Internationales 2002

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Hier folgen in chronologischer Reihenfolge des Eingangs Neuigkeiten aus andern Ländern, 
die für die Schweiz auch interessant sein könnten.

Zeitpunkt Thema Beschreibung
27.12.2002 Der Zeitschrift „Standpunkte“ Nr. 6/02 vom 20.12.02 der SFA, Lausanne entnehmen wir: „Alcopop-Boom – ein europäisches Phänomen“ von Matthias Meyer:

In Holland muss ein enormer Anstieg des Alcopop-Konsums festgestellt werden, der von fast keiner gesetzgeberischen Massnahme gebremst wird: 1996 wurden 2,4 Mio. Liter, 2000 11 Mio. Liter und 2001 28 Mio. Liter verkauft. Auch die aggressive Werbung sorgte dafür, dass 62% der holländischen Schüler und Schülerinnen im Alter von 12 – 18 Jahren regelmässig Alcopops konsumieren. Bei den Schülerinnen zwischen 15 und 17 Jahren sind es 80%. In Holland dürfen bereits 16-Jährige Alcopops kaufen.

Frankreich ist in Sachen Alcopops ein Sonderfall, der zeigt, wie wirksam sich Altersgrenzen und Steuern auf die Nachfrage auswirken. Frankreich hat frühzeitig mit einer Sondersteuer auf Alcopops reagiert. Dass diese wirksam ist, beweist eine Anfrage in den „Frequently Asked Questions“ (FAQ), den am häufigsten gestellten Fragen auf der Homepage von Bacardi Breezer: Auf die Frage, weshalb Bacardi Breezer in Frankreich nicht erhältlich sei, antwortet der Hersteller, dass sie aufgrund der prohibitiven Steuern auf Spirituosen-Mixgetränken in Frankreich Bacardi Breezer in absehbarer Zeit nicht auf den Markt bringen könnten.

Die Schweiz hat wie üblich halbherzig reagiert. Die erste Welle wurde mit steuerlichen Massnahmen abgeblockt, die zweite glatt „verschlafen“. 2001 hatten wir einen zwanzigfachen Mehrkonsum verglichen mit dem Vorjahr. Dieses Jahr ist der Konsum wiederum um fast 50% gestiegen. Es wird schwierig sein, die nun massenhaft verkauften Alcopops mit einer Sondersteuer, die erst in ein paar Jahren wirksam sein wird, wieder „in den Griff“ zu bekommen. Die jetzigen Konsumenten werden dann ins Alter gekommen sein, um auf das billigere Bier umzustellen, was Carlsberg und Konsorten freuen wird. Vielleicht gibt es dannzumal weniger Neueinsteiger.

20.12.2002 Englands Bierindustrie macht sich Sorgen über ihren Konsumentennachwuchs Im "Publican" erschien am 29.11.02  ein Artikel mit erstaunlichen Formulierungen, der klar zeigt, was die Bierindustrie versucht: Sich die nächste Generation von Konsumenten zu sichern. 
29.11.2002 Frankreichs Alkoholpolitik nach dem Regierungswechsel Lesen Sie hier einen aktuellen Bericht der ANPA (Assoc. Nationale de Prévention de l'Alcoolisme) 
25.11.2002 "Der Geist aus der Flasche" titelte der Tages-Anzeiger ca am 20.11.02
und berichtete über ein Weinlabel in Italien, das unter dem Namen "Vini nostalgici" das Brustbild einer historischen Grösse zeigt. Neben z.B. Marilyn Monroe, Stalin und Mussolini habe Hitler den grössten Absatz. (Bereits über 300'000 Flaschen verkauft) Trotz vorhandener Gesetze unternimmt die Justiz nichts.
 

Man kann sich ja fragen, ob diese Idee einem bereits kranken Gehirn entsprungen ist, oder ob "der Geist der Flasche" dies bewirkt hat. Viel tragischer ist allerdings, dass ein Volk derart (vom Weingeist?) unsensibel geworden ist, eine solche  Ungeheuerlichkeit zu tolerieren. 

 

 

 

22.11.2002 Ein "Muss" für alle PolitikerInnen und Alkohol- Präventionsfachleute:

Eben ist THE GLOBE Issue 3 2002 erschienen. Es ist eine hervorragende Sondernummer zur  internationalen Alkohol-Lobby

"The beverage alcohol industry's social aspects organizations: A public health warning" ist die Überschrift der Nummer.

