Leserbrief

05.10.2003

 

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Leserbrief zu „Bis zum sozialen Kollaps“ vom 5.10.03

 

Günter Amendt wird zitiert, er habe nie die Illusion gehabt, dass über Drogenerfahrungen eine Veränderung der Gesellschaft stattfinde. Dabei sagt er im gleichen Interview: „Die Ökologiebewegung hat ganz klar eine Wurzel in den Drogenerfahrungen der Hippies.“ Und diese Ökologiebewegung hat doch das Bewusstsein der Gesellschaft ganz schön wach gerüttelt. Zum Glück! Unser grösstes sozialmedizinisches Problem, das Alkoholproblem, und im Gefolge auch die andern Drogenprobleme wären wahrscheinlich viel weniger akut, wenn die Alkoholerfahrungen eines Grossteils unserer Bevölkerung unsere Gesellschaft nicht verändert hätten. Gerade das eigene Alkohol-Konsumverhalten korrumpiert Teile unserer Politik, was es bis jetzt verunmöglicht hat, wirksame Alkoholprävention zu beschliessen, um das Problem in den Griff zu bekommen. Stichworte dazu: Stammtischpolitik, saufende Studentenverbindungen als Politiker-Kaderschmiede, feuchtfröhliche Kaderkurse im Militär, Sitzungen und Empfänge, usw. So reicht es nur dazu, auf die Jugend zielende Prävention zu schaffen, die nimmt sie aber nicht ernst, weil sie nicht glaubwürdig ist.
Zum Schluss wird Günter Amendt noch zynisch wenn er sagt: „Und wenn man es schafft, den Wiedereinstieg (aus dem Rausch) in die Realität zu schaffen, ohne eine Sucht entwickelt zu haben, dann ist der Rausch eine lustvolle und legitime Erfahrung.“ Das tönt wie ein Aufruf zum russischen Roulette: Probiert, ob ihr es schafft! Als Sozialwissenschafter sollte er eigentlich auch etwas das Wohl der Gesamtgesellschaft im Auge haben. Seine Äusserungen sind wie früher auch immer noch widersprüchlich.

Hermann T. Meyer, Effretikon

 

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Stand: 30.12.2008