Leserbrief

20.11.2006              ungekürzt veröffentlicht am 20.11.2006 im Online Forum

Einleitung der Zeitung: SCHLUSS MIT RAUSCHTRINKEN?

Im Baselbiet soll der Verkauf von Alkohol eingeschränkt werden.

Der Baselbieter Landrat entschied am 16.11.06 über drei brisante Vorstösse: SP-Politiker wollen den Verkauf von Alkohol in Tankstellen generell verbieten und in anderen Läden zwischen 20 Uhr und 8 Uhr morgens. Die Jugendlichen sollen nicht mehr so leicht an Alkohol herankommen. Betroffen wären aber auch Erwachsene, die abends ebenfalls keinen Alkohol mehr kaufen könnten. Wirtschaftsvertreter reden dagegen vom einem Angriff auf die Handelsfreiheit. Der Landdrat hat die drei Vorstösse als Postulate überwiesen.
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Redaktion
Basler Zeitung BaZ

per e-mail

Beitrag im BaZ –Forum am 20./25.11.06 (Pseudonym "Kontrabass")

 
 

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20.11.2006

Richtig, Alkohol ist nicht das einzige Problem. Aber bei sehr vielen medizinischen und sozialen Problemen ist Alkohol ein bedeutender Teil des Problems und ohne ihn gäbe es einige gar nicht. Normalerweise verhindert die Mehrheit der Politiker wirksame Massnahmen. Wenn sie nun in diesem Fall den Mut haben, die Erhältlichkeit einzuschränken, auch wenn es nur auf einem Teilgebiet ist, so ist das zu begrüssen. Auf der Skala der wirksamen Massnahmen steht die Einschränkung der Erhältlichkeit nach Preiserhöhungen durch Steuern an zweiter Stelle. Um die dringend nötige spürbare Reduzierung des Alkoholkonsums herbeizuführen, braucht es aber ein ganzes Massnahmenpaket, das die ganze Gesellschaft und nicht nur die Jugendlichen betrifft.

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20.11.2006

Gerade am 1. Nov. wurde im amerikanischen Repräsentantenhaus ein Gesetz mit überwältigendem Mehr angenommen, das Prävention beim Alkoholkonsum der Minderjährigen (unter 21!) bringen soll. In den USA und bei uns konsumieren 10-11% der Bevölkerung 50% des totalen Alkoholumsatzes. Das sind die starken Trinker und die jugendlichen Binge Drinker, die später eine mehrfache Chance haben, auch Alkoholiker zu werden. Jede Anstrengung, auch vom Gesetzgeber, hier Gegensteuer zu geben, muss begrüsst werden, auch wenn es nur kleine Schritte sind.

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25.11.2006

Jeder, der schon ein Bier gekippt hat, betrachtet sich als Fachmann der Alkohologie. Um ein Problem zu erkennen, braucht es ein vertiefteres Interesse, als nur Stammtischpalaver. Das Internet bietet einige Informationen an. Viele Alkoholiker erkennen erst, dass sie ein Problem haben, wenn es schon fast zu spät ist. Das und andere Folgen kosten uns alle 6,5 Mia. Fr. jährlich an Sozialkosten. Mehrere hunderttausend Kinder leiden unter Eltern mit Alkoholproblemen, haben schlechte Zukunftsprognosen. Die Armut ist zum Teil alkoholbedingt, wie auch die sexuelle und kriminelle Gewalt, zerrüttete Familien, Unfalltote und Verletzte, etc. Wer nur sein eigenes Ego pflegt, dem ist das egal, bis er oder jemand seiner nähern Umgebung betroffen ist. Aber zahlen tun wir alle mit Steuern und Prämien.



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Stand: 30.12.2008