Auf 30 Seiten gibt Dr. Peter Anderson eine ausführliche Darstellung der heute bereits sehr einflussreichen Alkohol-Lobby. Über den Link "IAS" auf der Homepage (Publications) oder 

19.11.2002 Heineken wurde in Holland zum 2. Mal in diesem Jahr wegen Verstosses gegen die Werbevorschriften schuldig gesprochen.  Letzte Woche wurde der Bier-Gigant Heineken von der Advertising Standards Authority für schuldig befunden. Die National Foundation for Alcohol Prevention (STAP) hatte geklagt, weil Heineken in einem Magazin der Junioren in der Holländischen Fussball Liga (KNVB), deren Sponsor Heineken ist, ein ganzseitiges Inserat geschaltet hatte. Der Vater eines sechsjährigen Junioren-Mitgliedes hatte sich darauf an STAP gewandt. 

Der holländische Werbe-Standard für Alkoholika verbietet Alkohol-Reklame, die sich speziell an Jugendliche richtet. Zur Verteidigung meinte Heineken, es sei ihnen ein Fehler unterlaufen.

Andere Fälle in diesem Jahr in Holland, gegen die mit Erfolg Beschwerde eingelegt wurde:
Eine Werbekampagne von Heineken behauptete, ein kleines Bier (Biertje) beim Skifahren bringe kein Risiko.
ICE TEA (mit 5,5% Alkohol) der United Beverages war als Durstlöscher und perfekt für fortwährendes Trinken propagiert worden.
In einem Inserat für Xi Climax Wodka Ice (5,6% Alkohol) der Vrumona BV (Heineken) war  die Bemerkung enthalten: "Der erste alkoholische Power Drink in Flaschen".

Es ist offenkundig, dass sich die Alkoholindustrie weder an ihre eigenen "ethischen" Grundsätze noch an die Vorschriften hält.  

11.11.2002 Gemäss einem Aerzteteam in England ist bei den meisten Notaufnahmen von Clubbesuchern in Spitälern Alkohol im Spiel. 5 - 10 mal mehr als illegale Drogen. Entgegen der allgemeinen Ansicht, Drogen spielten die Hauptrolle bei Partybesuchen in Clubs oder Discos, ist doch meistens Alkohol die Hauptursache bei Tätlichkeiten. Clubbetreibern wird u.a. empfohlen, die Werbung für billige Alkoholgetränke einzuschränken. Um dies zu unterstützen, wäre eine massive Steuer auf Alcopops genau das Richtige.
Ausführlichere Texte  hier.
31.10.2002 Die  Europäische Union (Europ. Parlament und der Rat) verabschiedete am 23.9.02 ein "New Public Health Programme (2003 - 2008) Dieses grossangelegte umfangreiche Gesundheitsprogramm steht auch EFTA-Mitgliedländern (also auch der Schweiz) offen. Es kann hier  In English eingesehen werden. Suchtmittel, Alkohol u.a. sind mit erwähnt. Hier deutsch. 
19.10.2002 Mitverantwortung der Wirte bei alkoholbedingten Verkehrsunfällen. In Frankreich wurde ein Wirt wegen Mit-Verantwortung verurteilt, der einem Gast Alkoholika verkauft hatte. Dieser verursachte in der Folge einen tödlichen Verkehrsunfall. Nun reiben sich in der EU verschiedene Leute die Augen, denn dieser Richter könnte eine Lawine losgetreten haben. (Quelle: Eurocare)
19.10.2002 Global Alcohol Database der WHO in Zusammenarbeit mit der SFA International vergleichbare Daten zum Alkoholkonsum und zu alkoholbedingten Problemen aus über 190 Ländern können ab Mitte Oktober über eine Webseite der WHO in Genf abgerufen werden. Diese Datenbank wird von der SFA in Lausanne in Zusammenarbeit mit der WHO geführt. Sie erlaubt, länderspezifische und globale Entwicklungen der Alkoholproblematik zu verfolgen, die Grundlagen für alkoholpolitische Massnahmen bilden können. 
15.10.2002 Sat.1 wegen Alkoholwerbung am Pranger Auch ausländische TV-Sender müssen sich bei ihrer Werbung für Schweizer Publikum an die hiesigen Vorschriften halten. Die deutsche Aufsichtsbehörde hat Sat.1 gerügt, weil dessen Schweizer Werbefenster gegen das Alkoholwerbeverbot verstiess.
Der Entscheid im ersten Fall dieser Art sei von erheblicher Bedeutung, sagte Samuel Mumenthaler vom Bakom auf Anfrage. Im Sinne des Europäischen Übereinkommens über das grenzüberschreitende Fernsehen sei damit eine möglichst weitgehende Gleichbehandlung schweizerischer Veranstalter und eines aus dem Ausland ausgestrahlten Werbefensters gewährleistet.

