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In den Jahren 2001 - 2003 haben wir mehrere externe Links gelöscht. Wenn ein solcher Link dringend benötigt wird, kann er bei uns per e-mail angefragt werden.  

31.12.2001 Alkoholpolitik bei der Schweiz. Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme http://www.sfa-ispa.ch/Politique/politik.htm Unter dieser Adresse hatte die SFA ihre drogenpolitischen Stellungnahmen zusammengefasst. Sie decken sich mit den hier vertretenen Meinungen, was uns zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wer sich ausführlicher mit Alkoholpolitik befassen will, darf diese Adresse nicht verpassen. (4.2.05: Bei der Neugestaltung ihrer Webseite ist diese Seite weggefallen.)
15.12.01

 

 

Ein revidiertes Radio- und Fernsehgesetz soll nach dem Willen von Privatsendern und Werbewirtschaft erstmals Werbung für alkoholische Getränke in den schweizerischen TV- und Radioprogrammen erlauben. In die gleiche Richtung zielt eine Parlamentarische Initiative von Ständerat Carlo Schmid. Nun schlägt die EKA (Eidg. Komm. für Alkoholprobleme)  Alarm. Welchen schädlichen Einfluss die Alkoholwerbung auf unsere Gesellschaft und besonders auf die Jugend hat, ist längst wissenschaftlich erhärtet. Sogar bei der EU lässt sich bei wichtigen Stellen ein Sinneswandel feststellen, indem die Einsicht wächst, dass Alkohol nicht wie ein gewönliches Handelsgut behandelt werden sollte. Nun soll ganz gegen den Trend bei uns eine der letzten Bastionen im Kampf gegen die Allmacht der Werbung geopfert werden, die einmal mit grosser Mühe errichtet wurde. Nur um dem Profitstreben einiger Konzerne nachzugeben. Dabei müsste die ganze Suchtmittelwerbung verboten werden! (Siehe dazu auch die Einleitung auf der Homepage)
14.12.01/

12.12.01

Cannabis-Teillegalisierung im Ständerat mit 32 : 8 Stimmen Obwohl mit Ausnahme der welschen Ständeräte ziemlich Zufriedenheit herrscht über die Gleichstellung von Cannabis und Marihuana mit den legalen Suchtmitteln Alkohol und Tabak beschleicht einen doch ein mulmiges Gefühl. Würden Alkohol und Tabak neu erfunden, müssten sie wegen ihrer Schädlichkeit sofort verboten werden. Heute gelingt es uns nicht mehr, sie in den Griff zu kriegen. Nun wird ein dritter ähnlicher Giftstoff in diesen Bund der akzeptierten Drogen aufgenommen, ohne dass gleichzeitig Schranken aufgerichtet werden. Die Altersgrenze 18 für die Abgabe ist ja wohl nur ein dürftiges Feigenblatt. Ob die Forschungsgelder schon gesprochen wurden, um die Auswirkungen zu überprüfen, wenn der Nationalrat mitzieht?

 

13.12.2001 Harald Juhnke

Gleich drei Agenturen berichten, dass Harald Juhnkes Bühnenlaufbahn nun endgültig in einem Pflegeheim für demenzkranke Menschen endete. 72-jährig, nach vielen Erfolgen und ständigen Abstürzen wegen Alkoholmissbrauch, ist er nun  angekommen, wie es viele befürchtet hatten.

Ein trauriges Schicksal. Für viele Alkoholiker mag er ein "Vorbild" gewesen sein, der zeigte, dass man immer wieder aufstehen kann. Aber immer war der Alkohol stärker als er, trotz der besten Rehabilitationskuren. Dank seiner zähen Konstitution hat er erstaunlich lange ausgehalten. Wie viel mehr an köstlicher Unterhaltung hätte er seinem Publikum geben können, hätte er in jüngeren Jahren den Willen zum Aussteigen aufgebracht. Die Frage nach der Mitschuld seines Umfeldes und der Massenmedien, die oft genüsslich diese Trinkerkarriere begleiteten, darf gestellt werden.

