Leserbrief

13.03.2005                    

 

Redaktion der
Neuen Zürcher Zeitung
Briefe an die NZZ
8021 Zürich

 

per e-mail

 

Leserbrief betr. „Was bewirken Werbeverbote“, vom 9.3.05

Merkwürdig, dass ein Journalist, der in der NZZ einen Artikel über Suchtmittelwerbung schreibt, ausgerechnet das renommierte Zürcher Suchtforschungs Institut nicht in seine Recherchen einbezieht. Dieses berichtete in einer ausführlichen Vergleichs-Studie im Januar 05, dass Werbeverbote 5 – 8% Konsumrückgang, d.h. auch Schadensrückgang bringen. (auch auf www.alkoholpolitik.ch finden Sie unter Forschungsergebnisse und Dossier Suchtmittelwerbung wesentliche und aktuelle Quellen zu diesem Thema.)

Dieser Ertrag mag bescheiden erscheinen. Aber für die Schweiz mit ihrem Mangel an wirksamen Präventionsmassnahmen wäre dies schon viel bei fast keinen Kosten.

Viel grösser wäre aber der Effekt zu veranschlagen, der für die Erwachsenenwelt gegenüber der Jugend als Imagegewinn herausschauen würde. Die Jugend ist, nach Prof. Uchtenhagen, Zürich, der „Spiegel der Gesellschaft“. Bringen wir es fertig, die Umwelt unserer Jugend wenigstens äusserlich suchtmittelfrei(er) zu gestalten, hat plötzlich die Suchtprävention bei den Jungen eine Chance. Sie ist dann nämlich glaubwürdiger und nicht zur gesellschaftlichen Wirklichkeit diametral entgegengesetzt. Eine diesbezügliche Untersuchung erschien als WHO-Publikation „Alkohol und Massenmedien“ 1998.

Nur, ist eine wirksame Prävention bei der Jugend überhaupt erwünscht? Hätten dann der Ständerat und vor ihm der Nationalrat die Wein- und Bierwerbung in privaten Lokalsendern zugelassen? Die verkaufen doch die Jugend nach einer sogenannten Güterabwägung (Originalton CVP Kt. Zürich) an die Alkohol- und Tabakmultis, wobei ein Teil von ihnen auch noch den Weg zu den illegalen Drogen findet. (Alkohol und Tabak sind Einstiegsdrogen). Die Wirtschaft sollte dies gar nicht freuen. Denn sie wird dadurch auch belastet. Da könnte sie einen Kostenvorteil herausholen. Sogar in der EU ist eine Neuorientierung in Sicht. Alkohol ist keine normale Ware mehr. Denn Gesundheit bringt Wohlstand. Die Schweiz wird wieder einmal hinterherhinken.

                                                                                     Mit freundlichen Grüssen

                                                                                          Hermann T. Meyer

 

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Stand: 30.12.2008