Das erwähnte Übereinkommen bestimmt, dass Werbung, die sich eigens und mit einer gewissen Häufigkeit an ein Publikum im Ausland richtet, die Vorschriften des Ziellandes über die Fernsehwerbung nicht umgehen darf. Dies soll Wettbewerbsverzerrungen verhindern und eine Gefährdung des Fernsehsystems anderer Vertragsstaaten verhindern. (sda/SFA) [15.10.2002]

13.09.2002 Alkoholsteuern in der EU Um die Frage der Steuerharmonisierung scheint in der EU ein heftiger Kampf entbrannt zu sein. 
12.09.2002 Alkoholsteuern in der EU An der gestrigen Sitzung der EU-Kommission zum Thema Steuerharmonisierung konnte keine Einigung erzielt werden.
11.09.2002 Alkoholsteuern in der EU Heute findet eine Sitzung der EU-Kommission zum Thema Steuerharmonisierung statt. Der zuständige Kommissär stellt die Frage, ob die Biersteuern an den Konsumentenpreis-Index gekoppelt werden soll.
10.09.2002 Alkoholsteuern in der EU In einem Bericht der gestrigen "Financial Times" wird ein Mitglied der EU-Kommission zitiert, der gesagt habe, dass auf die Harmonisierung der Alkoholsteuern verzichtet werden solle. So bleibe die Vereinbarung von 1992 gültig, wonach jedes alkoholische Produkt eine vereinbarte minimale Steuerbelastung haben muss. Nach oben besteht keine Begrenzung. 

Dies wäre eine grosse Erleichterung für z.B. England und Schweden, die bereits damit rechnen mussten, massive neue Alkoholprobleme zu bekommen, wovon auch Norwegen betroffen ist. (Siehe dazu: "Sweden and the European Union -  Changes in National Alcohol Policy and Their Consequences", von Harold D. Holder, Ph.D., Schweden 2000, Verlag Almqvist & Widsell Intern., Stockholm.)

Für die Schweiz würde das heissen, dass die markanten Steuerreduktionen, die auf den gebrannten Wassern in "vorauseilendem Gehorsam" entgegen der Weisung der Bundesverfassung bereits vollzogen wurden, was zu massiven Konsumzunahmen geführt hat, nun völlig sinnlos erscheinen. Hat der Bundesrat jetzt die Einsicht, auf diesen Entscheid zurückzukommen? (Quelle: Tages-Anzeiger vom 10.9.02)

31.08.2002 Die nationale Alkoholstrategie in England soll neu gestaltet werden. Die nationale Alkoholstragegie Englands, die zu wiederholten Malen in den letzten vier Jahren von der Regierung versprochen worden ist, scheint nun endgültig auf die lange Bank geschoben. Die Aufgabe wurde neu einer Strategie Einheit im Cabinet Office zugeteilt, die nach sechs Monaten berichten soll, wie das Problem Alkohol-Missbrauch angegangen werden soll. Noch am 28. Juni 02 stellte der federführende Chief Medical Officer, Sir Liam Donaldson einen Entwurf zur Vernehmlassung für den Spätsommer in Aussicht. Es scheint, dass die Verantwortung nun vom Gesundheitsdepartement zu dieser Strategic Unit verschoben wurde, die möglicherweise mehr Verständnis für die Interessen der Alkoholindustrie aufbringt. Die Strategic Unit startet jetzt eine breitangelegte Analyse wissenschaftlicher Daten, wobei die bisher erarbeiteten Unterlagen des Gesundheitsdepartements mit verwendet werden sollen. 

