Internationales 2001                                

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Hier folgen in chronologischer Reihenfolge des Eingangs Neuigkeiten aus andern Ländern, die für die Schweiz auch
interessant sein könnten.

Zeitpunkt Thema Beschreibung
11.11.2001 Der kanadische Bierbrauer Coors Light stattet Bierflaschen mit einem GPS-Chip aus und kann so mit Satellitenunterstützung Wettbewerbsgewinner direkt auffinden. (Quelle: TELE 3.11.01) Die Bier-Idee hat offenbar in der Schweiz noch keine Nachahmer gefunden. Das wäre vielleicht eine neue Interventionsmöglichkeit für Hacker.
Nov. 2001 Holland: Happy hour

 

Promillegrenze

Bluttests bei Kriminalität

Im Parlament wird nächstens eine Debatte über ein Verbot der "Happy hour" mit der Abstimmung abgeschlossen.

Ein Gesetz setzt die Promillegrenze im Strassenverkehr für neue Fahrzeugausweisinhaber in den ersten 5 Jahren auf 0,2 Promille. (Übrige 0,5)

Um den Zusammenhang zwischen Alkohol und Kriminalität besser aufzeigen zu können, werden Bluttests bei Kriminalfällen eingeführt.

1.10.2001

 

 

 

 

 


20.10.2001

Portugal:

Neue Gesetze: 

Promillegesetz

 

 

Altersgrenzen


TV-Alkoholwerbung            

Seit dem 1.10.2001 gilt in Portugal 0,2 Promille im Strassenverkehr als Limite, befristet auf 6 Monate, dann wird der Erfolg überprüft. 

Abbruch: Der Presse entnehmen wir, dass Portugal den 0,2 Promille-Versuch nach bereits 2 Monaten abgebrochen hat. Die Parlamentarier gaben dem Druck der Weinbauern nach. Es bleibt bei 0,5 Promille. (SDA-Meldung, 4.12.01))

Die Altersgrenzen für ersten Alkoholkonsum wurden auf 18 Jahre, bzw. 16 J. für Bier und Wein, festgesetzt. (In der Schweiz ist analog der Verkauf an unter 18- bezw. 16-Jährige verboten.)

Ein Gesetz vom 20.10.2001 verbietet TV-Alkoholwerbung zwischen 7.00 und 23.00 Uhr. 

15.11.2001 Spanien: Alkohol-Präventionstag Auch Spanien führt einen Tag der Alkoholprävention durch.
aktuell Grossbritannien: Weissbuch zur Alkoholfrage London hat grosse Alkoholprobleme in der City. Die Regierung will ein Weissbuch dazu herausgeben, ist aber damit im Verzug.
  

23.5. -  2.12.01: London, Tate Britain 
Kürzlich wurde in der Tate Britain Gallery in London ein gewaltiges Gemälde restauriert und erstmals nach fast 100 Jahren der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht: "The Worship of Bacchus" von George Cruikshank. 1862 (236 cm x 406 cm, Öl auf Leinwand) BBC Television widmete ihm eine grosse Dokumentarsendung: "A 1000 Ways of Getting Drunk in England". 

In der Ausstellung ist eine illustrierte Dokumentation zu kaufen. (ISBN 1 85437 405 2) In der Ausgabe 3/2001 von "alcohol ALERT" (s.Bild) sind Hintergrund- Informationen und eine doppelseitige Abbildung zu haben. Link: IAS  (Institute of Alcohol Studies, London) Eine detailierte Erklärung zum Inhalt durch den Künstler ist ebenfalls in der Ausstellung erhältlich.

George Cruikshank (1792 - 1878) war einer der profiliertesten und berühmtesten Illustratoren des 19. Jh. Seine lange Karriere erstreckte sich von den Napoleonischen Kriegen bis ins hohe Alter. Seine frühen Werke waren beissende politische Satire gegen Napoleon und die Britische Regierung. Später ging er über zu Buchillustrationen und produzierte unerhört eindrückliche soziale Satiren. Berühmtheit erlangte er auch durch seinen jährlichen Comic Almanac (Kalender) und seine bekannten Tafeln zu Charles Dickens' "Sketches by Boz" und "Oliver Twist". Es wird angenommen, dass er gesamthaft 10'000 Bilder schuf.

Aber 1847, mit 55, wurde Cruikshank abstinent, und da er nie seinen scharfen Sinn für Humor verlor, widmete er seine verbleibenden 30 Jahre sozialen Reformen basierend auf Abstinenz. Sein Vater hatte sich 1811 in einem Trinkwettbewerb zu Tode getrunken und auch er selber  hatte bis ins mittlere Alter viel getrunken. Aber immer mehr erkannte er den übermässigen Alkoholgenuss als verhehrend und seine Bilder widmete er zunehmend dieser sozialen Frage. "The Worship of Bacchus" kann als Zusammenfassung dieses Teils seines Lebenswerks gesehen werden, das auch in seiner Gesamtheit fasziniert und staunen lässt. Die Tate Britain widmet George Cruikshank und seinem Werk einen eigenen Saal.