04.04.2001

Unter den Titeln "Streit um Promille", "Der Geist aus der Flasche" und "Bedenklich für die Sicherheit" berichtet der Tages-Anzeiger ausführlich über die Verkehrskommission des Nationalrats, die mit 15 gegen 10 Stimmen dem Antrag von Alex Heim, CVP SO zustimmte, wonach in Zukunft das Parlament und nicht mehr der Bundesrat die Promille-Grenze im Strassenverkehr festlegen solle. Dies im Widerspruch zu Bundesrat und Ständerat. Nur knapp, mit 13 zu 10 Stimmen lehnte sie es ab, die geltende Limite von 0,8 Promille im Gesetz festzuschreiben. Bereits im Leserbrief vom 2.4.99 wurde auf diese mögliche Entwicklung hingewiesen, nachdem der Bundesrat dem Druck der Autoverbände und des Gastgewerbes nachgegeben hatte und den Schwarzpeter an das Parlament weitergereicht hatte, statt auf die Fachleute abzustellen und wie bisher in eigener Kompetenz zu bestimmen. Die grosse Mehrheit der europäischen Länder setzte die Grenze bei 0,5 Promille oder tiefer.  Sowohl im März 2000 wie im März 2001 berichtete die SFA, dass im verganenen Jahr die alkoholbedingten Unfälle wieder zugenommen hätten. Sind uns Menschenleben derart gleichgültig?

22.06.2001

Der Tages-Anzeiger titelt: "Fahrdelikte spalten das Parlament", "Getrübte Urteilskraft" und "Politiker auf Schleuderkurs." Die Rede ist vom Nationalrat, der den Empfehlungen der Verkehrskommission gefolgt ist und mit 84 zu 66 Stimmen sich die Kompetenz zur Festlegung des Promillesatzes zusprach und nur mit 84 gegen 68 Stimmen ablehnte, die 0,8 Promille-Limite beizubehalten. Nun muss die Differenz zum Ständerat bereinigt werden. Der Versuch, die verdachtsfreie Atemkontrolle abzuschiessen unterliegt mit 76 zu 54 Stimmen.  Nun soll es also nach dem Willen des Nationalrats bei ihm liegen, die Promillegrenze zu bestimmen, was ziemlich sicher heissen würde, wie bisher 0,8 Promille. Hoffentlich bleibt der Ständerat standhaft. Ein Lichtblick gegenüber 1999 ist immerhin, dass der TCS nicht mehr zu den Gegnern der tiefern Limite zählt. Es wäre schön, wenn er sich noch zu einer aktiveren Haltung in dieser Richtung durchringen könnte. Schliesslich vertritt er fast 1,5 Mio. Verkehrsteilnehmer, deren Wohl ihm am Herzen liegen müsste. Auch die vorgesehene verdachtsfreie Atemluftkontrolle ist ein Fortschritt. Damit wird eigentlich erst eine breitere präventive Wirkung erzielt
28.10.01/   

26.09.01

Der Ständerat schliesst sich dem Nationalrat an und gibt den Eidg. Räten die Kompetenz, die Alkoholpromillegrenze im Strassenverkehr festzulegen. (Bisher lag sie beim Bundesrat, der sie auf 0,5 Promille senken wollte.) Was zu befürchten war, ist eingetreten. Der Ständerat folgte der Alkohollobby. Wenn behauptet wurde, dies sei ein politischer Entscheid, kein wissenschaftlicher, ist das ja sehr beschönigend und stellt den Parlamentariern ein denkbar schlechtes Zeugnis aus. 
28.10.01

Okt.01

Schützt sportliche Aktivität im Jugendalter vor Alkohol, Tabak und Drogenkonsum? (SFA-Information Okt.01) Die SFA kommt in einer neuen Langzeitstudie über 3 Jahre zum überraschenden Ergebnis, dass Sporttreiben bei jungen Männern keinen präventiven Schutz vor dem Substanzkonsum bedeutet. Gerade die Männersportarten erfüllen eine ähnliche soziale Funktion wie der Konsum von Alkohol, Tabak und Cannabis. "Junge Männer sind besonders in Mannschaftssportarten tätig, da siegt und verliert man gemeinsam. Diese Identifizierung mit der Gruppe kann sich auch auf den gemeinsamen Substanzkonsum ausdehnen".(Dr. H. Schmid)

 

Was hier einmal von der wissenschaftlichen Seite beleuchtet wird, kennt der aufmerksame Betrachter der Sportszene schon lange. Champagner und/oder Bierkisten in der Mannschaftsgarderobe sind auch dem Fernsehzuschauer nicht unbekannt. Dass viele der Sportler auch in unteren Ligen nachher noch motorisiert nach Hause fahren, ist ein weiteres trübes Kapitel. Für einige wird es nach der Aktivzeit schwierig sein, diese Konsumgewohnheit abzulegen, um nicht in eine Alkoholikerkarriere hineinzuschlittern. 