Wer mithelfen möchte kann schreiben an: (e-Mail) SU-alcohol@cabinet-office.x.gsi.gov.uk oder SU Alcohol Project Team, Strategy Unit, Admiralty Arch, The Mall, London SW1A 2WH
(Quelle: "alcohol ALERT" Issue 2, 2002)

28.08.2002 Alkoholwerbung bei Jugendlichen Studie: Alkoholwerbung zieht bei Jugendlichen
Bochum (pte) - Alkoholwerbung setzt meist auf Image-Werbung, die mit Humor, cooler Musik und Action punktet. Genau durch diese Art der Werbung fühlen sich Kinder und Jugendliche besonders stark angezogen. Das ist ein Ergebnis der aktuellen Studie "Alkohol und Werbung" der ZEUS GmbH im Auftrag des deutschen Bundesministeriums für Gesundheit. Gerade in der Adoleszenz haben die von der Alkoholwerbung vermittelten Botschaften Freundschaft, Spaß und soziale Akzeptanz einen hohen Stellenwert. Anhand von drei Forschungsansätzen wird der Einfluss der Werbung auf einen gesteigerten Alkoholkonsum oder einen früheren Einstieg in den Konsum untersucht. Eine Wirkung zeigt sich vor allem im Bereich der Image-Werbung. Insgesamt ist jedoch der Einfluss der Werbung auf den Konsum, der direkt mit Werbung in Verbindung steht, gering. Minimiert werden kann dieser jedoch durch einen Verzicht auf Image-Werbung für alkoholische Getränke zu Gunsten von Werbungen, in denen das Produkt und nicht ein bestimmter Lebensstil im Vordergrund steht.
(Quelle: SFA)
21.08.2002 Eurocare schreibt an die Mitglieder des Europäischen Parlaments (EU) betr. die Verkaufsförderung im internen Markt. Am 2. September 2002 soll im Europ. Parlament (Plenarsitzung) ein Bericht über Verkaufsförderung im internen Markt diskutiert werden. Am 2. Juli hat das Legal Affairs Committee die 136 Seiten starke bereinigte Fassung des Berichts verabschiedet, obwohl viele Änderungen nicht diskutiert worden waren. 

Eurocare bittet die Parlamentsmitglieder zu berücksichtigen, dass gemäss Art. 152 des Amsterdamer Abkommens bei der Definition und Durchführung aller Gemeinschaftspolitik und -Aktivitäten ein hohes Mass an Gesundheitsschutz sichergestellt sein müsse. Es sei deshalb legitim, für alkoholische Getränke Ausnahmebestimmungen zu treffen, denn kein anderes legal in der Union verkaufte Produkt verursache mehr Schäden bei Jugendlichen. (Einer von vier Todesfällen bei männlichen Jugendlichen (15 - 29 Jahre) ist alkoholbedingt, 57'000 Tote jedes Jahr. Dazu leiden 7 Mio. Kinder in der EU unter mindestens einem Elternteil mit Alkoholproblemen.)

Es wird befürchtet, dass Strategien der Mitgliedländer, die diese Situation angehen, unterlaufen werden und dass dadurch den Empfehlungen des Ministerrates und der WHO nicht mehr nachgekommen werden kann.  

Links: Originalbrief auf Englisch

         Empfehlung des Ministerrats  

         

 

21.08.2002 Das Alkohol-Monopol in Norwegen verzeichnete in den ersten 5 Monaten einen starken Anstieg des Alkohol-Konsums. Nach einer Senkung der Steuern auf starken Getränken um 15% stiegen die Verkäufe um 11.1%. Der Anstieg in reinem Alkohol war mit 7,6% geringer, da die Mehrverkäufe vor allem die neuen Instantdrinks wie Smirnoff Ice und Baccardi Breezer betrafen, die wohl teuer aber nicht so hochprozentig sind. 

Die Steuern auf Wein und Bier wurden um 5% gesenkt. In den ersten 5 Monaten dieses Jahres gingen darauf die Verkäufe um 5,7% beim Wein und um 3,2% beim Bier hinauf. 

Die Steuersenkungen erfolgten, um das Gefälle zu den EU-Ländern zu vermindern. (Quelle: Eurocare)

Kommentar: Im Vergleich zu Norwegen waren unsere Steuersenkungen auf gebrannten Getränken unnötigerweise weit massiver und brachten auch entsprechenden Mehrkonsum.

