Forschungsergebnisse
08.10.2003

Quelle:

 

Université de Neuchâtel, l'Institut de recherches économiques et régionales (IRER) 
Bundesamt für Gesundheit

Thema:

Die sozialen Kosten des Alkoholmissbrauchs in der Schweiz

Auftraggeber: Bundesamt für Gesundheit. Sein Bericht  (original)
                                                                                       (auf dieser Seite kopiert)

Pressebulletin der Universität Neuenburg vom 8.10.2003

Das Wichtigste in Kürze: (Originaltext auf Französisch darunterstehend)

Alkoholmissbrauch: Die Gesellschaft bezahlt den hohen Preis

Der missbräuchliche Konsum von Alkohol hat in der Schweiz Sozialkosten von geschätzten 6,5 Mia. Franken zur Folge. Das Forschungs-Institut für Wirtschaft und Regionen (IRER) hat erstmals eine solche Untersuchung durchgeführt, die den Verlust an Lebensqualität in die Schätzungen einbezieht. 

Am 24./25. Okt. 2003 findet an der Universität Neuenburg ein Seminar statt, an dem diese Arbeit vorgestellt wird. Auskünfte, Programm und Einschreibeunterlagen sind erhältlich unter: www.unine.ch/irer Kontakt:  Danièle Ayer, ISPA, Case postale 870, 1001 Lausanne, 021 321 29 85, fax. 021 321 29 40, dayer@sfa-ispa.ch

Abus d'alcool : la société paie le prix fort

Neuchâtel, le 8 octobre 2003. La consommation abusive d'alcool en Suisse entraîne un coût social estimé à 6,5 milliards de francs par an. On ne disposait jusqu'à présent d'aucun chiffre fiable. Une étude menée par l'Institut de recherches économiques et régionales (IRER) nous en livre. Ses résultats seront présentés dans le cadre d'un workshop, les 24 et 25 octobre prochain, à Neuchâtel.

Pour déterminer la charge imposée par l'abus d'alcool à la société, les chercheurs ont pris en compte les frais de traitements médicaux, la réparation des dommages ou la perte de productivité des personnes touchées par un problème d'alcool (coûts directs et indirects). Ils ont également inclus dans leurs travaux l'estimation de la perte de la qualité de vie (coût humain). C'est la première fois qu'une étude en Suisse s'intéresse à cette valeur difficilement chiffrable et pourtant lourdement ressentie. Mandatée par l'Office fédéral de la santé publique, cette étude constitue le deuxième volet d'un programme de recherche sur les coûts générés par des substances provoquant un effet de dépendance.

Le wokshop, organisé par l'Institut de recherches économiques et régionales (IRER) et l'Institut suisse de prévention de l'alcoolisme et autres toxicomanies (ISPA), bénéficie du soutien financier de la Régie fédérale des alcools, de l'Office fédéral de la santé publique et de la Fondation suisse sur la recherche sur l'alcool.


Journées d'étude sur " le coût social de l'abus d'alcool ", les 24 et 25 octobre 2003, Aula des Jeunes-Rives, Espace Louis-Agassiz, Université de Neuchâtel

 

Renseignements, programme et modalités d'inscription sont disponibles à l'adresse :  Contact : Danièle Ayer, ISPA, Case postale 870, 1001 Lausanne, 021 321 29 85, fax. 021 321 29 40, dayer@sfa-ispa.ch

 

Retrouvez tous les communiqué de presse de l'Université de Neuchâtel sur Internet : www.unine.ch/presse/Communiques/menu2003.htm

Hier der Bericht des BAG (Bundesamt für Gesundheit)

 
Eine neue Studie schätzt erstmals auch die immateriellen Kosten des Alkoholmissbrauchs

Alkoholmissbrauch kostet Milliarden

Der Alkoholmissbrauch verursacht in der Schweiz jährlich soziale Kosten von 6,5 Milliarden Franken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Wirtschafts- und Regionalforschung (IRER) der Universität Neuenburg. Die grösste Last verursachen dabei nicht die materiellen Kosten wie ärztliche Behandlung und Produktionsverluste, sondern die erstmals geschätzten immateriellen Kosten, das heisst das menschliche Leid und der Verlust an Lebensqualität.

Alkoholmissbrauch kann zu zahlreichen körperlichen und psychischen Schädigungen führen: Bluthochdruck, Hirnschlag, Mundhöhlen- und Rachenkrebs, Zirrhosen und Psychosen. Gemäss der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) sterben pro Jahr mehr als 2100 Personen wegen Alkoholmissbrauchs.

40 Prozent der Todesfälle sind auf Krankheiten des Verdauungsapparates zurückzuführen. Weitere wichtige Ursachen sind Verkehrsunfälle, Stürze, Gewalt und Suizid. Von einem deutlich risikohaften Alkoholkonsum spricht man bei Frauen ab einer Menge von 20 Gramm reinen Alkohols pro Tag, bei Männern ist es das Doppelte. Mit drei bis vier Stangen Bier pro Tag sind die 40 Gramm bereits erreicht.

