Leserbrief

18.02.2008

 

Kölner Stadtanzeiger

online

http://www.ksta.de/html/artikel/1202761009499.shtml

Tor - und Prost?

 

Unser Forums-Beitrag:

Aktiv sein im Verein und Alkoholgenuss
Die im Artikel geschilderten Zustände in Sportvereinen decken sich mit den vorhandenen wissenschaftlichen Untersuchungen. Bereits im Okt. 2001 zeigte eine Untersuchung der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme, SFA, dass Sporttreiben bei jungen Männern keinen präventiven Schutz vor dem Substanzkonsum bedeutet. Gerade die Männersportarten erfüllen eine ähnliche soziale Funktion wie der Konsum von Alkohol, Tabak und Cannabis. "Junge Männer sind besonders in Mannschaftssportarten tätig, da siegt und verliert man gemeinsam. Diese Identifizierung mit der Gruppe kann sich auch auf den gemeinsamen Substanzkonsum ausdehnen".(Dr. H. Schmid). Im Januar 2006 folgte eine neue Studie:
 

Mathias Morgenthaler fasste die SFA-Studie in der "Standpunkte"- Ausgabe 6/05 zusammen. Sie wurde im Auftrag der Eidgenössischen Sportkommission erstellt. Dabei wurde im Rahmen einer Sonderauswertung der Schülerstudie HBSC der Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und gesundheitsrelevanten Lebensstilen bei Jugendlichen erneut untersucht. Hier ein paar ausgewählte Aussagen: 
 

"- Mehr als die Hälfte der Jugendlichen sind weder körperlich aktiv noch sportlich.

- Intensiv Sport treibende Jugendliche pflegen nicht in allen Bereichen einen gesunden Lebensstil.

- Ein überdurchschnittlich hoher Anteil der Jugendlichen, die intensiv Sport treiben, war schon mindestens vier Mal im
     Leben betrunken. 

- Gegenüber den weniger Sportlichen war das ein um 37% höheres Risiko. 

- Körperlich aktive Jugendliche (nicht Sportler) leben in Bezug auf Alkohol- und Tabakkonsum gesünder als inaktive,
     jene, die intensiv Sport treiben, rauchen mehr und betrinken sich öfter."
 


Im Dezember 2007 schrieb ein Zuschauer in RevierSport online, 9.12.07 : "Heute ist mir auf dem Platz in Scholven folgendes auf's Gemüt geschlagen:
 Da bekommen b-Jugendliche von ihrem Trainer alkoholische Getränke nach dem Spiel, außerdem rauchen die Spieler im Trikot vor den Kabinen!!"  b-Jugendliche seien 15-16 Jahre alt.
 


Die Studie von
Thomas Fritz: Stark durch Sport – stark durch Alkohol? Eine Untersuchung an jugendlichen Vereinsfußball.
zitieren Sie in Ihrem Artikel, der Spiegel online berichtete darüber am 7.11.07.
 


Sport und Alkohol sollten sich naturgemäss ausschliessen. Leider sind viele Sportverbände auch finanziell über Sponsorenverträge an die Alkoholindustrie gebunden  und verkaufen so die Gesundheit ihrer Spieler an die Gewinninteressen der Alkoholbranche. Dass sie damit die ihnen anvertrauten Jugendlichen einem hohen Risiko aussetzen, scheint sie nicht zu beeindrucken. Oft sind sogar die Eltern auf verlorenem Posten, wenn sie dagegen angehen wollen. Da die Verbände keine Einsicht zeigen, müsste wohl der Staat eingreifen, auch wenn wieder Zeter und Mordio geschrien würde von wegen Einschränkung der Freiheit.
Obige und andere Informationen zu Sport und Alkohol sind auf der Webseite http://www.alkoholpolitik.ch/dossiers/alksport.htm zu finden.
 


Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
 

 

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Stand: 03.01.2009