21.08.2002 Guinness UDV (Diageo) verliert die Grossisten-
Lizenz während 6 Monaten in Norwegen
Die norwegische Direktion für Soziales und Gesundheit hat entschieden, die Grossisten-Lizenz von Guinness UDV für 6 Monate, beginnend am 12.8.02, zu entziehen. Gemäss dieser Direktion verstiess Guinness UDV in verschiedenen Fällen während der Lancierung der neuen Mischgetränke, wie Smirnoff-Ice und Baccardi Breezer, gegen das Alkohol-Verkaufsgesetz. (Alkoholreklame und alkoholische Getränke als Gewinne und Preise) Jeder einzelne Fall und die Gesamtheit der Verstösse seien alle als ernsthaft zu betrachten, vor allem da das Produkt auf Jugendliche abziele. Guinness UDV hat den Fall noch nicht kommentiert, und es ist noch nicht bekannt, ob sie gegen den Entscheid appellieren werden. 

Guinness UDV Norwegen gehört zu Diageo. Diageo Foundation hilft bei der Finanzierung eines Alkohol-Aufklärungsprojekts für 16 - 19 jährige Sekundarschüler. (!)  (Quelle: Eurocare)

21.08.2002 Promillegrenze in Portugal

 

Das Parlament hat am 12.7.02 den Grenzwert von 0,2 wieder auf 0,5 hinaufgesetzt. Worauf in einer Woche die Todesfälle auf der Strasse um 7% und die Zahl der überführten angetrunkenen Lenker um über 20% anstieg.

Eine portugiesische Organisation, die für Frieden und Sicherheit auf den Strassen kämpft, ruft auf, an ihre Regierungsmitglieder und Parlamentarier zu appellieren, dem Druck der Alkohollobby zu widerstehen und den Beschluss wieder rückgängig zu machen.

Aufruf auf Englisch mit den wichtigsten Adressen: hier klicken.

23.07.2002 THE GLOBE

Issue 2  2002 ist erschienen

Inhaltsübersicht:

Drinking it in - Marketing and Promotion of Alcohol to Young      People - WHO Valencia Conference, May, 2002

Selling booze: alcohol marketing in Nigeria

Social responsibility in the alcohol industry: Actions speak louder than words

The cost of youth drinking (Neuer Bericht aus Neuseeland)

Partner or foe? the alcohol industry, youth alcohol problems, and alcohol policy strategies  (Ein kürzlich von der American Medical Association herausgegebenes Papier diskutiert die Rolle der Alkoholindustrie in Präventions-Programmen. Es ist ein Ratgeber für Präventions-Profis und -Aktivisten, damit sie die Einstellung der Alkoholindustrie und deren Aufklärungs-Initiativen verstehen und darauf antworten können.

Spain moves on youth binge drinking

Das aktuelle Magazin (englisch)  ist per e-mail zu beziehen: gapa@ias.org.uk

12.07.2002 "The Television Without Frontiers Directive" (89/552/EEC), die das Fernsehen in der EU reglementiert, wird überarbeitet. Die Kommission will einen "application report" auflegen und wenn nötig Vorschläge in Bezug auf die technische Entwicklung bringen. Seit der Einführung dieser Direktive 1989 hat sich Europas audiovisuelle Landschaft beträchtlich entwickelt. Die Zahl der TV-Kanäle hat seither von 50 auf 1500 zugenommen. Alle neuen Vektoren und Übertragungsformen (Satellit, Kabel, Internet, E-Commerce) sollen berücksichtigt werden, weshalb die Revision genügend Zeit erhalten soll. Einige der Minister legten Wert auf die Wichtigkeit des Jugendschutzes. Diese Bedenken gehen über das Fernsehen hinaus und betreffen auch das Internet und die Video-Spiele.
Es geht auch um neue Werbetechniken und Strategien in diesen Medien. 

Bis Ende Jahr wird die Kommission (Frau Vivian Reding) einen Bericht mit Arbeits- und Zeitplan vorlegen. 

 

12.07.2002 Alkohol im Strassenverkehr, 0,2 Promille, Erfolg in Norwegen Am 1.1.2001 führte Norwegen die 0,2 Promille ein. Gemäss der Zeitung "Folket" verzeichnete die Polizei einen markanten Rückgang der Verstösse von 22% zum Vorjahr 2000. Der Rückgang verlief gleichmässig über alle illegalen Blutalkoholgehalt-Niveaus. Die grösste prozentuale Reduktion gab es zwischen 0,2 und 0,5, mit etwa 50%. Den grössten absoluten Rückgang zwischen 1,0 und 1,5. Der einzige Anstieg war unter 0,2 zu verzeichnen. Total 1885 Lenker wurden verzeigt. 

