Leserbrief

08.03.2007                                    (nicht veröffentlicht)

 

Redaktion Leserforum
Tages-Anzeiger
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Leserbrief zu  „Zugespitzt - Werbepolitik“ vom 7.3.07

Hans-Peter Bieri vergleicht in seiner Glosse die Suchtmittelreklame mit der oft dümmlichen Werbung für andere Produkte. Er übersieht, dass Alkohol mit seinem Gefahrenpotenzial nicht mit andern, normalen Waren zu vergleichen ist. (siehe T. Babor et al.: „Alkohol - kein gewöhnliches Konsumgut“) Er schreibt z.B. „Der Konsument ist ein Schwachkopf“. Dieser werde mit ideenlosem Ramsch, mit unreflektierten Signalen umworben, das müsste man verbieten. Dass die Werbung für Alkohol anders funktioniert, hat er gemerkt, glaubt aber, dass sie sich an den mündigen Bürger richte und deshalb nicht verboten werden sollte. Tatsache ist, dass diese Werbung eben vor allem den „Schwachkopf“, wie er ihn nennt, erreicht, dazu ebenfalls die Jugend, die den Angriff auf ihr Unterbewusstsein auch nicht durchschauen kann.

Wenn Herr Bieri schreibt, es sei sicher, dass Werbung Gesellschaftspolitik mache, warum soll es dann nicht gerade Aufgabe der Politik sein, diese Werbung auf ihre Wirkung auf die Gesellschaft hin zu überprüfen und notfalls zu verbieten?  Seine Gedankenakrobatik täuscht nicht darüber hinweg, dass es die Alkoholwerbung geschafft hat, in den letzten 50 Jahren erst die Frauen und dann die Jugendlichen und Kinder zum Alkoholkonsum zu verführen. Sie hat es auch mit grossem Einsatz an Finanzen, Lobbyisten und unwahren Argumenten ermöglicht, zwei Volksinitiativen bachabzuschicken, die diese Entwicklung bremsen wollten. Im Kapitel „Dossier Suchtmittelwerbung“ auf www.alkoholpolitik.ch findet auch Herr Bieri massenhaft Stoff zum Nachdenken. Vielleicht schreibt er dann eine Glosse über die ewiggestrigen Politiker und Journalisten, die ihr Volk immer noch für dumm verkaufen. (Oder sind diese wirklich selber so dumm, den Schwachsinn, den sie verbreiten, zu glauben („Schwachkopf“)?)

Mit freundlichen Grüssen

Hermann T. Meyer

 

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Stand: 30.12.2008