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Leserbrief28.10.2007 Redaktion „forum“
(veröffentlicht am 27.12.07)
per e-mail: forum@zh.kath.ch
Aus den Ferien zurückgekommen, habe ich den Artikel „Der erste Rausch“ gelesen. Trotz der verspäteten Reaktion bitte ich Sie, von meinen nachstehenden Gedanken Kenntnis zu nehmen und nach Möglichkeit zu veröffentlichen. Besten Dank für Ihr Interesse und freundliche Grüsse Hermann T. Meyer
Gedanken zum Artikel „Der erste Rausch“ im Forum 21/2007 Anschaulich und einfühlsam erklärt Walter Achermann das Relief von Filippo Calendario in Venedig, „Noach und seine Söhne Sem und Ham“ (vor 1355) im Zusammenhang mit Genesis 9,18-27. Mit dem letzten Satz verbindet er das Mittelalter mit unserer Zeit. Zitat: „Wen wundert es, dass auch ihr Verhalten noch heute überall anzutreffen ist?“ Diese Pauschale ist für mich etwas zu unverbindlich.
Sie könnte dazu führen, Vorurteile und Haltungen zu bestärken, die für die
Auseinandersetzung mit unserem grössten sozialmedizinischen Problem
hinderlich sind. Aber gerade in der katholischen Kirche der Schweiz ist eine
solche Auseinandersetzung dringend erforderlich. Mir scheint nun allerdings, dass gerade in der katholischen Kirche diese oberflächliche Haltung dem Alkoholproblem gegenüber weit verbreitet ist, dass man es sich sogar als positives, mitmenschliches, ja christliches Verhalten zugute hält, wenn man grosszügig über das eigentliche Problem hinwegsieht, im Sinne von „wer werfe den ersten Stein“ oder, wie im Text erwähnt, „So ist (eben) der Mensch“. Auch auf dem Gebiet der Alkoholforschung hat sich seit dem Mittelalter doch einiges getan. So weiss man z.B., dass eine Familie mit einem alkoholkranken Mitglied dieses oft nach aussen so weit wie möglich abschirmt, statt dass Hilfe von aussen gesucht wird. (Sicher auch aus Angst und Scham vor den heutigen „Sam’s“. Gerade die letzte Aufklärungskampagne der SFA (Schweiz. Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme) hat diese Thematik aufgenommen. Mir liegt daran, dass aus Schilderungen der Alkoholproblematik auch praktische Schlüsse gezogen werden. Allzu häufig werden in den Medien (zum Teil auch genüsslich für die Sensationslust des Konsumenten, der Konsumentin) wohl die Folgen des Alkoholkonsums gezeigt, nötige Schlussfolgerungen aber nicht gezogen. Nicht einmal kritische Fragen werden gestellt, obwohl dies die eigentliche Aufgabe eines der Gesellschaft verpflichteten, verantwortungsbewussten Journalismus sein müsste. (Sogar gemäss Richtlinien des Schweizer Presserates) In diesem Fall würde ich heute fragen: Ich bin überzeugt, in unserer katholischen Kirche besteht in dieser Hinsicht ein grosser Nachholbedarf. Stichwort: Prävention in der gelebten Diakonie. -------------------------------------------------------
PS Ein gleichzeitig veröffentlichter schwammiger Leserbrief zu diesem Thema erbrachte den Beweis, falls dies noch nötig war, dass meine Ausführungen leider zutreffen.
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InhaltsverzeichnisEntwicklungen der schweizerischen Alkoholpolitik der letzten Jahre anhand von Leserbriefen Ihre Meinung interressiert uns Links zu Fachleuten und Institutionen Die Lobby-Arbeit der globalen Alkoholindustrie Dossiers: Suchtmittelwerbung; Alcopops; Absinth; WTO - GATS; Alkoholkonsum Jugendlicher; Alkohol und Verkehr / Drink Driving; Wein (Alkohol) sei (mässig genossen) gesund; Sport und Alkohol; Strukturelle Prävention; NPA (Nationales Programm Alkohol); botellón Projekt-Idee
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