Siehe auch Forschungsergebnisse)

Zitate    


    Für Leserinnen und Leser mit Sinn für Ironie:

Auszüge aus: "Alkoholpolitik für Ahnungslose" (mit freundlicher Genehmigung) von Frank Lindemann, Neuland-Verlag, Hamburg  (Die bisherigen werden im Archiv aufbewahrt.)

Geselligkeit: Ansammlung von Individuen, die Alkohol konsumieren, um ihr Zusammensein aushalten zu können. Wird gern auch mit Verbreiten geschmackloser Witze, Vergleichen des sozialen Status anhand von Einkommen und beruflicher Position sowie ungesundem, fettem Essen verbunden.

Für "normalen" Gebrauch
"Ich habe nie die Illusion gehabt, dass über Drogenerfahrungen eine Veränderung der Gesellschaft stattfindet."
(Günter Amendt im Interview "Bis zum sozialen Kollaps" in NZZam Sonntag, am 5.10.03)

Kommentar: Wie wärs mit einer Untersuchung über die Rolle des Alkohols als soziales Schmiermittel und Korrumpeur der Politik? Warum tun sich unsere, vor allem bürgerlichen, Politiker so schwer mit wirksamer Alkoholprävention? (Leserbrief dazu unterwegs)


"Worin könnte man sein Geld besser investieren als in die Gesundheit?"
(Ray Elliott, Zimmer-Chef im Tages-Anzeiger Artikel vom 9.10.03 "Wie der "Iron Man" die Schweiz erobert" von Patricia Faller)

Datum 

Veranstaltungen                      Thema

16-19 June 2004

1st European Alcohol Policy Conference in the Context of a Larger Europe:
Bridging the GAP
 Hotel Europejski -Warsaw - Poland

Link zum Einladungsdokument

  • To bridge the gap between scientifically based evidence, the possible and the practical in the process of alcohol policy-making
  • To inform and enable those involved in making and implementing policies and programmes in public health and social welfare
  • To raise awareness about alcohol related harm and what can be done about it  
7. April 2004 Welt-Gesundheitstag der WHO und Weltbank
Thema: Strassen-Verkehrssicherheit
Zu diesem Tag soll ein Bericht über Strassenverkehrsverletzungs-Prävention herausgebracht werden.
Kontakt:
Department of Injuries and Violence Prevention, WHO, 1211 Geneva 27
e-mail: traffic@who.int
4. - 5. Dezember 2003 RISK PERCEPTION: SCIENCE, PUBLIC DEBATE AND POLICY MAKING
Charlemagne Conference Centre, Brussels
This major international conference will explore how the publics perceptions of risk are formed, and what this means in a complex democracy such as the European Union. 
24./25. Okt. 2003 Die sozialen Kosten des Alkoholmissbrauchs
sfa/ispa
Aula des Jeunes-Rives
Espace Louis-Agassiz, Université de Neuchâtel

Leserbriefe

Link Datum Thema Veröffentlicht in   ((noch) nicht veröffentlicht) Datum/Nr.
Leserbrief 14.10.03 0,5 Promille im Strassenverkehr (Brückenbauer)
Leserbrief 10.10.03 Dänen senken Alkoholsteuern, wir erheben neue Tages-Anzeiger 15.10.03
Leserbrief 05.10.03 Alkohol und Gesellschaft. Günter Amendt NZZ am Sonntag 12.10.03
Leserbrief 28.09.03

Das journalistische Berufsethos

NZZ am Sonntag

5.10.03

Leserbrief 26.09.03 Absurde Cannabisdiskussion Tages-Anzeiger 1.10.03
Leserbrief 22.09.03 Cannabis und legale Einstiegsdrogen TA-Magazin 4.10.03
Leserbrief 20.09.03 Bundesförderung der Schweizer Presse und die Volksgesundheit (NZZOnline) -
Leserbrief 19.09.03 Gastautor: Abschreckende Bilder auf Zigarettenpackungen und alkoholischen Getränken Tages-Anzeiger 15.09.03
Leserbrief 17.09.03 Alcopops Ktipp 28.10.2003

List of English texts

German text

English translation

Ansprache von EU-Kommissär D. Byrne über Gesundheit und Wohlstand am 3.10.03 in Bad Gastein SPEECH/03/443 David BYRNE European Commissioner for Health and Consumer Protection Health equals Wealth European Health Forum Bad Gastein, 3 October 2003

Links zu Fachleuten und Institutionen

http://www.meine-gesundheit.ch Meine Gesundheit ist der Gesundheitsratgeber für die ganze Familie. Er informiert schnell, einfach und sicher über die Möglichkeiten und die Grenzen der Selbstmedikation.
(von Ktipp empfohlen) (Im Link-Austausch)
http://www.infomed.org Nichtkommerzieller Gesundheitsratgeber mit vielen Forschungsberichten. (von Ktipp empfohlen) (Im Link-Austausch)

Forschungsergebnisse

Datum Thema (Link)
08.10.2003 Die sozialen Kosten des Alkoholmissbrauchs in der Schweiz

Dossier Suchtmittelwerbung

Suchtmittelwerbung verhindert, dass diese Genussmittel als gefährliche Produkte wahrgenommen und kritisch konsumiert werden. Und sie verunmöglicht eine glaubhafte Prävention bei Jugendlichen, die im Alltag die Welt der Erwachsenen erleben, die ihr Recht auf Rausch und Rauch plakativ durchsetzen. 

Datum Kapitel Thema - Link
29.10.2003 Dossier Suchtmittelwerbung Die Allianz gegen Werbeverbote wird aktiv

 


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Dossiers: Suchtmittelwerbung; Alcopops; Absinth; WTO - GATS; Alkoholkonsum Jugendlicher; Alkohol und Verkehr /  Drink Driving; Wein (Alkohol) sei (mässig genossen) gesund; Sport und Alkohol; Strukturelle Prävention; NPA (Nationales Programm Alkohol); botellón

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Stand: 03.01.2009