Global Alcohol Policy Alliance

   This is the first edition of a new Globe. The journal has always been concerned with the international aspects of alcohol problems, but now it will be the voice of an organisation which will give focus to the struggle against the worldwide influence of the drink industry.

GAPA (Global Alcohol Policy Alliance) emerged from the Conference held in Syracuse, New York, in the Summer of 2000, Experts and advocates from all over the world came together to share their views and to find a way to co-ordinate their efforts. lt became quite clear, as paper after paper was delivered, that there was a community of interest and an urgent need to match the measures being taken by the global alcohol industry to increase sales and circumvent health promotion policies. Although it would, of course, be impossible to match the financial resources of the international drink companies and the “social aspect” groups which speak for them, there is no doubt that, if properly organised, the dedication and scientific knowledge displayed at Syracuse will be a formidable weapon in helping governments around the globe in countering the health problems created by alcohol consumption.

The GAPA mission is ”to reduce alcohol-related harm worldwide by promoting science-based policies independent of commercial interests.“

    The aims of GAPA are:
  
      to provide a forum for alcohol policy advocates through meetings, information sharing, publications and electronic communications;
         to disseminate information internationally on effective alcohol policies and policy advocacy;
         to bring to the attention of international governmental and non-governmental agencies and communities the social, economic and health consequences of alcohol consumption and related harm;
         to advocate for international and national governmental and non-governmental efforts to reduce alcohol-related harm world wide;
         to co-operate with national and local organisations and communities to alleviate alcohol-related problems;
         to encourage international research on the social and health impact of the actions of the multinational alcohol beverage industry;
         to monitor and promote research on the impact of international trade agreements on alcohol­related harm;       

          
      to monitor the activities of the alcoholic beverage industry; to place priority on research and advocacy regarding those parts of the world where alcohol problems are increasing;
         to ensure that member groups in.those areas have the technology and support capacity to participate in a global network for communication and action.

 

 
Dezember 2001 2. Ausgabe von THE GLOBE erschienen. (Magazin der Global Alcohol Policy Alliance) Herausgeber: IAS

Inhaltsübersicht: 

Alcohol policy in Europe: what can the European Union do?

Trade treaties, alcohol and public health -

GAPA web site

Alcopops appear in the USA

Drinking epidemic among the young

The social cost of underage drinking

The regeneration of Roseland (Bürgerinitiativen dank          Gemeindeselbstbestimmungsrecht in Quartieren von Chicago)

Profits or health

Book Review: The International Handbook of Alkohol Dependence and Problems

 
01.11.01 / 27.9.01 Am 27.9.01 präsentierte der französische Gesundheitsminister Bernard Kouchner in Paris den neuen Aktionsplan der Regierung zu "Intensivierung der Prävention und zur Behandlung alkoholbezogener Gesundheitsprobleme". Hinter diesem schwergewichtigen Titel versteckt sich ein Programm, das für das Weinland Nr. 1 eine regelrechte Alkoholpolitik unter dem Vorzeichen einer Politik öffentlicher Gesundheit verspricht. Ins Fadenkreuz der Bemühungen gerät nicht nur der Alkoholismus, gegen den ja bekanntlich alle sind, sondern speziell der Alkohol als Substanz. So lautet der Titel der nationalen Kampagne dann auch "Alkohol - man muss nicht betrunken sein, um dadurch zu sterben". (Standpunkte 5/01, SFA) "Mehr als ein Sturm im Wasserglas?" überschreibt Hermann Fahrenkrug in "Standpunkte" diesen Bericht über den französischen nationalen Alkohol-Aktions- plan, der auf dem Aktionsplan der WHO aufbaut. Müsste man unsere Erfahrungen mit dem schweizerischen Aktionsplan vom 24.5.2000 als Massstab nehmen, der in behördlichen Schubladen dahindämmert, wäre die Antwort wahrscheinlich ja. Allerdings hat Frankreich trotz seiner grossen Weintradition in letzter Zeit grosse Anstrengungen auf diesem Gebiet unternommen und auch spürbare Ergebnisse erzielt: z.B. 0,5 Promillegrenze, Reduktion des Alkoholkonsums, Werbebeschränkungen, Weinsteuer. Wie uneinsichtig demgegenüber unser Parlament ist, mussten wir bei der kürzlichen Debatte über die Promillegrenze wieder zur Kenntnis nehmen.
28.07.2001 "The Globe" ist als "New Series Issue 1 2001 neu erschienen. Als neuer Herausgeber zeichnet die "Global Alcohol Policy Alliance"

Adr.: Alliance House, 12 Caxton Street London SW1H 0QS United Kingdom. 

Tel. 020 7222 4001, Fax 020 7799 2510, email gapa@ias.org.uk

Mit Link auf homepage "IAS" erreichbar.