Alkoholmissbrauch verursacht Krankheiten, Unfälle und Produktionsverluste
Alkoholmissbrauch verursacht zunächst einmal direkte materielle Kosten: Alkoholkranke benötigen medizinische Behandlungen und Therapien. Weitere Kosten entstehen durch Sachschäden alkoholbedingter Unfälle. Jährlich summieren sich diese Kosten auf 700 Millionen Franken. Wenn die Betroffenen durch Unfall oder Krankheit für kürzere oder längere Zeit arbeitsunfähig werden oder einen frühzeitigen Tod erleiden, entstehen daraus Produktionsverluste, die für die Gesellschaft indirekte materielle Kosten darstellen. So gehen durch die 2100 alkoholbedingten frühzeitigen Todesfälle 28 500 produktive Jahre verloren. Allein die Invalidität wegen Alkoholmissbrauchs führt zu einem jährlichen Produktionsverlust von 175,3 Millionen Franken. Insgesamt belaufen sich die indirekten materiellen Kosten auf 1,5 Milliarden jährlich.


Den weitaus grössten Anteil an den sozialen Kosten machen jedoch die immateriellen Kosten aus. Damit ist das körperliche und seelische Leiden der Alkoholkranken und  ihrer Angehörigen sowie der Verlust an Lebensqualität gemeint. Alkoholmissbrauch hat oft verheerende Auswirkungen auf das soziale Umfeld: Familienangehörige, vor allem Kinder, sind meist völlig überfordert und stehen unter einem starken Leidensdruck. Nicht selten ist auch psychische und physische Gewalt im Spiel.


Immaterielle Kosten – schwerwiegend und schwierig zu beziffern
Den alkoholbedingten Verlust an Lebensqualität in Franken zu beziffern, ist methodisch nicht einfach, aber dennoch wichtig, schliesslich stellen diese negativen Auswirkungen für die Gesellschaft eine unwiderlegbare und schwerwiegende Realität dar. Die Studie des Instituts für Wirtschafts- und Regionalforschung (IRER) der Universität Neuenburg veranschlagt die immateriellen Kosten mit 4,3 Milliarden. Dabei handelt es sich allerdings um eine vorsichtige Schätzung, wie der Studienleiter Prof. Claude Jeanrenaud zu bedenken gibt. Zum einen sei in dieser Studie bloss mit den 300 000 Alkoholabhängigen gerechnet worden, ohne die Personen mit einem missbräuchlichen Alkoholkonsum, der ebenfalls viele negative Auswirkungen habe, mit einzubeziehen. Zum anderen gebe es grundsätzlich nur wenige Daten zu den Folgen des Alkoholmissbrauchs. Deshalb konnte in der Studie der Einfluss des Alkohols auf Gewalthandlungen oder auf die Leistung bei der Erwerbsarbeit nicht berücksichtigt werden. Ein Bereich, in dem offensichtlich noch ein grosser Forschungsbedarf besteht.

Um die immateriellen Kosten zu ermitteln, hat das IRER in einer Umfrage mit der "Willingness-to-pay"-Methode die "Zahlungsbereitschaft" für alkoholbedingte Krankheiten erhoben. Die Befragten wurden zunächst über die Konsequenzen der wichtigsten alkoholbedingten Krankheiten wie beispielsweise Leberzirrhose oder Rachenkrebs informiert und anschliessend befragt, wie viel sie von ihrem Einkommen abzugeben bereit wären, um das Risiko für diese Krankheiten zu reduzieren. Die so erfragten Geldbeträge wurden dann mit der Zahl der alkoholbedingten Krankheitsfälle in der Schweiz multi-pliziert, was zu einer Summe von 1,3 Milliarden Franken führte. Ebenfalls veranschlagt wurden die immateriellen Kosten von alkoholbedingten Verkehrsunfällen (1,2 Milliarden) und die immateriellen Kosten, die durch die psychische und soziale Belastung der alkoholabhängigen Menschen und ihrer Angehörigen entstehen (1,8 Milliarden). Insgesamt kommt man so auf immaterielle Kosten in der Höhe von 4,3 Milliarden Franken.

Die sozialen Kosten des Rauchens, des Alkohols und illegaler Drogen
Die vorliegende Untersuchung ist die zweite in einer Serie von drei Studien, die vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) in Auftrag gegeben wurden. Die erste Studie (1998) untersuchte die sozialen Kosten des Rauchens und die dritte Studie, deren Ergebnisse im nächsten Jahr veröffentlicht werden, befasst sich mit den sozialen Kosten illegaler Drogen. 

Die Studie zu den sozialen Kosten des Alkoholmissbrauchs ist das Produkt einer Zusammenarbeit verschiedener Forschungsstellen. Die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) lieferte die epidemiologischen Daten zu Krankheits- und Todesfällen sowie Unfällen, die alkoholbedingt sind. Das Basler Büro HealthEcon ermittelte die Daten zu alkoholbezogenen medizinischen Aufgrund dieser Daten berechnete das Institut für Wirtschafts- und Regionalforschung (IRER) der Universität Neuenburg die direkten und indirekten Kosten, die entstehen, sowie die immateriellen Kosten, die durch den Verlust an Lebensqualität verursacht werden. Behandlungen und Therapien.

© 2003 Bundesamt für Gesundheit, CH-3003 Bern

 

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Stand: 23.12.2008