Briefe an....

                                                                             25.02.2005

Antwort von Dr. Markus Arnold
Präsident der CVP Kt. Zürich

auf unsern Brief vom 22.02.2005

per e-mail

 

Sehr geehrter Herr Meyer

Obwohl Ihre Anfrage eines polemischen Untertons nicht entbehrt, beantworte
ich sie gerne. Wie Sie richtig sehen, kann ich das nur stichwortartig tun.
Die Zeit für eine ausführliche Darstellung fehlt.
1. Das grundsätzliche Problem ist jenes zwischen Genuss und Sucht. Jeder
Genuss kann zur Sucht werden, jedes Genussmittel kann auch ein Suchtmittel
sein.
2. Damit stehen sich zwei Güter gegenüber: Auf der einen Seite die Freiheit
des Individuums auf der andern Seite die "Fürsorge" des Staates, Sucht zu
verhindern.
3. Wie dies der Staat am besten tut, müssten wir ein längeres Gespräch
führen.
4. In Bezug auf die Reklame für Genussmittel ist damit tatsächlich permanent
eine Güterabwägung zu treffen.
5. Zu verbieten ist klar die suchtfördernde Werbung. Dies m.E. bei der
Zigarettenwerbung gegeben.
6. Trifft dies aber auch für den Wein zu. Ich selber bin Weingeniesser (in
der Tradition vieler biblischer Vorbilder). Ich habe die Zeitschrift "Vinum"
abonniert. Lesen Sie einmal einige Nummern. Diese setzt sich klar für den
genussorientierten Weinkonsum ein. Alkoholismus verhindert Weingenuss, das
weiss ich aus meinem Bekanntenkreis. Ist nun aber nicht gerade ein Medium,
das den kontrollierten Weingenuss propagiert ebenfalls ein Mittel zur
Prävention gegen den Alkoholismus. Dieses Medium lebt aber davon, dass
Hersteller von qualitativ hochwertigen Weinen für diese auch werben.
7. Sogar beim Tabak ist es nicht eindeutig. Ich rauche hin und wieder eine
Davidoff-Zigarre. Das kann nicht zur Sucht werden, weil es viel zu teuer
ist - zumindest für mich. Pfeifen- und Tabakraucher können durchaus einen
nichtsüchtigen genussorientierten Umgang mit Tabak pflegen.

Der langen Rede kurzer Sinn: Man muss die Frage tatsächlich differenzierter
angehen. Ich erlaube mir, Ihnen einen Teil eines Vortrages von mir zum Thema
Drogensucht beizulegen, den ich vor einigen Jahren gehalten habe.
Ich wünschte mir, dass wir auf diesem Niveau das Gespräch führen könnten.

Mit freundlichen Grüssen

Dr. theol. Markus Arnold
Präsident der CVP des Kantons Zürich


Der Briefwechsel geht mit einer Antwort von uns nach den Wahlen weiter. 

   

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Stand: 03.01.2009