Leserbrief

04.09.04

 

Der Spiegel
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Betreff: Leserbrief zum Artikel Medizin: Zu viel Alkohol macht dumm- zu wenig auch (ID: 316424)
 vom 3.9.04
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
Sie schreiben am untern Rand der Seite, Sie seien nicht verantwortlich für den Inhalt von externen Internetseiten. Aber dass Sie reisserische Titel übernehmen, die im Inhalt am Schluss relativiert werden, sollten Sie sich schon verantwortlich fühlen, denn Sie bewirken möglicherweise bei der Leserschaft für diese schädliche Reaktionen.
Dazu kommt, dass Sie den Teil nicht abgedruckt haben, indem die Autoren festhalten, dass Sie sich das Ergebnis selber nicht erklären können und darauf weiter forschen wollen. Dass der Wert der Aussagen dieser Arbeit  sehr fragwürdig ist, können Sie meinem Kommentar an die Autoren entnehmen, der auch auf meiner Webseite  (Kapitel Forschungsresultate) zu finden ist: (Auch Ihr Verhalten habe ich offenbar vorausgesehen.)
 
"Ausser dass starker Alkoholkonsum die geistige Leistungsfähigkeit später, d.h. im Alter vermindert, was ja selbstverständlich erscheint, wenn man weiss, dass der Alkohol Hirnzellen zerstört, bringt diese Studie kein Ergebnis heraus. Vor allem wenn man weiss, dass selbst organisierte Abstinente in Schweden Leichtbier mit 2,+ Volumen%-Alkohol als alkoholfrei betrachten und es ganz normal wie Nicht-Abstinente konsumieren. Nimmt man noch ehemalige Alkoholiker dazu, die zum Testzeitpunkt durchaus abstinent leben konnten, aber Langzeitschäden im Gehirn aufweisen können, wird diese Untersuchung zusätzlich fragwürdig. Dazu kommt, dass die Verfasser ihr Ergebnis selber mit Fragezeichen versehen. Leider wird dies die Presse kaum davon abhalten, nur die Einleitung zu bringen, ohne die Einschränkung am Schluss. 

Wie Abstinente in wissenschaftlichen Untersuchungen definiert werden, ist wohl bei allen derartigen Arbeiten der springende Punkt. Ausser in Norwegen und Schweden mit einer langen Tradition von Abstinenzorganisationen gibt es heute wohl kein Land in Europa, das eine genügende Zahl von lebenslangen Abstinenten aufweist, um eine genügend grosse Gruppe in einer Untersuchung zu bilden. Es ist fast unvermeidlich, dass dann in den Abstinentengruppen ehemalige Alkoholkranke, Epileptiker, Diabetiker  u.a. (neue Abstinente aus medizinischen Gründen) eingebaut werden, die das Resultat völlig verfälschen. Dazu kommt noch das Problem mit dem Selbstverständnis der schwedischen Abstinenten, das oben bereits erwähnt wurde. "

Ist Ihre kritische Zeitung wohl auch mit sich selbst so kritisch?

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer, Effretikon

 

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Stand: 30.12.2008