Ergebnis: Die Strassen in Norwegen sind nun markant sicherer. Die Senkung der Promillegrenze hatte einen starken präventiven Effekt bei Konsumenten über 0,5 Promille. Obwohl die Polizei in diesem ersten Jahr mehr Zeit für Strassenkontrollen aufwendete, mussten weniger Lenker  Bluttests über sich ergehen lassen, weniger Zeit wurde gebraucht für Erkundigungen, Anklageerhebung, Gerichtsverfahren und weniger Lenker wurden "kriminalisiert". (Quelle: Eurocare Newsletter June 2002)

27.06.2002 Strassenverkehr

The European Road Federation hat ein Manifest zur Verkehrssicherheit herausgegeben: New Road Safety Manifesto

Das Manifest ruft zu besserer Zusammenarbeit auf. Auch sollen die drei wichtigsten Säulen der Strassensicherheit - Infrastruktur, Fahrzeugkonstruktion und Lenkerverhalten besser in kombinierten Sicherheitsprogrammen integriert werden. Ein Aktionsplan bringt Vorschläge für verbesserte Sicherheit. 
14.06.2002 Suchtmittelreklame

 

Ein Gericht in Kalifornien verurteilte den Tabakkonzern R.J.Reynolds zu 20 Mio.Dollars, weil er in Zeitschriften, die auch von Jugendlichen gelesen würden, speziell diese angesprochen hätte. 

Eine neue Untersuchung ergab, dass die von Philip Morris, dem grössten Tabak-Multi mit grossem Trara eingeleitete und 100 Mio. Dollar teure Anti-Raucher-Kampagne bei den Jugendlichen das Gegenteil bewirkte. (Tages-Anzeiger vom 14.6.02; Link leider nicht mehr möglich, da Archiv neu kostenpflichtig)

Wer sich an die gegnerische Kampagne anlässlich der Zwillingsinitiativen erinnert, wird sich seinen Reim machen können. Nicht umsonst sagte der damalige "Papst" der Schweizer Werber, Herr Wirz sen., in einem grossen Beobachter-Interview, dass die Tabakwerbung die Jungen erwischen müsse, sonst seien sie als Konsumenten verloren. 

08.06.2002 An Jugendliche gerichtete Bierwerbung 

Grossbritannien

IPC Media’s wöchentliches Musik-Magazin NME hat einen 1.5 Mio. Pfund (2.3 Mio. Euro) – Vertrag mit der Brauerei Miller Genuine Draft unterzeichnet. Der Kontrakt enthält die Herausgabe eines monatlichen Führers, genannt „Bring it On“, der Musik-News, Besprechungen und Gig-Listen enthalten soll. Der Führer startete am 3. Mai und wird gratis mit dem Magazin verteilt. Er ist auch in Bars und Läden erhältlich, die das Bier führen. Das Abkommen beinhaltet auch das landesweite Sponsoring von 12 NME-gigs. Dieses Sponsoring folgt auf die glänzige äussere Neugestaltung des Boulevard-Rock-Magazins, um gegen die sinkenden Verkaufszahlen anzukämpfen.  

Portugal

Die Biermarke Sagres hat kürzlich einen Deal mit der Portugiesischen Fussball-Nationalmannschaft unterzeichnet. Als Teil des Abkommens offeriert sie den Konsumenten die Gelegenheit, durch eine Art Verlosung mit Flaschendeckeln Reisen nach Japan und Korea an die Fussball-WM zu gewinnen. Als Trostpreise gibt es u.a. Fernsehgeräte. Sagres versuchte auch den Verband zu benützen, indem sie WM-bezogene Werbung für Lieferanten von Läden produzierten: „Spono“

(Quelle: Eurocare)

