Leserbrief

                                                                                    

11.6.2001

 

Tages-Anzeiger
Redaktion Forum
8021 Zürich

 

Leserbrief zu „Produkt fehlerhaft" vom 9.6.01

Herr Büttner bringt es auf den Punkt: Die Suchtprävention der letzten 10 Jahre unter dem Stichwort „Gesundheitsförderung“ nützt vor allem dem schlechten Gewissen der Politik und dient als Alibiübung. Die „Arena-Sendung“ vom letzten Freitag brachte dazu noch einen Beweis: Die Tabakindustrie wollte mit dem Bundesamt für Gesundheit bei deren Präventionskampagne mitarbeiten, als Fortsetzung ihrer eigenen Inserate-Aktion, die die Jugendlichen vom Rauchen abhalten sollte. Die Tabakindustrie hat nämlich die Untersuchung, die von der WHO veröffentlicht wurde, aufmerksam gelesen, worin steht, dass Aufklärung nur den Wissensstand verbessert, aber kaum Verhalten ändert. Sie kann deshalb unbesorgt in die Aufklärung investieren, sie schadet sich damit nicht, im Gegenteil, sie kann sich noch bei naiven Lesern und Leserinnen moralisch reinwaschen.

Amerika hat die Taktik geändert und ist damit erfolgreich: Prävention setzt nicht nur beim Konsumenten an sondern beim Produzenten, der ein schlechtes Produkt liefert, das weltweit für Millionen von Toten verantwortlich gemacht wird. Deshalb ist es verständlich, wenn Herr Direktor Zeltner vom Bundesamt für Gesundheit Skrupel empfindet, auf das Angebot der Tabakindustrie einzugehen. Die Redewendungen: „Den Bock zum Gärtner machen“ oder „Den Teufel mit Belzebub austreiben“ sind uns nicht ohne Grund geläufig.

Auch bei uns sollten die Politiker endlich ihre beeidete Pflicht wahrnehmen und Suchtprävention unterstützen, die die Schäden an persönlichem Leid und riesigen Gesundheitskosten reduziert. Die Wirtschaft leidet dabei nicht, denn das Geld bleibt ja so oder so im Umlauf und die grossen Suchtmittelkonzerne haben bereits derart diversifiziert, dass sie immer bei den Gewinnern bleiben.

Wer interessiert ist zu erfahren, wie ein solches Präventionsprojekt aussehen könnte, das wohl revolutionär wäre aber praktisch nur Gewinner hervorbringen würde, kann es per e-mail unter mhmeyer@freesurf.ch anfordern. Verbesserungsvorschläge wären willkommen. Vor allem brauchte es eine breite Unterstützung im Volk und in den verantwortungsbewussten Medien, damit die Politiker endlich mutig und aktiv werden.

 Mit freundlichen Grüssen                                             Hermann T. Meyer, Effretikon

 

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Stand: 30.12.2008