Im August letzten Jahres wurde diese informelle Vereinigung der Global Alcohol Policy Alliance in Syracuse NY in den USA gegründet. Gegen 200 Fachleute der Alkohol-Prävention schlossen sich im Kampf gegen den übermächtigen Einfluss der Alkoholindustrie zusammen. (Wir waren auch dabei.) Anschliessend die Seite 3 aus The Globe mit der Zielsetzung dieser neuen Organisation. 
März 2001 Neues Alkoholgesetz in Italien Italien hat sich ein neues Alkoholgesetz gegeben: Legge n.125/2001 del 30 Marzo 2001 Legge quadro in materia di alcol e di problemi alcolcorrelati  (G.U.n. 90 del 18 Aprile 2001) 

Es enthält grosse Änderungen: Z.B. Die Promillegrenze im Strassenverkehr wird von 0,8 auf 0,5 Promille gesenkt. Ein nationales Komitee für Alkoholfragen wird gebildet. Das Gesetz muss noch in Kraft gesetzt werden.

2001 Schweden: Nationaler 

Alkohol-Aktions-Plan

Am 21.2.01 genehmigte das schwedische Parlament den Nationalen Alkohol-Aktionsplan, der den WHO-Plan umsetzt.  Hauptpunkte: Die Anstrengungen der WHO unterstützen und für eine Alkoholstrategie der EU arbeiten. National: Das Staatsmonopol im Alkoholdetailhandel erhalten, ebenso die Altersgrenzen und die Marketingeinschränkungen. Die Alkoholsteuern sollen nur wenn nötig gesenkt werden. etc. Das Schwergewicht in der Alkoholprävention wird sich auf die lokalen und regionalen Behörden und Freiwilligen-Organisationen verlagern. Das Budget enthält Beträge für die Durchsetzung des Aktionsplanes.

Die Regierung hat eine nationale Koordinationsgruppe für Alkohol- und Drogenprävention eingesetzt unter dem Vorsitz des Ministers für Soziales. Unter dieser Gruppe arbeitet ein ausführendes Komitee, in dem die gleichen Gremien vertreten sind aber mit Mitgliedern ihres Personals unter Leitung des Untersekretärs des Ministers für Soziales. 5 Personen arbeiten vollamtlich während 5 Jahren an der Umsetzung des Aktionsplanes. Vertreter des Alkoholgewerbes sind in dem Komitee nicht vertreten. 

Ein Nationaler Aktionsplan gegen andere Rauschdrogen wird im Dezember dem Parlament vorgelegt. 

1.1.2001 Norwegen: Neue Promillegrenze

 

Alkoholsteuern

 

 

 

 

Neue Strukturen für das Gesundheits- und Sozialwesen

Seit Anfang Jahr gilt in Norwegen 0,2 Promille, mit einer Toleranz von 0,1 Promille. Die ersten 6 Monate zeigten bereits positive Resultate. Auch die Zahl der kontrollierten Lenker mit mehr als 0,5 Promille ging zurück. 

Während der diesjährigen Wahlkampagne sprachen sich alle Parteien für eine Senkung der Alkoholsteuern aus, um das Preisgefälle zu Schweden zu vermindern, das zu einem massiven Handel über die Grenze geführt hat. Als EU-Mitglied ist Schweden genötigt, die Steuer zu senken. Die auch in Norwegen zu erwartenden geringeren Steuereinnahmen, die der Prävention verloren gehen, müssen im Budget Norwegens durch eine Verstärkung der Ausgaben auf den Gebieten Prävention, Behandlung und Forschung kompensiert werden.

Das Gesundheits- und Sozialwesen in Norwegen wird einer weitgehenden Strukturänderung unterzogen. Das zentrale Direktorat für Alkohol- und Drogenprobleme wird in das neue Direktorat Gesundheit und Sozialwesen eingebaut. Die Folgen sind noch nicht absehbar. 

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Inhaltsverzeichnis 

Entwicklungen der schweizerischen Alkoholpolitik der letzten Jahre anhand von Leserbriefen

Aktuell

Hinweise für Unterrichtende

Ihre Meinung interressiert uns

Links zu Fachleuten und Institutionen

Internationales

Briefe an ....

Die Lobby-Arbeit der globalen Alkoholindustrie

Veranstaltungen

Parlamentsdebatten

Zitatensammlung

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Forschungsergebnisse

Archiv

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Dossiers: Suchtmittelwerbung; Alcopops; Absinth; WTO - GATS; Alkoholkonsum Jugendlicher; Alkohol und Verkehr /  Drink Driving; Wein (Alkohol) sei (mässig genossen) gesund; Sport und Alkohol; Strukturelle Prävention; NPA (Nationales Programm Alkohol); botellón

Geschichten

Interventionen

Wir über uns

Projekt-Idee     Project in English


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Stand: 30.12.2008