02.06.2002 Absinth-Marketing Wie eine englische Firma versucht, ihr Absinth-Produkt besser zu vermarkten, so dass The Portmann Group sogar Bedenken hat. Ein Vergleich mit einem Schuss illegaler Drogen wird angedeutet. Für Details hier klicken. (Englisch)
30.05.2002 Lobby-Arbeit der Alkohol-Industrie Der Vorstand von ICAA (Intern. Council on Alcohol and Addictions) hat Mitte Mai den Präsidenten des ICAP (Intern. Center for Alcohol Policies), Marcus Grant, zu seinem neuen Direktor gewählt. Damit ist dieser alte Dachverband, dem INGO's und staatliche Stellen angehören, der vor fast 100 Jahren unter der Leitung des damaligen 1. Direktors der SFA gegründet wurde, ins Lager der Alkohol-Industrie abgeschwenkt. (Siehe auch die Seite Lobby-Arbeit der Alkohol-Industrie, ICAP.
30.05.2002 Alkohol im Strassenverkehr Italien hat die Einführung der 0,5 Promillegrenze per 1.1.03 beschlossen. Damit sind England, Irland und Luxemburg noch die einzigen EU-Länder mit 0,8 Promille. England hat immerhin strenge Strafen: Beim ersten Vergehen bereits ein Jahr Ausweisentzug.

Schweden kennt seit 1990 die 0,2 Promillegrenze. Die Unfälle sind rückläufig, auch die mit hohen Promillewerten. 

In einzelnen Staaten der USA und Canadas werden mit gutem Erfolg Alkoholblockier-Systeme in Autos eingebaut. 

Das Überlegen mit Alkohol-Einheiten, d.h. wie viele Gläser sind vertretbar, wird im Zeitalter der Designer-Drinks sinnlos.

28.05.2002 Technische Konsultation zu Handen der WHO über Marketing und Promotion von Alkohol bei Jugendlichen 50 Fachleute des Marketings und öffentlichen Gesundheitswesens mit nationalem und internationalem Hintergrund aus 22 Ländern trafen sich vom 7.-9. Mai in Valencia, Spanien. Es wurde an Hand von Beispielen von Alkoholwerbung aus Asien, Africa, Europa, Ozeanien und Amerika, die an Jugendliche gerichtet ist, gezeigt, welchen Einflüssen die Jugendlichen ausgesetzt sind. Alkoholwerbung zeigt ein einseitiges Bild des Alkoholgebrauchs, das dessen Anteil an Invalidität, Sterblichkeit und sozialen Schäden verschleiert. Die Kommission gab 4 Empfehlungen zu Handen der WHO ab: Die erste lautet:
Die WHO soll den Ländern beistehen, damit diese alle nötigen gesetzgeberischen oder regelsetzenden Schritte unternehmen, um sicherzustellen, dass Jugendliche nicht Botschaften der Alkohol-Werbung ausgesetzt werden.

Den vollen Wortlaut von Deklaration und Empfehlung lesen Sie auf Englisch mit Klick hier.

28.05.2002 Fussball-WM und Schweden Einige Restaurants haben um Ausnahmebewilligung angefragt, um vor 11 Uhr morgens Alkohol ausschenken zu dürfen. Sie begründen, dass die TV-Zuschauer die Spiele nur bei einem Bier voll geniessen könnten. Einige Gemeinden haben abgelehnt, aber in Stockholm scheint es, dass die Bewilligungen erteilt werden. Dies wird kritisiert, weil Sport und Alkohol nicht zusammengehören und der Alkoholkonsum bei Gewalt unter den Zuschauern eine grosse Rolle spielt. 
28.05.2002 Alkohol-Aktionsplan in Schweden Das von der Regierung eingesetzte Alkohol-Komitee, das den Auftrag hat, den Nationalen Alkohol-Aktionsplan umzusetzen, hat bereits Material publiziert, Medien-Kampagnen und Tagungen durchgeführt. Ein Schwerpunkt ist die Prävention in den Schulen und vor allem die als ausschlaggebend eingeschätzte Zusammenarbeit mit den Eltern. 
28.05.2002 Alkoholkonsum in Schweden Der Alkoholkonsum der über 14-Jährigen hat von 1996 bis 2001 von 8 L auf 9,1 L zugenommen, d.h. um 14%. Die Zunahme geht auch im Jahr 2002 weiter. Über 20% des Konsums betrifft den Import durch Reisende. Der Anstieg ist vor allem auf die Übernahme von liberaleren EU-Regeln zurückzuführen.
Bei der Schuljugend von 15-16 Jahren war bis 2000 ein Anstieg festzustellen, im letzten Jahr aber keine wesentliche Änderung. Das staatliche Institut für Gesundheit ist besorgt über den Konsum von Bier (max.3,5 Vol.%) durch Jugendliche, das in Lebensmittelgeschäften verkauft wird. Die Alterslimite von 18 Jahren wird schlecht eingehalten und soll nun mit Hilfe der Gemeinden und Läden besser kontrolliert werden. 
27.05.2002 Konsumentenschutz in der EU Am 20. Juni findet im Europ. Parlament die Behandlung und Abstimmung zu 136 Abänderungsanträgen zum "Green Paper" über "Consumers Protection" statt. 
27.05.2002 Alkohol-Werbung in Deutschland: Nach einer repräsentativen Umfrage würden 58% der Befragten die Alkohol-Reklame verbieten.
16.04.2002 Bezahlter Journalist

