Leserbrief

 

28.1.2004                    veröffentlicht ca am 4.2.04 (ohne letzte 4 Zeilen) 

 

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Leserbrief zu „Lieber Kochkurse besuchen, statt Pillen zu schlucken“ vom 28.1.04

 

Erstmals seit langem schreibt ein Tagi-Mitarbeiter, Christoph Schilling, Klartext zu unserer „Gesundheitspolitik“. Erstaunt hat mich allerdings, dass 3% des Gesamtbudgets für das Gesundheitswesen in die Prävention investiert werde. Wenn die Zahl stimmen sollte, was ich bezweifle,  wo sind denn die Erfolge dieser 1,4 Mia. Franken? Er schreibt beschönigend, „Erfolg in der Prävention ist kaum messbar.“ Das stimmt insofern, als es mit der üblichen aufklärenden Gesundheitsförderung nur wenig Erfolg geben kann. Gerade bei den Lifestyle-Zivilisationskrankheiten und den damit verbundenen sozialen Problemen aber gibt es wirksame Methoden, die messbare Resultate bringen: Die Überwälzung der Kosten nach dem Verursacherprinzip und nicht nach dem Solidaritätsprinzip wie bisher. Auch die Einschränkung der Erhältlichkeit und der Werbung würde sich positiv auswirken. Unser bekanntester Präventivmediziner hätte da die Chance seines Lebens, wenn er nach 10 Jahren Erfolglosigkeit in der Prävention der legalen Suchtmittel eingestehen würde, dass es so nicht geht, und er sich mit seinem Universitätsinstitut aufraffen würde, die im Artikel geforderte Gesamtschau zu erarbeiten. Wenn er dann noch seine Partei überzeugen könnte, wäre der Durchbruch praktisch schon erreicht. Andernfalls könnte er noch zur CVP wechseln, die ist auch auf der Suche nach neuen Horizonten. Übrigens schade, dass Christoph Schilling zum Beobachter wechselt. Der ist nämlich einer der militantesten Gegner von Beschränkungen der Suchtmittelreklame, ganz im Gegensatz zu seiner sonst konsumentenfreundlichen Haltung.

 

 Hermann T. Meyer, Effretikon

 

 

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Stand: 30.12.2008