Drogenprävention in Sportvereinen ist deshalb sehr aktuell und wichtig.

1.11.01/

10.11.01

 

In einem Zürcher Kino wurde erstmals ein Werbespot mit einer  Duftnote begleitet, die per Ventilator in den Saal geblasen wurde.  Wie lange geht es wohl, bis der Gesetzgeber aufmerksam wird?
11.11.01 Die reformierte Landeskirche arbeitet seit 20 Jahren an einer Neuübersetzung der Zürcher Bibel. Im Jahr 2004 soll das 4-Millionen- Projekt vollendet sein. Nun hat die erste von vier öffentlichen Disputationen stattgefunden zum Thema übersetzungsbedingte Diskriminierungen. Es kamen vor allem geschlechtsspezifische Probleme zur Sprache. Es wird interessant sein, festzustellen, wie der Themenkreis "Wein" in der neuen Übersetzung behandelt wird. Ob die Originalbegriffe endlich ehrlich übersetzt worden sind, oder am gewohnten Einheitswort "Wein" festgehalten wurde. In den biblischen Urtexten kommen eine ganze Reihe verschiedener Begriffe vor, die je nach dem für vergorenen, unvergorenen, süssen, eingedickten Saft, getrocknete oder frische Trauben  wie auch Traubenmus stehen können. Dem Laien wurde bis jetzt vorgetäuscht, dass es sich immer um Wein, d.h. vergorenen Saft handelte. Nicht zuletzt damit hat der am Alkoholkonsum interessierte Teil unserer Gesellschaft ihre sogenannte Weinkultur zu begründen versucht.
25.11.01/

23.11.01

Nachtcafés im Trend

Nach einer Pressemeldung der SDA hat die Zahl der Restaurants in der Stadt Zürich auch im vergangenen Jahr stark zugenommen. Ende Dez. 2000 gab es 1287 Restaurants mit Alkoholausschank, d.h. 58 mehr als im Vorjahr. Um 111 (+40%) auf 384 stieg die Zahl der Nachtcafés mit Öffnungszeiten nach der Polizeistunde. 40% dieses Angebots liegen in den Kreisen 1 und 4. Wegen des liberalisierten Gastgewerbegesetzes verdreifachte sich die Zahl der Nachtcafés per Ende 1998 auf 240.

Neben der Preispolitik, d.h. die Verteuerung durch Steuern, ist die Erhältlichkeit das zweite wichtige Mittel, die Menge des Alkoholkonsums zu steuern. Dass der Gesamtkonsum in der Schweiz in den letzten paar Jahren leicht gefallen ist, könnte man nun sagen, passe nicht zu der rasanten Zunahme von Alkoholausschank- stätten, die auch in der übrigen Schweiz, vielleicht nicht überall so massiv, zu verzeichnen war, denn die meisten Kantone liberalisierten inzwischen ihre Gesetze. Leider gibt es bei uns keine genauen statistischen Erhebungen auf diesem Gebiet, so bleibt nur die Spekulation nach den eventuellen Gründen: Ist das "Schluckvermögen" der Schweizer einfach am Limit? Gewinnt die Einsicht für einen gesünderen Lebensstil an Boden? War die Erholung nach der 90er Rezession zu kurz und wieder im Abflauen? Hat die Globalisierung mit dem Shareholder-Value-Denken das Kostenbewusstsein der Firmen auch bei diesen Ausgaben stark beeinflusst? Konnte die Suchtprävention mässigend wirken? - Ich tendiere zur ersten Variante, denn der politische Wille für eine wirksame Prävention ist im Parlament nicht vorhanden und die "Trinkkultur" dank übermächtiger Werbung zu stark.

                                

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Inhaltsverzeichnis 

Entwicklungen der schweizerischen Alkoholpolitik der letzten Jahre anhand von Leserbriefen

Aktuell

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Dossiers: Suchtmittelwerbung; Alcopops; Absinth; WTO - GATS; Alkoholkonsum Jugendlicher; Alkohol und Verkehr /  Drink Driving; Wein (Alkohol) sei (mässig genossen) gesund; Sport und Alkohol; Strukturelle Prävention; NPA (Nationales Programm Alkohol); botellón

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Stand: 03.01.2009