Leserbrief

An die Redaktion                                                                 19.02.2004
des Leserforums
Tages-Anzeiger
8022 Zürich   
                                                                                  

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Leserbrief zu „Junge Kiffer und ihre Probleme“ vom 19.2.04

Eine Langzeitstudie der Uni Lausanne untersuchte 102 welsche jugendliche Kiffer. Sie hätten psychische und soziale Probleme. Diese verliefen parallel zum Substanzkonsum. Daraus wird eigenartigerweise gefolgert, Probleme und Konsum würden sich nicht gegenseitig bedingen. Mit dem Tabak- und dem Alkoholkonsum beginnen die Jugendlichen mit 13 bzw. 14 Jahren, mit dem Cannabiskonsum später. Der Präventionsfachmann Meili vom Bundesamt für Gesundheit wird dann zitiert, aber statt der erwarteten Präventionsvorschläge erwähnt er notwendige Massnahmen für die Rehabilitation, die auch einleuchten. Wo aber ist die wirksame Prävention? Dazu darf er vom BAG offenbar nichts sagen, denn durch die Politik sind ihm die Hände gebunden. Er müsste über massive Preisverteuerung und Einschränkungen beim Handel und bei der Werbung für die Einstiegsdrogen Tabak und Alkohol sprechen, weil das so ziemlich die einzigen wirksamen Mittel sind, den Konsum zu drücken. Und da ist die Suchtmittellobby gar nicht einverstanden. Verständlicherweise! Also klagen wir fröhlich weiter über steigende Gesundheitskosten und Steuern, kriminelle und sexuelle Gewalt, mehr Todesfälle auf den Strassen. Hauptsache bei der Suchtmittelbranche stimmt die Kasse.

Hermann T. Meyer, Effretikon

 

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Stand: 30.12.2008