Leserbrief

                                                                                                                                  3.1.2002

Redaktion 
Leserforum
Tages-Anzeiger
Zürich

(per e-mail)

Leserbrief zu „Die grüne Fee im Regal des Supermarktes vom 3.1.02

Entgegen dem einleitenden Text und wie später richtig vermerkt, handelt es sich bei dem vorgestellten Getränk nicht um Absinth sondern um eine Nachahmung. Absinth herzustellen ist nach wie vor verboten. Der Unterschied zu den erlaubten alkoholischen Getränken besteht in der Konzentration des beigefügten Thujon und dem hohen Alkoholgehalt. Neue Untersuchungen zeigen die gleichen Wirkungen dieses Stoffes Thujon, wie sie bei den historisch beschriebenen Absinthisten zu beobachten waren. (Z.B. Van Gogh, der sich ein Ohr abschnitt und sich später erschoss.) Im Zusammengehen mit einem „normalen“ Alkoholmissbrauch, z.B. beim erwähnten Wadtländer Familienvater, der die Volksinitiative auslöste, die zum Verbot führte, wird die Wirkung des Thujon noch verstärkt. Das Verbot lag damals ganz im Trend: Belgien beschloss es 1905, die Schweiz 1907, die USA 1912, Italien 1913; Frankreich, das am meisten produzierte (Pernod um 1900 ca 100'000 Liter), verbot ihn 1915. Obwohl in Deutschland der Konsum von Absinth nie eine grosse Rolle spielte, wurde er dort 1923 auch verboten.

Ein Aufsatz mehrerer Fachleute im „Deutsches Ärzteblatt“, Heft 42 vom 19.10.01 schildert den gegenwärtigen Wissensstand. Sie sind alarmiert durch die neue Modeerscheinung, mit der neue gesellschaftliche und gesundheitspolitische Probleme drohen. Denn trotz des bekannten Krankheitsbildes steht die Medizin dem Absinthproblem weitgehend ratlos gegenüber. In Deutschland ist die Rückkehr des Absinths in Fachkreisen praktisch unbekannt, selbst die Vergiftungszentralen sind nicht ausreichend auf die damit einhergehende Problematik vorbereitet. Und auch bei uns wird die grüne Fee, wie in diesem Artikel, immer noch glorifiziert, jetzt in neuen Versionen auf den Markt gebracht und im Internet gross vermarktet.

Hermann T. Meyer, Effretikon

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Stand: 30.12.2008