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Leserbriefe25.3.2006 per
e-mail Leserbrief zu „Zehn Minuten mit Rolf Schweiger“ im Magazin vom 25.03.2006 „Seine
eigene Generation, die nur das Bier für die Jungen verteuern will, keinesfalls
aber den Wein für sich selber, hält Herr Schweiger für absolut unglaubwürdig“.
Völlig einverstanden, Herr Schweiger. Nur, leider stimmt es gar nicht, was er
sagt. Die Mehrheit wollte ja absolut keine Steuererhöhung auf dem Bier.
(Vielleicht fand das Gespräch noch vor der Behandlung der Biersteuer im Rat
statt?) Bei den Alcopops war es noch gelungen, eine Steuer einzuführen. In
jenem Zusammenhang würde seine Aussage zutreffen. Dass
er aber der Jugend keine Grenzen beim Alkoholkonsum (und sonst?) setzen will,
dafür habe ich gar kein Verständnis. Etwas weniger aus dem Bauch heraus, dafür
mehr tatsachenorientiert politisieren würde ihm und andern gut anstehen. Die
Menge alkoholischer Getränke, die heute von Jugendlichen hinter die Binde
gegossen wird, steht in keinem Verhältnis zum Konsum zur Zeit unserer Jugend.
Der Einstieg erfolgt auch immer früher. Und zwar auch mit dem risikohaften
starken Konsum. Der Rausch wird geradezu gesucht. Das hat sicher auch mit dem
oft zitierten „Hörner abstossen“ zu tun, aber viel mehr mit schmerzlichen
Folgen, die von einzelnen und von der Gesellschaft ertragen und getragen werden
müssen. Für
den einzelnen starken Konsumenten: Zunahme und früherer Beginn der Leberschäden,
mehr alkoholbedingte Kriminalität, Gewalt, sexuelle Gewalt, Verkehrsunfälle
mit Tod und Invalidität, Suizid, Armut. Für
die Gesellschaft: Leid und Angst der Angehörigen und unschuldigen Opfer,
Gesundheitskosten, Ausfälle für die Wirtschaft. (Infos u.a. bei www.alkoholpolitik.ch,
Kapitel Forschungsergebnisse; Aktuelles; Internationales) Preiserhöhungen
sind das wirksamste Mittel, den Konsum zu reduzieren. Bei Jugendlichen nützen
auch möglichst hohe Alterslimiten, die durchgesetzt werden. Die Massnahmen sind
nötig, weil immer mehr Jugendliche diese gefährliche Zeit für sich und die
Gesellschaft nicht schadlos überstehen. Leider können sie verantwortlichen
Umgang mit der legalen Droge Alkohol (noch) nicht von den Erwachsenen lernen.
Schön wäre es. Deren Mehrheit konsumiert zwar mässig, aber die andern drücken
der Gesellschaft ihren Stempel auf, und viele Mässige (auch Politiker) helfen
ihnen noch aus falsch verstandener Solidarität dabei. Mit
freundlichen Grüssen Hermann
T. Meyer
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InhaltsverzeichnisEntwicklungen der schweizerischen Alkoholpolitik der letzten Jahre anhand von Leserbriefen Ihre Meinung interressiert uns Links zu Fachleuten und Institutionen Die Lobby-Arbeit der globalen Alkoholindustrie Dossiers: Suchtmittelwerbung; Alcopops; Absinth; WTO - GATS; Alkoholkonsum Jugendlicher; Alkohol und Verkehr / Drink Driving; Wein (Alkohol) sei (mässig genossen) gesund; Sport und Alkohol; Strukturelle Prävention; NPA (Nationales Programm Alkohol); botellón Projekt-Idee
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Herausgeber/Editor:Hermann T. Meyer, Projekte und Dienstleistungen, Lindenstr. 32, CH-8307
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