Aktuell

14.10.2003


Gegen den finanziellen  Kahlschlag bei der Alkoholprävention
Scheidender SFA-Direktor Richard Müller protestiert (14/10/03)

Sparwütige Volksvertreter gefährden die Arbeit des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung durch massive Mittelkürzungen. Der in diesen Tagen in Pension gehende Direktor der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme kann es kaum fassen. Die Politik verlangt mehr und bessere Alkoholprävention und kürzt gleichzeitig die Mittel dafür: Für Müller schlichtweg ein Skandal.

Schlechte Nachrichten aus dem Bundesamt für Gesundheit (BAG): eine Parlamentarierkommission des National- und Ständerats will im Zuge des Entlastungsprogramms für die Bundesfinanzen die finanziellen Mittel für Prävention und Gesundheitsförderung massiv kürzen. In ihrer Sparwut wollen die Volksvertreterinnen und Volksvertreter sich nicht mit den 15 Millionen Franken weniger an Mitteln begnügen, die der Bundesrat dem BAG für die Jahre 2004 bis 2006 zugemutet hat, sondern sie haben die Summe gleich verdoppelt. „Schlichtweg ein Skandal“, findet Dr. Richard Müller, der dieser Tage in Pension gehende Direktor der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA).

Prävention ohne Mittel ist ein Papiertiger 
Müllers Haltung zur Sparorgie ist klar: „Die SFA setzt sich seit Jahrzehnten dafür ein, Alkoholprobleme zu verhüten, bevor es zu spät ist. Die Zusammenarbeit mit dem BAG ist eine der zentralen Achsen unserer präventiven Arbeit. Wir haben dort in den letzten Jahren nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch eine fachliche Kompetenz für eine gemeinsame Präventionsaktivität im Alkoholbereich gefunden. Ich bezweifle, ob sich bei einem derartigen Kahlschlag die erreichte Qualität der Prävention aufrechterhalten lässt. Eine Alkoholprävention, die man derart zur Ader lässt, ist am Ende nicht mehr als ein Papiertiger.“ Wie andere Organisationen im Präventionsbereich, fragt sich auch die SFA, wie der von der Politik immer wieder geäusserte Wunsch nach mehr und effektiver Vorbeugung bei Suchtproblemen mit diesem kurzsichtigen „Streichkonzert“ zu vereinbaren ist.

Auskunft: Sekretariat Prävention und Information
Tel. 021 321 29 85 - E-Mail: dayer@sfa-ispa.ch

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Stand: 03.01.2009