Leserbrief                     
 

24.11.2007                                     (veröffentlicht am 1.12.07 mit einigen Kürzungen)

 

Redaktion Leserforum
Tages-Anzeiger
8021 Zürich

per e-mail

 

Leserbrief zu  „Das Rauschtrinken gemeinsam bekämpfen“ vom 23.11.07    (Bund Zürcher Oberland)

Zu Ihrem Bericht über einen Infoabend in Mönchaltorf ZH zum Thema Rauschtrinken bei Jugendlichen: Ich vermute, dass die meisten anwesenden Eltern ziemlich verunsichert nach Hause gegangen sind. Die Quintessenz des Abends war, dass alle noch enger zusammenarbeiten sollten. Das ist höchstens Schadensbegrenzung und keine Primär-Prävention. Das Rauschtrinken hat in den Industriestaaten das Ausmaß einer Epidemie angenommen. Seine Bekämpfung muss deshalb auch grossräumig angegangen werden. Mindestens nationale Massnahmen sind dringend gefragt. Auf diese Verhältnisprävention müssten die Suchtpräventionsstellen hinarbeiten und die Bevölkerung motivieren, politische Regelungen zu unterstützen. Wichtigstes Ziel müsste sein, die Trinkfreudigkeit der Erwachsenengesellschaft, deren Spiegel die Jugend ist, zu reduzieren. Dann hätten auch erzieherische Präventionsaktionen bei den Jungen eine Chance, weil sie glaubwürdig wären. Die wirksamen Massnahmen sind international bekannt: Verteuerung der alkoholischen Getränke durch Steuern, die der Prävention zu dienen hätten; Einschränkung der Erhältlichkeit, d.h. Ladenöffnungszeiten (mindestens für Alkoholika) reduzieren; und/oder Reduzierung der Verkaufsstellen (in der Schweiz gibt es gemäss Gastro suisse Präsident 10'000 überzählige Restaurants, d.h. nicht richtig lebensfähige); Promillegrenze weiter senken und streng kontrollieren; das Mindestalter hinaufsetzen und kontrollieren; die Alkoholwerbung stark einschränken. Alles andere hat meistens nur Alibifunktion zur Beruhigung der Gemüter. In der EU wird schon heftig gerungen, gegen die Alkoholindustrie und Werbebranche wirksame Massnahmen durchzubringen. Wahrscheinlich werden wir in einigen Jahren deren Regelungen übernehmen müssen, wenn wir nicht selber handeln. Übrigens: In der gleichen Tagi-Ausgabe wurde von der Auflösung des Vereins für Suchtfragen Uster berichtet. Der Staat habe seine Aufgaben übernommen. Ist das die angestrebte bessere Vernetzung?

Mit freundlichen Grüssen

Hermann T. Meyer

                                                                                      

  Homepage             Leserbriefe-Übersicht          letzter Leserbrief      nächster Leserbrief     

 

 

Inhaltsverzeichnis 

Entwicklungen der schweizerischen Alkoholpolitik der letzten Jahre anhand von Leserbriefen

Aktuell

Hinweise für Unterrichtende

Ihre Meinung interressiert uns

Links zu Fachleuten und Institutionen

Internationales

Briefe an ....

Die Lobby-Arbeit der globalen Alkoholindustrie

Veranstaltungen

Parlamentsdebatten

Zitatensammlung

Newsletter

Forschungsergebnisse

Archiv

English Texts      

Dossiers: Suchtmittelwerbung; Alcopops; Absinth; WTO - GATS; Alkoholkonsum Jugendlicher; Alkohol und Verkehr /  Drink Driving; Wein (Alkohol) sei (mässig genossen) gesund; Sport und Alkohol; Strukturelle Prävention; NPA (Nationales Programm Alkohol); botellón

Geschichten

Interventionen

Wir über uns

Projekt-Idee     Project in English


Herausgeber/Editor:

Hermann T. Meyer, Projekte und Dienstleistungen, Lindenstr. 32, CH-8307 Effretikon, Switzerland, 
Tel. +41 (0)52 343 58 75, Fax: +41 (0)52 343 59 29    e-mail

Copyright © 2001-2008: Hermann T. Meyer. Alle Rechte vorbehalten. Unsere eigenen Texte dürfen gerne unter Quellenangabe übernommen und weiterverbreitet werden. Fremde Texte entsprechen nicht unbedingt unserer eigenen Auffassung.

All rights reserved. Our own texts may be copied and distributed with stating the source. Texts from other sources do not necessarily represent our views.

Stand: 30.12.2008