"Ex.Kolumnist"

(Gurardian 5.2.02/pro aere 1/02)

Roger Scruton, ehemals renommierter Philosoph und Kolumnist, ist vom Wall Street Journal fristlos gefeuert worden. Er hatte heimlich von einem Tabakmulti über 10'000 Franken kassiert und dafür tabakfreundliche Kommentare verfasst.

(Wer schreibt bei uns und bei wem diese immer wiederkehrenden suchtmittelfreundlichen Artikel?? Wer übernimmt kommentarlos die Meldungen des unten erwähnten ICAP?

5.4.2002 Italien Erstmals wird in Italien ein Tag der Alkoholprävention durchgeführt. (Sponsor WHO und Eurocare) Thema: Weisst du, was du trinkst?
März 2002 Alkohol und Jugend In Spanien soll im März 2002 eine zweite Konferenz zum Thema Alkohol und Jugend stattfinden. (Nach Stockholm)
Febr. 2002 THE GLOBE Issue 1 2002:
Alcohol industry's social aspect groups exposed
Die Alkohol-Industrie unternimmt weltweit ausserordentliche Anstrengungen, die öffentliche Meinung und die Regierungspolitk in Bezug auf Alkoholmassnahmen zu beeinflussen, um nicht das gleiche Schicksal wie die Tabak-Industrie zu erleiden. In dieser Nummer von THE GLOBE werden u.a. deren beide wichtigsten Institutionen in dieser Kampagne, The International Center for Alcohol Policies ICAP, Washington DC und die Amsterdam Group, Europe kritisch begutachtet. 

Sponsoren des ICAP: Allied Domecq PLC, Asahi Breweries, Ltd., Bacardi-Martini, Brown-Forman Beverages Worldwide, Coors Brewing Company, Diageo PLC, Foster's Brewing Group Limited, Heineken NV, Joseph E. Seagram &Sons, Miller Brewing Company, Molson, South African Breweries.

Sponsoren der The Amsterdam Group: Allied Domecq, Bacardi-Martini, Bass Brewers, Berentzen Gruppe, Brauerei Beck & Co., Carlsberg, Group Pernod Ricard, Heineken, Interbrew, Kronenburg, Moet Hennessy, Prips Ringnes, Remy Cointreau, Seagram Europe & Africa, United Distillers & Vintners.

Febr. 2002 THE GLOBE Special issue 4, 2001-02: 
GAPA Bangkok consultation: Alkohol in Asia
GAPA (Global Alcohol Policy Allliance) führte im November 2001 das erste regionale Treffen in Asien durch. Die Region wurde gewählt, weil sie für die Alkohol-Industrie ein Hauptziel darstellt. Die Scotch Whisky Association meldete eine Woche vor diesem Treffen eine Umsatzzunahme von 32,8%. 
   

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Inhaltsverzeichnis 

Entwicklungen der schweizerischen Alkoholpolitik der letzten Jahre anhand von Leserbriefen

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Internationales

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Die Lobby-Arbeit der globalen Alkoholindustrie

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Dossiers: Suchtmittelwerbung; Alcopops; Absinth; WTO - GATS; Alkoholkonsum Jugendlicher; Alkohol und Verkehr /  Drink Driving; Wein (Alkohol) sei (mässig genossen) gesund; Sport und Alkohol; Strukturelle Prävention; NPA (Nationales Programm Alkohol); botellón

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Stand: 30.12.2008